aktuell ist der begriff «rassismus» in aller munde. kein wunder, findet doch in genf die antirassismuskonferenz der un statt. für uns schweizer ist rassismus immer etwas, das es in anderen ländern gibt. viele halten sogar das antirassismusgesetz in der schweiz für überflüssig. schliesslich gibt es sowas bei uns ja nicht. warum also etwas regeln, das faktisch nicht existiert?
ich sehe das etwas anders: es wäre wirklich zu schön, würden wir ein solches gesetz nicht benötigen. doch meine erfahrungen zeigen leider, dass der rassismus in der schweiz für andersfarbige, anderssprachige oder einfach sonst irgendwie andersartige real existiert. als dunkelhäutiger mensch erlebe ich das noch immer viel zu oft. das müssen nicht explizite beleidigungen sein. es beginnt damit, dass man im restaurant immer länger warten muss als gleichzeitig angekommene «normale» gäste. es geht weiter um die blicke, die man kassiert, wenn man als «gemischtes» paar ein lokal betritt. oder wenn man an der fleischtheke ansteht und partout einfach nie bedient wird. ja, das sind alles kleine dinge, was aber nicht heissen soll, das keine grossen geschehen würden. und: auch im keim ist rassismus etwas, das man nicht akzeptieren sollte.
doch ich will hier nicht rumjammern, bin ja schliesslich zum bloggen hier. meine idee wäre es, dass ich hier andere ähnlich betroffene in form eines interviews zu wort kommen lasse. primär geht es mir darum der schweizer bevölkerung klar zu machen, dass rassismus ein auch hier real existierendes problem ist, unter welchem viele menschen leiden. es wäre schön, wenn die interviewten auch mit namen und gesicht zu ihren aussagen stehen würden, aber ich würde auch über ein anonym geführtes interview berichten.







