kompromiss-umfrage – die resultate

die kompromissumfrage war natürlich etwas unfair gestellt (wie bisher fast jede meiner umfragen… 😉 ). denn man konnte nur eine wirklich negative option wählen, dafür aber vier eher positive. generell werden kompromisse aber auf jeden fall positiv wahrgenommen. nur 13% finden, dass kompromisse weder-fisch-noch-vogel-lösungen hervorbringen. gleich viele stimmen wurden dafür abgegeben, dass kompromisse die grösste errungenschaft der schweiz seien. 18% glauben, dass kompromisse langsam zum ziel führen. 21% prozent denken, dass sie auf jeden fall besser als gar keine lösung sind. und 34% finden, dass kompromisse eine demokratische lösung sind. das ist doch recht erfreulich, denn letztendlich basiert unser regierungssystem auf der idee des kompromisses.

blue balls festival – die reprise

vor knapp einer woche ging in luzern das blue balls festival 2006 zuende. einmal mehr erlebte luzern nicht nur hochklassige musicgäste aus aller welt, sondern auch wahre volksfeststimmung rund um die pitoreske arena des luzerner seebeckens. ich sah mir billy idol und tracy chapman im kkl an. auch sonst war ich mehrmals am festival, schlenderte durch die vielen leute und genoss die meiner meinung nach schönste woche im luzerner jahr. auch das kulinarische kam nicht zu kurz, schliesslich konnte man wählen zwischen gerichten aus mexico, indien, afrika (genauer war das nicht spezifiziert, leider), kambodscha, japan, china, thailand, pakistan und natürlich der schweiz. besonders die leckeren suya-spiesschen aus afrika sind für fleischfresser wirklich empfehlenswert.

es wurde ja viel diskutiert, über die ticketpreise, das depotsystem, die getränkepreise und natürlich über den festivalpin. meine meinung ist klar und deutlich: wer qualität will, soll dafür bezahlen. klar sind 95 franken für ein concert sehr viel, aber wo sonst konnte man tracy chapman in fast schon familiärer atmosphäre erleben? eben! das depotsystem hat sich auch sehr gut bewährt, schliesslich lag für einen solchen grossanlass extrem wenig abfall rum. klar nervt es, dass man teilweise sogar auf teller und gabel je zwei franken depot bezahlen muss. aber der witz daran ist ja gerade, dass man eben alles wieder geordnet zurückgibt und dann auch das zuvor bezahlte geld zurückerhält. ein mehrwegsystem, wie es im getränkebereich von vielen (auch der stadt luzern) gefordert wird, macht nicht wirklich sinn. die becher müssten dann ja dauernd abgewaschen werden, was nicht nur mehrkosten verursachen würde, sondern auch umweltschutztechnisch nicht wirklich sinnvoll wäre. für einen halben liter cola bezahlte man fünf franken, dazu noch zwei franken depot. dieser preis liegt sogar noch unter dem normalen restaurantpreis für einen halben liter, ich verstehe also nicht, was der lärm soll. dann zum leidigsten blue balls thema überhaupt: der festival-pin. für 30 franken verleiht er dem träger zutritt zu sämtlichen outdoor-concerts, die vor dem kkl, vor dem schweizerhof und beim pavillon stattfinden. draussen wird jeweils von 18 uhr bis 22 uhr musiziert, es war also locker möglich, sich drei verschiedene auftritte anzusehen. und das über eine woche lang. da sind 30 franken wirklich nicht zu viel, selbst wenn man nur einen abend hingeht. wer nur schnell ein bier zwitschern will, der soll das entweder irgendwo anders tun. die vielen leute, die sich dieses jahr keinen pin gekauft haben und sogar noch getränke von zuhause mitgenommen haben, schaden dem tollen festival. es war dann auch organisator urs leierer, der in der nlz verlauten liess, dass man sich bezüglich dem pinverkauf wohl einiges durch den kopf gehen lassen müsse. es wäre schade, wenn man dieses geniale festival irgendwann nicht mehr durchführen könnte, nur weil gewisse leute so schmarotzerisch unterwegs sind.

bilder vom blue balls festival
offizielle bilder vom blue balls festival

working – week one

so, die erste woche ist um. ok, war noch keineechte woche, schliesslich war der 1. august ja frei. abgesehen davon ging’s jeden morgen um halb 6 aus den federn und erst um halb 6 abends wieder nachhause. ja so richtiger arbeitsalltag halt. auf der einen seite tut es gut, wieder mal mit den händen zu arbeiten, auf der anderen ist man eben doch ziemlich geschafft. und hey: um 10 uhr geht’s wieder ins bett.

netto bleiben also etwa 4 stunden pro tag, die man wirklich für sich (und seine blogeinträge…) hat. irgendwie doch recht wenig. vor allem der abend fehlt mir irgendwie. bin halt eher ein abend/nachtmensch.

