ice age 3d

faultier sid gerät in die fänge einer dino-mama, weil er meint, er sei der adoptivvater dreier dini-babies. natürlich können ihn seine freunde manni, diego, ellie und co. nicht dem schicksal überlassen. sie nehmen die reise ins land der dinosaurier auf sich.

ich habe den film im imax in deutscher synchronfassung und eben in 3d gesehen. der effekt ist anfangs ziemlich heftig und ungewohnt. man gewöhnt sich dann aber doch überraschend schnell an die aus der leinwand tretenden figuren und nimmt dies mit der zeit gar nicht mehr so sehr wahr. der film ist stellenweise ganz witzig, die story aber im grossen und ganzen vorhersehbar. aus meiner sicht eher ein kinderfilm.

wieder mal kino

ist euch eigentlich aufgefallen, dass es hier seit ewigkeiten keine posts mehr zu neuen filmen gab. das hat zwei gründe: zum einen war ich tatsächlich nicht mehr so oft im kino. zum anderen nervt mich die kitag mit ihrer «sprachpolitik» einfach ein bisschen zu sehr. ok, inzwischen werden zwar viele streifen in deutsch und originalsprache gezeigt, aber der trend ist eindeutig.

deshalb gab’s zu terminator 4 – salvation (nettes action-spektakel) ebenso wenig hier zu lesen wie über duplicity (gute idee – schlecht umgesetzt). heute sehen wir uns scrat und co. an. in deutsch. bei einem animationsfilm spielt das bei mir insofern eine weniger grosse rolle, als dass die stimmen sowieso nicht zu den schauspielern, sondern nur zu einigen animierten vektoren passen müssen. nicht so tragisch also.

tagi zu synchronisierten filmen

Wenn man im Kino alles versteht und wenig begreift

Von Jean-Martin Büttner

Immer mehr Filme in der Schweiz werden auf Deutsch gezeigt, sogar die englischsprachigen. Warum? Mit welchen Folgen?

Wenn der Teufel über seinen Rivalen redet, sagt er nicht: «Ich geb dir mal ein paar Insider-Informationen über Gott: Gott sieht gerne zu.» Sondern Al Pacino sagt: «Let me give you a little inside information about God: God likes to watch.» Und wenn die englische Jungfer sich dem schwulen Junggesellen an den Hals wirft, reagiert der nicht mit: «Wie sag ichs nur, ohne dir weh zu tun? Genaugenommen arbeite ich nicht in der Vagina-Abteilung.» Sondern Stephen Fry sagt zu Emma Thompson: «How can I put this delicately? It’s just that I’m not really in the vagina business.» Delikat, indeed.

Das klingt zwar nach einer anständigen Übersetzung der Originale, dazu lippensynchron nachgesprochen, ohne lästige Untertitel am unteren Bildrand. Und zwar auf Deutsch. Statt auf Englisch oder Französisch oder Koreanisch. Statt mit süditalienischem Einschlag oder in nordfranzösischen Dialekten. Statt aus der Bronx heraus oder von Oxford herunter. Doch damit beginnen die Probleme: Die Synchronisierung bringt mit der Sprache die Stimme zum Verschwinden: Klang, Intonation, Färbung, Identität, Herkunft – Schauspielkunst. Al Pacino spielt den Teufel in «The Devil’s Advocate» eben nicht triumphierend wie auf Deutsch, sondern mit einer höhnischen Übertreibung, die seine Destruktivität gerade dadurch unterstreicht, dass er sie zügelt. Und Stephen Fry wirkt in «Peter’s Friend» nicht tuntenhaft, sondern ergeht sich in sublimierter Melancholie. «Bei der Synchronisierung geht etwas verloren», sagt der Schweizer Schauspieler Ueli Jäggi, der selber mühelos verschiedenste Dialekte imitieren kann. «Die Stimme gehört zum Ausdruck eines Schauspielers wie seine Mimik. Seine Sprache vermittelt eine Sicht der Welt.»

