alpha dog

also mal ehrlich, was sollen all die tollen reviews und kritiken zu diesem film? ich verstehe nicht, wie man diesem mist auch nur ein positives wort abgewinnen kann. von a – z langweilig, möchtegern-cool geschnitten, überklischiert, wirre (teils unlogische) geschichte und nicht mal speziell gut gespielt. no thanks.

ein drogendealer wird überheblich und handelt sich diverse probleme ein. das schlimmste davon in der person des bruders eines ehemaligen laufburschen. weil er mit diesem streit hat kidnappt er kurzerhand den bruder. obwohl dies dem bruder nicht mal unrecht ist, spitzt sich die lage immer weiter zu, bis er nur noch ein lästiger klotz am bein ist. was nun?


bleibt wohl besser sänger: justin timerlake

jedes einzelne klischee wird in diesem film bedient. die möchtegerngangster hören hiphop und feiern wilde parties mit kaum bekleideten frauen. gähn. der film bemüht sich auch, den fuck-counter in die höhe schnellen zu lassen. doch das ist alles nur aufgesetzt. niemand in diesem film besitzt auch nur den hauch von glaubwürdigkeit, was die geschichte zur farce verkommen lässt. justin timberlake ist dem disney-club eben immer noch näher, als man denken würde, da kann er sich auch noch den rest seines gestählten körpers tätowieren. ein gangsta wird der typ nie. das gilt so auch für den rest des ensembles, nur sieht man es bei timberlake halt am besten.

ok, das jahr ist noch jung, aber bis jetzt ist alpha dog auf jeden fall der schlechteste film dieses jahres.

bobby

ich habe ja nie ganz begriffen, was so wahnsinnig toll an diesen kennedys war. wenn meine eltern oder andere leute, die jfk und rfk aus dem fernsehen kannten, über die kennedys sprechen, dann bekommen sie noch heute feuchte augen. ich dachte immer: natürlich ist es scheisse, wenn jemand so wichtiges stirbt, aber da wird es ja wohl noch ein paar andere ähnlich denkende menschen geben, die diesen job gleich gut machen können. inbobby wurde ich eines besseren belehrt.

im ganzen film wird nie ein schauspieler für robert f. kennedy (bobby) einesetzt, man sieht ihn nur auf originalen mitschnitten. stattdessen wird auf das ambassador hotel fokussiert, in welchem der tragische mord geschah. hier arbeiten weisse und schwarze und mexicaner, männer und frauen. sie alle sind noch durch die entsprechenden hierarchiestufen getrennt. doch praktisch alle wollen diesen zustand ändern. es sind die verschiedensten kleinen schicksale, die diesen film so liebenswert machen. allen gemein ist nur die hoffnung, die hoffnung dass es mit bobby kennedy besser wird. auch die wahlhelfer halten sich im ambassador hotel auf. einer von ihnen sorgt für die wahrscheinlich berührendste szene des films, als er von einem face-to-face-meeting mit kennedy aus dem sitzungszimmer tritt und einfach eine grenzenlose begeisterung ausstrahlt.


anthony hopkins, harry belafonte

emilio estevez ist ein meisterstück geglückt. endlich verstehen auch jüngere generationen (darunter auch die meine), warum kennedy so enorm wichtig war. die atmosphäre, die er mit diesem film schafft, ist einzigartig. alles scheint so echt, so authentisch, nur die reden des küchenchefs (laurence fishburne) sind vielleicht ein bisschen zu viel des guten. die schauspieler gehen ausnahmslos in ihren rollen auf. keiner der stars (sharon stone, helen hunt, heather graham, lindsay lohan, william macy, laurence fishburne, ashton kutcher, christian slater, anthony hopkins, harry belafonte (!!) ) stellt sich zu sehr in den vordergrund. natürlich ist es die absicht von estevez, dass man paralellen auf die heutige politik ziehen kann. tatsächlich hat sich bobby kennedy bereits für umweltschutz stark gemacht. und auch in sachen gleiche rechte für alle sind wir noch immer nicht am ziel.

the last king of scotland

um dem zuschauer den durchgeknallten diktator idi amin aus der nähe zu präsentieren, wird ein einfacher trick gewählt. der schottische doktor nicholas garrigan trifft durch zufall auf den frisch an die macht gekommenen amin und muss diesen verarzten. von da an ist dieser begeistert vom schotten und möchte ihn als seinen arzt und berater an seiner seite haben. tatsächlich lässt der junge garrigan seinen job bei einem kleinen krankenhaus sausen, um sich fortan um den neuerdings mächtigsten mann ugandas zu kümmern. er geniesst alle vorteile, kriegt sogar einen mercedes sl geschenkt und läuft amins eigentlichem berater immer mehr den rang ab. völlig naiv glaubt er dem ehemaligen general alles aufs wort. und so fühlt man schon im ersten teil des films eine seltsame ungewissheit, obwohl eigentlich nichts «böses» geschieht.

