Maurer und die Zivis

Aber eine Pausenaufsicht, um die Lehrer zu entlasten, damit sie Kaffee trinken können, entspricht nicht der Würde eines Schweizer Bürgers, der etwas machen will fürs Vaterland.

Bundesrat Maurer möchte also nicht, dass die Zivis solche Aufgaben übernehmen. Verständlich, dann hätten sie ja gleich in die Armee eintreten können… 😉

Believe

OMG Mumford and Sons ohne Banjo? Der Aufrschei bei den Fans war gross. Und tatsächlich klingt das neue Zeug anders. Aber nachdem ich diesen Track hier einige Male gehört habe, muss ich sagen, er klingt richtig gut. Was meint Ihr?

Autobahnphobie

Habt Ihr auch eine Autobahnphobie? Nicht, weil sie besonders gefährlich wäre. Sondern einfach, weil es keinen Spass macht, ewig geradeaus zu fahren. Das passende Shirt gibt es jetzt bei Autoblog.com.

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Twitter ist öffentlich

Eigentlich liegt es ja auf der Hand. Twitter ist öffentlich. Doch vielleicht sind wir uns das manchmal nicht ganz bewusst, wenn wir im Bus, im Zug, auf dem WC oder wo auch immer die maximal 140 Zeichen absetzen. Dazu kommt noch die jeweilige Gefühlslage. Man sollte es also vielleicht unterlassen, in der höchsten Aufregung einen wahnsinnig direkten Tweet abzusetzen. Sicher ist er in diesem Moment ehrlich, so frei von der Leber weg halt. Aber er könnte sich auch noch als illegal erweisen.

Es hilft dann übrigens auch nichts, wenn man sagt, es sei einem untergejubelt worden. Also immer dran denken: Twitter ist öffentlich.

NZZ.ch

Tierfotografie, wie sie nicht sein sollte

Ein Löwe, der fast aus dem Bildschirm rausspringt. Ein Elefant, der einen im nächsten Augenblick erdrücken wird. Wir kennen diese tollen Bilder aus Büchern und dem Fernsehen. Habt Ihr Euch auch schon gefragt, wie diese unglaublich spektakulären Tieraufnahmen gemacht werden?

Wer sich auch nur ein bisschen mit Fotografie auseinandersetzt wird schnell gecheckt haben, dass solche Fotos nicht durch Zufall entstehen können. Es braucht Planung, gutes Equipment und vor allem auch örtliche Experten, die genau wissen, wo und wann man welche Tiere aufspüren kann.

Tatsächlich hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, aus einer nicht zu grossen Distanz zu erleben, wie das mit der Tierfotografie eben auch gehen kann. Ein Team um Wim van den Heever hielt sich im gleichen Camp in Botswana auf. Er bietet Fotosafaris an, auf denen interessierte Amateurfotografen ihre Fähigkeiten hinsichtlich Tierfotografie schärfen können. Ich kannte ihn auch nicht, aber der Südafrikaner ist definitiv eine grosse Nummer, wenn es um «Wildlife Photography» also um Tierfotografie geht.

 Zwei mal «durften» wir erleben, was das in der Praxis dann bedeuten kann.

Am ersten Tag hörten wir von unserem Guide, die Fotogruppe sei unterwegs, um Bilder von jagenden Wildhunden zu machen. Die seien praktisch nur für die Wildhunde hier. Tatsächlich fanden sie an jenem Tag eine grosse Gruppe Wildhunde. Dank Funkverkehr trafen auch wir wenig später dort ein, wo sich die 16 Tiere etwas unschlüssig hin und her bewegten. Das Ziel, die Gruppe beim Erlegen der Beute zu fotografieren, rückte in für die Wildlife-Photographers in weite Ferne, als ihr Fahrzeug einen Plattfuss erlitt. Ein wenig Schadenfreude empfanden wir schon, da die Leute mit den grossen Objektiven sehr offensiv an das Rudel heranfuhren und sich ihm immer wieder in den Weg stellten, um die Tiere von vorne zu sehen.

Am zweiten Tag trafen wir kurz nach dem Losfahren auf einen Löwen. Das schöne Tier hatte sich trotz Regens neben einem Busch niedergelassen. Wenig später traf auch wieder die Fotografengruppe beim «König der Tiere» ein. Der erhob sich bald. Sofort schnitten im die Knipser den Weg ab. Der Löwe trottete in eine andere Richtung, die Fotografen (ver-)folgten. Wir forderten unseren Guide schon nach ein paar Minuten auf, die Grosskatze zu verlassen, da wir nicht weiter stören wollten. Schliesslich hatten wir ihn in voller Pracht sehen dürfen, und ein paar «Zähne-zeig-Bilder» waren auch schon im Kasten. Die Fotografen blieben da. Es war etwa 16:15. Später, Stunden nicht Minuten, hörten wir über Funk, dass ein Fahrer das Tier als «nervös» bezeichnete. Kein Wunder, denn die Fotogruppe hatte es weiter verfolgt. Wir hörten weiter am Funk mit. «Let me try a wide-angle lens» tönte es da heraus. Als wir um etwa 19:30 ins Camp zurückkehrten, melden wir den fortdauernden Vorfall der Leitung. Ihr Kommentar: Da Tier sei nicht aufgrund der Fotografen nervös. Ja klar.

Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass die Fotojäger noch bis um nach 22:00 dem Löwen nachstellten. Dies, obwohl es klare Regeln gibt, wie lange man sich draussen überhaupt aufhalten darf. Es kann nicht überraschen, dass bei einer sechs Stunden langen Verfolgungsjagd mit grossen Objektiven dann irgendwann mal ein Bild rauskommt, dass mehr als OK ist. Wenn dafür aber ein Tier so belästigt werden muss, ist das bestimmt nicht im Sinne derer, die sich zuhause die grossformatigen Fotobücher anschauen. Diese Fotografen, die wir erlebt haben, sind nichts anderes als Wilderer ohne Waffen. Für sie steht nicht das Tier im Mittelpunkt, sondern der Drang, mit möglichst unmöglichen Perspektiven Ruhm und Ehre einzufahren. Ich werde jedenfalls künftig daran denken, wenn ich wieder einmal ein besonders spektakuläres Tierbild sehe.

Der Fluch der Leserkommentare

Eigentlich ist die Situation ja grossartig: Wir alle können die grossen Medien online nicht nur lesen, nein, wir können uns auch selbst noch mitteilen. Selbst wenn bei den klassischen Printhäusern nur kleine Artikel oder nur Teile davon ins Netz gestellt werden, so reicht es doch, um sich ein wenig einen Überblick zu verschaffen. Und wer dann meint, er hätte zum jeweiligen Thema selbst noch etwas zu sagen, kann das in den Kommentaren tun. Das funktioniert in der Schweiz auf allen Online-Auftritten der Printmedien. Selbst bei der Weltwoche gibt es diese Möglichkeit. Bei der WOZ bin ich mir nicht sicher, weil ich da kein Abo habe. Denn nur wer ein Abo hat, kann sich da überhaupt erst einloggen. Ein bisschen Web 1.0, liebe WOZ.

Aber zurück zu den Kommentaren generell. Man sollte nicht dem Fehlurteil erliegen, dass man da einen repräsentativen Ausdruck der Gefühle im «Volk» lesen kann. Denn die meisten Kommentarfelder werden offenbar von jenen Zeitgenossen ausgefüllt, die mit dem Geschriebenen im zugehörigen Artikel überhaupt nicht einverstanden sind. Dadurch entsteht meist ein eher verzerrtes Bild.

Darum verstehe ich die Kommentare eher wie ein Mithören am Stammtisch in der Beiz. Da werden Pauschalurteile gewälzt und einfache Lösungen in bierseeliger Laune präsentiert. Nicht selten wird dabei einfach mal das ganze Rechtssystem ausgeblendet. So getreu dem Motto «Wir wüssten ja schon wie» und «Man müsste halt mal…». Die Schuldigen sind wahlweise «die in Bern oben», die «Abzocker», die «Ausländer» oder auch «die Medien».

screen-capture-1855Trotz Kontrollen schaffen es auch immer mal wieder solche Kommentare auf die Seiten. Gerade bei den «sogenannten Fussballfans», die auch gerne als Sündenböcke herhalten müssen, ist man unzimperlich. Auf meinen Tipp hin verschwand der Kommentar von der Blick.ch-Seite. Immerhin kann er als Aufruf zu einer Gewalttat verstanden werden.

Doch was soll man gegen den Fluch der Onlinekommentare unternehmen? Die Funktion einfach zu streichen wäre wohl kontraproduktiv. Einerseits bringen die Schreiber ja auch Klicks und anderseits gibt es sicher auch Leser, die sich die Kommentare gerne zu Gemüte führen. Eigentlich wollte ich vorschlagen, dass User miese Kommentare einfach rauswählen können. Doch schaut man sich den Screenshot an, so hat bei diesem Kommentar gerade der sehr häufig gedrückte Like-Button dazu geführt, dass er es zu den beliebtesten zwei Kommentaren zu diesem Artikel geschafft hat.