Körper und Konserve

Synchronfassungen kämen dem Original viel näher, hört man oft, sie sagten ja viel mehr als die Untertitel mit ihrer telegrammatischen Kürze. Das stimmt, doch was genau wird gesagt? Die Texte müssen lippengenau passen, weichen also von den Originalen ab. Oft genug funktioniert diese Abweichung als Zensur: Anzüglichkeiten, Anspielungen und Überzeugungen werden ersetzt, politische Bezüge umgedeutet. Die Synchronisierung verändere den ganzen Film, behauptet gar der amerikanische Regisseur David Lynch. Da die Stimmen lauter klängen als im Original, gehe die Atmosphäre des Films verloren. Also die subtilen Geräusche und Klänge im Hintergrund, die gerade Lynch meisterhaft einzusetzen weiss. Auf Englisch klingt «Twin Peaks» nach Edgar Allen Poe, auf Deutsch wie «Derrick». Der Unterschied zwischen Originalversion und Synchronstimme entspricht dem zwischen Nuance und Gleichklang, Wortspiel und Kalauer, Körper und Konserve.

Dennoch werden Übersetzungen immer beliebter. 2007 haben die Schweizer Kinos zum ersten Mal mehr Eintritte für synchronisierte Filme verkauft als für Originalversionen, vor allem in den Multiplex-Kinos und bei Actionfilmen und Blockbusters. «Es ist gut möglich, dass bald alle Kinofilme synchronisiert sind», hat Kinobetreiber Philippe Täschler, der alleine in Zürich über dreissig Säle betreibt, im Gespräch mit «Newsnetz» vorausgesagt. Damit hat der Kitag-Direktor eine schwelende Kontroverse geschürt, die via Facebook und anderen Medien weiter ausgetragen wird. Hat Täschler Recht, und Al Pacino, Gérard Depardieu oder Penélope Cruz verlieren bei uns ihre Stimme? Droht auch den Kinos in den Städten der Gleichklang, wie das auf dem Land und in den anderen Landesteilen schon weitgehend der Fall ist? Gleicht sich das Kino eines mehrsprachigen Landes den Nachbarn an, bei denen auf der Leinwand alle reden wie die im Saal?

Blut, Feuer, Sprache

Die Tendenz scheint offensichtlich; sie hat finanzielle Gründe. Die Schweiz setzte ursprünglich auf die mehrsprachige Untertitelung der Kinofilme, weil das billiger kam. Aus demselben Grund bieten Verleiher heute vermehrt Synchronfassungen an. Während die Untertitel in jede einzelne Kopie eingelasert und schnittgenau platziert werden müssen, diese Kopien aber dann nur beschränkt verwendet werden können, lässt sich eine Synchronkopie im gesamten deutschsprachigen Raum einsetzen. Je nach Anzahl der Kopien kosten diese nur noch halb so viel. Zudem bevorzugt das junge Publikum die eingedeutschten Fassungen. Das habe auch mit den Filmen zu tun, sagt Patrick Tavoli, der im Zürcher Sihlcity die «Arena»-Kinos betreibt: «Bei Filmen mit Stunts, Spezialeffekten, Blut und Feuer spielt die Sprache keine Rolle.» Er bestätigt auch, was von Filmverleihern zu hören ist: Bestimmte Filme laufen in der Synchronfassung dreimal besser als im Original.

Also entscheidet der Markt. «Solange es ein Publikum gibt, das nach Untertiteln verlangt, werden die Verleiher solche Versionen anbieten und die Kinos sie auch zeigen», sagt Paul Fischli, der für den amerikanischen Verleiher Universal arbeitet. Doch das Publikum verlange häufiger nach Synchronfassungen. «Ich persönlich bedaure das, aber weder Verleiher noch Kinos können an den Zuschauern vorbeiprogrammieren.» Der Trend in den Multiplexen sei offensichtlich, anerkennt auch Beat Käslin von den ArthouseKinos, «aber nicht bei den Studiofilmen». Anders als Kitag-Direktor Täschler glaubt er auch nicht, dass Filme in Originalversionen gefährdet sind. Schon gar nicht in der angesehenen Kinostadt Zürich, in der diese sehr geschätzt werden, übrigens auch von den vielen Ausländerinnen und Ausländern, die hier leben. Ihn beunruhigt aber, dass das jüngere Publikum sich weniger für die Originale interessiert. «Eine ganze Generation würde diese Kinokultur aufgeben.»

Warum hat ausgerechnet eine Generation, die selber permanent englische Ausdrücke braucht, mit Englisch gesprochenen Filmen Mühe? Das habe viel mit dem Fernsehen zu tun, sagen die Befragten, das fast nur Synchronfassungen ausstrahlt. Ausserdem fänden Jugendliche das Lesen zu anstrengend, glaubt Filmexperte Felix Aeppli, der Lehrlinge in Medienkunde unterrichtet und eine zunehmende Lesefaulheit registriert. «Wenn Jugendliche zusammen ins Kino gehen, passen sie sich den Bequemsten in der Gruppe an und schauen die deutsche Version.»

