euro 08 – schweiz vs. deutschland


gesehen bei bluetime

naja, früher hätt› ich den spruch glatt unterschreiben können. inzwischen spielt deutschland einen grossartigen, offensiv ausgerichteten fussball. kam man früher oftmals mit viel glück über die (turnier-)runden, ist heute tatsächlich eine grosse fussballerische qualität vorhanden. natürlich bleiben die deutschen eben die deutschen, die gerne etwas schmunzelnd auf ihren südlichen nachbarn runterschauen. trotzdem könnte ich gut mit einem europameistertitel für deutschland leben. ok, noch besser wär’s natürlich, er bliebe in der schweiz…

der fc st.gallen steigt ab – die ac bellinzona steigt auf

ein sehr trauriger moment für alle fans und freunde des fc st.gallen. der fcsg steigt in die challenge league ab, nachdem man auch das rückspiel der barrage verloren hat. ein grosser verlust. sehr, sehr schade.

gelabert: gekämpft wie ein löwe. für nichts.

mit tränen in den augen: marazzi

glückwunsch an die ac bellinzona

ac bellinzona – fc st.gallen 3:2
fc st.gallen – ac bellinzona 0:2

goodbye espenmoos

in der schweiz und österreich findet in 18 tagen die euro 08 statt. das weiss inzwischen wohl auch der grösste fussballhasser. das turnier der uefa steht für viele fussballvergiftete auch für den endgültigen sieg des geldes über den geist des spiels. nie zuvor waren strenge vorschriften für die kleider der zuschauer überhaupt ein thema. die bierkmarke wird nicht nur im, sondern auch ums stadion diktiert. die wahlfreiheit des einzelnen wird tatsächlich von diesem ereignis eingeschränkt. heute ist jeder quadratmilimeter werbefläche für unsummen zu vermieten. auch im hinblick auf dieses riesige sportereignis wurden in der schweiz mehrere neue stadien aufgebaut. in genf, bern und basel werden sie schon lange genutzt. seit kürzerer zeit hat auch zürich einen eurokompatiblen tempel.

das problem an solchen stadien ist, dass sich atmosphäre nicht mit geld erkaufen lässt. vielleicht ist es sogar genau umgekehrt. je weniger geld im spiel ist, desto besser die atmosphäre? schauen wir nach st.gallen. ich habe als anhänger des fc luzern alle stadien der noch aktuellen superleagueclubs mehrfach von innen gesehen. und es ist klar: in st.gallen war es immer am schönsten, lautesten, besten. natürlich ist das espenmoos ein altes klappriges etwas, das nur knapp den namen stadion verdient. und doch ist es mit seiner einzigartigen lage, dem geschwungenen tribünendach und vor allem den dichtgedrängt stehenden st.galler fans ein unglaublich schöner ort mit enormer ambiance um fussball zu erleben. und wahrscheinlich auch ein unglaublich schöner ort, um fussball zu spielen. ivan zamorano, der grösste (und wohl auch kleinste) fussballer den chile je erlebt hat, sagt über das kleinod: «im espenmoos riecht es nach leidenschaft.»


stadion espenmoos im august 2007

ich kann das bestätigen. ich erinnere mich gerne an das erste spiel, welches ich in st.gallen sah. es war dasmeisterschaftsfinale der saison 200/2001. die grasshoppers liessen den ostschweizern keine chance. doch das grünweisse publikum hielt auch beim stande von 0:4 zu seiner mannschaft. mehr als das: in der 80. minute riss der st.galler fanblock eine la-o-la welle an, die sich durchs ganze stadion zog. fussballbegeisterung pur.

diese begeisterung wurde auch nicht kleiner, als der fc st.gallen diese saison nach und nach in richtung tabellenende abrutschte. im gegenteil. selbst als es nur noch darum ging, den zweitletzten platz auf teufel komm raus zu verhindern, war das stadion mit 11’300 zuschauern stets ausverkauft. immer wieder feierten die fans nicht nur ihre mannschaft, sondern eben auch das 97 jährige espenmoos.

das wird auch heute abend so sein. denn heute steht das allerletzte spiel im legendären espenmoos an. es ist ein endspiel im doppelten sinne, spielt doch der fc st.gallen um den ligaerhalt. danach zieht auch der fc st.gallen in ein neues stadion. die afg arena liegt nicht mehr inmitten der stadt und wird bestimmt auch nicht als bruchbude oder dauerprovisorium bezeichnet. trotzdem ziehen die fans mit viel wehmut um. nur schon dass dieses neue sportgelände eigentlich direkt mit dem gebäude von ikea zusammengebaut ist, zeigt wie sehr der fussball in den letzten jahren bezüglich kommerzialisierung zugelegt hat. vom scheusslichen namen «afg arena» wollen wir da mal gar nicht sprechen. ich denke, gerade diese stark übertriebene kommerzialisierung führt auch zu widerstand in der bevölkerung. schliesslich versucht man in einer nicht ganz kleinen stadt an der limmat ja schon seit jahren, endlich ein echtes fussballstadion zu bauen. ok, es ist dieselbe statt, die versucht ein kongresszentrum zu bauen und wohl auch da scheitern wird… 😉

trotz allem gilt meine sympathie heute abend im rückspiel der barrage wohl eher (sprich: zu 100%) den leuten mit dem lustigen dialekt. obwohl: eine tessiner mannschaft (im vorliegenden falle also die ac bellinzona) würde eigentlich auch in die höchste liga gehören. ach mensch, ich will wieder eine 12er-liga. echt. aber das wäre dann wieder ein gänzlich anderes thema…

hopp sanggalle!