der zweite teil bricht radikal mit dem ersten. amin zeigt sein wahres gesicht, bzw. seine wahren gesichter. der diktator ist wie die meisten charismatischen führer geistig ziemlich gestört. er wird paranoid und unsicher. es wird immer klarer, dass er gegen die opposition, also gegen die ehemalige regierung und deren anhänger, mit eiserner hand regiert. die leichen werden laut gerüchten nicht einmal mehr begraben, sondern direkt den krokodilen zum frass hingeworfen. inmitten all diesem chaos begreift garrigan so langsam den ernst der situation. seine eigene hat er mit einem abenteuer mit amins dritter frau noch zusätzlich verschlimmert.


amin (forest whitaker) und sein arzt garrigan (james mcavoy)

the last king of scotland ist ein sehr eindrücklicher film. er schafft es, ugandas traurigstes kapitel auf einfühlsame weise zu beschreiben. auf rohe gewalt und extrem blutige szenen wird glücklicherweise fast ganz verzichtet, was den film auch für zartere naturen empfehlenswert macht. trotzdem wird gar nichts beschönigt, auch die weissen werden nicht pauschal als gut oder böse dargestellt. sehr angenehm. alles in allem ein film, den man gesehen haben sollte.

the good german

die geschichte dieses filmes in wenigen sätzen sinnvoll zusammnzufassen ist praktisch unmöglich. das hat auch damit zu tun, dass nicht alles bis ins detail erklärt wird. grundsätzlich gibt es zwei geschichten: jake geismer (clooney) kommt nach längerer absenz zurück und trifft wie durch zufall auf seine ehemalige assistentin, die zu seiner geliebten wurde. dann gibt es diverse leute, die einen gewissen emil brandt töten oder mindestens sehr dringend finden möchten. der deutsche wissenschaftler hat beim bau von raketen mitgeholfen und möchte gegen seine kumpanen aussagen. doch scheint niemand zu wissen, ob brandt überhaupt lebt. die beiden geschichten sind insofern miteinander verwoben, dass lena brandt (fantastisch: cate blanchett) die vorhin beschriebene geliebte ist.


die wunderbare cate blanchett und george clooney

nach good night and good luck traut sich george clooney erneut in einen schwarzweiss-streifen. steven soderbergh hat dafür gesorgt, dass die optik wirklich die eines alten filmes ist. mir gefällt das sehr gut. was mir weniger gefiel, war die doch recht undurchsichtige story. dafür sind die schauspieler natürlich top. doch davon alleine macht man eben noch keinen wirklich tollen film. wenn man the good german als etwas elaborierteren liebesfilm sieht, dann macht er wohl am ehesten sinn.

smokin› aces

nein, das geht nicht. man keinen kult-film planen. ausser vielleicht, man ist stanley kubrick oder quentin tarantino. und da kubrick bereits tot ist, tendiert die wahrscheinlichkeit extremstens gegen null, dass man die fähigkeiten hat, gewollt einen kultfilm zu drehen. nun, joe carnahan probiert’s trotz allem. sein scheitern zieht sich von anfang bis zum ende über jede einzelne der 109 filmminuten. leider. da wird mutig geschnitten, blutig gespritzt, wild geschossen, schön musiziert und auch eine knackige autoszene ist dabei. doch all das reicht halt nicht. denn, seien wir ehrlich, die geschichte ist ziemlich seicht. ein wichtiger mafioso soll umgebracht werden. da es eine art kopfgeld zu gewinnen gibt, haben es gleich mehrere gruppen auf den hals von buddy aces israel (jeremy piven) abgesehen. da gibt es zwei killerfrauen (eine davon gespielt von alicia keys), einen früheren cop (ben affleck), einen trupp von wilden nazis, einen profikiller und einen unbekannten schweden. dazu kommt das fbi, welches den tod von israel irgendwie verhindern will.

was sich dann abspielt ist relativ langweilig und nur selten allenfalls ein bisschen kultverdächtig. als die behämmerten neonazis mit ihrer eigenen kettensäge zerteilt werden ist vielleicht so ein moment. aber auch der ist sehr gewollt. ok, am ende des filmes gibt es eine einigermassen überraschende wende, die allerdings schon ein wenig in moralin getränkt wurde. das wiederum passt natürlich überhaupt nicht zum kultanspruch des filmes. aber weil der zuseher doch recht überrascht wird, sehe ich das mal grosszügig als pluspunkt an.


