vicky cristina barcelona

vicky (scarlett johansson) und cristina (rebecca hall) verbringen den sommer in barcelona. als ihnen der künstler juan antonio (javier bardem) ein verlockendes aber doch unmoralisches angebot macht, gehen die beiden amerikanerinnen mit ihm nach oviedo. als sie wieder zurück in barcelona sind und auch noch javiers ex-frau marie elena (penelope cruz) auftaucht, nimmt das drama seinen lauf…

woody allens filme mag man, oder man mag sie eben nicht. im gegensatz zu cassandra’s dream oder anderen jüngeren allen-filme kommt dieser hier locker leicht daher. ganz ohne das ziel, grosses zu erklären. ganz sicher trägt das flair von barcelona zu dieser wahrnehmung bei. von der geschichte her würde der film vielleicht noch besser nach athen passen, aber in der katalonischen metropole fühlt sich woody allen offensichtlich wohl. wie sonst wäre es zu erklären, dass er den standard us-ami dermassen schlecht aussehen lässt. überhaupt kommt der us-amerikanische lebensstil nicht gut weg. am ende hat allen dann zwar das drama nicht neu erfunden, aber immerhin über 100 minuten dialoglastige unterhaltung geboten.

madagascar – escape 2 africa

die vier aus dem new yorker zoo enflohenen tiere haben genug von madagascar. mit hilfe der vier pinguine fliegen sie in einem klapprigen flugzeug zurück, landen jedoch schon bald in ihrer wirklichen heimat. dort gibt es ein wiedersehen mit alten bekannten und alex soll gleich rudelführer bei den löwen werden. natürlich klappt nicht ganz alles wie geplant…


melman, gloria, alex, marty

nach dem ersten teil sind die erwartungen an madagascar 2 natürlich hoch. wieder gelingt es den machern, etwas wirklich lustiges auf die beine zu stellen. mir persönlich gefallen die sidekicks besser als die vier zentralen akteure. vor allem die pinguine mit ihren abgefahrenen plänen und der noch abgefahreneren umsetzung finde ich zum brüllen. ausserdem kann man bernie mac in einer seiner letzten rollen als löwe zuba erleben. ali g alias sacha baron cohen lotet mit dem lemur julien die grenzen des gerade noch guten geschmacks aus und david schwimmer gibt das hypochondrische giraffenmännchen melman einmal mehr perfekt.

kurz: anschauen und lachen.
[kinostart: 4. dezember 2008]

body of lies

der cia-agent roger ferris (leonardo di caprio) soll sich in jordanien an al-salim, den chef eines terrornetzwerkes ranmachen. dabei will sich der us-amerikaner vom örtlichen geheimdienstleiter hani (mark strong) helfen lassen. doch die interventionen von ed hoffman (russel crowe), ferris› vorgesetzer in den usa, zerstören das vertrauen des skeptischen hani schnell.

ridley scott hat sich für einen sehr linearen erzählstil entschieden. man kann sich perfekt in ferris hineinversetzen und merkt schnell, wie schwer freund und feind zu unterscheiden sind. mark strong gibt einen wunderbaren jordanier, der sehr schwer auszurechnen ist. ferris hat ein eher europäisches weltbild und möchte langsam und diplomatisch vorgehen, was dem zuschauer verständlich erscheint. russel crowe überzeugt dagegen als selbstherrlicher us-guy mit schlechten manieren und einer unausstehlichen arroganz, der lieber mal einen mann zu viel als zu wenig erschiessen lässt. neben der spannenden story fesselte mich auch die landschaft des nahen ostens.

übrigens: die deutsche übersetzung des titels ist mal wieder kaum zu überbieten. «der mann, der niemals lebte»

happy new year

jeder kennt das: traditionelle feste wie weihnachten, geburtstage und silvester sind emotionsgeladen. das resultat sind häufig streit und tränen. das ist auch inhappy /newyear nicht anders. hier werden verschiedene geschichten von menschen zu silvester in zürich erzählt.

ich muss es gleich loswerden: ein wunderbarer schweizer film, der nebenbei auch einer tollen stadt huldigt. das schauspielerensemble ist ohne ausnahme top und als krönung gibt’s einen jörg schneider in absoluter topform. die handlung ist zwar voraussehbar, trotzdem schaut man dem geschehen gerne und mit spannung zu. und auch wenn das ganze sehr romantisch daherkommt, umschifft regisseur christoph schaub zielsicher die gewässer des kitsch.

ich hatte aus angst vor einem vollen kinosaal die tickets im voraus gekauft. tatsächlich fanden sich nicht einmal zehn personen im raum – uns eingerechnet. hey schweizer, geht gefälligst diesen film schauen. kostet ja nichts, schliesslich seid ihr ja den bond nicht schauen gegangen, oder? 😉

quantum of solace

*vorsicht*spoiler

james bond (daniel craig) trauert immer noch um vesper, die in casino royale starb. als er herausfindet, dass dominic greene (mathieu amalric) von der verbrecherorganisation quantum hinter dem mord steht, beginnt ein einsamer kampf. denn weil die organisation überall ihre leute eingeschleust wird, traut selbst m (judy dench) ihrem topagenten nicht immer. dass er dabei herausfindet, wie greene bolivien von seinem wasserreservoir mitten in der wüste abhängig machen will, wird fast zur nebensache.