Dabei müsse man aber unterscheiden, schränken die Kinobetreiber ein: Bei Filmen wie «Borat», «Mamma Mia» oder «Slumdog Millionaire» habe das Publikum die Originale vorgezogen. Ähnlich differenzierte Resultate ergab eine Umfrage des Schweizer Fernsehens von 2006 zum Zweikanalton. Zwar sagte die Hälfte der Befragten, sie bevorzuge die deutsche Version. Immerhin 28 Prozent wünschten sich aber die Originalversion, mit oder ohne Untertitel, bei den 25- bis 44-Jährigen waren es sogar über dreissig Prozent, vor allem bei englischen Originalen.

Man kann das Publikum nicht erziehen, hört man immer wieder. Dabei entgeht ihm dadurch die beste Art, eine Sprache zu lernen. Bürger aus skandinavischen Ländern oder Holland sprechen nicht nur ein vorzügliches Englisch, wie diverse Studien zeigen, sie haben auch den grössten englischen Wortschatz auf dem Kontinent. Aus einem einfachen Grund: Die Kinder sehen schon am Fernsehen die Originalfilme mit Untertiteln. Sie lernen Sprache und Aussprache, ohne es zu merken.

Weshalb sie auch Humphrey Bogart in «Casablanca» ganz genau verstehen, beim Abschied von Ingrid Bergman: «Here’s looking at you, kid.» Auf Deutsch sagt er: «Ich seh dir in die Augen, Kleines.» Wer das für eine gute Übersetzung hält, hat den Unterschied zwischen Anerkennung und Herablassung nicht verstanden, weil nicht gehört.

[quelle: tagesanzeiger vom 6-5-2009]

salt of this sea

soraya (suheir hammad) ist new yorkerin. ihre eltern lebten im libanon, jedoch erst nachdem ihr grossvater aus israel vertrieben wurde. nun hat sie endlich genug geld, um «zurück» zu gehen. im westjordanland besucht sie eine freundin und trifft eher zufällig auf emad (saleh bakri). dieser träumt davon, endlich aus ramallah verschwinden zu können. 17 jahre war er nicht mehr am meer. die beiden wollen also flüchten und ihr erstes ziel ist das haus von sorayas grossvater in jaffa, das heute die altstadt von tel aviv bildet.

der film ist alles andere denn neutral. die jüdischen israeli sind die bösen, während die palästinenser die guten sind. und doch gibt es momente, in welchen es regisseurin annemarie jacir gelingt, zentrale fragen anzusprechen. das ist für den zuschauer teils sehr mühsam, weil zwischen den wichtigen sequenzen lange dialoglose momente vergehen, die scheinbar ohne zweck sind. gewisse dinge (wie das massaker von al-dawayma) werden aber zu wenig thematisiert, so dass der geschichtsunkundige zuseher nicht verstehen kann, was ihm gerade vorgesetzt wird.

an vielen stellen erinnerte mich der film natürlich an unsere israel reise. schon als tourist hat man in israel manchmal ein bisschen das gefühl, nicht erwünscht zu sein. die übervorsicht der einheimischen ist zum einen verständlich, zum anderen gerät sie halt oft zur schikane für alle anderen. wer mit dieser behandlung aufwächst hat klarerweise ein sehr spezielles verhältnis zu israel. gerade dieser faktor wird im film sehr eindrücklich gezeigt, was schon mit der allerersten szene bei der befragung am flughafen beginnt.

ansehen, wenn man mit der einseitigkeit umgehen kann und gerne mehr über die gründe für die frustration der palästinenser erfahren möchte.

closed zone

der kurzfilm closed zone stammt von yoni goodman. er war für die animation des filmes waltz with bashir verwantwortlich.

via andremarty.com

the watchmen

dercomedian stirbt undrorschach wittert schon eine verschwörung gegen alle superhelden. nach einem anschlag auf /ozymandias,/ der seine identität inzwischen preisgegeben hat, verdichtet sich der verdacht. ein maskenkiller scheint umzugehen. vom ehemaligen team der watchmen ist inzwischen nur noch der «übermensch» dr. manhattan für die regierung aktiv. doch um den bevorstehenden atomkrieg zwischen den udssr und den usa zu verhindern, könnten sich die helden ja nochmals zusammentun. oder?

