match point

schon lustig. gestern während dem film liess icore zumindest bis zur pause kein gutes haar anmatch /point./ heute klingt es schon ganz anders.

was solls, das wesentliche hat sie bereits geschrieben. in der tat hat woody allen einen einmal mehr sehr dialoglastigen film gedreht. die kleinen wackler und unschärfen scheinen gewollt. scarlett johannson ist so atemberaubend schön wie immer. aber eben: sie spielt auch sehr überzeugend. das gleiche gilt eigentlich für das ganze ensemble dieses streifens.

ebenfalls typischallen geht’s meistens um sex und psychologie. eine schräge dreiecksgeschichte begleitet durch den film. armer junge heirated reiches mädchen, will aber eigentlich deren schwägerin. tatsächlich hat der film im ersten teil seine längen. allerdings nur um auf ein einigermassen krasses ende hinzusteuern.

nice.

good night, and good luck

george clooney ist ein altertümlicher film mit brilliantem gegenwartsbezug gelungen. im amerikanischen tv-sender cbs läuft in den 50er jahren die kritische sendungpersontoperson von edward murrow. als junior senator mccarthy willkürliche angriffe auf vermutete kommunisten vornimmt, ergreift murrow partei. gerade in der medienwelt vermutet mccarthy die spionierenden verräter. der folgende schlagabtausch ist von hoher rhetorischer qualität. auch wird einem bewusst, wie gross die ängste der amis gegenüber den kommunisten waren.

für einen, der wie ich nicht sooo gut englisch spricht ist besonders der erste teil des filmes schwere kost. die dialoglastigkeit gibt dem film aber jene authenzität, die er benötigt, um einen ordentlich wachzurütteln. dass alles schwarzweiss gefilmt ist und dass es keine hintergrundmusik gibt stärkt diesen eindruck weiter.

man glaubt mccarthy fast sagen zu hören if you’re not with us, you’re against us, so offensichtlich ist der bezug zur heutigen situation. wer nur ein bisschen an medien, politik und medienpolitik interessiert ist, muss diesen film gesehen haben.

jo siffert

erstaunlicherweise haben die vom riffraffkino sogar das design ihrer tickets angepasst. die farben erinnern stark an die legendären gulf-colours. we love it.

der film birgt keine grossen überraschungen, überzeugt aber mit solidem handwerk. die interviews mit den bekannten, verwandten und rennfahrern sind gut gemacht. es wird einem, obwohl alle immer von der vergangenheit sprechen, nicht langweilig. man erfährt, dass jo in drei serien gleichzeitig rennen fuhr. dass er aus nicht gerade reichen verhältnissen stammte. und, dass er fürs schnellfahren alles tat.

die motorengeräusche kommen leider etwas zu kurz, aber ab und zu stellt es einem benzinsüchtigen durchaus die nackenhaar auf.

natürlich sind die interviewten etwas verblendet und sehnen sich teilweise spürbar nach der alten zeit. aber wie man einem opa, der ständig von seiner aktivdienstzeit erzählt nicht böse sein kann, so geht es einem bei diesem film. siffert war ein wilder hund. ein draufgänger. ein frauenheld. ein klasse rennfahrer.

live fast. die young.

the three burials of melquiades estrada

mr. jones kann mehr als alien oder richard kimble jagen. in diesem film hat tommy lee jones sogar regie geführt. und er hat das ausgepsprochen gut gemacht.

der beginn ist etwas verwirrend, fragmentiert, unchronologisch. aber vielleicht ist das gerade der reiz an diesem seltsamen filmanfang. melquiades estrada ist mexikaner. er wird im grenzgebiet erschossen. klar, dass weder border control noch police sheriff erpicht darauf sind, den täter zu finden. so nimmt pete (jones) das gesetz selbst in die hand. er zwingt den mörder, ein ungeschickt hantierender grenzpolizist (barry pepper), melquiades wieder auszugraben und ihn zurück nach mexico zu bringen. die reise nimmt den rest des fast zweistündigen filmes in anspruch.

klar, das westernartige werk hat seine längen. jones schafft es aber, eine spezielle stimmung zu schaffen. sozusagen im vorbeigehen erlebt der kinobesucher eine gesellschaftsportrait der differenzierteren art. und natürlich schaut man jones und pepper einfach gerne zu.

jeune homme

was macht ein junge aus der deutschsprachigen schweiz nach der sek? er geht ins /welsche./ als au pair! sebastian zollweger (matthias schoch) macht das, um seinen vater zu ärgern, aber auch um sein leben mal selbst in den händen zu haben. natürlich kommt alles anders und verdammt französisch. das genfer paar hat drei kinder. die frau des hauses hetzt den neuen hausjungen durch den haushalt. hugues, ihr mann, hat wenig zu sagen, dafür hat er eine junge geliebte. aber auch sebastian findet seine liebe. elodie heisst die dames des herzens.

im film ergeben sich zahlreiche komische situationen, wie es sich für komödien eben gehört. doch anders, als in den meisten anderen wird kein untergürtellinieniveau bemüht. die meisten pointen sitzen und bringen einen nicht zuletzt durch die soliden schauspielerischen leistungen zum lachen.

die beste schweizer komödie seit langem!

king kong

am ende stirbt er. das ist klar. und es verleiht dem film etwa die spannung vontitanic oderder /untergang./ weil man also von anfang an weiss, wie’s enden wird, muss die gewaltige portion action auch optisch überzeugen. und das tut sie.

