lions for lambs

es ist ziemlich schwer,lionsforlambs in ein bestimmtes filmgenre einzuordnen. grundsätzlich gibt es drei voneinander getrennte schauplätze. in afghanistan sieht man eine elite-truppe, die als teil einer neuen strategie einen strategisch wichtigen berg einnehmen soll. in washington empfängt ein aufstrebender neocon-senator (tom cruise) eine ältere journalistin (meryl streep), die ihre ideale noch nicht ganz aufgegeben hat. an einer amerikanischen uni will ein politologie-professor (robert redford) einen talentierten studenten auf den rechten weg bringen. alle drei szenerien sind lose miteinander verbunden: in der elitetruppe kämpfen ehemalige studenten des professors und die neue strategie ist dem kopf des senators entsprungen.

man braucht nur einen kurzen blick auf die darsteller zu werfen und es ist klar: dieser film kann gar nicht schlecht sein. tom cruise glänzt in seiner paraderolle als arrogantes arschloch. meryl streep zeigt auf geniale weise den gewissenskonflikt, mit dem wohl so mancher medienschaffender zu kämpfen hat: sollen ideale für mehr absatz geopfert werden? robert redford in seiner doppelrolle als regisseur und uni-prof nutzt den film als platform für seine politische haltung. michael peña glänzt einmal mehr in einer nebenrolle: voller inbrunst vertritt er sein heimatland, einfach nur, weil er teil der geschichte sein möchte. ohne überzeichnet zu wirken zeigt der film vor allem eines: die aussichtslose lage der usa im irak und in afghanistan. gewinnen werden sie dort niemals. für diese message verzeiht man redford sogar, dass er ab und zu etwas auf die tränenmasche setzt, schliesslich ist die situation für die soldaten und deren angehörige auch traurig genug.

absolut sehenswert.

unsere erde

originaltitel:earth

in sehr schönen bildern wird unser planet und vor allem die ihn bewohnenden tiere vorgestellt. beginnend bei einer kleinen eisbärenfamilie am nordpol, über die paradiesvögel in den tropen und die elefanten in der wüste, bis zu den buckelwalen am südpol. in der schweizer version erzählt mona vetsch die geschichten der verschiedenen tiere.

natürlich kann man unsere erde als just another tierfilm betrachten. er ist aber ganz bestimmt viel mehr als das. zum einen ist er schon mal so lange, wie ein «echter» kinofilm, nämlich 1h 40min. und: ich habe noch nie solch geniale tieraufnahmen gesehen. schwimmende elefanten, wasserscheue affen, thermik nutzende kraniche und nicht zuletzt ein buckelwalbaby, das pro tag 600 liter milch trinkt. weiter gibt es unzählige beeindruckende zeitrafferaufnahmen, welche die veränderungen, die unsere jahreszeiten bewirken perfekt darlegen. mit superslowmotioncameras gefilmte szenen zeigen tier von einer neuen seite. wer an die aus dem baum schlüpfenden mandarin-enten denkt, weiss was ich meine. an 200 drehorten wurde mit neuster technologie gefilmt – danach über 5 jahre produziert. der film ist wohl die perfekte ergänzung zu an incovenient truth, weil er bestens zeigt, wie viele lebewesen tatsächlich in gefahr sind und wie diese heute leben. im gegensatz zu al gores film ist dieser hier wohl weniger aufdringlich, was einigen menschen besser gefallen dürfte. das wir uns ändern müssen, ist aber auch nach dem genuss vonunsereerde klar.

einziger echter kritikpunkt: die schweizerdeutsche erzählung von mona vetsch müsste nicht sein. obwohl ich sie als moderatorin sehr schätze, hätte ich hier lieber einen deutschen kommentar gehabt. nicht zuletzt deshalb, weil nicht alle schweizerdeutsch verstehen.

sollte man sich ansehen, am besten mit kindern.

official site
loveearth.com

trade

jorge (cesar ramos), ein jugendlicher in den gassen mexico-citys, verdient sich sein geld in der «tourismus-branche», wie er sagt. tatsächlich überfällt er mit anderen jungen naive touristen. als seine schwester opfer eines kinderhändlers wird, zögert er keine sekunde. wohl auch weil er sich mitschuldig an ihrer entführung fühlt, riskiert er alles, um das mädchen zurückzuholen. in juarez nahe der us-amerikanischen grenze trifft er auf seiner suche auf den polizisten ray sheridan (kevin kline). was dieser im schilde führt, ist nicht ganz klar. sicher ist nur, er ist jorges einzige chance, den schleppern auch in die usa zu folgen.