über die arbeit an sich werde ich sicher bald noch mehr schreiben, schliesslich mache ich auch die nächsten zwei wochen dasselbe… 😉

sommerloch, wo bist Du?

wo sind die zeiten, in welchen zeitungen mit grossfischen (ok, es sind riesensäuger!), die den rhein raufschwimmen gefüllt sind? seitenlange berichte über die grössten hauskatzenaustellung der welt? fehlanzeige. dieser sommer ist nachrichtentechnisch alles andere denn ein gelochter.

zuerst die wm, jetzt brodelt’s in nahost und bald ist september, der sommer damit vorbei. heute fand man im tagi die aufforderung, mit leserfotos gefälligst schöne postkarten von zürich zu gestalten. vielleicht noch kein loch-thema, aber ganz fein perforiert ist das schon. da der artikel imzürichundregion – teil zu lesen war, ist der tagi zumindest halbwegs entschuldigt. scheinbar ist das sommerloch also wirklich abgehauen. so bleibt meine frage berechtigt:

sommerloch, wo bist Du?

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vielleicht war dieser beitrag gerade sommerlöchrig, hm… wäre das loch dann bei mir?

micheline calmy-rey tritt für aktive neutralität ein

während bürgerliche politiker immer das wortbewaffnet betonen, erläuterte micheline calmy-rey in ihrer 1.-august-rede ihr verständnis von neutralität. aktiv soll diese sein. neutralität kann nicht heissen, dass man in kritischen fragen einfach keine meinung hat. das wäre dann nicht neutral, sondern feige. das aktuelle beispiel ist die libanon-krise. die bürgerlichen möchten hier lieber gar keine position beziehen. dabei ist die sachlage klar, israel hat ein dorf bombardiert und 60 zivilpersonen (vor allem frauen und kinder) getötet. dies harsch zu kritisieren ist in meinen augen sogar pflicht. calmy-rey: «wer schweigt, wenn unschuldige zivilisten das ziel unterschiedsloser militäraktionen werden, oder wer sich nicht gegen den terror erhebt, ist nicht neutral. er ist damit einverstanden.» für mich klingt das fast schon ein bisschen nach «wer nicht mit uns ist, ist gegen uns», also vielleicht etwas übertrieben. im kern stimmt die aussage aber wohl. und ich denke, dass sich das sehr wohl mit einer generell neutralen haltung vereinen lässt. laut dem kommentar auf der tagesanzeiger titelseite hat der bundesrat 1993 die neutralität definiert: «sie darf nicht als haltung des stillsitzens und des abseitsstehends verstanden werden», heisst es da. mir soll’s recht sein. auf in dieaktive neutralität! (über die bewaffnung (bzw. über deren abschaffung) können wir gerne wieder mal diskutieren.

artikel aus dem tagesanzeiger:

Calmy-Rey verteidigt aktive Neutralität – Bürgerliche erbost

Micheline Calmy-Rey kritisiert in ihrer 1.-August-Rede jene, die zur Libanon-Krise nicht deutlich Stellung nehmen. Damit zielt sie indirekt auf den Bundesrat – und erntet dafür erneut Kritik.

Der Bundesrat ist in der Frage der Neutra­lität gespalten. Justizminister Christoph Blocher beschwor am Vorabend des 1. Au­gust die Neutralität ohne Einmischung. Die paar Male, als die Schweiz die Neutra­lität vergessen habe, sei es ihr fast an den Kragen gegangen. Aussenministerin Mi­cheline Calmy-Rey hingegen will kein Schweigen. «Wer schweigt, wenn un­schuldige Zivilisten das Ziel unterschieds­loser Militäraktionen werden, oder wer sich nicht gegen den Terror erhebt, ist nicht neutral. Er ist damit einverstanden», sagte sie an der Bundesfeier in Zürich mit Blick auf den Konflikt im Nahen Osten.

