i am legend

endlich ist das mittel gegen krebs gefunden. nur schade, dass es … sagen wir relativ ernste nebenwirkungen hat. es verwandelt die menschen in lichtscheue monster, die über eine bescheidene intelligenz verfügen. als man merkt, dass es sich beim vermeintlichen allheilmittel um ein virus handelt, wird die insel manhattan abgeschottet. robert neville (will smith) bleibt zurück bei den infizierten, weil er glaubt, ein gegenmittel finden zu können. jahre später lebt er als einziger überlebender mensch in der innenstadt zusammen mit einer schäferhündin. um seine impfstoffe zu testen, muss er immer wieder monster fangen gehen. in der nacht verschanzt er sich in einem haus, das gleichzeitig als forschungslabor dient.


will smith

spannend ist der film, sehr sogar. und dass, obwohl will smith eigentlich der einzige darsteller ist. und obwohl man das auch schon gesehen hat: nyc total menschleer, die strassen mit gras überwachsen, sehr eindrücklich. autofans dürfte schon die erste sequenz das eintrittsgeld wert sein: neville jagd aus seinem roten ford mustang shelby gt (2007) wildtiere. auch sonst bietetiamlegend vor allem den action- und horror-freaks gute unterhaltung. wer allerdings eine kritische hinterfragung aktueller tendenzen in der medizin erwartet hat, wird auf jeden fall enttäuscht. ebenso, wer ein stimmiges ende erhofft hat. so bleibt der film schlussendlich als ein zwar beängstigendes aber doch relativ belangloses stück hollywoodkino in erinnerung.

the golden compass

lyra (dakota blue richards) wächst in einem college in oxford auf. stets bei ihr ist ein kleines tierchen, welches die form stetig ändert. jeder mensch hat so ein tier, das daemon genannt wird und so etwas wie die seele des zugehörigen menschen verköprert. lyras onkel lord asriel (daniel craig) will beweisen, dass es neben der ihren auch noch andere welten parallel dazu gibt. sein vorhaben wird vom sogenannten magisterium sehr kritisch beäugt. durch eine verkettung von umständen landet das kleine mädchen am nordpol, ausgerüstet mit dem athletiometer, einem compassähnlichen gerät zur wahrheitsfindung. mit hilfe eines panzerbären (ein sprechender eisbär) will lyra herausfinden, was das magisterium in der eisigen kälte treibt…

es fällt offensichtlich recht schwer, die geschichte vonthegoldencompass zusammenzufassen, da schon im ersten teil der trilogie sehr viel passiert und man viele charaktere erst einmal kennenlernen muss. das ist aber typisch für fantasyfilme und hindert den film nicht daran, unterhaltsam zu sein. zu kompliziert wird die story nie, ist somit durchaus auch für kinder nachvollziehbar. die special effects sind überzeugend. leider kriegen neben daniel craig auch eva green als hexe und nicole kidman als ms. coulter zu wenig screentime.

wer etwas unter die oberfläche schaut, entdeckt bekanntes aus /1984,/ denlordoftherings filmen aber auch märchen. so lassen sich dann natürlich diverse dinge hinein interpretieren. oder man unterhälts sich einfach gut.

cassandra’s dream

zwei brüder (ewan mcgregor, colin farell) geraten in finanzielle schwierigkeiten. der eine, weil er einen haufen verspielt. der andere, weil er vorgaukelt, viel zu haben. da kommt es gerade recht, dass ihr reicher onkel howard für einen besuch vorbei kommt. doch statt sie mit finanziellem zustupf zu beglücken, verlangt der alte mann schier unglaubliches. die beiden sollen einen weggefährten von der bildfläche verschwinden lassen. die beiden stellen sich in der umsetzung äusserst ungeschickt an. immer wieder besprechen sie ihren plan, um dann doch wieder von den realen gegebenheiten überrascht zu werden. doch nach vollbrachtem mord beginnen die probleme erst richtig…

woody allen hat ganz tolle filme gemacht. cassandra’s dream ist leider kein solcher. die geschichte ist bei aller schrägheit irgendwie vorhersehbar. dies vor allem, weil man die story von match point in ähnlicher art schon kennt. es drängt sich der verdacht auf, dass allen langsam aber sicher die ideen ausgehen. den nächsten film werde ich mir aber trotzdem wieder ansehen, es spielt nämlich in barcelona.

