thank you for smoking

ich nehm’s gleich vorweg: endlich mal wieder ein wirklich guter film aus den usa.

nick taylor (aaron eckhardt) ist ein sympathischer typ, der wohl einen der hässlichsten jobs überhaupt hat. er repräsentiert die tabakindustrie. neben all seinen presseterminen bleibt immer noch zeit, sich mit den beiden kollegen vom «merchants of death»-zirkel zu treffen. sie setzen sich für die waffen- und alkoholindustrie ein. nick versucht nicht, rauchen als etwas gutes darzustellen, sondern die forschungsergebnisse der gegner elegant zu widerlegen. mit seiner redegewandten art gewinnt er selbst den marlboroman zurück.

als nick während einer affäre mit einer gewieften journalistin sämtliche geheimnisse ausplaudert, steht er zum ersten mal im abseits. als auch noch der «captain» der tabakindustrie das zeitliche segnet, sieht es wirklich schlecht für ihn aus. wie er dann noch seinen kopf aus der schlinge zieht, ist schon sehenswert.

im allgemeinen bezieht der film keine klar stellung gegen das rauchen. wer aber all die kleinen anekdoten nur ansatzweise deutet, der sieht klar und deutlich, wie schädlich das ganze ist. insofern kann man dem film bestimmt nicht vorwerfen, dass er eine werberveranstaltung für die tabakkonzerne wäre. die schauspieler können durch’s band überzeugen. die stars (robert duvall!!) treten nur in nebenrollen auf, verleihen dem film aber eine noch höhere qualität. nicks unglaubliche argumentierfähigkeiten machen den film endgültig zu einem must see.

miami vice

ist schon etwas länger her, dass ich diesen film gesehen habe. hätte ich gleich am tag nach dem kinobesuch was geschrieben, es wäre wohl ziemlich übel für miami vice geworden. jetzt werde ich mich bemühen sachlich zu bleiben.

das gute vorneweg: ich fand die farben genial, farrell und foxx kommen extrem stylish daher, die kameraeinstellungen sind gewagt und der sound der motoren (boote und autos) ist perfekt. das ist es dann aber auch schon.

bei der drogenstory kommt wohl niemand so recht draus, die liebesszenen machen den film zu lang und humor glänzt durch totale abwesenheit. vor allem der letzte punkt wiegt schwer. die einst so coolen undercover cops verkommen zu stieren, zielorientierten und langweiligen marionetten der gerechtigkeit. lachen war bei den dreharbeiten wohl total verboten. dann muss ich noch einen sehr oberflächlichen kritikpunkt meinerseits anbringen: warum ist die schön dargestellte gangsterbraut so hässlich? oder gibt es wirklich jemanden, der gong li sehr hübsch, ja sogar anziehend findet? so werden crockets eskapaden noch weniger nachvollziehbar.

hm, so langsam fältl mir auf, dass ich noch gar nichts zur eigentlichen geschichte gesagt habe. das ist aber auch schwer, weil sie bei manns filmstil zur nebensache verkommt. vor allem bei kampfszenen hat man das gefühl, inmitten des geschehens zu sein. also, die geschichte: tubbs und crocket sollen undercover gehen und sich als drogentransportexperten ausgeben. so wollen sie einen international tätigen drogenhändler aufspüren und einbuchten. im film ist das ganze natürlich viel komplizierter und man weiss nicht, wer wen verarscht, vielleicht ist es auch nur michael mann, der alle zuschauer verarscht?

the break-up

keine panik, ist nur der titel eines filmes… 😉
jenny aniston und vince vaughn spielen das pärchen brooke und gary. doch sie wollen eben gerade kein pärchen mehr sein und üben sich im schlussmachen. the break-up halt. natürlich will keiner der beiden wirklich, dass die beziehung zu ende geht, nur soll der jeweils andere nachgeben. so geraten sie immer tiefer in die misere und die manöver werden immer extremer. das ganze erinnert stark an eine eskalationsleiter. es entsteht ein richtiger krieg um die gemeinsame wohnung. als ein acapellachor (tja dani) in brookes zimmer probt, platzt gary endgültig der kragen.

