nur noch synchronisierte filme? die antwort von kitag

wie ich hier bereits etwas ausgeführt habe, nervt mich der trend zu synchronfassungen im kino gewaltig. meine etwas unsanfte anfrage wurde von kitag freundlich beantwortet.

In letzter Zeit ist die Nachfrage nach Filmen in synchronisierter Fassung rasant angestiegen. Aus diesem Grund werden im Vergleich zu früher, etwas mehr deutsche Versionen eingesetzt. Die Originalfassungen werden jedoch wie bis anhin weitergespielt. Die Nachfragen sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Luzern werden die deutschen Fassungen deutlich besser besucht.

Wir sind bestrebt, die Programmation so zu gestalten, dass wir alle Kundenwünsche abdecken können. Es kann jedoch vorkommen, dass eine Sprachversion überwiegen kann. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, wie z.B. Verfügbarkeit der Filmkopien oder Zielgruppe eines Filmes.

Wir hoffen, Ihnen unsere Situation etwas näher gebracht zu haben und würden uns freuen, Sie weiterhin zu unseren geschätzten Kinogängern zählen zu dürfen.

naja. so richtig zufrieden bin ich mit dieser antwort natürlich nicht. erwartungsgemäss ist kitag ein profitmaximierendes unternehmen und daher ist es natürlich logisch, dass sie ihr angebot der nachfrage anpasst. dass aber die filmkopien mit untertitel und originalsprache schlechter verfügbar seien, halte ich für ein märchen. wenn ich richtig informiert bin, dauert es auch einiges weniger lang, die filme mit untertiteln auszustatten, als sie mit synchronsprache zu vertonen. billiger sollte es irgendwie auch sein. und zum letzten satz muss ich sagen: nein. wenn dieser synchronisationstrend anhält, wird man mich bestimmt nicht mehr so oft im kino antreffen.

speed racer – kitag sucks

speed racer ist der neue film der wachowski-brüder, die uns matrix brachten. natürlich wollten wir uns dieses schmankerl gleich am premieretag ‹reinziehen. umso erstaunter war ich dann, als mich jackbrown kurz bevor er die tickets kaufen wollte anrief. «der film läuft auf deutsch» meinte er etwas geknickt. häh? tatsächlich: in luzern läuftspeedracer im capitol 6 und im maxx 6. in beiden kinos in synchronisierter version. also verzichteten wir auf den kinobesuch und gönnten uns stattdessen ein paar openairdrinks. anmerken müsste man noch, dass in den sechs capitol-kinosäälen zur primetime normalerweise die orignalsprache zu hören und deutsch/französisch zu lesen ist. in zürich dagegen kann man ihn im abaton 1 – ebenfalls ein kitag-kino – in originalfassung mit untertiteln sehen. warum also in luzern nur auf deutsch? wenn ich film in synchronisierter fassung sehen möchte, kann ich das zeugs auch am tv gucken. hält die kitag ganz luzern für analphabeten oder was soll der quatsch?

wenn das zur gewohnheit wird, habe ich bald gar keinen grund mehr ins kino zu gehen. auf dvd hat man dann ja die wahl, welchen ton man hören will…

wer sich – wie ich – bei kitag über diesen zustand beschweren will, kann hier via kontaktformular seinem ärger luft machen, eine e-mailadresse haben die nicht auf der homepage. wohl aus gutem grund.

iron man

ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich den letzten film mit robert downey jr. gesehen hätte. egal, er ist der iron man. dieser hat sich der gerechtigkeit verschrieben, weil er im richtigen leben als tony stark mit der gleichnamigen waffenfirma genug unheil angerichtet hat. der plötzliche sinneswandel kommt beim board of directors nicht wirklich gut an und so kommt es, wie es eben kommen muss.

mit transformers war vor nicht ganz einem jahr ein ähnlicher film im kino, der sich nicht ganz ernst nahm. genau diese portion humor hat man auchironman verabreicht – mindestens. neben den komödiantischen ausflügen gibt es die erwarteten spektakulären special effects und eine gehörige portion eye candy in form von rumstehenden autos à la ac cobra, saleen ls7, tesla roadster, audi r8 und hotrod. ausserdem macht sich gwyneth paltrow als assistentin pepper potts bestens. jeff bridges als halbseidenes vorstandsmitglied ist ebenfalls sehr gut besetzt. ich würde sagen: popcornkino at its best.

sicko

in gewohnter michael-moore-manier werden ein paar einzelfälle en detail beschrieben, um das vorurteil vom miserablen us-amerikanischen krankenkassensystem zu bestätigen.

natürlich ist der film alles andere denn neutral. trotzdem eignet er sich wohl, die probleme im us-amerikanischen gesundheitssystem aufzuzeigen. manchmal ist wettbewerb eben nicht das richtige mittel, um die qualität des angebots zu verbessern. trotz teilweise arg vereinfachten aussagen auf jeden fall sehenswert.

