der praktisch neue vw phaeton, in welchem jörg haider am wochenende ums leben gekommen ist, dürfte zu den sichersten fahrzeugen überhaupt gehören. neben zahlreichen airbags, esp, abs und einer umfassenden knautschzone, sind einige spezielle features an bord. so ist das auto beispielsweise mit einem spurwechselassisten «side assist» ausgestattet, der den toten winkel überwacht. «front assist» sorgt dafür, dass man sofort merkt, wenn der phaeton dem nächsten fahrzeug zu nahe kommt. nach optischen und akustischen signalen warnt das fahrzeug den fahrer mit einem bremsimpuls. die automatische distanzregelung acc kontrolliert den abstand zum vordermann notfalls bis zum stillstand. haiders unfall zeigt aber auf brutale weise, dass bei so stark überhöhter (142 statt 70 km/h) geschwindigkeit auch die beste sicherheitsausstattung nichts mehr hilft.
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für die bitterbitterbitterböse satire ist der spiegel zuständig.
tja, das ist schon traurig: noch selten war eine wm in der formel 1 derart umkämpft, wie diese saison. doch noch während dem gp von japan auf dem fuji circuit zeigt sich, dass die fia einmal mehr eine zu gewichtige rolle in der entscheidung übernimmt. eine übertriebene attacke hamiltons beim start wurde völlig zurecht mit einer drive through penalty bestraft. doch dass felipe massa lewis hamilton absichtlich von der strecke drehen kann und dabei ebenfalls mit einer drive through penalty davon kommt, ist nur noch lächerlich. um eine analogie beim fussball zu suchen könnte man sagen: ein leichtes foul und ein schlag mit der faust ins gesicht des gegners werden gleich bestraft. dabei ist klar, dass die tätlichkeit mit einer roten karte besraft gehört.
mit solchen entscheidungen macht die fia den sport formel 1 einmal mehr lächerlich.
an der uni zürich finden eigentlich fast wöchentlich veranstaltungen statt, bei denen man wichtige exponenten aus dem nationalen oder internationalen polit- oder wirtschaftsgeschehen live erleben kann. so habe ich schon einige bundesräte bei solchen referarten live hören dürfen. besonders micheline calmy zieht jeweils viele leute an. doch das steht in keinem verhältnis zu dem, was gestern an der uni los war. vom haupteingang führte eine schlange bis hoch in den zweiten stock zur aula. nur mit glück und etwas ellbogeneinsatz kam ich zu einem platz auf der empore.
man sagt über ihn, er sei der popstar der internationalen politik. wenn ich die kreischenden mädchenstimmen und die kofi-rufe interpretiere, trifft das durchaus zu. seine rede war dem klimawandel gewidmet. doch um die stimmung aufzulockern, begann er mit einer anektote.
für drei monate hätten er und seine frau sich nach seinem rücktritt eine auszeit gönnen wollen. dazu seien sie nach italien gegangen. nach sechs wochen hatte er genug vom leben ohne tv und zeitung. «i was a little bored». verständlich. er begab sich mit seiner frau ins dorf und wurde sofort erkannt. ein mann sei wild gestikulierend zielstrebig auf ihn zugelaufen. der italiener habe ihm die hand entgegengestreckt und gesagt: welcome, morgan freeman! kofi annan hatte die lacher damit auf seiner seite, um sich danach dem ernsten thema zu widmen.
selbst im alter von 70 jahren hat er nichts von seinem willen verloren, die welt zu verändern. immer wieder appellierte er an die studenten, dass sie eben die «generation change» seien. sonst könne es aufgrund der knappheiten zu durch den klimawandel bedingten konflikten von grossem ausmass kommen. er sprach einige projekte konkret an. so unterstützt er beispielsweise die idee, dass die ärmsten bauern vor dürreperioden vorgewarnt werden sollen. schliesslich könne man heute schon zwei jahre vorher sagen, ob eine dürre bevorstehe. weiter plädierte er für eine durchsetzung des verusacherprinzips. er nannte das «grün-werden» der wirtschaft ein so wichtign schritt, wie es damals die industrialisierung gewesen sei.
das referat war relativ kurz und konnte deshalb nur an der oberfläche kratzen. trotzdem war ich begeistert von kofi a. annan. seine energie ist fast zu spüren. auch wenn das jetzt esoterisch klingen mag, aber dieser mann hat eine gewaltige ausstrahlung. so friedlich, so optimistisch wirkt er.
weil ich statt der spiegelreflex nur meine kleine digicam dabei hatte, gibt’s keine anständigen fotos. dafür ein video, bei dem man hoffentlich ein bisschen was hören kann.
andreas baader, gudrun ensslin und ulrike meinhof bilden mehr oder weniger planlos eine bewegung, um gegen die machenschaften der usa in vietnam zu protestieren. doch die sache läuft schnell aus dem ruder, wird gewalttätig. brandanschläge auf institutionen sollen die vermeintlich faschistische regierung zur vernunft bringen. stattdessen dreht sich die gewaltspirale und die raf-mitglieder werden trotz ausbildungscamp bei jordanischen terroristen bald gefasst und in isolationshaft gesteckt.