eastern promises

nikolai (viggo mortensen) profitiert davon, dass der sohn seines bosses semyon (armin müller-stahl) sich daneben benimmt. ausserdem scheint er schwul zu sein, was in einer russischen mafiafamilie nun wirklich nicht geht. sie alle kommen ins schwitzen, als die hebamme anna (naomi watts) nachforschungen anstellt. eine prostituierte stirbt bei der geburt ihrer tochter, weil keine verwandten in der nähe sind, versucht anna informationen aus dem tagebuch der verstorbenen zu verwerten. die spuren führen zu kirill und dessen vater semyon.

david cronenberg scheint ein grosser fan von viggo mortensen zu sein. zurecht: der mann, der gerade edgar-allen poe spielt und bei uns spätestens seit lord of the rings bekannt ist, gibt auch den eiskalten russischen killer mit einer überzeugung, die ihres gleichen sucht. ineasternpromises fehlte mir persönlich aber eine gewisse spannung, die den film zu einem echten mafiathriller hätte machen können. so ist er zwar eine fein erzählte geschichte mit einigen interessanten wendungen, die aber mit ein paar gar brutalen szenen auf mafiafilm zu machen versucht.

eine geschichte aus triengen

ich kenne einen der drei initianten des filmprojekts persönlich. darum habe ich mir vielleicht noch etwas länger überlegt, wie ich den film denn kommentieren sollte. ich bin zum schluss gekommen, dass es wohl am meisten sinn macht, wenn ich das werk der jungfilmer behandle, wie jeden anderen film auch. dass die medien, wie die nlz, die surseer woche, aber auch 20min und co sich darauf beschränkten, geschichtchen über die filmer selbst, nicht aber über den film zu schreiben, bestärkt mich in meinem vorhaben.

der titel passt, die ganze geschichte spielt sich in meinem ehemaligen nachbardorf triengen ab. michael, gabriel und tobias sind unzertrennliche freunde. dass es in zwei der drei familien ernsthafte probleme gibt (alkohol, gewalt) schweisst sie noch mehr zusammen. als auf offener strasse zwei kollegen von ihnen von einer gang aus kosovo-albanern verprügelt wird (typischerweise im tiefergelegten bmw unterwegs), beginnt sich eine gewaltspirale zu drehen. vor dem forum (trienger mzh) werden die drei jungs von einer gruppe neonazis bedroht. schliesslich gehen lehrstellen verloren, immer mehr leute geraten tiefer in die illegalität, selbstjustiz wird gelebt und blut fliesst nicht zu knapp…


tobi, gabriel und michael

drei jahre waren die jungs mit dem film intensivst beschäftigt und das spürt man. tatsächlich haben sich die darsteller (allesammt laien aus dem umfeld der filmer) während des drehens enorm gesteigert und man kann durchaus sagen, dass dieses ensemble eine reife leistung ablegt. schnitt, music und mit abstrichen die kameraführung sind auf einem sehr hohen niveau, was eine konzentration auf die geschichte zulässt. dort kommt jedoch das grosse problem. ein film kann in meinen augen höchstens so gut sein wie das drehbuch. und das ist in diesem fall leider unterdurchschnittlich. der film erklärt nichts, er zeigt nur eine mögliche realität. die motive der drei freunde bleiben ebenso unklar, wie jene der kosovo-albaner oder neonazis. es ist die ausweglosigkeit der situation, die scheinbar zum massiven einsatz von gewalt zwecks selbstjustiz führt. woher beispielsweise das misstrauen gegenüber dem staat und der polizei kommt bleibt ebenfallsunklar. es bleibt der fahle nachgeschmack, dass hier vor allem gewalt der gewalt willen gezeigt wird.

