glory, glory man. united?

ja, das hatten sie sich fein gedacht, die jungs aus manchester. mit einem 3:2 vom hinspiel in der tasche, sollte es ein leichtes sein, die altherrentruppe der ac milan aus dem halbfinal der champions league zu werfen. doch die italiener spielten gross auf! ich bin wahrlich kein fan des italienischen fussballs, aber was die ac milan in der ersten hälfte abgeliefert hat, verdient nur ein prädikat: weltklasse!

die zwei spieler, die mir bei den mailändern ohnehin am besten gefallen, haben die beiden tore in der ersten hälfte erzielt: kaka› und clarence seedorf. und was machten rooney und konsorten? einen ganz jämmerlichen eindruck machten sie, jawohl. ein einziger schuss auf didas tor konnte in der ersten halbzeit notiert werden. ein trauerspiel. sinnbild für den untergang der united war wohl cristiano ronaldo. der arrogante supertechniker wurde von gennaro cattuso dermassen abgemeldet, dass er wohl nach dem spiel noch stunden lang hätte weinen können.

mit dem 2:0 im rücken lehnten sich die mailänder in der zweiten hälfte zwar ein bisschen zurück, um ihren triumph mussten sie aber trotzdem nie fürchten. zu schwach war fergusons kollektiv an diesem abend. und vor allem war die ac milan in ihrem eigenen stadion eine absolute macht. getragen von den lautstarken gesängen der fans traf auch noch der eingewechselte alberto gilardino in einem klassischen konter zum 3:0. manchester united hat nie auch nur den hauch einer chance, dieses spiel für sich entscheiden zu können. die engländer liessen nicht nur kreativität, sondern auch kampkraft vermissen. auf der anderen seite rannten sich die schwarzroten krämpfe in die beine.

somit stehen genau die beiden teams im final, die ich mir aus den halbfinals gewünscht habe: der fc liverpool und die ac milan.

daten

Milan – Manchester United 3:0 (2:0)

Giuseppe Meazza. – 67 500 Zuschauer (ausverkauft). – SR De Bleckere (Be). – Tore: 11. Kaka 1:0. 30. Seedorf 2:0. 78. Gilardino 3:0.

Milan: Dida; Oddo, Nesta, Kaladze, Jankulovski; Gattuso (84. Cafu), Pirlo, Ambrosini; Seedorf; Kaka (86. Favalli), Inzaghi (67. Gilardino).

Manchester United: Van der Sar; O’Shea (77. Saha), Brown, Vidic, Heinze; Fletcher, Scholes, Carrick; Ronaldo, Giggs; Rooney.

Bemerkungen: Milan ohne Maldini (verletzt) und Ronaldo (nicht spielberechtigt). Manchester United ohne Neville, Silvestre und Park (alle verletzt) sowie Evra (gesperrt). Verwarnungen 75. Ambrosini (Foul). 83. Gattuso (unsportliches Verhalten). 84. Ronaldo (Foul).

josé mourinho hat versagt


der super-arrogante chelsea-trainer hat versagt. josé mourinhos eindeutiges ziel für diese saison war : champions league sieger werden. der portugiese ist dafür bekannt, ein extrem schlechter verlierer zu sein. deswegen schüttet er jeden trainer, der über eine mannschaft verfügt, die der seinen ebenbürtig sein könnte, mit wilden hasstiraden zu. bewundernswet ist seine karriere aber trotz allem: mourinho war nie professionelle fussballspieler. über assistenzjobs (u.a. unter bobby robson beim fc barcelona!) arbeitete er sich hoch, bis er schliesslich mit fc port die champions league gewann.

soweit so gut. doch dann wechselte der portugiese zum öl-club chelea und legte sich mit allen konkurrenten an. auch vor dem rückspiel im champions league halbfinal spuckte er grosse worte:

«Liverpool sollte erschüttert sein, weil sie Dritter sind und so viele Punkte Rückstand haben.»

inzwischen kennt man seine wortgefechte aber und er kriegt öfters auch aggressive reaktionen als antwort:

Danach fing er sich jedoch gleich eine Retourkutsche von Liverpools Verteidiger Daniel Agger ein: «Was Jose Mourinho sagt, ignorieren wir. Manche lachen sogar darüber.»

