into the wild

based on a true story. das klingt doch immer gut. dieser satz macht auch die geschichte von christopher mccandless noch faszinierender. den college-abschluss im sack, zieht er aus, das wirkliche leben zu erleben. einmal den colorado mit dem kajak befahren, einmal in der wüste leben, und dann schliesslich: einen winter in alaska überstehen. dazu passt er auch seinen namen seinem vorhaben an: alexander supertramp.

sean penn hat den roman von jon krakauer für die leinwand adaptiert. dass man aus dem kapitalismus und all seinen errungenschaften ausbrechen will, ist nachvollziehbar. dass man es dann wirklich so durchzieht wie mccandless beeindruckt schon. ebenso beeindruckend: die landschaftliche schönheit amerikas. die konsequenz des aussteigers christopher mccandless (emile hirsch) ist zeitweise fast beängstigend. ansehen und staunen.

vantage point

der präsident der usa (william hurt) hält in salamanca eine rede über die bekämpfung des weltweiten terrorismus. just diesen augenblick hat sich eine toporganisierte gruppe von terroristen ausgesucht, ein attentat auf den vielleicht mächtigsten mann der welt zu verüben. diese geschichte wird invantagepoint fünf mal erzählt, und jedes mal erfährt der zuschauer ein bisschen mehr über die hintergründe. es stellt sich heraus, dass die terroristen dem sicherheitspersonal stets einen schritt voraus sind. dem erstmals wieder aktiven bodyguard thomas barnes (dennis quaid) gibt das besonders zu denken.

natürlich kann man dem film vorwerfen, dass er mit seinen wiederholungen der immer gleichen szene eine gewisse redundanz mit sich bringt. doch genau das hat auch seinen reiz, weil man sich selbst dabei ertappt, gewisse dinge jedes mal anders wahrzunehmen. die story ist für einen actionfilm erstaunlich einfallsreich. der anschlag ist so minuziös geplant, dass beim zuschauer ein gewisser respekt vor den terroristen aufzukommen droht. das wird natürlich dadurch gelöst, dass man sieht wie dutzende menschen getötet werden. ausserdem gibt es einige coole sprüche auf beiden seiten zu vernehmen.

The beauty of American arrogance is that they cannot imagine a world in which they are not a step ahead.

die leicht verstörend gefilmte verfolgungsjagd gehört zu den besseren der letzten jahre. gutes popcornkino, ansonsten leider zu unkritisch.

john rambo

john rambo lebt zurückgezogen in thailand. als eine gruppe von helfern ihn bittet, sie den fluss hoch ins kriegsgebiet burma zu fahren, lehnt er ab. schliesslich nimmt er den job doch an und fährt die etwas naiven ausländer mitten in eine katastrophe. sie werden von der armee gefanngen genommen, folter, vergewaltigung und tod stehen ihnen unmittelbar bevor. rambo, der nichtsahnend mit seinem boot zurückfuhr, wird von einem priester in seiner hütte aufgesucht. er teilt dem bootsmann mit, dass die helfer nicht von ihrer mission zurückgekehrt seien. sieben söldner habe er angeheuert, um die leute zur retten und rambo solle diese nun an den gleichen ausgangspunkt hinauf nach burma fahren…

236 tote könne man sehen. nun, das glaube ich gerne. es ist unglaublich, welche brutalität dieser film an den tag legt. und als zuschauer beschleicht einen stets das gefühl, dass diese dinge eben nicht sooo weit von der realität entfernt sein könnten. wer also probleme mit durch die luft wirbelnden gliedmassen hat, sollte sich vielleicht eher etwas friedlichere kost reinziehen. als actionfilm überzeugtjohnrambo absolut. dass die geschichte wohl nicht ganz aus der luft gegriffen ist, schmälert stallones leistung natürlich in keinster weise. im gegenteil. es braucht eine gewisse frechheit, die burmesische armee so darzustellen.

dass im kinosaal immer wieder gelacht wird, wenn köpfe abgetrennt, unterschenkel durchschossen oder schlicht literweise blut fliesst, spricht gegen einen besuch. und es spricht auch gegen das primäre zielpublikum. wenn man aber den kopf eingeschaltet lässt, ist dieser film sehr bedrückend, erschreckend, eindrücklich und durchaus das eintrittsgeld wert.

lkms meinung

charlie wilson’s war

die geschichte ist so unglaublich wie wahr: ein texanischer kongressabgeordneter organisiert die us-waffenlieferungen der usa an afghanistan quasi im alleingang. charlie wilson (tom hanks) wird dabei finanziell von joanne herring (julia roberts) unterstützt. durch eine fernsehsendung realisiert er erst, wie die russen das land zunehmend für sich behaupten können. da im kalten krieg jegliche art von direkter konfrontation zu einer eskalation führen kann, können die usa nicht selbst eingreifen, sondern müssen die aufständischen mittels waffenlieferungen unterstützen.

im gegensatz zu anderen filmen ähnlicher art (z.b. lions for lambs ) hat man hier das gefühl, dass nicht alles vollends ernst genommen wird. zu lustig sind manche dialoge. und speziell philip seymour hofmann brilliert als kauziger und wortgewandter cia-agent auf eine art, wie man sie eigentlich eher aus komödien kennt. das ist dann eigentlich auch der vorwurf, den man dem film machen muss: er ist in erster linie der unterhaltung verpflichtet. das macht er allerdings erstaunlich gut und nebenbei erzählt er noch eine wahre story. trotzdem wäre ein etwas kritischerer blick auf die geschehnisse der 80er jahre nicht verkehrt gewesen.