street kings

detective ludlow (keanu reeves) ist für die unangenehmen jobs beim lapd verantwortlich. wenn nichts mehr hilft, schickt man ihn und er benutzt alle ihm zur verfügung stehenden mittel, um den fall zu lösen. nicht selten fliesst mehr blut als üblich, was im nachhinein von seinem captain (forest whitaker) immer irgendwie entschuldigt wird. offensichtlich hat ihn nun sein ehemaliger partner washington beim internen dienst verpfiffen. der ermittler biggs (hugh laurie) ist ein unangenehmer geselle. als washington vor ludlows augen bei einem überfall erschossen wird, fällt der verdacht natürlich auf ihn. während er in die beschwerdeabteilung versetzt wird, will er den fall washington unbedingt und auf eigene faust lösen.

das tolle an diesem film ist, dass der zuschauer sehr lange nicht weiss, wer nun der good und wer der bad cop ist. das verwirrspiel wird mit der zeit immer komplexer. in kleinen happen werden tatsachen verabreicht und neue unklarheiten gestreut. das macht den film sehr spannend. keanu reeves überzeugt in der rolle des brutalen cops, während hugh laurie so etwas wie die polizeiversion seines berühmten doktors spielt. forest whitaker ist einmal mehr top.

be kind rewind

vhs ist tot, die dvd hat obsiegt. doch mr fletcher (danny glover) will das nicht recht einsehen und betreibt weiterhin einen mehr schlecht denn recht laufenden vhs-verleih. als ein freund seines angestellten mike durch einen zwischenfall im elektrizitätswerk magnetisiert wird, werden sämtliche bänder in der videothek gelöscht. zu mikes glück ist mr fletcher zu dieser zeit nicht da. so nehmen er und sein kumpel jerry (jack black) den nachgefragten film einfach selbst auf. was als eigentliche notlösung gedacht war, entwickelt sich innert kürzester zeit zum kultprodukt: mit einer enormen alten kamera und selbstgebastelten requisiten werden die abstrusesten filme nachgestellt.

so liebenswürdig die fake-filme, so warmherzig kommt der film als ganzes daher. jack black spielt (einmal mehr) einen durchgeknallten typen. er und mos def sind für einige lacher gut. dass der film am schluss ins kitschige abdriftet war zwar zu erwarten, enttäuscht aber doch ein bisschen. trotzdem macht es spass, die verschiedenen filme zu erraten und auch der soundtrack ist bestens gewählt.

michael clayton

michael clayton (george clooney) hat den auftrag arthur edens (tom wilkinson) wieder auf die richtige bahn zu bringen. bei arthur handelt es sich um einen staranwalt, der einen chemiekonzern vertreten soll. als er begreift, dass der umstrittene dünger tatsächlich massivst schädlich für den menschen ist, dreht er scheinbar durch. er droht zum sicherheitsrisiko für die grosse kanzlei zu werden. und natürlich ist auch der mandant alles andere als glücklich mit dem wirren arthur. noch schwierger wird die lage, als er in intensiven kontakt mit den klägern tritt. als arthur plötzlich selbstmord begeht, scheint das problem gelöst…

ein sehr spezieller film, diesermichael /clayton./ manche mögen die langsamkeit als langweile wahrnehmen. ich finde: hier wurden die figuren zu beginn behutsam eingeführt, um die geschichte für den zuschauer besser erlebbar zu machen. tatsächlich ist der zweite teil hochspannend, au wenn das ende etwas überstürzt daher kommt. das thema hat nicht zuletzt auch eine politische relevanz, deren tragweite sich mit zunehmender dauer des filmes mehr und mehr erschliesst.

als leiterin der rechtsabteilung des chemiekonzerns ist tilda swinton sehr überzeugend. clooney als ausputzer clayton sowieso.

no country for old men

welch ein traum: inmitten einer wüste einen geldkoffer finden… für llewelyn moss (josh brolin) wird dieser traum schnell zum alptraum. wissend, dass es sich um drogengeld handelt, will er sich möglichst schnell aus dem staub machen. doch nicht nur mexikanische drogenkuriere sind hinter ihm her. mit anton chigurh (javier bardem) ist ihm eine absolute killermaschine auf den fersen, die keine tabus kennt und sich für einen vollstrecker des schicksals hält. einzig der lokale sheriff ed tom bell (tommy lee jones) möchte dem vietnamveteranen moss zur hilfe eilen. dieser verwischt seine spur zwar ziemlich geschickt, wird aber trotzdem immer wieder gefunden…

die coen-brüder haben einen durch seine langsamkeit überaus verstörenden film geschaffen. vieles erinnert an einen western. zum einen ist da das setting in der wüste von texas, zum anderen sind da die kameraeinstellungen und schnitte. ab und zu gönnen uns die brüder sogar eine prise humor um sofort wieder in tiefschwarze gefilde abzutauchen. eine unglaubliche spannung zieht sich durch den film und wird durch fies eingestreute geräusche weiter geschürt.

das kinoplakat lügt nicht: an instant classic!