genau dieser agger war es denn auch, der zum 1:0 gegen chelsea traf. damit war das hinspiel-resultat egalisiert, man begann sozusagen bei 0:0. allerdings mit der einschränkung, dass ein tor für chelsea wegen der auswärtstorregel ungleich schwerer gewogen hätte. doch dazu kam es nicht. bis zur 120. minute nicht. im elfmeterschiessen zeigte pepe reina die stärkeren nerven als chelsea-superhüter peter cech. er hielt 2 von 3 penalties und trug damit viel zum einzug des fc liverpool in den champions league final bei.

und weil schadenfreude bekanntlich die schönste freude ist, freue ich mich sehr über das ausscheiden von josé mourinho. das hat er wirklich verdient. trotz grosser reden («das ist das spiel wichtigste spiel der clubgeschichte…»), konnte er nicht reüssieren. immer wieder hat er in der vergangenheit trainerkollegen (v.a. frank rijkaard vom fc barcelona) schlecht gemacht. dieses jahr kriegt er wohl einiges zurück: denn nicht nur die champions league, auch die der gewinn der premier league scheint bereits in weite ferne gerückt. josé mourinho versagt auf der ganzen linie.

ein bisschen leid tun mir einzig die coolen chelsea-spieler wie drogba oder robben.

daten

Liverpool – Chelsea 1:0 (1:0, 1:0) n.V. – Liverpool 4:1-Sieger im Penaltyschiessen

Anfield Road. – 42 554 Zuschauer. – SR Mejuto (Sp). – Tor: 22. Agger 1:0. – Penaltyschiessen: Zenden 1:0, Robben 1:0 (Reina hält); Xabi Alonso 2:0, Lampard 2:1; Gerrard 3:1, Geremi 3:1 (Reina hält); Kuyt 4:1.

Liverpool: Reina; Finnan, Carragher, Agger, Riise; Pennant (78. Xabi Alonso), Gerrard, Mascherano (118. Fowler), Zenden; Kuyt, Crouch (106. Bellamy).

Chelsea: Cech; Ferreira, Essien, Terry, Ashley Cole; Obi Mikel, Makelele (118. Geremi), Lampard; Joe Cole (98. Robben), Kalou (107. Wright-Phillips); Drogba.

Bemerkungen: Liverpool ohne Kewell und Sissoko, Chelsea ohne Carvalho, Ballack und Schewtschenko (alle verletzt). – 59. Lattenkopfball Kuyt. – 100. Tor von Kuyt aberkannt (Offside) – Verwarnungen: 28. Ashley Cole (Foul), 62. Agger (Foul), 110. Zenden (Foul).

[quelle: tagi]

deltabase: keine rs-bilder mehr

döme ist seit ein paar wochen in der rs. mit der digicam hat er dort viele bilder geschossen und diese jeweils am weekend auf deltabase.ch geladen. nun ist ihm das vom kadi verboten worden. warum wohl? weil die bilder das bild der armee in der öffentlichkeit schädigen könnten? die bilder waren nicht speziell toll, dienten den jungs aber sicher als andenken an ihre ersten wochen im dienste der schweizer armee. einige zeigten lächelnde rekruten das gewehr stolz in den händen. trotzdem ist es seltsam, dass er die pix nicht mehr online schalten darf. hardman, hattest Du diesbezüglich noch nie probleme?

gumball 3000 – viele autos in deutschland gestoppt

jedes jahr das gleiche theater: ein paar superreiche rasen in den tollsten schlitten (lamborghini, ferrari, ford transit) durch europa. offiziell handelt es beim gumball 3000 sich nicht um ein rennen, sondern um eine rallye. der schnellste gewinnt also nicht automatisch. zuletzt setzte man auch mal nach marokko über, schlicht weil’s in westeuropa zu gefährlich ist und zuviel (unbestechliche) polizisten lauern. dieses jahr haben sie es in deutschland offensichtlich zu wild getrieben: fast 70 autos wurden angehalten. im online artikel der auto motor und sport heisst es: Die überwiegend aus dem Ausland angereisten Fahrer mussten eine Sicherheitsleistung von je 420 Euro hinterlegen. Ihnen droht wegen der Teilnahme an dem illegalen Rennen ein Bußgeldverfahren.