liebend gerne würde ich hier hinschreiben, marc forster habe die bond-filmreihe famos fortgesetzt. hat er aber nicht. ok, die sequenz mit dem aston martin dbs am anfang ist göttlich, soll aber nicht aus der feder von foster stammen. der rest besteht aus sehenswerten actionsequenzen. ein bond-film hat aber mehr zu sein als blosse action-unterhaltung. doch weil dialoge fast ganz durch abwesenheit glänzen, kommt weder der typische humor zum vorschein, noch gelingt es die bösen als wirklich böse darzustellen. mir persönlich hat es auch nicht geholfen, dass matthieu amalric irgendwie aussieht wie florian ast. die rolle von anatole taubmann wurde in der hiesigen presse hochgespielt. tatsächlich sagt er nur einmal «jo, isch scho chli heiss da», und das ist es dann schon. wenn man vonquantumofsolace mehr erwartet als einen simplen actionfilm, wird man sicher enttäuscht. falls man trotzdem nicht auf das erlebnis verzichen möchte, empfehle ich das ansehen von casino royale, weil der foster-bond einige male darauf bezug nimmt und auch weil es einfach ein toller film ist.

forster hat einmal mehr wunderbare bilder arrangiert, aber die lizenz zum bond-drehen muss ihm nach diesem film defintiv entzogen werden. das hat er einfach nicht drauf. ich freue mich schon auf 2010, wenn der nächste bond mit daniel craig in der hauptrolle erscheinen wird.

gomorra

scampia wird von der camorra regiert. von a – z. die menschen erhalten ihr geld von einem mitglied ihres clans. bereits im kindesalter wird man mit dem umgang von waffen vertraut gemacht. die mafia kontrolliert nicht nur die strassen, sondern auch die textilindustrie und die abfallentsorgung. die in plattensiedlungen hausende bevölkerung ist total verarmt und ebenso auf die machenschaften der mafia angewiesen, wie sie diese fürchtet.

der film zeigt in erdrückender, fast dokumentarischer art, welche zustände im süden italiens zu herrschen scheinen. matteo garrone hat teile von roberto savianos filmisch umgesetzt. das ganze bleibt stückwerk. für den betrachter überaus mühsam und erklärungsbedürftig. die schwer verständliche sprache trägt zusätzlich zum anstrengenden kinoerlebnis bei. die verfeindeten clans werden im film nicht mit namen genannt, was eine zuordnung der akteure erschwert. etwas weniger authentizität wäre hier wohl besser gewesen. so bleibtgomorra ein absoluter nischenfilm, der zwar ein wichtiges thema anspricht, dabei aber ein breites publikum verfehlt.

nordwand

toni kurz (benno fürmann) und andreas hinterstoisser (florian lukas) haben einen grossen traum: die erstbesteigung der eigernordwand. da das dritte reich nur so nach helden schreit, wird die besteigung sozusagen subventioniert. doch die beiden österreicher sagen vorerst ab, um sich schliesslich mit der arischen konkurrenz konfrontiert zu sehen. die bergsteiger liefern sich einen wettkampf, der nicht gut ausgehen kann. das schlagartig wechselnde wetter am eiger trägt weiter zum drama bei…

mein problem ist, dass ich vor ein paar jahrentouchingthevoid *(must* *see!)* im kino gesehen habe. das absolute nonplusultra was bergsteigerfilme anbelangt. von daher konntenordwand nur verlieren. kommt dazu, dass die ganze sache teilweise etwas gar schmalzig aufbereitet wurde. auch ist eine art medienkritik eingeflochten, die auf mich ziemlich holprig wirkt. im endeffekt ist der film eben ein bergsteigerfilm wie jeder andere mit der typischen liebesgeschichte und dem typischen starrsinn einzelner akteure. das hat man alles in ähnlicherform schon gesehen. ein grosses plus verdient aber die realistische darstellung der szenen am berg.

burn after reading

die geschichte dreht sich um 5 völlig unterschiedliche charaktere. osborne cox (john malkovich) musste gerade seinen job beim cia quittieren und gilt als tobsüchtiger alkoholiker. katie cox (tilda swinton) ist seine ehefrau, die ihn mittlerweile überaus langweilig findet, weshalb sie die scheidung plant. harry pfarrer (george clooney) ist der eigentliche grund für diese scheidung, weil er katie aufgrund seiner sexsucht den himmel verspricht. auch linda liztke (frances mcdormand) wird zur gespielin von pfarrer, als sie auf der suche nach einem neuen mann fürs leben ist. sie arbeitet zusammen mit chad feldheimer (brad pitt) in einem fitnesscenter.

alle diese menschen sind irgendwie vom leben enttäuscht, weshalb sie sich zu denkbar dummen aktionen hinreissen lassen.

wie man beispielsweise in den kommentaren auf cineman.ch lesen kann, kommtburnafterreading bei sehr vielen besuchern schlecht an. ich kann das durchaus verstehen, denn wer nur die namen auf dem plakat liest, wird von der geschichte enttäuscht sein. denn die coen brüder sind nicht darauf aus, eine wahnsinnig tolle story in actiongeladenen sequenzen zu erzählen. vielmehr haben es die beiden geschafft, jedem der hauptdarsteller die rolle perfekt auf den leib zu schneidern. gibt es jemanden, der eine eiskalte ehefrau besser mimen könnte als tilda swinton? wer kanns sich schöner aufregen als john malkovich? daneben gibt es vielerorts kleinste portiönchen an schwarzem humor. und als bonus kriegt der geneigte zuschauer noch j. k. simmons als hilflosen cia-vorgesetzten oben drauf.

für mich besonders in der retrospektive einer der besten film des jahres: unbedingt ansehen!