Die Seleçao meldet sich zu Wort

Viele denken, dass Fussballer nur an Fußball denken. Aber wir wissen, was gerade passiert. Wir wissen, dass sie Recht haben mit ihren Protesten und dass in unserem Land viele Dinge verbessert werden können

Hulk, brasilianischer Nationalspieler zu den aktuellen Ereignissen im Land der WM 2014.

Die Seleção ist das Volk. In einer Demokratie ist es normal, dass man diese Demonstrationen akzeptiert und dass sie von der Regierung wahrgenommen werden. Wir wünschen uns, dass sie weiter friedlich sind.

Felipe Scolari, Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft Seleçao.
[sueddeutsche]

 

Fiat 500L Living

So kannte man den Fiat 500L noch nicht, mit riesigem Kofferraum nämlich. An dieser Stelle können bei der «Living» genannten Langversion auch zwei zusätzliche Sitze eingebaut werden. Schöner wird der ohnehin schon speziell ausschauende Fünftürer damit nicht unbedingt. Aber Fiat kann über die kindchenschemaartige 500-Optik womöglich auch etwas grössere Autos verkaufen. Mal sehen, ob das gelingt.

Fiat 500L Living Fiat 500L Living Fiat 500L Living

Sekte oder Kirche?

https://twitter.com/redder66/status/346171700599214081

Dieser Tweet hat mich auf den verlinkten Artikel auf tagesanzeiger.ch gelenkt. Er dreht sich um den Jahresbericht von infoSekta. 2012 hat die Beratungsstelle für Sektenfragen 15% mehr Anfragen erhalten (jetzt 1696). Dabei ist auffällig, dass 41% aller Anfragen aus dem Kanton Zürich stammen.

Doch die Frage, die mich interessiert, dreht sich eher um die Definition. Was ist überhaupt eine Sekte? Und wann handelt es sich um eine Kirche? In Diskussionen in denen beispielsweise über die Zeugen Jehovas als schlimme Sekte geflucht wird, werfe ich gerne ein, dass die Christen einst als «jüdische Sekte» gestartet sind. Es heisst dann meistens, das sei doch etwas ganz anderes. Doch ist es wirklich so anders? Vielleicht helfen die Sektenmerkmale von infoSekta.

  • Struktur der Organisation: Gruppe mit straff hierarchischer und doktrinärer Struktur
  • Autoritäre Führung: Führergestalt mit prophetischen oder guruhafter Ansprüchen
  • Offenheit der Gruppe: Isolation und starke Abgrenzung der Gruppe nach aussen
  • Leistungen für die Gruppe: überteuerte Kursangebote oder Kosten für Lehrmaterial, Fronarbeit
  • Welt- und Menschenbild: Einteilung der Welt in Gut und Böse, Schwarz-Weiss-Denken
  • Absolutheitsanspruch: ausschliessender Glaube an die absolute Wahrheit des eigenen Systems, der eigenen Lehre, des eigenen Weges, der eigenen Methoden
  • Erlösungs- oder Heilsversprechen:  «Universalrezepte»  für sämtliche Probleme sowie irreale Machbarkeitsvorstellungen
  • Elitebewusstsein: Die Mitglieder der Gruppe verstehen sich als auserwählt, als spirituell weiterentwickelte Elite der Menschheit, als „Speerspitze“ des Wissens.
  • Endzeiterwartung: Gruppe erwartet Endzeit, Weltuntergang
  • Informationspolitik nach Aussen: keine offene Informationspolitik, irreführende Propaganda
  • Informationspolitik nach Innen: Selektion von Information bis hin zu bewusster Desinformation innerhalb der Gruppe
  • Umgang mit Kritik: Kritikverbot innerhalb der Gruppe; Bekämpfung von KritikerInnen ausserhalb
  • Milieukontrolle: Kontrolle und Überwachung aller Lebensbereiche
  • Rücksichtlose Methoden: getarnte oder irreführende Anwerbung, Indoktrination, Einsatz von bewusstseinsverändernden Methoden
  • Gedanken- und Gefühlskontrolle: durch Erzeugung eines schlechten Gewissens und von Angst wird das Mitglied manipuliert; durch exzessives Praktizieren von Entspannungstechniken und Meditation werden Gedanken und Gefühle kontrollierbar und manchmal sogar ein “innerer Führer” eingeführt, der das eigene Gewissen ersetzt

Eigentlich ganz interessant. Aber: Wenn ich die Liste mit der katholischen Kirche durchgehe, gibt es eigentlich nur wenige Punkte, die ich für sie eindeutig zurückweisen müsste. Somit ist die Unterscheidung zwischen den Begriffen Kirche und Sekte weiterhin unklar. Auch die Definition, die man bei Wikipedia findet, hilft nicht wirklich weiter. Ursprünglich sei der Begriff eine Wertneutrale Übersetzung des griechischen Hairesis. Der lateinische Begriff Secta wurde vom Verb sequi (folgen) abgeleitet. Und folgen tun ja eigentlich alle Angehörigen einer Glaubensrichtung auf irgendeine Weise irgendwem oder irgendwas. Am Ende scheint also einer der Kommentierenden des Tagi-Artikels Recht zu behalten:

Der Unterschied zwischen Sekte und Religion besteht in der Anzahl der Mitglieder.

Oder wie seht Ihr das?

Lamborghini Gallardo Performante Spyder

Nein, für einen ausgewachsenen Fahrbericht, wie wir ihn jeweils auf zündung.ch präsentieren reicht es diesmal nicht. Dafür war die gute halbe Stunde im Lamborghini Gallardo Performante Spyder dann viel zu schnell vorbei.