wer jetzt denkt, wow, da möchte ich mitmachen, dem sei eine zahl mitgeteilt: 28’000. achtundzwanzigtausend was? 28’000 britische pfund kostet die geschichte an startgeld, wenn man das erste mal mitfährt. das passende auto ist da natürlich noch nicht mit eingerechnet. wird also doch ganz schön teuer. und wenn man sich dann noch von der deutschen polizei erwischen lässt, wird’s bestimmt nicht günstiger. trotzdem: mit angemessenem gefährt aus sant› agatha wär› ich gerne mal dabei.

wie man diesem aufgemotzten jaguar xj220 ansieht, ist der gumball inzwischen zu einer werbeveranstaltung verkommen.

ams.de-artikel

fc schaffhausen – fc luzern 0:0

zum ersten mal in dieser rückrunde verpasste ich ein spiel des fc luzern. geschadet hat’s nicht. ein 0:0 gibt immerhin einen punkt und hilft dem fcl auf dem weg zum ligarerhalt.

wenn jetzt sommer wär›

vom sommerlichen wetter (trotz winzig kurzen regengüssen) doch etwas beeinflusst, ist die wahl meines aktuellen song of the moment: wenn jetzt sommer wär› von pohlmann. auch 36° von 2raumwohnung geistert ständig in meinen ohren herum. hm, jetzt muss ich nur noch irgendwo her das passende cabrio kriegen….

und hier noch eine liveversion des songs. leider in recht ärmlicher qualität…

Wenn jetzt Sommer wär,
wär ich hinter her
Mir nen Shirt anzuziehen und dann ab ans Meer
Und der Winter hier läge hinter mir
Ich hätt nen Eis auf der Zunge
und würd nicht mehr frieren

Und wenn bei dir jetzt gerade Sommer ist
Und du zu Hause sitzt und nicht raus gehst
Weil du mal wieder vorm TV klebst
Dann denke daran wenn der Tag dich verliert
Dass sich das Wetter ändern wird

Wenn jetzt Sommer wär…

Wenn jetzt Sommer wär
in meiner Heimatstadt
Dann würd ich raus auf’m Hof
und dann ab aufs Rad
In die Batze fahren
und vom Dreier springen
Und nachts auf der Strasse
Jack Johnson singen

Und wenn bei dir jetzt gerade Sommer ist
Und du zu Hause sitzt und nicht raus gehst
Weil du mal wieder vorm TV klebst
Dann denke daran wenn der Tag dich verliert
Dass sich das Wetter ändern wird

Wenn jetzt Sommer wär…

Und weil bei mir jetzt gerade Winter ist
Und ich den Sommer so vermiss
Send ich Grüsse aus dem Winter
An all die Sommerkinder

Wenn jetzt Sommer wär…

Dann würd ich ab ans Meer

medienrundschau zum cuphalbfinale fc zürich – fc luzern

im bericht des schweizer fernsehens sieht man mich sogar eine halbe sekunde oder so… 🙂
tele tell

der tagesanzeiger:

Bitteres Cup-out für den FC Zürich

In der Nachspielzeit muss der FC Zürich im Cup-Halbfinal gegen den FC Luzern das 2:3 hinnehmen.

Von Ueli Kägi, Zürich

56 Minuten waren im Hardturm gespielt, als das Spielchen um den Einzug in den Cupfinal wieder von vorne begann. Die Luzerner konnten zwar nicht wissen, wie sie sich diesen 1:1-Ausgleich verdient hatten. Aber darum brauchten sie sich nicht zu sorgen. Cantaluppi hatte einen Freistoss in den Strafraum geschlagen, der zu kurz abgewehrte Ball rollte Fabian Lustenberger vor die Füsse, und der noch nicht 19-jährige Mittelfeldspieler traf ins Netz, weil FCZ-Verteidiger Von Bergen den Ball ablenkte. Es war der erste wesentliche Torschuss der Luzerner an diesem Abend gewesen.

Das Pech des FCZ war, dass ihm unmittelbar vor dem Ausgleich ein reguläres Tor Raffaels zu Unrecht nicht anerkannt worden war (Offside). Das Pech des FCZ war auch, dass Inler zwei Minuten nach dem 1:1 mit seinem harten Linksschuss den Pfosten traf. Und das Unvermögen des FCZ war, dass Margairaz den Abpraller nach Inlers Schuss nicht ins leere Tor brachte.