selten gab es so gut animierte gestalten. aber ein film besteht natürlich aus mehr als nur special effects.

die story beginnt im depressions-new york und findet zum grossteil auf der verrücktenskullisland statt. dort gibt jack black den wahnsinnigen regisseur denham, der um jeden preis berühmt und reich werden will. deshalb setzt er eine gesamte schiffscrew aufs spiel. die talentierte schauspielerin ann darrow (super: naomi watts) wird von den eingeborenen an kong geopfert. es entsteht eine seltsame liebschaft mit anklängen des helsinkisyndroms. am ende findet man sich wieder in nyc ein, um den riesenaffen als theaterzootier zu missbrauchen. der schluss ist ziemlich schwach und im verhältnis zum rest auch sehr kurz.

mein tipp: wenn man sich diesen film ansehen will, dann jetzt, solange er noch in einem grossen kinosaal mit hammersoundanlage zu sehen ist. auf jeden fall aber mit popcorn, m&m’s und cola.

the chronicles of narnia

vier kinder verirren sich in einem kleiderschrank. ok, es ist natürlich nicht bloss ein kleiderschrank, sondern die pforte in eine andere welt: narnia.

dort regiert die königin bzw. die weisse hexe (brilliant: tilda swinton) ein fantastisches reich. sie terrorisiert die dort lebenden geschöpfe. nur die vier menschen – sagt die prophezeihung – können ihre herrschaft beenden. dazu müssen sie zuerst aslan finden, der ihnen beim kampf gegen die hexe hilft.

der film zieht sich ziemlich zäh dahin und versucht gar nicht erst, kein kinderfilm zu sein. dem zuschauer wird das konzept von narnia gar nicht erst erklärt. das ist schade, weil man so vieles nur oberflächlich begreift. teilweise ist auch die tricktechnische umsetzung der landschaften recht enttäuschend. das sieht manchmal doch etwas gar künstlich aus.

man könnte auch die etwas übertriebene symbolik gewisser szenen kritisieren, aber bei einem kinderfilm ist das vielleicht notwendig. fazit: kann man sich ansehen, muss man aber nicht. und mit wenn man mit «lord-of-the-rings-erwartungen» den kinosessel entert, wird man garantiert enttäuscht.

the exorcism of emily rose

wieder einmal habe ich einen fehler gemacht und mich im 20min über einen film informiert. dort stand, dass dieser film eigentlich ein justizdrama sei, mit einem horrorstreifen habetheexorcismofemilyrose nicht viel zu tun.

im kinosaal hörte es sich allerdings gänzlich anders an. es wurde geraschelt, getuschelt und gekuschelt, so dass man nicht zu sehr in den film hineingerissen wird. neben dem horror mit körperlichen verkrümmungen à latheexorcist überzeugt der film aber tatsächlich mit einer interessanten justizdebatte. vom exorzismus wird zwar nur als retrospektive erzählt, der spannung ist das aber nicht abträglich. ansehen und sich erschrecken.

broken flowers

bill murray ist lustig. da kann er nichts machen. in diesem film darf er fast nichts machen. er hat die gabe, ohne wirre verrenkungen des gesichtes einfach irgendwie komisch zu wirken.

murray spielt don johnston, dessen name natürlich kein zufall ist. in seiner jugen war er ein waher don juan, was nun scheinbar zu einem mittlerweile 20 jahre alten sohn geführt hat. so steht es jedenfalls in einem anonymen brief. hier kommt der aberwitzige winston (jeffrey wright)zum einsatz. denn für diesen ist das ganze ein detektivspiel und er arbeitet einen «schlachtplan» für don aus. doch den film schaut man sich natürlich nicht nur wegen diesen beiden sehr lustigen typen an. auf der suche nach seinem sohn besucht don längst verflossene liebschaften. dabei kommen die «alten damen» hollywoods zum einsatz. sharon stone, frances conroy, jessica lange und tilda swinton spielen die potentiellen mütter, die der arme don aufsuchen muss.

die situationen, die sich auf seiner odysee ergeben sind voller impliziter komik. selten war ein so vorsichtig und ruhig gefilmter hollywoodfilm so lustig. jim jarmusch hat also ganze arbeit geleistet. ansehen!

kiss kiss, bang bang

eigentlich wollten wir uns ja corpse bride in der vorpremier anschauen, doch die war auf deutsch. dann entschied die münze für kiss kiss, bang bang und gegen zorro. 😉

kurz gesagt: missratener kultkomödienversuch.

lange fassung: robert downey jr. spielt einen ganoven, der durch zufall in ein casting gerät, wo er sofort als schauspieler engagiert wird. damit er seine rolle besser spielen kann, nimmt harry (downey jr.) «unterricht» bei einem echten privatdetektiv (val kilmer). bald lernt harry harmony kennen, die ihm nicht mehr aus dem kopf geht. von da an überschlagen sich die ereignisse, morde und frauengeschichten.

harry ist in dem film nicht nur hauptperson, sondern auch erzähler, was wohl lustig sein sollte. überhaupt wirkt einiges ziemlich gewollt. zudem ist die story (ob gewollt oder nicht) teilweise schwer nachzuvollziehen. einige (gute) jokes bleiben bei der übersetzung hängen. der film hat auf jeden fall seine (lustigen) momente, kann aber nicht restlos überzeugen. verglichen mit dem, was man sonst an komödien aus hollywood kennt, ist kiss kiss, bang bang ganz ok. und wenn man sich den film ansehen möchte: unbedingt in der originalfassung!