keine tickets für die euro 08

ich kann nicht sagen, dass mich das mail überrascht hat, welches ich soeben bekommen habe:

Die Nachfrage nach Tickets hat das Angebot bei weitem übertroffen. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass aufgrund der Auslosung Ihre Anträge nicht berücksichtigt werden konnten.

es bringt ja auch nichts, sich darüber aufzuregen. und doch ist es sehr nervig, dass nur soooo wenig leute in den «genuss» kommen, tickets zu kaufen. auf der anderen seite wird circa die hälfte aller euro-tickets an die sponsoren verteilt und diese verteilen sie wiederum an angestellte, lieferanten und kunden. also an leute, die möglicherweise gar nicht unbedingt an die spiele möchten. nur die echten fussballfans – und dazu zähle ich mich mal grosszügigerweise – kommen zu kurz.

die eifersucht auf den auto salon von genf

ein bisschen verstehe ich die deutschen ja. sie haben nur alle zwei jahre eine grosse auto show. und die hat schon durch ihren termin (herbst) nicht gleich viele wichtige premieren, wie der genfer automobil salon. weiter zieht der salon d’auto sehr viele kleine marken, sogenannte exoten, aber auch designer wie italdesign, fioravanti und pininfarina magisch an. sie stellen ihre einzelstücke und zukunftsvisionen einem breiten publikum vor. ausserdem ist der schweizer markt als testmarkt insofern interessant, als dass es hier eben keine ansässige autoindustrie gibt, die sowieso allem anderen vorgezogen wird. so weit so traurig für ze germans.

wie tun sie nun ihren unmut kund? einfach über den auto salon zu lästern wäre ein bisschen gar einfach. nein, seit jahren haben sie ein anderes ventil gefunden, um ihrem ärger luft zu verschaffen. der genfer verkehr. jedes jahr aufs neus regen sich die redakteure von auto motor und sport über den transfer zwischen salon und stadt auf. warum? ganz einfach: die kurzsichtigen journalisten nehmen nicht einen der vielen züge, die direkt unter den messehallen auf sie warten würden. und auch die busse lassen sie links liegen. viel lieber steigen sie in ihren land rover discovery und kämpfen sich durch den stau ins stadtzentrum zu ihrem hotel.

dafür kann man nachher schön lästern, ja fast schon rumheulen. kostprobe gefällig?

Hinter der Baustelle hört das Chaos natürlich nicht auf, was möglicherweise daran liegt dass die Straße zwar extrem breit ist, aber drei Viertel für Straßenbahnen und Radwege reserviert sind.

willkommen in der schweiz! einem land, in dem der öffentliche verkehr funktioniert. 🙂

nach genf im discovery
[tops & flops von genf 1|http://www.auto-motor-und-sport.de/fotos/foto-shows/news/mpsfshw_show_503958_13999.hbs?ext_index=23]
[tops & flops von genf 2|http://www.auto-motor-und-sport.de/fotos/foto-shows/news/mpsfshw_show_503958_13999.hbs?ext_index=27]

warum ich (wahrscheinlich) noch kein iphone kaufe

wie jackbrown ja in seinem post erläutert hat, wäre ein import des apple iphone momentan sehr interessant. das hat primär mit dem günstigen dollarkurs (aktuell 1,018) zu tun. das 16 gb iphone wird in den usa für 500 usd angeboten. selbstverständlich kommen noch ein paar dollar bzw. franken für das verschicken und verzollen hinzu, über 650 franken dürfte man aber auf keinen fall kommen. schliesslich scheint auch der installierte sim-lock kein echtes problem zu sein. mit ziphone lässt sich die sache schnell erledigen. also, 600 chf ausgeben und das iphone jetzt schon haben, anstatt weiter auf den offiziellen launch bei swisscom zu warten? nein. denn es gibt durchaus auch argumente, die gegen einen direktimport sprechen:

1) ich müsste jetzt zu swisscom wechseln, da nur die ex-staatsunternehmung das durch das iphone genutzte edge-netz hat. natürlich kann das iphone auch gprs nutzen, was aber deutlich langsamer ist. umts wird noch nicht unterstützt.
2) es besteht ein restrisiko, dass zukünftige updates bei selbst «aufgemachten» iphones nicht oder nicht richtig zu installieren sind.
3) wenn das iphone dereinst kommt, wird es bestimmt einen eigenen preisplan mit daten-flatrates geben. mit dem gehackten gerät wird man kaum davon profitieren können.
4) da bei einem defekt kaum ein anspruch auf garantie erhoben werden kann, müsste man gleich 2,3 geräte kaufen, da man sonst eventuell ganz ohne funktionierendes iphone zurück bleibt.