asterix bei den olympischen spielen

[originaltitel: astérix aux jeux olympiques]

romantix hat sich hoffnungslos in irina verliebt. dumm nur, dass deren vater sie bereits brutus, dem sohn cäsars versprochen hat. die olympischen spiele scheinen passend dafür, irinas gatten zu finden. der gallier wird selbstverständlich nicht nur von asterix und obelix, sondern auch von miraculix und dessen zaubertrank unterstützt. leider fliegt das gedopte team auf und ein sieg scheint schier unmöglich…


natürlich darf man den film nicht 1:1 mit dem comic vergleichen. die geschichte ist auch nicht dieselbe. natürlich reicht ein spielfilm nie an die witzigkeit von uderzo und goscinny heran. dafür hat man einige bissige sprüche eingebaut. der folterknecht heisst zum beispiel guantanamus oder das dopingmittel nennt sich epo (nur kann ich mich nicht mehr genau an die erklärung erinnern…). ausserdem tauchen neben dem wagenrennfahrer schumacher auch noch zidane und mauresmo im film auf. über allen steht allerdings alain delon, der einen sensationellen cäsar abgibt. sein auftritt alleine ist das eintrittsgeld wert.

sehr schade: in luzern läuft der film nur in deutscher synchronversion

the bucket list

zwei alte männer sind todkrank und liegen im selben spitalzimmer. und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. der eine ist der besitzer des krankenhauses, der andere nur ein armer mechaniker. doch gerade carter chamber (morgan freeman) erinnert sich an die bucket list, die er einst im philosophie unterricht verfassen musste. die liste enhält dinge, die man vor seinem ableben noch erlebt, gesehen oder getan haben möchte. der kauzige edward cole (jack nicholson) geht darauf ein und will den rest seiner tage zusammen mit carter die liste abarbeiten.


das kitschpotential ist bei einer solchen story natürlich riesig. doch die meisten möglichkeiten dieses auszunutzen lässt der film vorbeiziehen, was ihm irgendwie eine gewisse authenzität verleit. alles in allem aber ein film, der unterhält ohne wirklich unter die haut zu gehen. das hätte ein nicht-hollywood-ensemble wohl besser hingekriegt. jack nicholson macht das, was er am besten kann. einen griesgrämigen alten mann spielen eben. morgan freeman hat mir vor allem deshalb gefallen, weil seine figur es als wichtig betrachtet, vor dem tod noch einmal shelby gt 350 gefahren zu sein. verständlich, finde ich.

national treasure: book of secrets

ben gates (nicholas cage) steht auf einmal in schiefem licht, als eine seite des sagenumwobenen buch des präsidenten auftaucht. diese seite soll beweisen, dass sein ururgrossvater hinter der ermodrung von abraham lincoln stecken soll. er hingegen ist überzeugt davon, das sein ahne nur einen schatz von unschätzbarem wert schützen wollte. doch um das zu beweisen, muss gates den schatz finden. und dazu braucht er wiederum das buch, das von niemandem anders als vom us-präsidenten versteckt wurde…

wie schon im ersten teil werden wohl die meisten leute aufgrund der tollen besetzung ins kino gehen. dort werden sie nicht wirklich enttäuscht. popcornkino at its best, würde ich sagen. da ein bisschen indiana jones, hier ein kecker spruch und schon ist man bestens unterhalten. ausserdem spielt ed harris einen tollen bösewicht.

r.i.p. heath ledger

gestern abend sahen wir das als breaking news auf bbc. zuerst wollte ich was posten, dann verzichtete ich doch darauf. wenn jetzt aber lkm für heath ledger eine celebrity-blogpost ausnahme macht, schliesse ich mich da an. zum ersten mal sah ich heath ledger 2001 in a knight’s tale und war begeistert. von der lockerheit des films, aber auch von seinem können. später zeigte er bei brothers grimm erneut sein talent für komische rollen. mit brokeback mountain glänzte er in einem sehr emotionalen film und wurde endgültig zum star und auch zum oscarnominee.

momentan schaut alles nach einem unfall aus aber es könnte wohl auch selbstmord gewesen sein. egal. es ist einfach sehr, sehr traurig.

r.i.p. heath ledger

the kite runner

amir und hassan sind beste freunde, obwohl sie nicht zur gleichen ethnie gehören. während amir aus einer liberalen paschtunenfamilie stammt ist hassan der sohn des haushälters von amirs vater baba und gehört den hazara an. kabul ist vor dem einmarsch der kommunisten fest in der hand der paschtunen, was der kleine hassan zu spüren bekommt. amir beobachtet, wie sein freund hassan von extremistischen jugendlichen paschtunen vergewaltigt wird. er ist nicht mutig genug, seinem in not geratenen freund zu hilfe zu eilen. die erinnerung an diese feigheit, aber auch eine gewisse eifersucht, weil er das gefühl hat, sein eigener vater möge hassan lieber, bewegt ihn zu einer hinterlisten und fiesen tat. er versteckt seine uhr in hassans bett und behauptet, dieser hätte sie ihm gestohlen. obwohl baba hassan vergibt, hat dessen vater den entscheid gefällt, die familie zu verlassen. erst als viele jahre später baba stirbt, gibt es auf einmal eine gelegenheit, etwas gutzumachen…

marc forster hat ein meisterwerk geschaffen. das buch von khaled hosseini wurde lauter kritikern brilliant in bewegte bilder umgesetzt. immer wiederkehrend ist das motiv des diebstahls. amirs vater erklärt dann auch, dass aus seiner sicht alle sogenannten sünden nur variationen von diebstahl seien. diese herzzerreissende geschichte erzählt aber auch von vergebung und toleranz. konzepte, die man wohl nicht spontan mit afghanistan und den usa verbinden würde. abgesehen vom inhalt istthekiterunner auch sehr schön gefilmt, mit passender music unterlegt und mit echter leidenschaft gespielt.

unbedingt anschauen!