mystic cinema

gone baby gone

ok, ist schon eine ganze weile her, seit ich den film gesehen habe.

zwei detektive sollen das mysteriöse verschwinden eine mädchens aufkären. die zugedröhnte mutter scheint die sache nicht wirklich im griff zu haben, ihr cleaner bruder und dessen frau heuern die detectives an, weil sie sich scheinbar mehr sorgen um das mädchen machen. die hartnäckigkeit zeichnet patrick kenzie (casey affleck) ebenso aus wie die kontakte zu halbseidenen freunden. die polizei bleibt in dem fall weitgehend erfolglos, als kenzie plötzlich die möglichkeit erhält, sich auf einen tausch einzulassen. der kriminelle, der amanda festhält, will ehemaliges beutegeld zurück. nach der übergabe könnte der film zuende sein, doch er beginnt jetzt erst richtig…

regisseur ist ben affleck. ja ben affleck! und er macht seine sache gut. eigentlich so gut, dass man all seine teils mässigen auftritte in mässigen hollywoodfilmen auf einen schlag vergisst. der mann hat talent. tonnenweise talent.

natürlich hat er es auch geschafft, ein illustres schauspielerensemble um sich zu scharen. dass sein bruder ein begnadeter schauspieler ist, wissen wir seit the assassination of jesse james by the coward robert ford. und über morgan freeman und ed harris müssen wir sowieso nicht diskutieren, oder?

aber zurück zum film. der ist in erster linie mal ziemlich spannend. die story packt einen und überrascht mit der fortsetzung nach dem tauschhandel. abseits vom krimiplot stellt der film immer wieder moralische fragen und versucht diese ohne moralisierend zu wirken zu beantworten. ganz am ende bleibt man dann allerdings doch im kinositz und fragt sich, ob der gesetzestreue detektiv nicht doch falsch gehandelt hat. gerade deshalb, weil er alles immer richtig machen will.

auf jeden fall einer der besten filme des jahres!

rendition

tja, manchmal ist man einfach zur falschen zeit am falschen ort. so wie anwar el-ibrahimi (omar metwally). als der ägypter mit amerikanischer ehefrau von einem kongress in südafrika in die vereinigten staaten zurückkommt, wird er sofort abgeführt und ausser landes gebracht.rendition wird diese praxis genannt, mit der man potentiell verdächtigte menschen ausserhalb des rechtsstaates durch foltern zu aussagen zwingen will. anwars frau isabella (reese witherspoon) merkt schnell, dass da irgenwas faul ist. sie fährt nach washington d.c., wo sie durch einen mitarbeiter eines senators erfährt, dass wohl die cia hinter dem plötzlichen verschwinden ihres mannes steckt. die antiterror-chefin corinne withman (meryl streep) hat möglicherweise das verschleppen angeordnet. als isabella sie damit konfrontiert, weiss diese natürlich von nichts.

die parallel dazu laufende geschichte eines mädchens und ihres freundes spielt sich in exakt jenem land ab, wo anwar «befragt» wird. der vater von fatima wird ziel eines attentates, bei welchem im endeffekt auch ein cia-mitarbeiter stirbt. der cia-ökonome douglas (jake gyllenhal) übernimmt dessen rolle widerwillig. er weiss genau, bei welcher art befragung er wohl mithelfen werden muss…

schaut man sich in den onlineforen herum, wird da gerne kritisiert, dassrendition keine handfesten argumente liefert, dass am ende keine message klar identifiziert werden kann. ich sehe genau das als stärke des films. ich brauche keinen imaginären zeigefinger, der mir sagt, was genau denn so schlimm ist. im gegenteil: mir gefällt die weitgehend deskriptive art der darbietung sehr gut. das land, in welchem anwar gefoltert wird, ist offensichtlich arabisch. es könnte aber genauso gut in europa sein. schliesslicht nimmt man stark an, dass es auch hier solche cia-gefängnisse gibt. zurück zum film: meryl streep alleine wäre schon das eintrittsgeld wert. doch auch jake gyllenhal brilliert, indem er den unsteten cia-agenten douglas eine schwer einzuschätzende persönlichkeit verleiht. zum ersten mal richtig gut war reese witherspoon, auch wenn ihre rolle nicht so viel hergab.