the watchmen ist eine comicverfilmung, wie ich sie noch nie gesehen habe. unglaublich lange (rein minutenmässig) und sehr komplex. doch die umsetzung ist schlicht brilliant. auch einem ahnungslosen wie mir konnten die vielen charaktere in verständlicher weise nahe gebracht werden und die story bleibt bis zum schluss spannend. keine spur vom ewig gleichen gut-gegen-böse-spiel, dessen ausgang ja sowieso meist sehr einfach vorherzusehen ist. dazu gibt’s einen tollen soundtrack und kein übertriebenes actionexplosionsbrimborium. aus meiner sicht ein sehr gelungener film.

bin gespannt was comic-experte lkm meint.

gran torino

walt kowalski (clint eastwood) hat gerade seine frau verloren, hat keine beziehung zu seinen söhnen und die erlebnisse des jahrzehnte zurückliegenden koreakrieges beschäftigen ihn noch heute. zu allem überfluss ziehen auch noch asiaten in die nachbarschaft des rassisten. als der junge thao auch noch versucht, seinen geliebten gran torino im rahmen eines initiationsrituals für eine gang zu klauen, droht das fass endgültig überzulaufen. walt hat sein gewehr griffbereit und scheint im geiste schon abgedrückt zu haben.

als sich thao für den versuchten diebstahl entschuldigt und die schuld mit hausarbeit abarbeiten will, ändern sich die dinge.

clint eastwood. der mann ist bald 79 jahre alt. und es scheint fast so, als habe er jetzt seinen absoluten karrierehöhepunkt erreicht. in gran torino lässt er seine zähne so perfekt knirrschen, wie das kein zweiter könnte. das kampfhundartige knurren hat wohl ebenfalls nur er so drauf. wenn er dann noch seinen italienischen coiffeur aufs derbste beleidigt und dieser zurückschiesst, ist das einfach nur gute unterhaltung. abseits davon überzeugt vor allem seine darstellung des verbitterten mannes, dem im alter noch einmal ein paar lichter aufgehen. aber auch die story kann gefallen, weil sie nicht unnötig verkitscht wirkt. geradezu brilliant ist der schluss…

ganz zuletzt beglückt uns clint eastwood übrigens noch mit seinen gesangstkünsten. ansehen und bis zum schluss sitzenbleiben.

defiance

tuvia bielski (daniel craig) führt zusammen mit seinem bruder zus (liev schreiber) eine kleine gruppe juden in einen gewaltigen wald. da im zweiten weltkrieg auch in russland jagd auf das volk gemacht wird, wächst die gruppe von waldbewohnern immer weiter an. der aggressive zus sieht die sicherheit durch die grösse gefährdet und will ausserdem lieber kämpfen als bloss zu überleben. er schliesst sich russischen partisanenkriegern an. derweil bringt der winter über das notdürftige camp hinein.

die geschichte ist an sich schnell erzählt. und doch staunt man ob dem unglaublichen durchhaltewillen, denn schliesslich handelt es sich um eine wahre story. daniel craig beweist einmal mehr, dass er im gegensatz zu brosnan auch während seiner bond-karriere gute filme drehan kann. auch liev schreiber brilliert. besonders gefallen hat mir der junge jamie bell, der einen weiteren bielski-bruder spielt.

beeindruckend und absolut sehenswert.

the wrestler

randy «the ram» robinson (mickey rourke) ist ein alternder wrestler, der seine beste showkampfzeit schon 20 jahre hinter sich hat. genau gleich geht es auch der frau seiner träume, einer stripperin mit dem künstlernamen cassidy (marisa tomei). doch beide sind gewillt, ihr ding bis zum ende durchzuziehen. erst nach einem herzinfarkt nimmt sich der wrestlingstar zurück und will sogar auf einen jubiläumskampf verzichten. dafür will er endlich zeit mit seiner tochter (evan rachel wood) verbringen und sein leben in den griff kriegen. der im trailerpark hausende altwrestler übernimmt sogar einen job an der metzgertheke…

ja, mickey rourkes leistung ist beeidnruckend, sowohl körperlich, als auch schauspielerisch. nein, das allein macht noch keinen guten film. dazu riecht die story zu sehr nach einer in die heutige zeit transportierten leidensgeschichte. passion of the christ wird dann auch explizit im film erwähnt.

schon alleine weil aktuell zu viele gute filme laufen, kann ich the wrestler nicht empfehlen.