Ich würde trotzdem ein paar Änderungen vorschlagen

  • Kommentare kommentieren. Die Kommentare auf den grossen Medienseiten in der Schweiz würden wahrscheinlich ausreichen, um ein neues Portal zu betreiben, dass sich nur mit dem Kommentieren der Kommentare auseinandersetzt. Doch es würde ja schon reichen, wenn man ab und zu einen Artikel über die ganz besonders blöden Ergrüsse bringen würde. Bitte schön frech und sarkastisch. Watson geht teilweise ja schon ein bisschen in diese Richtung.
  • Längere Kommentare zulassen. Auf Blick Online darf man 400 Zeichen schreiben, bei watson 600 und beim Tagesanzeiger 800. Nur die alte Dame kennt keine Zeichenbeschränkung, wenn ich das richtig verstehe. Ich gehe davon aus, dass die Schimpf-und-Schande-Schreiber, die sich so gar nicht beherrschen können, tendenziell kürzere Kommentare tippen. Ausserdem dienen mehr Zeichen natürlich auch dazu, eine differenziertere Darlegung der jeweiligen Usesrsicht zu erlauben.
  • Rechtschreibung prüfen. Etwas gemein, ich weiss. Aber ich glaube, dass die besonders dummen Kommentare nicht zuletzt auch anhand der schlechten Rechtschreibung zu erkennen sein könnten. Durch eine (automatische?) Rechtschreibeprüfung könnten also ein paar ganz miese Dummheiten rausgefiltert werden.

Was meinen die Onliner dazu?

Ich denke, im Zeitalter der Mitmach-Medien ganz auf die Kommentarfunktion zu verzichten, ist ein No-Go (gell, liebe WOZ). Die Usermeinungen zuerst zu prüfen ist wohl Pflicht, obwohl sich da die ganz extremen Meinungsfreiheits-Junkies schon beschnitten fühlen werden. Ich selbst habe hier mal mit (zum Glück nur) einem User zu kämpfen gehabt, dessen Kommentare ich teilweise löschen musste. Schnell musste ich feststellen, dass es nicht ganz leicht ist, wo man die Schwelle für das Löschen festlegt. So ein bisschen kann ich mir also vorstellen, was da in der Online-Redaktion beim Blick so abgeht, wenn sich täglich 24 Stunden lang irgendwelche Minihassprediger in den Comments verewigen möchten.

James Bay bei SRF3

 

 

Na vielen Dank SRF3… jetzt nervt’s mich doch ein bisschen, dass ich gerade für sein Konzert kein Ticket gekauft hab›. Eine wunderbare Coverversion von I’m on Fire.

Salt

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Die Frucht ist salzig geworden, Orange heisst jetzt Salt. Das Logo ist anscheinend ein schlichter Schriftzug mit Punkt am Ende. Und: Er verwendet eine Serifenschrift. Ebenfalls auffällig: Orange hatte immer die kommunizierenden Menschen in den Mittelpunkt der Werbung gerückt, Mobiltelefone sah man da nie. Schon die ersten Werbebilder von Salt zeigen Leute mit Smartphones in den Händen. Eigentlich recht langweilig.

Das ist auch das Fazit aus den Werbefilmen, die man auf der Salt-Website ansehen kann. Sie verwenden fröhliche aber etwas lahme Musik, sie bringen Botschaften auf recht «bünzlige» Art rüber und sie haben einen kleinen Fehler drin («Wir brauchen kein TV»). Das ausgeflippteste Element ist noch das Wort «Nice.», was schon recht viel über den Auftritt sagt. Irgendwie wirkt alles recht konservativ, aber halt auch ein bisschen so, als würde man es schon lange kennen. Hässlich ist das neue CI definitiv nicht, aber halt ein wenig altbacken. Ich hoffe, dass man bei den Angeboten ein bisschen mehr Mut walten lässt. Sowas in die Richtung verspricht schon mal der «Pass». Mit ihm müsse man nur einmal zahlen, um dann ein ganzes Jahr sein Telefon zu nutzen.

Son of a Bridge

Es ist das Kleidungsstück der Stunde: Ein Shirt mit der Aufschrift «Son of a Bridge». Als Hintergrund für den Schriftzug wurde ein Bild der Kapellbrücke gewählt. Wer also nur ein kleines bisschen über seinen eigenen Nasenspitz hinausdenkt, könnte durchaus darauf kommen, was mit dem Spruch gemeint ist. Die Spieler des FC Luzern haben nach dem Sieg gegen die Grasshoppers eine blauweisse Sonderedition des Shirts getragen, um damit zusammen mit den Fans zu feiern.

Wie nun auch zentral+ und der Blick schreiben, begreifen halt doch nicht alle, was gemeint ist. Auf der FCL-Facebookpage gibt es denn auch einige Kommentare, die nicht gerade positiv ausfallen.

screen-capture-1856Ein User fragt, ob es etwas mit der «Kappelenbrücke» zu tun haben könnte. Wie er wohl darauf kommt? 😉

Jedenfalls gibt das Ding zu reden, was nicht zuletzt dem Büro Troxler gefallen dürfte. Bei der Luzerner Werbeagentur wurde nicht nur der Spruch ersonnen, es gibt auch ein eigenes Label dafür. Und ja, wie Jakob Jantscher im obigen Bild, so habe auch ich ein solches Shirt. Es stiftet jeweils ein wenig Verwirrung, was durchaus amüsant ist. Als Luzerner sollte man aber keine Schwierigkeiten haben, die Nicht-Luzerner aufzuklären.

Hier noch die Erklärung von Trainer Markus Babbel, weshalb man nach dem Sieg das Shirt überzog: