nach einer serie von niederlagen fand der fcl einen ausweg aus der krise, zumindest temporär und mit gütiger beihilfe von schiedsrichter circhetta. das uffta nach dem spiel erfreute natürlich trotzdem.
fc luzern – fc st.gallen 2:3
doch noch ein paar worte zum spiel…
wie immer in den letzten begegnungen beginnt der fcl schlecht. nur der gegner spielt und auf den goalie wartet schon früh viel arbeit. david zibung machte seinen job gut, kratzte mehrere bälle noch von der linie, wurde dann aber in der 29. minute von st.gallens frei übel erwischt. die luzerner reaktion blieb vollends aus. der einzige torschuss in der ersten hälfte ging von chiumiento aus – und zwar vom penaltypunkt. das foul von koubsky war ungeschickt und wurde zurecht bestraft. die nummer 8 glich gekonnt aus.
die zweite hälfte begann wieder schlecht: schon nach 3 minuten lag der ball wieder im netz. wieder nichts zu sehen von einer luzerner reaktion. es waren im gegenteil die espen, die wenig später sogar auf 1:3 erhöhen konnten. dies war aufgrund der spielanteile absolut verdient. erst in der schlussviertelstunde erwachten die leuchten, bei denen nur zverotic, lustenberger und chiumiento über 90 minuten durch ihren einsatz überzeugen konnten. vor allem der linke aussenverteidiger zeigte den beim rest der mannschaft vermissten siegeswillen. da passte es auch ins bild, dass der ablenker eines schusses von ihm bei paiva landete, der seinerseits den abschluss suchte. der eingewechselte portugiese traf zum 2:3. hätten die blauweissen den ganzen match über so gekämpft wie gegen ende der partie, die niederlage wäre locker abzuwenden gewesen. so befindet man sich weiterhin im freien fall.
für das spiel gegen xamax ist zu hoffen, dass vor allem das mittelfeld wieder ruhe und ordnung ins spiel bringen kann.
daten
Luzern – St. Gallen 2:3 (1:1).
Gersag, Emmenbrücke. – 7052 Zuschauer. – SR Kever. – Tore: 29. Frei 0:1. 33. Chiumiento (Foulpenalty) 1:1. 48. Frei 1:2. 56. Abegglen 1:3. 76. Paiva 2:3.
Luzern: Zibung; Zverotic, Seoane, Veskovac, Lustenberger; Renggli, Wiss; Ianu, Chiumiento, Ferreira (63. Sorgic); Siegrist (63. Paiva).
St. Gallen: Vailati; Lang, Koubsky, Schenkel, Fernando; Imhof; Nushi, Frei, Zé Vitor (66. Winter); Merenda (74. Frick), Abegglen (87. Ciccone).
Bemerkungen: Luzern ohne Kukeli, Yakin (beide gesperrt) und Frimpong (verletzt). St. Gallen ohne Costanzo (gesperrt), Muntwiler, Knöpfel, Pa Modou (alle verletzt) und Haas (rekonvaleszent). Verwarnungen: 33. Frei (Reklamieren), 35. Zé Vitor (Schwalbe), 38. Chiumiento (Reklamieren), 59. Seoane (Unsportlichkeit), 82. Frick (Foul), 90. Lang (Foul).
david zibung hat eine pause nötig
vor allem in der ersten hälfte fischte zibung gestern einige bälle, die durchaus schwierig zu halten waren. doch wenn man den eigenen fans den finger zeigt, gilt das alles nichts mehr. dann ist auf einmal auch die leistung als torhüter nebensache. sie wird sogar aufgrund der gesten gegenüber der fans schlechter bewertet. ich kann mir durchaus vorstellen, dass man zibung ziemlich üble dinge zuschreit. und ich kann auch verstehen, dass man die ohren nicht immer auf durchzug schalten kann. trotzdem ist es offensichtlich, dass die luzerner nummer 1 eine pause braucht. wahrscheinlich wird diese sowieso vom verband her befohlen.