trailer

american gangster

die story ist bekannt, wenn man alt genug ist. ich bin es offenbar nicht. 🙂 die geschichte spielt zwischen 1968 und mitte der 70er jahre.

frank lucas (denzel washington) ist der fahrer des grössten gangsterbosses im schwarzen teil der stadt: bumpy. als bumpy stirbt, übernimmt frank seinen part. anders als die meisten gangster dunkler hautfarbe exponiert er sich nicht mehr als nötig. als erster im drogenbusiness will er den zwischenhandel ausschalten und einen grossen teil der einsparung an die konsumenten weitergeben. selbstverständlich macht er sich damit nicht viele freunde.

die zweite grosse geschichte, dieamericangangster erzählt, ist die eines cops. nämliche die von richie roberts (russel crowe). als einer der ganz wenigen seiner zunft ist er nicht korrupt. als er eine million dollar vollständig auf das revier bringt, macht er sich endgültig unbeliebt bei all seinen polizei kollegen. natürlich ist er der ideale mann, um frank lucas auf die spur zu kommen. dazu wird ihm ein team von unbestechlichen beamten zur seite gestellt.

/american/gangster ist sicher kein schlechter film. aber in meinen augen ist er eben auch kein überragender film. die geschichte wird wunderbar langsam erzählt, was auch der grund für die überlänge von 157 minuten ist. das arrangement ist perfekt, die 70er jahre atmosphäre hätte man damals wohl kaum besser filmen können. aber: denzel washington nehme ich den eiskalten gangster einfach nicht ab. dann hatte ich teilweise das gefühl, dass die geschichte absichtlich etwas in die länge gezogen wurde, quantität der quanität willen sozusagen.

trotzdem würde ich sagen, dass es sich lohnt, den film im kino zu sehen.

the bothersome man

[originaltitel: den brysomme mannen]

/bothersome/man beginnt mit dem suizid des hauptakteurs andreas (trond fausa aurvaag). für den fortgang der geschichte gibt es verschiedene interpretationen. ich kann natürlich nur für mich sprechen und ich denke, was im film danach kommt, ist das leben nach dem tod. ein bus bringt andreas zu einer tankstelle inmitten einer wüste. von dort wird er per panhard 24ct zu seinem neuen wohnort gebracht. es wird im mitgeteilt, wo er morgen seine neue arbeit beginnen werde.

als er dort ankommt, findet er einen eigenen arbeitsplatz als buchhalter bereits vorbereitet vor. erst abends in der bar bemerkt er, dass alkhol weder geschmack hat noch irgendwelche wirkung zeigt. das leben nach dem tod kennt eben keinen geschmack. nicht mal der sex mit seiner einrichtungssüchtigen freundin schmeckt nach irgendwas. bald fällt ihm auf, wie nett alle miteinander sind. selbst der chef ist überaus einfühlsam, fragt nach seinem befinden und lädt ihn sogar zum essen ein. weiter gibt es keine kinder, nirgends. als auch versuche, sich selbst zu verstümmeln, kläglich scheitern, ist andreas endgültig bestrebt, seine situation zu verändern.

andere interpretationen: er ist in der hölle. er ist im himmel. er ist in der zukunft.

/the/bothersomeman ist ganz bestimmt kein einfacher film. aber auf jeden fall einer, den man nicht so schnell vergisst. denn er ist anders. sehr anders. nicht nur die recht absurd wirkende geschichte, auch die farben, die gebäude, die möbel, die autos… alles ist bis ins detail geplant. die triste atmosphäre bei gleichtzeitiger überfreundlicher art der mitmenschen ergibt eine unausstehliche kombination. man ist als zuseher gespannt, was wohl als nächstes eigenartiges passiert.

auf jeden fall ist der film mehr kunst als unterhaltung. darum würde ich ihn nur leuten empfehlen, die vielleicht auch mal einen fernsehabend lange nur arte schauen… 🙂