der film von regisseur marco kreuzpaintner ist von einer geradezu erschreckenden realitätsnähe geprägt. es wird klar, dass sich diese vorgänge tatsächlich abspielen. nur mit dem unterschied, dass sich normalerweise kein bruder dem enormen risiko aussetzt und versucht, seine schwester zurückzuholen. der deutsche bewies bei der umsetzung trotzdem genügend gespür, dass es gar keine allzu krassen szenen brauchte, um das elend der situation passend zu beschreiben. dass kevin kline ein brillianter schauspieler ist, der sich immer wieder neu erfindet und in jeder rolle glaubwürdig erscheint, ist nichts neues. aber auch die leistung des jungen cesar ramos ist nicht zu verachten. alles in allem ein absolutes must see.

the assassination of jesse james by the coward robert ford

ja, ein bisschen ist das wie titanic, man weiss halt von anfang an, dass sie untergehen wird. oder eben, dass jesse james (brad pitt) am ende gekillt wird. der film beginnt schon am ende seiner «laufbahn» und zeigt einen aufgewühlten mann, der von misstrauen zerfressen wird. trotzdem nimmt er robert ford (casey affleck) in die james-gang auf. dieser ist ein extremer fan von jesse. als sich mit frank der letzte bruder von jesse aus der gang abseilt, bleibt ford beim seinem grossen vorbild. später im film plant jesse einen letzten grossen coup, zusammen mit zwei fords, einer von ihnen eben robert. die situation ist vor allem für die beiden gehilfen unterträglich, weil sie vermuten, dass jesse sie in einen hinterhalt locken wird, um sie umzubringen…

wunderschön ist der film. optisch wohl nahe an der perfektion. die langsamkeit wird zelebriert. die bilder sind wie gemalt. unschärfe wird immer wieder als stilmittel genutzt. oft kommt auch die perspektive durch das glas einer türe zum einsatz. casey affleck und brad pitt sind absolut auf der höhe ihres könnens. affleck ist schon durch seine stimme (spricht der immer so?) dermassen unsympathisch, dass man ihm schon bald den filmischen tod wünscht. dass sich die ganze geschichte so in die länge zieht, empfand ich eher als einschläfernd denn spannungsfördernd. überhaupt die spannung, praktisch inexistent durch das wissen, dass ford james umbringen wird. immerhin schafft es die musik ab und zu, doch noch für einen kleinen überraschungseffekt zu sorgen.

death at a funeral

death at a funeral ist eine klassische klamauk-komödie, wie ich sie von deutschen 70er-jahre-filmen kenne. der anlass ist hier eine beerdigung, die im landhaus des verstorbenen stattfinden soll. es geht so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann. typischerweise für das filmgenre fällt beispielsweise die leiche aus dem aufgebahrten sag, haha, wie lustig. immerhin ist die zweite hälfte etwas komischer. als auf einmal ein neuer erbe auftaucht, überschlagen sich die geschehenisse. ein beerdigungsgast, der aufgrund eines missverständnisses psychedelische drogen geschluckt hat, will sich vom dach stürzen. und am schluss ist natürlich trotzdem alles irgendwie gut.

frank oz› film soll eine typisch britische, schwarze komödie sein. naja. so richtig lachen konnte ich nur sehr selten. die meisten gags sind dermassen vorhersehbar und einfach unlustig, dass ich mich schon in einer deutschen billigproduktion wähnte.

auf der anderen seite

[türkischer titel:yasamin kiyisinda]
[englischer titel: the edge of heaven]

aufgrund der tollen kritiken gingen wir mit sehr hohen, kaum erfüllbaren erwartungen ins kino.

fatih akin lässt sich inaufderanderenseite sehr viel zeit, eine oder eigentlich sechs geschichten zu erzählen. alle spielen in deutschland. und alle spielen in der türkei. ein weiteres verbindendes element ist der tod, der für alle beteiligten in irgend einer weise wichtig wird. von daher finde ich eigentlich den englischen titel recht viel passender.

der professor in germanistik, nejat aksu (baki davrak) wohnt noch immer bei seinem vater. dieser hat ihn alleine erzogen und findet in der türkin yeter endlich eine frau, mit der er seinen lebensabend verbringen will. dass die frau zuvor als prostituierte gearbeitet hat, stört ihn wenig. im gegenteil: er bezahlt sie, damit sie bei ihm bleibt. als yeter plötzlich stirbt, fährt nejat zur beerdigung in die türkei. ausserdem möchte er yeters tochter ayten finden. auf einmal hält ihn nichts mehr in deutschland und er kauft in istanbul einen deutschen buchladen. das ist nur eine der sechs geschichten, die aber alle irgendwie miteinander verwoben sind…

nein, ganz so gut wie erwartet, habe ich den film nicht erlebt. aber: fatih akin ist es auf jeden fall gelungen, ein weiteres bindeglied zwischen deutschland und der türkei aufzuzeigen. den deutschtürkischen film nämlich, der im optimalfall sogar in beiden ländern spielt. gekonnt umgeht er gängige klischees und stellt die menschen in den vordergrund. das ist gleichermassen erfrischend und angenehm. durch die erzählweise ergeben sich gewisse längen, die man aber nicht als langeweile wahrnimmt. es braucht halt seine zeit, um auf der anderen seite anzukommen…

