Ein Moment für die Fussballewigkeit: Fans der Fussballteams von Frankreich und England singen beim Freundschaftsspiel im Wembley die Marseillaise. Gemeinsam.
Liberté, Egalité, Fraternité.
Ein Moment für die Fussballewigkeit: Fans der Fussballteams von Frankreich und England singen beim Freundschaftsspiel im Wembley die Marseillaise. Gemeinsam.
Liberté, Egalité, Fraternité.
Machtlosigkeit ist das Gefühl, das mich bei solchen Schlagzeilen übermannt. Und bei vielen anderen Schlagzeilen auch. Manchmal auch bei den fehlenden Schlagzeilen – fehlende Schlagzeilen über die unerträgliche Folter der Massentierhaltung, über die zunehmenden Toten durch den Klimawandel, über täglich 20’000 Kinder, die an vermeidbaren Ursachen sterben. Und dann will ich reagieren. So wie nach Paris. Aber wie reagiert man auf einen Terroristen, der 40 Unschuldige tötet? Ein Unschuldiger kann nicht 40 Terroristen töten. Jedenfalls nicht, wenn er unschuldig bleiben will.
Hollande hat die Antwort schon: «gnadenlos reagieren». Und mit ihm tausende Stimmen in der Politik, auf Twitter, Facebook. Sie forden: Flieger hoch, Bomben raus. Chirurgisch präzis natürlich. Stärke zeigen. Und dann wird’s besser.
Wohl kaum. Die Eskalation ist der Zweck dieser Attentate. Die Grenzen schliessen? Die Schlepper verdienen noch mehr, wenn die Flucht gefährlicher wird. Moderate Muslime überwachen und ausgrenzen? Ausgegrenzte Menschen sind leichter zu radikalisieren. Drohnenangriffe starten und ein paar unschuldige Tote in Kauf nehmen? Nichts vereint zerstrittene Kräfte besser als eine gemeinsames Feindbild. Nicht für die 130 Toten in Paris haben sich die Extremisten in die Luft gesprengt – sondern für unsere Antwort darauf.
Wir sollten ihnen die Antwort geben, die sie verdienen. Nicht mehr Zäune ziehen, mehr Bomben schicken, mehr Präventionskriege, sondern das Gegenteil. Mit jedem Attentat sollten wir mehr aufeinander zugehen. Mit jedem Schuss sollten wir einander mehr zuhören. Mit jeder hasserfüllten Botschaft sollten wir lauter lachen und länger tanzen. Unsere Welt ist nur deshalb besser als die der Extremisten, weil wir Dinge unterlassen, die sie tun. Wir sollten sie noch mehr unterlassen.
Niemand kann sämtliche Attentate dieser Welt verhindern. Aber wir können diese Gesellschaft zu dem machen, was wir lieben und was die Extremisten hassen – zu einer noch freieren, noch glücklicheren und noch gerechteren Gesellschaft.
Gesehen auf Facebook.
Wer Lust hat, 7 Minuten sinnlose Action mit einem Trophy Truck zu sehen… hat einige heftige Sprünge dabei.
Schon vor eineinhalb Jahren habe ich hier geschrieben, dass beten jetzt das falsche Mittel sei. Damals ging es um die Krise in Israel. Heute liegt der Herd des Terrors viel näher. Manche mögen die Anschläge von gestern Nacht als eine Art Fortsetzung des Angriffs auf Charlie Hebdo verstehen. Doch anders als damals richteten sich die Aktionen nicht gegen spezielle Akteuere, sondern gegen Zivilisten und im Endeffekt gegen unseren Lebensstil.
Doch genau jener Lebensstil hat mit Beten nun so gar nichts zu tun. Er beruht auf den Werten der Aufklärung. Immer wieder wurden die religiös begründeten Regeln zugunsten von mehr persönlicher Freiheit beschnitten. Darum wäre es nun auch völlig falsch, mit mehr Einschränkungen zu reagieren. Wir brauchen noch mehr Demokratie, Empathie, Freiheit. Und zwar für alle in gleichem Masse. Unabhängig von Religion oder Herkunft.