Laut Calmy-Rey würde man es nicht verstehen, wenn die Schweiz als Deposi­tarstaat der Genfer Konventionen zur Bombardierung des libanesischen Dorfes Qana und zum Tod von Kindern oder Frauen schweigen würde. «Damit würde das Land seine internationale Glaubwür­digkeit aufs Spiel setzen.» Übte die Aussenministerin damit Kritik am Gesamtbundesrat? Dieser hatte am letzten Mittwoch lediglich erklärt, er be­daure «die menschliche Tragödie, die sich im Nahen Osten abspielt, zutiefst». Er wolle sich für eine diplomatische Lösung im Rahmen der Uno einsetzen. Calmy-Reys Sprecher Jean-Philippe Jeannerat erklärte, mit ihrer gestrigen Rede habe die Aussenministerin auf die Kritik aus der Öffentlichkeit an ihren bis­herigen Worten geantwortet. «Es ist keine Kritik am Bundesrat», sagte Jeannerat.

«Kollegialitätsprinzip verletzt»

Bürgerliche Politiker sehen das anders. SVP-Präsident Ueli Maurer ärgerte sich, dass Calmy-Rey «ihrer Rolle nicht einmal am Nationalfeiertag gewachsen ist und gar den Bundesrat ins Visier nimmt». Die Aus­senministerin müsse lernen, die Schweiz richtig zu vertreten statt ständig deren Neutralität zu verletzen. Stattdessen agiere sie in diesem Konflikt parteiisch und einseitig. Die FDP kritisierte Calmy­ Rey nicht weniger scharf: «Sie hat zu Gunsten ihrer eigenen Meinung das Kolle­gialitätsprinzip im Bundesrat verletzt», sagte FDP-Präsident Fulvio Pelli. Der komplexe Nahost-Konflikt sei ein Pro­blem, bei dem die Schweiz nur eine ein­zige Rolle spielen könne, nämlich eine be­tont neutrale. «Calmy-Rey darf nicht Par­tei nehmen. Sie darf nicht verurteilen», sagte Pelli. Dies, zumal ihre Rede nicht mit dem Bundesrat abgesprochen sei.

Vorsichtige Töne von Leuenberger

Bundespräsident Moritz Leuenberger drückte sich im Val-de-Travers vorsichti­ger zur Libanon-Krise aus: «Wir sind scho­ckiert über den Tod von Kindern und Er­wachsenen. Waffen können keine Lösung bringen, nur noch mehr Schmerzen.» Eine Lösung gebe es nur durch Dialog und Ver­handlungen. Leuenbergers Sprecher An­dré Simonazzi stellte klar, die diplomati­schen Berater von Calmy-Rey und Leuen­berger würden sich vor solchen Reden je­weils absprechen. Leuenberger sei infor­miert gewesen, was Calmy-Rey in Zürich sagen werde.

Friedliche Feier auf dem Rütli

Bei der Bundesfeier auf dem Rütli kam es dank rigoroser Zutrittskontrollen zu keinen Störungen. Die Polizei verweigerte 147 Personen den Zutritt. 40 von ihnen wurden festgenommen. Brunnen, von wo aus die Besucher per Schiff aufs Rütli ge­langten, wurde von der Polizei abgerie­gelt. Dennoch gelangte ein Dutzend Rechtsextreme bis aufs Rütli, wo sie von der Polizei noch vor Beginn der Feier weggewiesen wurden. Judith Stamm von der Gemeinnützigen Gesellschaft, welche die Feier organisierte, zeigte sich zufrie­den. Bei der Rütlifeier 2005 hatten meh­rere Hundert Rechtsextreme die Anspra­che von Bundesrat Samuel Schmid unter­brochen.

Der Verteidigungsminister war auch in diesem Jahr Ziel der Rechtsextremen. 150 bis 200 schwarz gekleidete Personen ver­suchten, auf die Lenzburg im Kanton Aar­gau vorzudringen, wo der Magistrat seine Ansprache hielt. Die Polizei verhinderte jedoch den Ansturm der mehrheitlich aus Deutschschweizer Kantonen angereisten Rechtsextremen.

ich bin auch ein patriot

in unserem dorf herrscht trotz mässigem wetter 1.-august-laune. der nationalfeiertag wird hier auf dem lande noch als echter feiertag und nicht einfach als ein freier tag mehr im kalender betrachtet. interessant ist, dass man an der beflaggung des hauses die politische ausrichtung erkennt. wer eine schweizer fahne am balkongeländer hängen hat, wählt svp oder stimmt zumindest nach deren programm ab. wer kein weisses kreuz auf rotem grund installiert hat, wählt und stimmt mitte-mässig. links von der mitte ist hier sowieso praktisch niemand.