die stärke und die schwäche des filmes sind identisch. er versucht, sich näher als die meisten anderen kommödien an die realität heranzutasten. man kann sich gut vorstellen, dass sich gewisse szenen genau so in gewissen beziehungen abgespielt haben. teilweise ist das zum brüllen komisch, teilweise aber auch nur tragisch.

auf jeden fall hat der film seine starken momente, was er nicht zuletzt den beiden tophauptdarstellern verdankt. doch besonders am ende hat man das gefühl, wohl statt der versprochenen komödie eine tragödie vorgesetzt bekommen zu haben.

pirates of the caribbean – dead man’s chest

das sequel zuthecurseoftheblackpearl schlägt sich mit den typischen problemen ‹rum. irgendwie soll der film als fortsetzung des ersten gesehen werden, gleichzeitig muss aber alles lauter, grösser und besser sein. beim zweiten teil der geschichte musste zudem keira knightleys rolle ausgebaut werden.

die geschichte ist grundsätzlich diesselbe. um seiner verdammung zu entgehen, muss jack sparrow so schnell wie möglich einen schlüssel finden. schliesslich schuldet er dem untoten davy jones seine seele. auf dem weg zum happy end werden schiffe gekapert und monster besiegt. alles in allem ist der zweite teil noch märchenhafter als der erste. immerhin blieb jack sparrow der schwulste heteropirat und keira knigthley die schärfste piratenbraut. zweiteres meint jedenfalls die zeitrschrift /max./ in der gleichen ausgabe heisst es, sie sei «das flachbrüstigste sternchen englands» und «sie wäre nicht so beliebt, wenn sie überwältigendes talent hätte». beides ist wohl richtig. orlando bloom muss also hinter johnny depp und keira knightley etwas zurückstecken.

im dritten teil von pirates of the caribbean soll ja sogar keith richards mitspielen. naja, immerhin kann man sich dann die teuren computeranimierten monster sparen…

the fast & the furious – tokyo drift

bei diesem titel erwartet man natürlich höchst anspruchsvolle independentkunst. eine sinnvolle, nie dagewesene story wird von den hauptsächlich weiblichen darstellern brilliant präsentiert. alles bullshit. the fast & the furious – tokyo drift ist genau das, was man erwartet: heisse autos, noch heisser getunt, umgeben von leicht bekleideten girls und beschallt von aktueller rap- und rockmusic. es versteht sich ausserdem von selbst, dass querfahren in diesem streifen zelebriert wird.

sean macht in amerika alles falsch und muss deshalb kurzerhand zu seinem vater, der in tokyo für die navy arbeitet, umziehen. in der japanischen metropole angekommen benimmt er sich aber nicht besser, sondern schlittert direkt in die nächsten automobilen abenteuer hinein. als er das von han geliehene auto zu schrott fährt, gehört er ab sofort zu dessen team. langsam aber sicher lernt er japanisch zu fahren, also quer zu fahren. es versteht sich von selbst, dass er die neu erworbenen künste am ende des films noch brauchen wird.

der film hält genau das, was er verspricht. seine grösste schwäche ist wohl, dass lucas black, der einen 18 jährigen spielen soll eher aussieht wie 32, in der tat ist er zwar erst 24… egal, spass macht der streifen auf jeden fall. und am ende klingt’s sehr stark nach einem weiteren teil. also: hirn abschalten, reinsitzen, geniessen!

over the hedge

auf diesen film durfte man sich schon lange freuen. die trailer liefen vor praktisch sämtlichen filmen auf und ab. sah ganz lustig aus, was die dreamworks-mannen (und frauen!) da wieder geleistet zu haben schienen.