james blunt im hallenstadion

nein, james blunt war nicht mehr der herzige, scheue, ja unbeholfene live-performer. vor etwas mehr als zwei jahren schrieb ich noch von der geburt eines superstars. in der zwischenzeit ist er längst ein routinierter popstar. das ist nicht schlecht, denn er hat noch immer dieses schelmische grinsen im gesicht, wenn er in das weite rund des hallenstadions schaut. aber er wundert sich nicht mehr, das 13’000 menschen seine lieder mitsingen, sondern er geniesst es. gestern war nach 1,5 stunden schon fertig mit genuss, was für meinen geschmack etwas kurz ist.

wer nicht dabei war, kann sich auf den videos davon überzeugen, wie gut der nette james tatsächlich singen kann. was man nicht sieht (aber hört): etwa 70 prozent der besucher waren weiblich.

you’re beautiful

one of the brightest stars

1973

fc luzern – fc sion 1:1

der schiedsrichter soll’s gewesen sein. laut ciriaco sforza (trainer) und walter stierli (präsident) war schiri laperrière schuld am miesen spiel auf der allmend. nun, um es kurz zu machen: er war’s. aber nicht nur. schlecht war, dass er unzählige fouls an den technisch starken chiumiento und el idrissi nicht mit gelben karten bestrafte. umgekehrt sah shi jun für sein erstes foul nach der einwechslung sofort den gelben karton.

zunächst muss man zum match sagen, dass sion extrem defensiv spielte. was ich das sah, erinnerte mich stark an vergessen geglaubte challenge league zeiten. dort war es immer so, dass luzerns gegner mit einer 9-1-aufstellung spielten und möglicherweise sogar durch einen konter das siegestor erzielen konnten. und das spiel gegen sion hatte genau diese züge, die solche unglücklichen niederlagen eben haben. luzern rannte an und die erste offensivaktion der walliser endete mit einem penaltypfiff. provokateur virgile reset hatte sich hingelegt. nicht weil es auf dem matschigen boden der allmend so bequem wäre, nein, schlicht weil es dafür eine praktisch 100%ige torchance gibt. paito liess sich selbige nicht nehmen und knallte den ball knapp an zibung vorbei ins netz. der fcl muss sich einmal mehr den vorwurf gefallen lassen, zwar viel gearbeitet zu haben, aber keine zwingenden torgelegenheiten zustande gebracht zu haben.

mit dem rückstand ging man also in die pause. der überraschend schwache lambert wurde durch shi jun ersetzte, der wiederum el idrissis platz im sturm übernahm. auch in der zweiten hälfte beschränkte sich sion auf das verteidigen. mit einer ausnahme: direkt nach der pause erzielten die gäste ein tor. nur wuchtete fcl-goalie zibung den ball noch in der luft wieder weg. laperrière sah nichts und auch sein assistent zeigte kein tor an. so blieb der fcl von einer fast sicheren niederlage verschont. auf der anderen seite hatten chiumiento und seoane die besten ausgleichschancen, die allesamt von sion-keeper david gonzalez zunichte gemacht wurden. seinen dritten entscheidenden fehlentscheid verlegte laperrière ganz ans ende des spiels. in der 89. minute fiel er auf mauro lustrinellis fallkünste hinein. man muss lustrinelli aber attestieren, dass im gegensatz zu resets fall, hier tatsächlich eine berührung vom gegenspieler voran gegangen war. deshalb und weil man das ganze spiel gekämpft hatte, ging der durch davide chiumiento erzielte ausgleichstreffer in ordnung.

es bleiben aber einige fragen offen, vor allem was das offensivspiel der luzerner betrifft. warum wird beispielsweise el idrissi im sturm neben lustrinelli eingesetzt, wo man ihn doch für die aussenbahn geholt hat? warum spielt shi jun meist nicht neben, sondern hinter lustrinelli? warum schöpft sforza sein wechselkontingent nicht aus, wenn man unbedingt noch ein tor erzielen müsste?

daten

Luzern – Sion 1:1 (0:1)

Allmend. – 7562 Zuschauer. – SR Laperrière. – Tore: 23. Paito (Foulpenalty) 0:1. 89. Chiumiento (Foulpenalty) 1:1.

Luzern: Zibung; Schwegler, Veskovac, Diarra, Lustenberger; Lambert (46. Shi Jun), Wiss, Seoane, Chiumiento; El Idrissi (82. Bader); Lustrinelli.

Sion: Gonzalez; Vanczak, Sarni, Bühler, Nwaneri; Reset (56. Dominguez), Ahoueya (71. Beto), Brellier (83. Geiger), Paito; Saborio, Adeshina.

Bemerkungen: Luzern ohne Tchouga, Bättig (alle verletzt), Sion ohne Obradovic, Alioui, Crettenand (alle verletzt). Verwarnungen: 37. Nwaneri, 51. Paito, 56. Shi Jun, 66. Vanczak (alle Foul), 83. Brellier (Zeitverzögerung), 85. Lustenberger (Foul).

[quelle: tagesanzeiger]