Begehen wir nicht den Fehler, die Ereignisse als Angriff der einen Religion auf die andere zu verstehen. Ebenfalls sollte man nicht dem Irrtum unterliegen, die Flüchtlinge für solches Tun verantwortlich zu machen. Denn, guess what: Genau vor so einer Scheisse flüchten die ja hierher.
Was die Menschen in Paris erleben mussten, geht uns alle an, denn: This was an attack on all of humanity and the universal values we share. Ich sehe das genau gleich, wie Präsident Obama.
In diesem Zusammenhang muss ich einmal mehr Jens Stoltenberg zitieren:
The Norwegian response to violence is more democracy, more openness and greater political participation.
Dieser und nur dieser Weg muss eingeschlagen werden, wenn wir «gewinnen» möchten.
Stephen Colbert zeigt anhand der Nu couché, wie verkorkst die US-Amerikaner in diesem Bereich sind. Er erklärt ganz genau, ab wann man den Weichzeichner für die «bösen» Körperteile einsetzen muss. Herrlich.
Wir müssen akzeptieren, dass die Kontrolle von Handgepäck ein aussichtsloser Kampf ist. Jeder, der sich ernsthaft mit dem Thema Flugsicherheit auseinander setzt, weiss das. Es ist ja nicht so, dass diese Leute die Bombe einfach in ihrem Koffer verstauen. Es gibt unzählige Wege, sie zu tarnen. Es gibt die Möglichkeit, die Bombe auf mehrere Koffer aufzuteilen oder sie im Koffer eines anhnunglosen Mitreisenden unterzubringen. Das Personal an den Sicherheitskontrollen soll all das in weniger als einer Minute zuverlässig aufspüren. Mit Verlaub, niemand schafft das.
Diese Aussagen kommen nicht von irgendwem, sondern von Rafi Sela, dem ehemaligen Sicherheitschef des Ben Gurion Flughafens in Tel Aviv. Im Interview mit watson.ch lässt er sich sogar dazu verleiten, zu sagen, dass der Germanwings-Pilot in Israel gestoppt worden wäre. Ich war selbst schon auf diesem Flughafen und wünsche die Abfertigung bei der Ausreise eigentlich niemandem, denn sie kann sehr mühsam und vor allem auch lang andauernd sein. Andererseits stimme ich ihm zu, wenn er sagt, dass diese Art der Sicherheitskontrolle mehr bringt als das Scannen der Koffer.
Wer mehr Sicherheit will, wird auf der Komfort- bzw. Freiheitsseite verlieren. Er wird mehr Zeit einberechnen müssen und zudem weitaus mehr von seinen persönlichen Daten preisgeben. Und: Selbst dann gibt es die absolute Sicherheit natürlich noch lange nicht. Also… wer von uns möchte am Flughafen ZRH schon gerne eine Stunde länger einplanen müssen, weil die Checks einfach so lange dauern? Eben.
Offenbar traut Obama den Kandidaten der Republikaner nicht allzu viel zu. 😉
Nein, so richtig neutral sind wir nicht. Waren wir nie. Auch im Zweiten Weltrkieg nicht. Das merkt man auch, wenn man den NZZ-Artikel über das Straflager im Wauwilermoos liest.
….als die V12-Heuler noch lärmten, die Hände noch schalteten und… die Fahrer noch bei Unfällen starben. Die moderne Formel 1 ist bestimmt nicht so toll anzuhören, sie bleibt aber mit ihrer Leistungsdichte die klare Nummer 1 im Rennsport. Ein bisschen in alten Zeiten schwelgen macht aber auf jeden Fall Spass… Boxen auf laut.
gesehen bei Michael Renold auf Facebook