Der Cupsieger von 2005 aber wusste jetzt wenigstens, wie er aufzutreten hatte. Endlich machte er Tempo und zwang Luzern in die Defensive. Verteidiger Schneider spielte den Steilpass auf Raffael, so dass sich FCL-Verteidiger Diethelm nur noch mit einem dümmlichen Foul zu helfen wusste. Cesar verwertete den Penalty zum 2:1 und der FCZ schien wieder auf dem Weg zum Sieg (72.) – fünf Minuten lang ganz genau. Er gab seinen Vorteil mit einem Fehler wieder auf. Tihinen liess Lustrinelli ziehen, und dem Luzerner Stürmer gelang in der 77. Minute und 180 Sekunden nach seiner Einwechslung mit der zweiten guten Luzerner Szene des Abends das 2:2.

Es entwickelte sich danach ein Cupfight, wie er besser nicht hätte sein können, und er entschädigte für einen Match, der lange Zeit enttäuschend verlaufen war. Mit einem lauten Zürcher und Luzerner Publikum, mit Angriffen hier und Kontern da. Doch nur der FCZ hatte Chancen – vorerst. Goalie Zibung lenkte Margairaz Versuch über die Latte, nachdem er von Eudis eigentlich schon ausgespielt worden war. Schneider würgte sich nur bis zum blockenden Diethelm durch. Abdis Schuss flog ein paar Zentimeter am Pfosten vorbei. Der FCZ war dem entscheidenden Schlag näher. Aber dann kam Paquito an den Ball und lief auf das Zürcher Tor zu. Aus rund 25 Metern wagte er den Schuss. Es war ein wunderbarer Abschluss, der genau in die linke obere Ecke passte.

Luzern im Final, und deshalb tanzten Mannschaft und Anhang wild. Der FCZ hingegen hat zum dritten Mal in vier Jahren einen Halbfinal verloren. Und er hat gestern den Einzug ins Traumfinale vom Pfingstmontag in Bern gegen den FCB Basel leichtfertig verspielt mit seinen ersten 45 Minuten vor allem, obwohl er in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit in Führung gegangen war. Aus dem Nichts heraus praktisch und nach einer Leistung, die den Ansprüchen des Meisters nicht genügen konnte. Nur das 1:0 war die Folge einer wunderbaren Kombination gewesen. Margairaz spielte Doppelpass mit Raffael und dann Doppelpass mit Eudis, bis er den Ball für Abdi abtropfen liess. Und der 20-jährige Mittelfeldspieler mit dem wuchtigen Schuss traf aus 20 Metern zum 1:0 in die hohe Torecke.

Davor hatte der FC Zürich das Spiel 45 Minuten lang verschleppt und in die Breite gezogen, den Ball quer gespielt und zurück, zurück und quer. Er hatte keine Tempowechsel und keine Einfälle, weil Margairaz und Inler im Zentrum keinen Einfluss nehmen konnten, Eudis schwach war und Raffael sein Potenzial nur andeutete. Die Luzerner, ein Sieg in den vergangenen acht Meisterschaftsspielen, waren defensiv ausgerichtet. Sie taten nichts für einen Fluss, sie warteten auf Konter und blieben bis zur Pause ohne nennenswerte Torchance. Es war ihr gutes Recht, mit einer solchen Strategie anzutreten, solange der FCZ den Ball mit einer derartigen Harmlosigkeit ausführte. Und sie korrigierten ihren Weg und wurden aktiver, nachdem sie erstmals in Rückstand geraten waren. Zusammen mit ihrem Glück genügte das für den Sieg.

die nzz:

Basel – Luzern als Final-Premiere

Der FC Zürich nach einem 2:3 im Cup-Halbfinal gegen Sforzas Team out

Am Pfingstmontag kommt es im Schweizer Cup zum Final zwischen Basel und Luzern. Während Basels Sieg in Wil (3:1) erwartet wurde, kommt das 3:2 des FCL beim Meister Zürich einer Sensation gleich. Das Siegestor schoss Paquito in der 92. Minute. Luzern ist damit die Revanche gelungen für die Final-Niederlage gegen den FCZ vor zwei Jahren.