stellungswechsel

fünf ziemlich deprimierte und vom leben enttäuschte männer tun sich zusammen, um etwas an ihrer situation zu ändern. schnell ist die idee geboren, durch einen escort-service für frauen reich zu werden. schliesslich seien so locker 1000 euro pro nacht zu verdienen. bis sie sich wirklich durchringen können, den service zu starten vergeht einige zeit. und scheinbar noch länger dauert es, bis endlich jemand anruft und einen teil der «deutschen feinkost zum anfassen» verlangt. natürlich ereignen sich allerhand missverständnisse und auch die liebe kommt nicht zu kurz…

obwohl die jokes nahezu alle allgemeinplätze abgrasen, die einem bei so einem thema einfallen, iststellungswechsel ein zum brüllen komischer film. warum? die schauspieler sind perfekt gecastet, groben peinlichkeiten wird ausgewichen und nicht zuletzt sind die charaktere einfach allerliebst. wer lust hat, einfach mal wieder zu lachen, für den bietet der film von maggie peren beste unterhaltung.

ratatouille

die teaser und trailer geisterten ja schon monatelang in den schweizer kinos herum, nun kann man den rattenfilm endlich sehen. die gestrige vorpremiere sahen wir uns mit hohen erwartungen an.

die feinschmeckerratte remy (rémy wäre wohl korrekter) verliert durch einen dummen zufall seine ganze rattenfamilie. dass er dann aber ausgerechnet in paris, der heimat des schlemmens wieder aus der kanalisation auftaucht, stimmt ihn schon viel versöhnlicher. im restaurant seines lieblingskochs gusteau möchte er so gerne mithelfen und seine neuesten kreationen verwirklichen. doch es gibt ein grosses hindernis: die menschen. nur der mülljunge linguini zeigt herz, als er remy nicht tötet, wie es ihm eigentlich aufgetragen worden war. stattdessen assistiert die kleine ratte dem untalentierten koch, was diesen zum lieblingskind der restaurantkritiker werden lässt…

ratatouille ist leider nicht so lustig, wie man es aufgrund der trailer hätte annehmen können. doch: der film ist auf sympathische weise süss. er ist ausserdem auch für kinder geniessbar, da keine gewaltszenen vorkommen und die dialoge simpel gehalten sind. die animierten tierchen sind natürlich sehr gelungen, aber das sind wir uns ja mittlerweile gewohnt. da auch die geschichte trotz vorhersehbarkeit interessant bleibt, würde ich sagen: ratatouille ist ein spass für die ganze familie.

stardust

/stardust/ ist ein märchen. allerdings eher eins für erwachsene. der heranwachsende tristan thorne (charlie cox) tut es seinem vater gleich und überquert die mauer, die dem dorf wall seinen namen gibt. dass ihn dahinter neben einem gefallenen stern auch eine ganze fantastisches welt erwartet, weiss der heillos verliebte junge mann noch nicht. bald wird er gegen hexen kämpfen, einen stern persönlich kennenlernen und das tanzen von einem piraten lernen.

matthew vaugn, der schon bei layer cake regie führte und snatch oder auch lock, stock and two smoking barrels produzierte, hat sich in ein für ihn völlig neues genre vorgewagt. es ist wohl seiner erfrischend unvorsichtigen art zu verdanken, dass wir hier das lustigste märchen, das je verfilmt wurde erleben durften. knallharter wortwitz trifft einfältigen slapstickhumor. wenn dann noch michelle pfeiffer (sensationell) und robert de niro (allerliebst) mittun, dann kann’s ja nur gut gehen. ging es auch. claire danes als sternchen ist zwar süss, ihre rolle aber zu flach. dafür hält die geschichte mit den treffsicher angesetzten pointen mit und endet märchentypisch …

the bubble

orignaltitel: ha buah

würde shakespeare noch leben,thebubble könnte aus seiner feder stammen. zwei männer lieben sich. der eine hat gerade seinen dienst in der israelischen armee beendet. der andere wohnt auf der west bank. es versteht sich von selbst, dass die beziehung von ashraf und noam keine zukunft haben kann. noam, der in tel aviv mit seinem schwulen freund und einer freundin zusammenwohnt, begreift den ernst der situation nicht. er nimmt ashraf bei sich auf und lebt für kurze zeit den romantischen traum.


ashraf, lulu, yelli, noam

neben der bezaubernden liebesgeschichte übersieht man manchmal fast, dass der film sehr politisch ist. die ausweglosigkeit der situation wird spürbar. die stimmung ist auch in fröhlichen momenten immer am rande zur totalen traurigkeit. wohl deshalb, weil man weiss, dass sowas doch irgendwie nicht gut gehen kann. oder doch? auf jeden fall ist eytan fox auf wunderbar schnörkellose art ein meisterwerk gelungen. ohne eine permanent nach aufmerksamkeit schreiende handlung zu präsentieren, schafft es der film den zuseher zu fesseln. brilliant. schön. ein must see.