ebenfalls sehr gewollt cool: smokin› aces filmplakat

ansonsten bleiben noch ein paar tolle kameraeinstellungen und die kartenmischtricks des casinohelden buddy aces israel in den köpfen der zuschauer hängen. alles andere wird wohl – zurecht – schnell in vergessenheit geraten. auf den nächsten echten kultfilm müssen wir hoffentlich nicht allzu lange warten. tarantino wird ja bei the grindhouse mitmischen…

ghost rider

wenn ich einen film wie ghost rider schauen gehe, dann habe ich keine hohen erwartungen. so ein film soll einfach technisch gut gemacht sein, ein bisschen action bieten und auch optisch schön daher kommen. dieser erwartungen kann ghost rider voll und ganz erfüllen. ich kenne (natürlich) die comic-vorlage nicht und kann deshalb unmöglich beurteilen, ob die umsetzung gelungen ist.

die geschichte ist einfach: ein ghost rider ist einer, der seine seele dem teufel verkauft, um dafür etwas zu erhalten. im falle von johnny blaze (nicolas cage) ist es das leben des vaters. wer den deal eingeht, ist tagsüber ein normaler mensch, sobald die nacht kommt und böses in der umgebung lauert, wird der betreffende aber zum ghost rider. er muss sich gegen einige aufständische böse behaupten, damit diese den «originalteufel» nicht an macht überflügeln. schafft er das, ist er seinen job als ghost rider lost und darf wieder ein normaler mensch sein…


nicolas cage (also nicht wirklich…) als ghost rider

so weit, so klar. früher hatte der ghost rider ein pferd, heute reitet er eine brennende custom-harley. sein kopf steht auch in flammen, was dem sonst allzu knochigen schädel noch recht gut steht. die special effects sind meiner meinung sehr gelungen, auch weil sie nicht in rauen mengen eingesetzt werden. der ghost rider wirkt so realistisch, wie ein mann mit brennendem schädel nur wirken kann. netter optischer nebeneffekt ist eva mendes, die als freundin von johnny blaze eine naturgemäss nicht allzu dankbare rolle einnimmt. die story ist nicht allzu kompliziert aber auch nicht komplett vorhersehbar, also gerade richtig. ich finde: popcorn-kino at its best!

und übrigens noch zu nicolas cages haar: ich glaube, man hat ihm nur deshalb ein bisschen mehr davon verpasst, damit er matt long (der johnny blaze in der «jungen version» verkörpert) wenigstens ein ganz kleines bisschen ähnlich sieht. ansonsten gibt es da ja wirklich keine parallelen.

stranger than fiction

harold crick (will ferell) merkt auf einmal, dass er teil einer erzählung ist. ständig hört er eine simme, die genau beschreibt, was er gerade tut, fühlt oder denkt. mit hilfe eines literaturprofessors (dustin hoffman) versucht er herauszufinden, wer die geschichte geschrieben hat und vor allem, wie er seinen bereits vorausgesagten tod vehindern kann. dass er sich dabei komplett von seiner art zu leben entfernt, ist ein sehr netter nebeneffekt. bisher zählte er beim treppensteigen die stufen und rechnete schwierige multiplikationen innert sekunden. als steuereintreiber kam ihm seine liebe zu zahlen zugute. doch den rest seiner tage möchte er nicht mehr mit zählen oder rechnen verbringen… er entdeckt die liebe und das leben, doch ist nun alles zu spät? wie bald wird seine geschichte mit dem tod enden?


dustin hoffman, will ferell

marc forster ist ein film gelungen, wie ich ihn noch nie gesehen habe. die story mit der erzählerin ist zwar sehr schräg und doch kann man sich gut in den armen harold hineinversetzen. sein zahlenhirn wird mittels special effects in den film eingeblendet. geht er beispielsweise eine treppe hinauf, sieht man auf jeder stufe eine zahl. ein bisschen technoid und doch ein nützliches hilfsmittel.

eine komödie, die erfrischend aus dem hollywood-einheitsbrei heraussticht und sogar mit einem gewissen tiefgang dienen kann. dass die schauspieler erste sahne sind, braucht man eigentlich nicht zu erwähnen.

the pursuit of happyness

kurz gesagt: es ist die tellerwäscher-wird-millionär-geschichte, der american dream, der doch gerade in den usa nahezu ein ding der unmöglichkeit ist. von daher ist die spannung schon von beginn an weg. trotzdem istthepursuitofhappyness ein sehr schöner film. will smith spielt diesen aufstrebenden loser-typen chris gardner sehr überzeugend. doch der eigentliche star ist natürlich smiths sohn jaden christopher syre, der den kleinen christopher spielt. an der seite seines vaters erlebt er die trennung von der mutter und die suche nach einem platz zum schlafen. er geht mit, wenn der vater in der schulfreien zeit seine röntgengeräte zu verkaufen versucht. und er ist einfach nur süss (liegt wohl daran, dass er seiner sehr, sehr hübschen mutter ähnelt).