ich denke, dieses beflaggungsbeispiel zeigt gut, welches problem man in der schweiz mit patriotismus hat. schweizerkreuz und co. sind scheinbar vom rechten bis braunen lager besetzt. dabei war doch gerade vor einem monat alles hip, was irgendwie rot und weiss bekreuzt war.

viele schweizer scheinen patriotismus mit nationalismus zu verwechseln. dieselbe verwechslung wird umgekehrt natürlich von den nationalisten gemacht. doch ändern wir was daran, indem wir uns unserer eigenen nationalität schämen? wohl kaum. im gegenteil. würden auch leute eine schweizerfahne raushängen, deren herz links schlägt, würde das schweizer selbstbild wieder etwas geradegerückt. wer sein land liebt, ist ein patriot. wer gleichzeitig alle anderen länder und kulturen als schlechter betrachtet, ist eher ein nationalist. mit einer politischen ausrichtung nach links oder rechts hat patriotismus also herzlich wenig zu tun. eine kritische haltung gegenüber dem eigenen land muss auch nicht unpatriotisch sein. denn wer sein land blind liebt, der bringt es nicht weiter, schadet im womöglich sogar eher.

deswegen kann ich ohne probleme sagen, dass ich mich als patriot fühle.

schlücksch?

vor ein paar wochen hab ich durch eine verkettung von links die seite von whoever.ch entdeckt. cooles konzept, dachte ich mir. gespannt wartete ich auf den newsletter, den man immer dann kriegt, wenn wieder ein neues sujet angeboten wird. heute traf der newsletter dann ein. ich klickte und bereitete mich schon aufs grosseaugenmachenundgleichbestellen vor, doch die ernüchterung kam sogleich (nicht immer ist also eine schnelle internetverbindung sooo toll).

gähn! dieser spruch (kann ein einzelnes wort überhaupt als spruch gelten?) ist so langweilig, wie abgedroschen, wie uncool. nächster bitte!

hm, lkm, Du hast doch immer so krasse ideen. sende ein sujet ein und gewinne gefälligst!

working

seit einigen wochen ist ja wieder vorlesungsfreie zeit, genannt semesterferien. durch unglücklich umstände (wir wollen’s mal so nennen) hatte ich auf einmal sehr viel zeit. zeit, die gut dafür geeignet ist, wieder mal etwas zu arbeiten. aber nicht am schreibtisch, sondern so richtig mit den händen(!). morgen geht’s um 6 uhr los. ein bisschen mitleid, bitte. 😉

was ich genau machen werde, weiss ich noch nicht. ihr könnt euch also auf weitere details freuen. ziemlich sicher wird’s irgenwas mit fenstern zu tun haben…

k800i – not my new phone

vor bald einem jahr hatte ich für kurze zeit ein k750i von sony ericsson, jetzt hat icore den nachfolger: k800i.


das schöne schwarze macht nicht nur 3,2 megapixelbidli, sondern eignet sich mit seiner zweiten cam auch für videotelefonie. klar, dazu muss man im einzugsgebiet einer umts-antenne sein, und noch wichtiger: der angerufene muss natürlich auch über ein videotelefoniefähiges phone verfügen. momentan eigne ich mich also noch nicht als testperson. und da wir in der luzerner provinz (nein, nicht luzerner hinterland, sondern luzerner surental, ok?!) nicht wirklich über eine funktionierende umts-abdeckung verfügen, konnte auch die tv-funktion noch nicht getestet werden.

tracy chapman am blueballs festival

es fehlte wenig zum perfekten abend, ein paar worte mehr zum publikum vielleicht oder auch der songbehindthe /wall./ ansonsten konnte man sich wirklich nicht beklagen. tracy chapman (nein, marc, das ist nicht die tochter von colin chapman und auch nicht seine frau) spielte im luzerner saal des kkl ein berührendes, fast schon intimes concert. alle bekannten songs waren im repertoire, aber auch einige neue sachen. daneben schlichen sich die covershouseoftherisingsun undgetupstandup ins programm. während die marley-nummer so richtig fetzte kam der animals-klassiker etwas gar schleppend rüber.

die musik und vor allem die bühne gestalteten sich so schlicht, wie ihre homepage. nur der griesgrämig blickende gitarrist/bassist drängte sich musikalisch ab und zu in den vordergrund. da sie auch in grossen locations wie dem hallenstadion auf big-screens verzichtet, lohnt es sich natürlich besonders, chapman an einem kleineren ort zu sehen. es war wirklich schön, die sympathische frau mit ihren unglaublichen stimme und den ernsthaften texten einmal live zu sehen. thanks, tracy!