es ist wohl philip seymour hoffmans rolle des lebens: er spielt den egozentrischen schriftsteller truman capote. dieser gilt als erfinder des non-fictional-novel.
der simple raubmord in kansas entwickelt sich für capote zur goldgrube. es gelingt ihm auf seine spezielle weise kontakt mit den verdächtigen zu knüpfen. immer wieder besucht er die beiden im gefängnis, eine seltsame abhängigkeit entwickelt sich. die beiden mörder sehen im schriftsteller ihre letzte hoffnung, vor der todesstrafe gerettet zu werden. capote wiederum sieht vor allem die chance, den bedeutensten roman seines lebens zu schreiben, schliesslich spielt sich das drama in der realität ab. so bezahlt er die anwälte, damit die vollstreckung weiter hinausgeschoben wird. perry, mit dem er eine besonder enge beziehung pflegt, soll ihm endlich schildern, was in der mordnacht genau passierte.
capote ist ein sehr ruhiger film. er zeigt ein portrait eines nonkonformen schriftstellers, der durchaus als eingebildetes arschloch durchgeht. seine komische stimme und der drang, sich stets in den mittelpunkt zu stellen machen ihn nicht gerade sympathischer. und doch schaut man ihm gerne zu, weil er halt so clever ist. schliesslich sagt er von sich selbst, er könne 94% aller eindrücke in seinem hirn speichern.
alleine philip seymour hoffman ist es wert, dass man sich diesen film ansieht. er spielt mit einer inbrunst, dass es einem kalt den rücken runter läuft.