ich bin gespannt, was swen könig aus dieser chance macht. dave zibung wünsche ich ein paar ruhige tage, wenn möglich ohne medienkontakt, damit er wieder zu seinem leitungsvermögen zurückfindet. ausserdem sollte er sich eine ziemlich gute entschuldigung ausdenken, um zumindest zu versuchen, seine vorbildrolle wieder einzunehmen.
von den zuschauern würde ich mir wünschen, dass sie die eigene mannschaft unterstützen und nicht beschimpfen. gerade in einer phase in der sich niederlage an niederlage reiht, dürfte der effekt der unterstützung durch das publikum ein nicht zu unterschätzender faktor sein.
fc sion – fc luzern 5:2
nach den zuletzt mässigen leistungen wollten die luzerner auswärts in sion eine reaktion zeigen. ihr pech war, dass sie da einem team gegenüber standen, das buchstäblich um den eigenen lohn kämpfte. dazu kam, dass man sich besonders in der defensive äusserst ungeschickt anstellte. das 1:0 nach nur 4 minuten hätte gut auch ein eigentor von yakin sein können, denn der 10er lenkte einen sion-kopfball an den pfosten. der abpraller landete dann bei mpenza, der die einladung dankend annahm. nach einer tollen hereingabe von zverotic lenkte in der mitte cristian ianu den ball per kopf an goalie vanins vorbei. ausgleich. nur zehn minuten später traf dominguez sehenswert zur erneuten walliser führung. der fcl war bemüht, den rückstand schnell wieder auszugleichen, doch mit vielen fehlpässen verhinderte man zählbares. erst als kukeli in der 41. minute mit einem wunderpass hakan yakin freispielte konnte dieser mit einem gekonnten aussenristschuss den ausgleich erzielen. noch vor der pause brachte chihab die seinen wiederum in führung.

bestimmt hatten sich die luzerner für die zweite halbzeit viel vorgenommen. doch nach nur 22 sekunden zappelte der ball das vierte mal im luzerner netz. zibung liess einen mpenzas mädchenschuss passieren – fatal für die zweite halbzeit der gäste. doch es sollte noch schlimmer kommen. schiedsrichter studer meinte, beim sturz yakins habe es sich um eine absichtliche «schwalbe» gehandelt, die nach reglement mit gelb bestraft wird. weil es die zweite für den wm-aspiranten war, flog er vom platz. im tv sieht man allerdings, dass sion-goalie vanins yakin tatsächlich am fuss berührte. obwohl die innerschweizer von ihrem grossen anhang weiterhin kräftig unterstützt wurden und sich auch nicht über zu wenig ballbesitz beklagen konnten, gelang nicht einmal mehr der anschlusstreffer. nein, es war mpenza, der mit dem 5:2 die hohe niederlage für den fcl besiegelte.
daten
Sitten – Luzern 5:2 (3:2). – Tourbillon. – 7800 Zuschauer. – Schiedsrichter: Studer. – Tore: 5. Mpenza 1:0. 11. Ianu 1:1. 22. Dominguez 2:1. 41. Yakin 2:2. 44. Chihab 3:2. 46. Mpenza 4:2. 78. Mpenza 5:2. –
Sitten: Vanins; Sauthier, Vanczak, Chihab (69. Imhoff), Paito; Obradovic, Fermino; Marin (81. Dos Santos), Zambrella (70. Yoda), Dominguez; Mpenza. –
Luzern: Zibung; Zverotic, Seoane, Veskovac, Lustenberger; Kukeli, Renggli; Ferreira (65. Frimpong), Yakin, Chiumiento (77. Wiss); Ianu (70. Sigrist) [sic!]. –
Bemerkungen: Sitten ohne Bühler, Serey Die, Rochat (alle gesperr), Adailton, Mitreski (beide verletzt) und Alioui (krank). Luzern ohne Imbach (verletzt). 64. Gelb-Rot Yakin (Schwalbe). Verwarnungen: 31. Zverotic (Unsportlichkeit), 37. Chihab (Foul), 43. Yakin (Foul), 56. Seoane (Reklamieren), 66. Kukeli (Foul), 83. Mpenza (Schwalbe).