(si) Zweimal lag das lange ultradefensive Ensemble von Trainer Sforza im Rückstand, zweimal kämpfte sich die junge FC Luzern zurück. Und als alle der knapp 10’000 Zuschauer mit einer Verlängerung des erst im zweiten Teil unterhaltsamen Duells rechneten, liess Paquito alle Supporter des Meisters verstummen: Der Brasilianer überwand Zürichs Keeper Johnny Leoni mit einem placierten Schuss aus grosser Entfernung. Zur Belohnung wartet am 28. Mai nun mit Basel das nächste Schwergewicht der Liga.

Wundersames «Comeback» des FCL

Als César mit einem unumstrittenen Foulpenalty in der 72. die zweite Führung für den FCZ erzwang, wähnte sich der Titelhalter zu früh in Sicherheit; zumal er das Geschehen bis dahin mehr oder minder klar beherrscht hatte. Der Eindruck täuschte. Fünf Minuten später nahm der eben erst eingetretene Mauro Lustrinelli Tihinens ungewollte Einladung zum Ausgleich an. Das wundersame «Comeback» des FCL hätte der FCZ zweifelsfrei vermeiden können. Einerseits fehlte ihm dazu das Glück – Inler traf nur den Pfosten (51.) und Margairaz nur die Latte (82.) – anderseits erreichten die Luzerner eine fast hundertprozentige Effizienz.

So sehr sich die Innerschweizer über den Coup und die gelungene Revanche für das 1:3 im Cup-Final 2005 freuten, so bitter enttäuscht schlichen die FCZ-Cracks vom Feld und aus dem ungeliebten Stadion. Die Luzern Cup-Helden liessen sich hingegen eine halbe Stunde nach dem 3:2 von den Fans bereits als «Cup-Sieger-Jungs» feiern.

Fehlerhafte Darbietung des Champions

Ein smarter Absatztrick und ein herrlicher Weitschuss im richtigen Moment genügte, den FCZ-Anhang für die ersten 45 Minuten ohne Überraschungen und prickelnde Szenen zu entschädigen. Xavier Margairaz, bis zu jener Szene vor der Pause nur einer von (zu) vielen ideenlosen Zürcher Mitläufern, präparierte den Ball und Almen Abdi schloss wunderbar ab. Aus rund 20 Metern düpierte er Luzerns Keeper Zibung.

Abdi wertete einen ersten Teil der Partie auf, in dem man sich eher an einem Meisterschaftsspiel als in einem Knock-out-Wettbewerb wähnte. Luzern riskierte nichts, obschon die Innerschweizer im Vorfeld den Begriff «Bonus» so sehr bemüht hatten. Und dem FCZ kam die offensichtliche Passivität der Gäste verblüffenderweise nicht zupass. Zu fehlerhaft war die Darbietung des Meisters, zu sehr glichen sich die Angriffsschemen.

Klare FCZ-Dominanz und doch gescheitert

Es bedurfte erst eines Glücksschusses und eines vor allem zufälligen Ausgleichstors des Aussenseiters bis der Champion vorübergehend (und bis zum späten Crash) in Fahrt kam. Passfehler unterliefen den Stadtzürchern zwar immer noch in einem für ihre Verhältnisse unüblich hohen Ausmass, den Gegner schnürten sie aber phasenweise regelrecht ein. Das (Penalty-)Foul Diethelms gegen Raffael war die logische Folge davon. Die Pfosten- und Lattenschüsse das wertlose Dokument dieser Dominanz.

Lustrinellis Break ohne Ankündigung war dagegen die Quittung für die Zürcher «Unforced errors» – und der kaum für möglich gehaltene erste Schritt zur grossen Cup-Überraschung, die Paquito mit einem herrlichen Schuss in der Nachspielzeit vollendete; zu einem Zeitpunkt, in dem die Innerschweizer mit dem Remis eigentlich überaus gut bedient waren. Zürichs Coach Lucien Favre, nach vier Cup-Halbfinal-Teilnahmen nicht ohne Grund ein «Mister Coupe», mochte nach dem dritten Gegentor nur noch mit dem Kopf schütteln.

der blick:

Luzern-Coup: FCZ in Nachspielzeit k.o.!

