schlaue kommentare – 1

social media ist etwas tolles. es heisst nicht nur, dass wir ständig mehr oder weniger mitbekommen, was unsere freunde und bekannte gerade so tun. es hat auch dazu geführt, dass sich die grossen medien online für kommentare von lesern geöffnet haben. eine tolle sache, denn das mühsame leserbriefschreiben und vor allem das warten und hoffen auf die veröffentlichung entfallen. doch es hat halt auch dazu geführt, dass gewisse schreiberlinge eine einfache möglichkeit gefunden haben, ihr nicht immer grosses halbwissen auf eine relativ breite öffentlichkeit abzufeuern. manche solche kommentare bringen mich zum schmunzeln. oder zum kopfschütteln. so oder so: grund genug für den start einer neuen kleinen serie.

beginnen würde ich mal mit dem artikel im tagesanzeiger, der sich mit der möglichkeit einer galleria alpina befasst. diese nimmt die idee der porta alpina mit dem lift in sedrun auf. man würde dadurch also tief im erdreich den supertunnel erleben können. die idee von einem bahnhof bleibt vorerst im hinterkopf. und jetzt derpassende kommentar.

Wieder so eine grössenwahnsinnige Idee wie in Andermatt. Muss denn jeder Quadratmetter zubetoiert werden und dass wären die Folgen wenn diese Idee verwirklicht wird.Der Massentourismus würde einkehren mit allen dazugehörenden Folgen. Dazu käme der schleichende Tod des Romanischen in der Surselva. Wer es nicht glaubt muss nur die Geschichte von Flims studieren.

von einem marco pfiffner. hat immerhin 8 likes erhalten.

time is nothing

das timelapse video des fotografen kien lam zeigt neben wunderbaren aufnahmen auch, dass es nicht immer das allertollste equipment sein muss. das video enstand mit fotos aus einer panasonic lumix gf-1. impressive. und inspirierend dazu.

twitter und die radarwarnungen

in der schweiz sind radarwarner verboten. deshalb haben beispielsweise auch die hier gekauften navigationsgeräte von tomtom und anderen herstellern die radarmeldungen für die schweiz nicht an bord. findige köpfe laden die daten dann halt nachträglich auf das gerät. noch einfacher geht’s über facebook, wo man der gruppe «mobile radermeldungen: schweiz» beitreten kann.

eventuell soll das nun schon ab 2013 strafbar sein. eine folge des via sicura paketes, das anscheinend noch manch eine lustige überraschung bereithält. bis zu 10’000 franken busse könnte dafür ausgesprochen werden.

im artikel des tagesanzeiger wird edith graf-litscher zitiert, die das verbot erklärt:

Nicht verboten ist die Warnung von Person A zu Person B. Verboten soll aber sein, wenn die ganze Öffentlichkeit über Facebook, Twitter oder Internet über Radarstellen informiert wird.

diese aussage zeigt mir schon, dass die damen und herren parlamentarier von diesen webdiensten nicht allzu viel ahnung haben können. es müsste nämlich viel genauer beschrieben werden, was genau «öffentlich» in diesem zusammenhang bedeutet. dazu kommt, dass man theoretisch über im ausland liegende seite vor den meldungen warnt – was dann?

mir scheint, im populistischen kampf gegen ein paar sogenannte raser ist momentan jedes mittel recht. da wird munter verboten oder eigentum entzogen, alles zum wohle der sicherheit. dass die opferzahlen im verhältnis zum verkehrsaufkommen und auch absolut stetig sinken, interessiert dabei niemanden.

leider ist die grafik der tagesschau nicht besonders schlau gemacht. die verkehrstoten hätte man besser separat aufgelistet. aber die tendenz ist erkennbar. auf die schnelle finde ich keine schlaue grafik für den fahrzeugbestand. kleiner ist der in den letzten 25 jahren ganz bestimmt nicht geworden.