[quelle: nzz online]
davide chiumiento verlässt den fc luzern
und jährlich grüsst das murmeltier. nach milan gajic (2009 zum fcz) lässt auch davide chiumiento den vertrag mit dem fc luzern auslaufen. beim fcl muss man sich den vorwurf gefallen lassen, nicht früh genug erkannt zu haben, dass eine vertragsverlängerung mit dem supertechniker ein absolutes muss ist. nun da der appenzeller in topform ist und sogar bei der nati seine chancen hat, verlässt er die blauweissen. wenn man bedenkt, dass nach der wm hakan yakin möglicherweise nicht mehr topmotiviert sein wird, sieht es für die nächste saison im kreativen bereich sehr bitter aus.

den luzerner fans wird chiumiento nicht nur wegen seines phänomenalen auftritts im barrage rückspiel gegen den fc lugano in bester erinnerung bleiben. die nummer 8 hat sich vom schönwetterfussballer zur absoluten teamstütze gesteigert. er verrichtet (auch) defensivarbeit, spielt geniale pässe und ist sogar ab und zu für ein tor gut. er kann dribbeln wie ich es noch nie von einem fussballer im fcl-dress gesehen habe. und ich hoffe natürlich, dass er in den verbleibenden spielen mit dem fc luzern noch einige grosse auftritte zeigen wird.
fc luzern – fc basel 0:1
der vollständigkeit halber noch ein paar worte zur niederlage des fcl gegen den tabellenzweiten fc basel. in der ersten hälfte taten sich beide teams nach einem kurzen startfurioso sehr schwer. zeitweise wähnte man die ac bellinzona und den fc aarau auf dem platz. doch es waren zwei mannschaften von der tabellenspitze, die hier fehlpass an fehlpass reihten. auch die filigrantechniker yakin und chiumiento bildeten da leider keine ausnahmen. in einer der ganz wenigen offensivaktionen des fc basel traf benjamin huggel per kopf zur 0:1 führung.

nach der pause war der fcl sichtlich bemüht. doch das reichte nicht; auch weil basel-goalie costanzo einen blendenden tag einzog. der fcb beschränkte sich aufs kontern, was zu zwei grossen chancen führte, die aber ungenutzt blieben. am ende des spiels musste man sich auf luzerner seite den vorwurf gefallen lassen, besonders die erste hälfte klar unter den eigenen möglichkeiten gespielt zu haben.
fc zürich – fc luzern 1:0
in der noch jungen geschichte des neuen letzigrundstadions hat der fcl schon mehrere spezielle spiele auf dem geheizten rasen erlebt. darunter war zum beispiel das erste geisterspiel des fcz und auch ein spiel, das wegen eines sturms frühzeitig unterbrochen wurde. und dieses mal stand das erstestützenspiel an. unter jedem beleuchtungsmasten wurde aus sicherheitsgründen eine stütze angebracht.
doch die zuschauer musste es vor allem in der ersten hälfte nicht unbedingt stören, dass sie aufgrund der massiven stützen etwas weniger vom spielgeschehen sehen konnten. die beiden teams boten magerkost. der fcz hatte die besseren chancen, konnte den gastklub aber nicht wirklich dominieren. erst kurz vor der pause ging der fcz in führung, allerdings war djurics tor ein foul an zibung vorausgegangen.

klar, dass der fcl in der zweiten hälfte mehr tun musste. die zürcher hatten in der folge noch genau zwei chancen, allerdings zwei gute. zuvor wurde jedoch noch ein tor von ianu aberkannt, weil dieser im abseits gestanden haben soll. die innerschweizer steigerten ihr offensives engagement, waren aber nur selten zwingend. immerhin spielte sich das geschehen nun praktisch nur noch in er hälfte zürichs ab. als auch nach vier nachspielminuten kein tor für die luzerner fallen wollte, war die unverdiente niederlage tatsache. nun gilt es, sich gut zu erholen und moral zu tanken, um den fc basel am nächsten wochenende zu besiegen.