ZÜRICH – Der FC Luzern steht zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren im Swisscom-Cup-Final. Die Innerschweizer versetzten dem FCZ beim 3:2 in der 92. Minute den Knock-out.

Zweimal lag der lange ultradefensive Gast im Rückstand, zweimal kämpfte sich die junge Equipe von Ciri Sforza zurück. Und als alle der gut 10000 Zuschauer mit einer Verlängerung des erst im zweiten Teil unterhaltsamen Duells rechneten, liess Paquito alle Supporter des Meisters verstummen.

Der Brasilianer überwand Zürichs Keeper Johnny Leoni mit einem platzierten Schuss aus grosser Entfernung. Zur Belohnung wartet am 28. Mai nun im Cupfinal mit Basel das nächste Schwergewicht der Liga.

Als César mit einem Foulpenalty in der 72. Minute die zweite Führung für den FCZ erzwang, wähnte sich der Titelhalter zu früh in Sicherheit. Zumal er das Geschehen bis dahin mehr oder minder klar beherrscht hatte. Der Eindruck täuschte. Fünf Minuten später nahm der eben erst eingetretene Mauro Lustrinelli Hannu Tihinens ungewollte Einladung zum Ausgleich an.

Das wundersame «Comeback» des FCL hätte der FCZ zweifelsfrei vermeiden können. Einerseits fehlte ihm dazu das Glück – Inler traf nur den Pfosten (51.) und Margairaz nur die Latte (82.) – andererseits erreichten die Luzerner eine fast hunderprozentige Effizienz.

So sehr sich die Innerschweizer über den Coup und die gelungene Revanche für das 1:3 im Cupfinal 2005 freuten, so bitter enttäuscht schlichen die FCZler vom Feld und aus dem ungeliebten Stadion.

Die Luzerner Cup-Helden liessen sich hingegen eine halbe Stunde nach dem 3:2 von den Fans bereits als «Cupsieger-Jungs» feiern.

fc zürich – fc luzern (cuphalbfinal) 2:3

zuerst noch ein paar worte zu den zuschauern: lieber zürcher, das ist ein cuphalbfinale. da könnt ihr euch auch mal aus dem sofa schwingen und euch ein spiel live ansehen. 10’600 zuschauer sind für eine stadt von zürichs grösse einfach nur lächerlich. immerhin waren jene, die gekommen waren, schön laut. sowohl die züri- wie auch die luzern-fans (über 3000!!!) zeigten sich als äusserst stimmgewaltig. so macht es spass, ein spiel im stadion zu sehen.

nun zum spiel: klarer konnten die rollen vor dem spiel fast nicht verteilt sein: der meister spielt zuhause und abgesehen von dzemaili in absoluter topbesetzung. der aufsteiger dagegen muss noch lange auf seinen in wenigen spielen zum teamleader gereiften seoane verzichten. ausserdem konnten die letzten spiele den fc luzern im hinblick auf das spiel gegen den fcz nicht gerade zuversichtlich stimmen. die devise war klar: erst mal kein tor kriegen. also spielte der fcl mit einer 8-0-2 aufstellung. abgesehen von bader und tchouga mühten sich alle luzerner mit defensiven aufgaben ab. die zürcher rannten an, kamen aber im dickicht der luzerner beine nur zu wenigen chancen. die gesamte erste hälfte über konnte man keinen gefährlichen schuss der luzerner angreifer notieren. doch als schiri circhetta noch 2 minuten nachspielen liess, war es um die luzerner unbeflecktheit geschehen. abdi traf zum 1:0 pausenschock.