Dabei ist es nicht einmal die Schnelligkeit des Autos an sich, die begeistert. Natürlich ist er mit seinen 570 PS, die er über alle vier Räder auf die Strasse bringt, ist er natürlich nicht gerade langsam. Aber es gibt schnellere Fahrzeuge. Wirklich beeindruckend ist die Soundkulisse, die sich seit dem ersten Gallardo nun doch merklich gebessert hat. Schon als ich den Schlüssel drehe (nein, kein Startknopf), schreit der V10 ein erstes Mal auf. Nein, dezente Auftritte sind eines Lamborghinis Sache nicht.

Da passt auch die orange Lackierung des Testwagens bestens ins Bild. Dass beim Performante noch ein fester schwarzer Heckflügel, breite Schweller und ebenso schwarze Frontschürzen dazukommen, fällt dann fast nicht mehr auf. Fast. Übrigens ein gutes Stichwort, denn das sequenzielle Getriebe schaltet fast ruckfrei, was sich schon auf dem Weg zum ersten Kreisel zeigt.

An der Ampel lege ich per Paddel den ersten Gang ein, um bereit zu sein, wenn die drei Gallardo vor mir gleich losbrausen. Da wir uns nicht auf der Rennstrecke bewegen, ist stets Vorsicht geboten: Die Maximaldrehzahl von über 8000 kann legal nur in den ersten zwei Gängen ausgereizt werden. Und weil das Dach bei diesem Wetter natürlich unten bleibt, sind wir alle meistens in den ersten drei Fahrstufen unterwegs.

Für den Alltag gibt es auch eine Automatikfunktion, die ihren Job gar nicht mal so schlecht macht. Aber weil das ja eine Testfahrt ist, ertappe ich mich beim Runterschalten vor Unterführungen. Einfach unglaublich, wie dieses Auto klingt. Da verzeihe ich ihm glatt, dass die Displays im Innern noch immer von Audi stammen. Ausserdem ist die Übersicht wie zu erwarten vor allem nach senkrecht oben gut. Wer rückwärts fährt, ist über die Kamera mehr als nur froh.

Nach einigen Autobahnkilometern geht es auf die Landstrasse, wo ich über den Komfort des Performante staune. Beim Superleggera, den ich vor ein paar Jahren testete, bezeichnete ich den Fahrkomfort als «human», hier ist er aber richtig gut. Offenbar hat man für die offene Version einen beifahrer(innen)freundlichere Abstimmung gewählt. So peile ich mit dem kleinen Lenkrad lässig jeden Scheitelpunkt an, ohne den kleinen Verwerfungen im Asphalt ausweichen zu müssen. Der Schub am Kurvenausgang lässt sich wunderbar dosieren, wobei es untenrum sogar noch etwas mehr sein dürfte. Ich bin versucht, das Wort «alltagstauglich» zu verwenden. Doch als ich dann auch noch die Fenster und das Windschott versenke und ein weiteres Mal das Freudenspenderpedal bediene, verfliegt dieser Gedanke nur zu schnell.

Der Gallardo ist auch in der leichteren Variante des Spyder ein wunderbarer Zweitwagen, der seinen Insassen jederzeit ein Lächeln, nein, ein breites fettes Grinsen ins Gesicht zu zaubern vermag. Und einige Anwohner der Schnellstrassen mögen sich heute grün und blau geärgert haben, dass sie damals unbedingt Lärmschutzwände vor ihrem Einfamilienhäuschen haben wollten.

Loeb und Peugeot am Pikes Peak

… das muss einfach funktionieren. Das war mein erster Gedanke, als ich von diesem Projekt hörte. Mit 900 PS dürfte es der Peugeot 208 T16 nicht allzu schwer haben. T16 steht dabei vor allem als historische Referenz zum legendären 405, der damals mit ebendiesem Kürzel den Berg hinaufdonnerte. 1988 und 1989 war Peugeot damit siegreich. Am Steuer Ari Vatanen und Bobby Unser. Das Video dazu gibt es hier natürlich ebenso, wie das von den Trainings von Loeb.

 

Eine Metro für Luzern?

Ab und zu wagt man in Luzern etwas. So ist mit dem KKL ein spektakuläres Kulturzentrum entstanden, das heute zur Stadt gehört, wie die alten Sehenswürdigkeiten. Auch das Stadion Allmend mit seinen Hochhäusern, das besonders im Dunkeln toll ausschaut stellte ein solches Wagnis dar. Nun geistert wieder einmal eine grosse Idee herum: Eine Metro soll den Bereich beim Schwanenplatz mit einem grossen Parkhaus bei der Kehrichtverbrennungsanlage verbinden. Neben 3500 Autostellplätzen stünden auch 80 Carparkplätze bereit. 400 Millionen soll die Massnahme zur Verringerung des Verkehrs in der Stadt kosten.

Fraglich bleibt, ob diese Lösung nicht zu kurz greift. Müssten auch Kriens und Emmenbrücke durch eine solche Bahn angebunden werden? Wie lassen sich die 400 Millionen auftreiben, die vor allem durch private Investoren gedeckt werden müssten? Ist eine solch aufwändige Lösung überhaupt nötig? Man darf gespannt sein, wie es mit diesem Projekt weitergeht.

Renault Twin’Run – Video

Auch wenn ich damit aller Wahrscheinlichkeit nie fahren werde: Der Renault Twin’Run ist für mich schon jetzt das Auto des Jahres 2013. Hach.

Merci, Mirko, für den Tipp.