daten
FC Zürich – Luzern 1:0 (1:0). Letzigrund. – 7700 Zuschauer. – Schiedsrichter: Circhetta. – Tor: 42. Djuric 1:0. –
Zürich: Leoni; Philippe Koch, Stahel, Rochat, Magnin; Barmettler, Gajic (86. Aegerter); Tico, Margairaz (87. Mehmedi), Djuric (77. Vonlanthen); Alphonse. –
Luzern: Zibung; Zverotic, Seoane, Veskovac, Lustenberger; Renggli (74. Wiss), Kukeli; Ferreira (64. Paiva), Yakin (84. Sorgic), Chiumiento; Ianu. –
Bemerkungen: Zürich ohne Chikhaoui und Hassli (beide verletzt). Luzern ohne Frimpong und Siegrist (beide verletzt). 49. Tor von Renggli wegen Abseits nicht anerkannt. Verwarnungen: 23. Barmettler (Foul). 42. Zibung (Reklamieren). 43. Kukeli. 48. Rochat. 52. Alphonse (alle Foul). 60. Ferreira (Unsportlichkeit). 75. Wiss (Foul).
fc aarau – fc luzern 1:2
gewisse zeitungen wollten vor dem spiel in aarau spannungen zwischen chiumiento und yakin herbeireden. als grund dafür wurde das nati-aufgebot für die nummer 8 bei gleichzeitiger nicht-berücksichtigung der nummer 10 angegeben. auf dem platz war davon nichts zu sehen. im gegenteil: chiumiento und yakin kombinierten was das zeug hielt. den platzherren blieb nur die zuschauerrolle. immer wieder tauchten die luzerner vor benito auf, während die tabellenletzten kaum je aus der eigenen hälfte fanden. es war nur logisch, dass yakin bei einem eckball in der 20. minute zum 0:1 einnicken konnte. nur acht minuten später war es wieder der linksfuss, der abzog, dieses mal aber erfolglos. der ball landete bei burim kukeli, der geistesgegenwärtig zu chiumiento spielte. dieser drehte sich und erwischte benito in der rechten unteren torecke. obwohl einige chancen für das dritte tor da waren, blieb es bis zur halbzeit beim 0:2.

aus der pause kam ein veränderter, etwas arroganter fcl. das gab aarau die möglichkeit, die niederlage vielleicht doch noch abzuwenden. als seoane in der 51. ein schwerwiegender fehler unterlief, reagierte stojkov am schnellsten. er stürmte auf zibung zu und liess ihm keine chance. hoffnung keimte auf im brügglifeld. nun fingen sich die luzerner wieder etwas und aarau konnte nicht mehr zulegen. auch als goalie benito in der nachspielzeit nach vorne eilte, wollte der ausgleich nicht fallen.
daten
Brügglifeld. – 6300 Zuschauer. – SR Bertolini. – Tore: 20. Yakin 0:1. 28. Chiumiento 0:2. 51. Stojkov 1:2.
Aarau: Ivan Benito; Lampi, Aquaro, Stoll, Loris Benito (46. Marazzi); Lang, Baykal (74. Sinanovic), Bastida, M’Futi (87. Mustafi); Stojkov, Bengondo.
Luzern: Zibung; Zverotic, Seoane, Veskovac (84. Schwegler), Lustenberger; Renggli, Kukeli, Ferreira (82. Wiss), Yakin; Chiumiento, Ianu (89. Siegrist).
Bemerkungen: Aarau ohne Ionita, Lehtinen (beide verletzt), Burki und Elmer (beide gesperrt). Luzern ohne Frimpong und Paiva (beide verletzt). Verwarnungen: 12. Loris Benito (Foul). 32. Ferreira (Foul). 56. Kukeli (Foul). 90. Sinanovic (Foul).
uffta in aarau!
trotz zittriger schlussminuten hat’s dem fcl auch in aarau zum sieg gelangt.
uffta in aarau?
ja, der fc aarau ist letzter. der derby-gegner aus der zentralschweiz grüsst derweil vom dritten tabellenplatz. doch wer das brügglifeld kennt weiss, der platz hat fast schon eigene fussballgesetze. stolpert der fcl möglicherweise über seinen hochmut? oder spielt gar die nicht-nomination von hakan yakin in die nationalmannschaft eine rolle? wir werden sehen. ich jedenfalls hoffe auf ein uffta und damit auf drei punkte.