jaden christopher syre smith, will smith

auch wenn der film schön ist, gibt es doch einige kritikpunkte. wie bereits angetönt ist er fast ganz spannungsfrei. man merkt nicht wirklich, dass es sich um einen schwarzen mann handelt, die frage der hautfarbe (die in den 80ern sicher noch wichtiger war) wird nicht wirklich behandelt. soweit ich das beurteilen konnte, stammten sämtliche autos aus den siebziger jahren, was natürlich eher ein detail ist. ein pluspunkt ist sicher noch, dass man san francisco einmal mehr aus einem anderen winkel zu sehen bekommt. trotz allem ist die geschichte einen kinobesuch wert, weil sie ein gegengewicht zu den heute dominierenden genres bietet. sie ist kitschig, aber gerade das macht sie aus.

marmorera

*achtung:* kannspoiler enthalten.

zuerst mal das positive: der anfang des filmes ist wirklich traumhaft schön gemacht und man merkt, dass die macherthering gesehen haben. die ästhetik kommt einem auf angenehme art bekannt vor. dann beginnt die geschichte. eine frau wird tot aus dem marmorerastausee geborgen, doch wider erwarten erwacht sie zu neuem leben. dafür sterben nun laufend einwohner des kleinen dörfchens, welches dem energiebedürfnis des mittellandes zum opfer fiel. der psychiater, der die scheinbar stumme frau aus dem see betreut, stammt selbst aus marmorera. während des films macht er eine psychische karriere vom streng rationalen analysten zum gestören psychopaten durch. nur er versteht die frau aus dem see, die er julia nennt, und nur er kann scheinbar das rätsel lösen. vielleicht habe ich jetzt schon zuviel verraten, aber das macht nichts, weil der film sowieso von a – z vorhersehbar ist.


anatole taubmann, eva dewaele

ich habe selten einen so unspannenden mysteryfilm gesehen. ihn als horrorilm zu bezeichnen wäre dann wirklich masslos übertrieben. der zuseher wird geradezu mit dem hammer auf die «kleinen» hinweise zur rätsellösung aufmerksam gemacht. die schauspieler geben zwar alles, können den film aber auch nicht besser machen. eva dewaele ist völlig fehlbesetzt. vor ihr hätte nicht einmal ein mäusebaby angst. weiter sind noch stars der schweizer filmszene in nebenrollen zu sehen: patrick frey, hanspeter müller-drossaard, stefan gubser, mathias gnädinger. doch auch die können das fiasko nicht abwenden: marmorera ist teilweise schön gemacht und das ist leider schon alles. die special effects sind manchmal schon sehr ärmlich und die story ist einfach zum davonrennen schlecht erzählt.

die frage drängt sich schon auf, wie marmorera zu solchen kritiken kommen konnte:

blood diamond

der titel verrät schon eine ganze menge: blood diamond. in sierra leone lassen rebellen ihre gefangenen nach diamanten schürfen. auch solomon vandy (djimon hounsou) ist ein solcher gefangener. als er einen grossen diamanten findet, diesen aber nicht an den rebellenführer abgibt, beginnt seine lange flucht. auf der anderen seite versucht danny archer (leonardo di caprio) die diamanten nach liberia zu schmuggeln, um sie von dort aus praktisch legal nach london zu transferieren. beide werden geschnappt und landen im gleichen gefängnis. sie wissen, dass nur der grosse diamant sie retten kann: archers leben und vandys familie. mit der hilfe von maddy bowen (jennifer connelly), die eine story über das dreckige geschäft mit den blutdiamanten schreiben will, versuchen sie sowohl den rebellen als auch der korrupten armee zu entkommen und den diamanten zu finden.


einmal mehr fantastisch: djimon hounsou

der film ist wirklich toll, gerade weil es einem von zeit zu zeit den magen umdreht. er scheint mir nahe an der realität, zumal sich vieles mit dingen, die ich über sierra leone und liberia gelesen habe deckt. das brutalste sind wohl die kindersoldaten. zu einem solchen wird auch solomons sohn dia umfunktioniert. 200’000 kindersoldaten soll es auf dem afrikanischen kontinent geben. zurück zum film: die geschichte wird sauber erzählt und bleibt sehr lange spannend. schön ist vor allem, dass djimon hounsou endlich eine rolle bekommen hat, in welcher er sein ganzes können zeigen kann. er ist extrem wandelbar und nach meiner einschätzung momentan einer der besten schauspieler überhaupt. bitte mehr von ihm. auch di caprio ist sehr gut, was auch titanic-hasser wohl zugeben müssen. und jennifer connelly ist auf eine interessante weise schön, was bei all den auswechselbaren hollywoodchicks eine angenehme überraschung ist.

ihr merkt: über den film möchte ich nicht allzu viel sagen. schaut ihn euch an. ihr werdet es nicht bereuen, aber wahrscheinlich eine andere wahrnehmung für diamanten entwickeln…