ich dachte schon, dass dies wohl der anfang einer hohen niederlage sein dürfte, doch ich sollte mich täuschen. nach der pause trauten sich auch die blauen mal in den angriff. und siehe da: in der 56. minute zögerte fabian lustenberger nicht und nutzte die gunst der stunde. aus dem nichts hatte der fc luzern ausgeglichen. dazu muss man sagen, dass kurz vor dem ausgleich ein tor für den heimclub wegen offside nicht gegeben wurde. die tv-bilder zeigen aber, dass der treffer regulär war. nun war also wieder der fcz in zugzwang. tatsächlich schaltete der meister sofort wieder auf angriff um, kam jedoch erst durch diethelms harsches einsteigen zu einer hundertprozentigen gelegenheit: penalty. césar muss man bei solchen dingen nicht zweimal bitten, eiskalt versenkte er perfekt in die linke untere ecke. luzerns trainer sforza wollte aber noch nicht aufgeben und brachte in der 74. minute für bader und lambert die beiden offensivkräfte makanaki und lustrinelli. erst drei minuten später kommt der im winter zu luzern gestossene lustrinelli zum ersten mal an den ball. aber wie! in seiner typischen art überläuft er tihinen und lässt leoni im zürigoal uralt aussehen. wieder gleicht luzern also aus.

spätestens ab diesem zeitpunkt verdiente die partie den titel /cupfight./ ein offener schlagabtausch, wie man ihn als zuschauer liebt war nun zu beobachten. ok, zuvor wurden 75 minuten magerkost serviert, doch das ist vergessen. beide mannschaften suchten nun den entscheidenden treffer. zweifellos war der fcz näher dran, traf mit margairaz sogar einmal die latte. doch als sich die zweite von 2 nachspielminuten dem ende entegen neigte, hatten sich beide teams wohl bereits mit einer verlängerung abgefunden. auch ich. doch in diesem moment fasste sich paquito ein herz, trat aus 22 meter gegen den ball und schoss den fcl ins cupfinale. sensationell!!!

daten

FC Zürich – Luzern 2:3 (1:0)

Hardturm. – 10 600 Zuschauer. – SR Circhetta. – Tore: 45. Abdi 1:0. 56. Fabian Lustenberger 1:1. 72. César (Foulpenalty) 2:1. 77. Lustrinelli 2:2. 92. Paquito 2:3.

Zürich: Leoni; Stahel, Tihinen, Von Bergen, Schneider; Abdi, Margairaz, Inler, César; Eudis, Raffael.

Luzern: Zibung; Diethelm, Mettomo, Dal Santo, Claudio Lustenberger; Lambert (74. Makanaki), Cantaluppi, Fabian Lustenberger, Paquito; Bader (74. Lustrinelli), Tchouga.

Bemerkungen: FCZ ohne Dzemaili (verletzt/gesperrt), Alphonse, Stanic (beide verletzt), Rochat (Trainingsrückstand), Luzern ohne Seoane, Righetti (beide verletzt). 58. Pfostenschuss von Inler. 82. Zibung lenkt Schuss von Margairaz an die Lattte. Verwarnungen: 33. Fabian Lustenberger, 40. Margairaz, 60. Mettomo (alle Foul).

[quelle: tagesanzeiger]

sunshine

wir schreiben das jahr 2057, die sonne ist am erkalten. die mission icarus 2 versucht das zu verhindern, indem sie eine riesige atombombe inmitten der sonne zünden will. ein team von 8 personen hat sich auf die lange reise begeben. als sie auf dem weg einen folgenschweren fehler begehen, reicht der sauerstoffvorrat nicht mehr für eine rückkehr zur erde und auch nicht für die ganze crew bis zur sonne. bald schon stellt sich also die frage, wer denn für die mission von wichtigkeit ist und auf wen man schlimmstenfalls verzichten kann. der physiker capa (cilian murphy) muss dabei sein, da er als einziger mit der bombe umgehen kann. als man auf das vorgängerschiff icarus 1 trifft, scheinen sich die existenzfragen gar nicht mehr zu stellen, da dort noch riesige sauerstoffvorräte vorhanden sind…


sunshine: beeindruckende special effects

wenn man sich wirklich in die lage versetzen kann, dass unser stern vor dem ausgehen steht, dann istsunshine ein spannender film. sonst ist vor allem die erste hälfte recht langweilig. mich haben die bilder vom beobachtungsraum beeindruckt, wo ein filter den direkten blick auf die sonne ermöglicht. die beklemmende stimmung an bord des schiffs ist gut dargestellt. und die frage, wer denn nun überleben soll und wer nicht, möchte man sich nicht selbst stellen müssen. vor allem gegen ende des films kommen auch die action-fans auf ihre rechnung. ich fandsunshine ein gelungenes stück science fiction, das mit erstaunlich wenigen löchern im plot auskommt.