der film ist sehr lang. da er versucht, möglichst viel an geschichte zu erzählen, fällt es schwer sich ein gesamturteil zu bilden. einerseits krankt der film natürlich daran, dass er die perspektive der terroristen beleuchtet. dadurch empfindet man – wie meist in diesen fällen – zu viel sympathie für sie. ausserdem gelingt es eichinger kaum, die motive der täter in der tiefe darzustellen. es scheint fast so, als wären die meisten alleine aus persönlichen gründen (mann geht fremd – meinhof, geistig nicht auf der höhe – baader, verliebt in sich und baader – enssling) dazugestossen. dagegen gelingt es, eine grobe übersicht über das handeln der raf zu liefern. besonders intensiv ist jene szene zu beginn des film, als beim besuch des schah von persien friedlich demonstrierende aktivisten brutalst niedergeschlagen werden – von der polizei.
ja, ich denke,derbaadermeinhofkomplex ist kein toller film, liefert aber viel material zu diskussionen. schliesslich sind viele probleme, die man damals als autonomer bekämpfen wollte heute in anderer form noch immer vorhanden.
virale werbung wird immer beliebter. in den usa hat audi eine kampagne für den a4 gestartet. man lernt die ziemlich seltsame familie becker kenne. ausser dem einen paar (logischerweise audi-fahrer) sind sie alle auf ihre art verrückt. da gibt es den macho-bmw-fahrer, den unfähig-arroganten mercedes-lenker und den lexus-nerd. fragt sich nur, wie solche «werbung» beim zielpublikum ankommt.
wie findet ihr «meet the beckers»? lustig, langweilig oder völlig fehl am platz?
Die Schweizer Online-Welt ist ähnlich fromm geworden, wie es die Welt der Presse schon von jeher war. Das Netz ist mittlerweile so politisch korrekt wie die Leserbriefe im Lokalblatt. Sogar die Blogs, die früheren ungezogenen Kinder des Netzes, übertreffen sich inzwischen an gebremster Zivilisiertheit und unverbindlicher Banalität.
in seinem pseudolustig verfassten artikel kritisiert zimmermann die bünzligen kommentare schweizer blogger. es gehe zu gesittet und eben furchtbar political correct zu auf den blogs. nur frage ich mich, was daran falsch sein soll. im gegensatz zu anderen ländern herrscht in der schweiz eine auf konsens ausgerichtete diskussionskultur vor. das könnte man auch daran illustrieren, dass unsere exekutive aus sieben bundesräten statt einem staatspräsidenten besteht. der denkfehler, den zimmermann begeht, ist offensichtlich. aufmerksamkeit erregen hat noch gar nichts mit qualität zu tun. ich bin der überzeugung, dass gerade die allzu frechen, aggressiven blogkampagnen gegen bestimmte politiker auch kontraproduktiv wirken können. da fände ich es besser, wenn sachlich argumentiert würde, warum person x nicht für den posten y qualifiziert ist.
ich würde die entwicklung der deutschsprachigen blogs zum seriösen, sachlichen schreibstil eher als fort- denn als rückschritt sehen. der aussage, dass es fast keine medienkritische blogs mehr gäbe, widerspricht der medienspiegel natürlich nur allzu gerne. doch der kurt w. fährt fort:
Es gibt in der Eidgenossenschaft keinen frechen Polit-Blog, keinen gutgemachten Wirtschafts-Blog und keinen flotten Unterhaltungs-Blog.
zumindest bei den zwei letztgenannten muss ich zimmi wohl ein wenig recht geben. die hiesige bloggemeinde tümmelt sich auch für meinen geschmack zu stark im webweiten alltagsteich. aber mit andré marty habe ich ja gerade erst einen durchaus frechen polit-blogger vorgestellt. und ich denke mal, er ist nicht der einzige.
aber es stellt sich generell schon die frage, warum blogger überhaupt agressiver texten müssen als es «gewöhnliche» medien tun. ein sachlich verfasstes argument kommt bei mir jedenfalls besser an als das populistische geschreie à la winkelried. denn diese frechheit ist meist mit der nennung von unwahrheiten und beleidigungen verknüpft. die schweizer blogosphäre tut meiner ansicht nach gut daran, auf diese art des bloggens zu verzichten.
in diesen tagen gehört es ja zum guten ton eines geistig nicht allzu verwirrten blogs, sich über sarah palin lustig zu machen. ich lasse das mal die leute von venga productions für mich machen.
Der Bus donnert mit 140 geschätzten Sachen rechts an mir vorbei. Das war vor viereinhalb Jahren, gerade eben angekommen. Dachte ja, vier Jahre in bella Roma und Napoli seinen Fahrschule genug für den Nahen Osten – war ein Fehler, ein echter Fehler.
ich lese schon seit längerem bei andré marty mit. doch bis zu dem post über den verkehr in und um tel aviv aus dem obiger ausschnitt stammt, wusste ich nicht so recht, wie ich denn meinen hinweis auf den erfrischend bissig geschriebenen blog verpacken sollte. doch dieser beitrag ist nun einfach wie dafür gemacht, auch hier zu erscheinen. schliesslich sind marc und ich vor jahren mit michi z. durch die strassen von tel aviv gekurvt und haben genau diese einzigartige, naja, nennen wir es verkehrskultur kennen gelernt. am krassesten fand ich es immer, wenn man auf eine kreuzung ohne klare vortrittsregelung zufuhr. dort galt es den kopf ja nicht zu drehen. das machen alle israeli so. wer offensichtlich kuckt, der verliert und muss anhalten.