doch das endergebnis ist einigermassen ernüchternd. es wurde ganz einfach zu viel moralin in die story gepackt. schön und gut, dass die westliche konsumkultur kritisiert und hinterfragt wird, doch echten aufklärungsunterricht brauchen wir in dieser sache dann auch wieder nicht. die viecher sind zwar alle erwartungsgemäss toll gezeichnet, echtes kultpotential à la scrat aus den beiden ice age filmen hat aber keine von ihnen. mit dem originalcomic von michael fry hat das ganze zumindest optisch und von den figuren her sowieso relativ wenig zu tun. da ich den comic nicht wirklich kenne, kann ich aber nicht sagen, ob das gut oder schlecht ist.

kurz was zur story: der racoon rj macht sich auf ungeschickte art beim grossen bären vincent schuldig. mit hilfe der gerade aus dem winterschlaf erwachten waldbewohner möchte er sich nun diese schulden abarbeiten. dazu müssen sie in die zivilisation eindringen und menschenfood bunkern. schildkröte verne ist von anfang an gegen das projekt, sieht sich aber bald einer hungrigen truppe gegenüber.

dass beim eindringen in die menschliche welt so einiges schief geht, das scheint klar. und natürlich lassen sich ein paar coole sprüche einbauen: «das ist ein suv» «wow, der ist ja riesig, wie viele menschen können damit denn fahren?» «normalerweise? genau einer». ansonsten ist die kurze geschichte recht voraussehbar aber immerhin gut umgesetzt. die ganz grossen lacher bleiben die seltenheit. vielleicht vor allem deshalb, weil man die meisten schon aus den trailer kennt.

the omen

nach dem gestrigen omen folgt heute ein kurzreview zum remake des films aus dem jahre 1976. den alten habe ich leider gar nie gesehen. und den neuen hab› ich mir auch nicht am 6.6.6 angeschaut.

damien, klar das ein solcher name dem sohn des teufels gehören muss. er wird einem diplomatenpärchen (liev schreiber und julia stiles) untergejubelt, das bald von erschreckenden ereignissen heimgesucht wird. zuerst nimmt sich das kindermädchen medienwirksam an damiens geburtstagsparty das leben. später deutet vieles daraufhin, dass damiens mutter umgebracht werden soll. der putzige junge wird vom neuen kindermädchen und einem hund unterstützt. der vater wird immer wieder von einem priester gewarnt und schliesslich beginnt er die teufels-geschichte zu glauben. er reist in der welt herum, um herauszufinden, wie er dem teufelsjungen den garaus machen kann.

es fällt auf, dass hollywood schon wieder christliche mythen bemüht, um einen film zu drehen. es wird mit zeichen und symbolen gespielt. das gute trifft auf das böse und nur mit der macht der religion kann das böse besiegt werden. das haben wir alles schon tausend mal gesehen und vielleicht wirkt es gerad deshalb ein bisschen realer. dabei ist natürlich alles pure fiktion, religion fiction statt science fiction sozusagen. für religion fiction müssen keine monster erfunden und animiert werden, ein paar rote augen bei einem menschen und vielleicht eine weinende madonna-figur reichen da völlig aus.theomen ist nicht wirklich furchteinflössend und kommt mit den üblichen zwei, drei erschreckern aus. nicht gerade zum einschlafen, aber auch nicht herzinfarktgefährlich.

volver

vor lauter wm habe ich gar keine zeit mehr, ins kino zu gehen… hier ein kurzreview von einem film, den ich noch vor der grossen ballhysterie gesehen habe.

pedro almodóvar ist für nicht ganz einfache filme bekannt. sie laufen in luzern im stattkino, limelight oder atelier oder bestenfalls in einem der beiden bourbaki kinos. in der regel kann man dort aber sowieso die besseren filme sehen. volver schlägt aber etwas aus der art, es handelt sich um eine etwas schwarz angehauchte komödie.

raimunda wohnt mit ihrer tochter paula und ihrem mann zusammen. als ihr mann nach einer messerattacke von paula stirbt, weil diese sich gegen seine lüsternen hände gewehrt hatte, wird der körper bequem in der kühltruhe eines resaurants eingelagert. dann taucht auf einmal der geist der mutter von raimunda und ihrer schwester auf. die sehr abergläubischen landbewohner spaniens nehmen solche geister verstorbener scheinbar als alltäglich an. raimunda, die mit dem halblegalen führen eines restaurants ihr geld verdient, wird erst spät mit dem geist der längst tot geglaubten mutter konfrontiert.

in diesem, für almodóvar-verhältnisse einfachen und leichten, film steht für einmal die frau im mittelpunkt. weil penelope cruz die hauptdarstellerin ist, kommt auch das auge nicht zu kurz. und es scheint auch, als sei der regisseur hoffnungslos den reizen seiner akteurinnen verfallen. die geschichte ist einvierteltraurig, einviertelschräg und halblustig. sie spielt einerseits mit der sehr wichtigen rolle der frau in spanien, andererseits mit der naiven einstellung der landbevölkerung ihren ahnen gegenüber. ansehen!

upcoming movies

ab und zu stöbere ich in den movie trailers auf der apple-homepage und schaue mir an, was ich bald auf der grossen leinwand sehen möchte.

vor allem der björk-filmdrawingrestraint hat mich fasziniert. auf der page steht zum inhalt:

The core idea of Drawing Restraint 9 is the relationship between self-imposed resistance and creativity, a theme it symbolically tracks through the construction and transformation of a vast sculpture of liquid Vaseline, called The Field», which is molded, poured, bisected and reformed on the deck of the ship over the course of the film.

da scheint wieder mal was ganz schräges auf uns zuzukommen. obwohl: für die schweiz fand ich bisher noch kein startdatum für diesen film. trailer

aber der mensch lebt ja nicht von der kultur alleine. und so freue ich mich auch wieder einmal auf einen richtig guten actionfilm.16blocks könnte so einer sein. bruce willis und mos def in den hauptrollen? das muss ein knaller sein. trailer

als automensch freue ich mich natürlich auch auf die fortsetzung der /fast-and-furious/ reihe. wenn es vom zweiten zum dritten teil eine ähnliche steigerung gibt, wie vom ersten zum zweiten, dann können wir uns echt auf was gefasst machen. bei the fast and the furious – tokyo drift geht es aber nicht mehr um die illegalen strassenrennen in den usa. dieses mal fliegen die reisschüsseln durch einheimische gefilde und dies meist quer. yeah, baby! (start: 13-7-2006) trailer

und für alle, die wie ich sehnlichst auf den start voncars warten: in der schweiz läuft er erst am 14-9-2006 an. trailer

tsotsi

tsotsi kann auf den ersten blick nicht viel. in den townships von johannesburg ist er als schläger bekannt, was ihm auch den gleichlautenden nickname eingebracht hat. vor lauter torheit klaut er ein auto und schiesst die besitzerin an. dumm nur, dass es bald vom hintersitz her quäkt und schmatzt. ein superschnusiges baby sitzt fröhlich da. tsotsi flippt aus, bewahrt aber doch soviel ruhe, um das kind mit zu sich zu nehmen.

im film geht es einerseits um das wachsende verständnis für das leben überhaupt. und andererseits wird auch sehr deutlich gezeigt, vor welch gigantischen problemen man in südafrika noch immer steht. so wird tsotsi allmählich geläutert, er findet gar eine «ersatzmutter», die den kleinen stillt. trotzdem hat er noch einen ganzen korb voller probleme, vor allem im zusammenhang mit seiner alten gang. er will noch einen letzten coup landen, auch um das baby ernähren zu können.

eine rührende story, die zum nachdenken anregt. trotz der vielleicht etwas naiv wirkenden änderung in tsotsis verhalten, erhebt wohl niemand den verdacht, die geschichte sei deswegen weniger wertvoll. im gegenteil, das leben in den südafrikanischen slums wird überaus plastisch und realistisch vermittelt. alleine dafür müssen wir dem regisseur gavin hood danken. presley chweneyagae, der tsotsi verkörpert überzeugt auf der ganzen linie. anschauen!