stadion espenmoos im märz 2008

die uefa hat ’nen knall

lesenswert: nzz-online artikel zum thema euro 08 und was sich die uefa so alles erlaubt…

[…] fühlen sich bevormundet: Erst wird ihnen das Bier (Carlsberg) und dann das Tenue (Adidas, nicht Puma) vorgeschrieben. Seit dem Bekanntwerden des Uefa-Kleiderregimes rufen Fussballfankurven und Lokalpolitiker zu bunter Protest-Bekleidung in den Stadien auf, weil sie ihre Grundrechte gefährdet sehen.

also los: puma tragen, heineken trinken und wenn’s geht mit visa zahlen.

christian constantin muss wohl bezahlen

wer erinnert sich noch an diese schöne geschichte mit christian constantin in der hauptrolle? damals hatte der gute mann einen schiedsrichter tätlich angegriffen, weshalb er sich nun wegen einfacher körperverletzung zu verantworten hat. wie man den präsidenten des fc sion kennt, hat er das erstinstanzliche urteil nicht auf sich sitzen lassen. doch auch das luzerner obergericht bestätigt den schuldspruch. laut nzz-online muss der architekt insgesamt 36’000 franken bezahlen, wobei 28’000 einer geldstrafe und der rest einer busse entsprechen.

ich nehme mal an, der gute cc wird einen weiteren rekurs in angriff nehmen… 😉

euro 08 – der nzz teamomat

ja genau, wo der franz recht hat, da hat er eben recht. fragt sich nur, welche mannschaft denn am holländischsten spielt. um herauszufinden, welches team man von der spielweise her am attraktivsten findet, haben findige köpfe bei nzz.ch den teamomaten ersonnen. es gilt 10 teils doch recht seltsame fragen mittels eines reglers zu beantworten. solch lustige dinge traut man dem doch eher trockenen blatt sonst gar nicht unbedingt zu. aber schon die zitate am anfang und die sich ändernden grafiken sind einen klick wert.

also: hier geht’s zum team-o-mat von nzz.ch.

das ergebnis meiner antworten:

das deckt sich ziemlich genau mit meinen präferenzen. 🙂

danke pascal bader!

ohne ein murren hat er öfters auf der ersatzbank platz genommen. wenn er dann ins spiel eingreifen durfte, gab er immer und wirklich immer 100% einsatz für den fc luzern. einsetzen konnte man den solothurner auf praktisch jeder position. auch wenn er bestimmt kein filigrantechniker ist, so weiss man doch immer, was man an ihm hat. diese unkomplizierte und sympathische art hat ihm bei den fans den titelfussballgott eingebracht. schade, dass er nun den verein verlassen muss.

alles gute und vielen dank pasci!

fc aarau – fc luzern 2:1

das ist inzwischen schon ein weilchen her, aber ein paar worte zu diesem match muss ich trotzdem noch loswerden. zentral war wohl, dass beim fc luzern supertechniker davide chiumiento wegen einer sperre nicht mittun konnte. das kreativspiel litt sichtlich unter seiner abwesehenheit. der ball konnte ohne ihn praktisch nie in der gegnerischen hälfte gehalten werden, was immer wieder zu sehenswerten angriffen aaraus führte. ein solcher angriff zog auch sermeters freistoss nach sich, der von rappisarda verlängert wurde un zum 1:0 führte. nicht vergessen sollte man aber, dass zuvor mauro lustrinelli ganz klar im strafraum von einem aarauer verteidiger gestossen wurde. ein sonnenklarer penalty, den schiri zimmermann leider nicht gab. kurz vor der pause konnte der fcl dann doch noch ausgleichen. lustrinelli berührte den von burim kukeli getretenen freistoss ganz leicht, was aarau-hüter benito irritierte und zum 1:1 führte.

auch das dritte tor folgte auf einen freistoss. die luzerner konnten nicht genügend klären, was tarone zu einem direktschuss nutzte. sven könig, der anstelle von david zibung das tor hütete, war machtlos. die von sforza getätigten wechsel brachten nichts mehr, es waren weiterhin die aarauer, die die partie dominierten. auch wenn die luzerner am spielende verzweifelt nach vorne liefen, konnten sie sich keine klaren chancen mehr erarbeiten.

nun wird es sehr schwer, den erhofften ui-cup-platz noch zu erreichen: aarau müsste gegen st.gallen verlieren und yb müsste basel im meisterschaftsfinale schlagen. und natürlich muss der fc luzern heute xamax neuchâtel besiegen…

daten

FC Aarau – FC Luzern 2:1

Brügglifeld / 4`950 Zuschauer / SR Zimmermann (Zurbrügg/Bühlmann)

Aarau: Benito, Burki, Menezes, Luiz da Silva (86. de Almeida), Nushi, Tarone, Elmer, Ianu (77. Bouchhioua), Sermeter (87. Mesbah), Rapisarda, Page (C)

Luzern: König, Bader (55. Diethelm), Schwegler, Seoane, Lustenberger, El Idrissi, Bättig (82. Pacar), Lambert, Lustrinelli (C), Kukeli (60. Jun), Wiss

Tore: 22. 1:0 Rapisarda (Sermeter), 42. 1:1 Lustrinelli (Kukeli), 54. 2:1 Tarone,

Verwarnungen: 49. Wiss (Foul), 52. Lustenberger (Foul), 91. Schwegler (Foul / gesperrt im nächsten Spiel)

Bemerkungen: Luzern ohne Tchouga (rekonvaleszent), Diarra, Veskovac, Makuka (alle verletzt) und Chiumiento (gesperrt), 27. Pfostenschuss Lustrinelli

[quelle: fcl.ch]

zürich und bern sind einfach keine fussballstädte

so, das muss jetzt einfal mal gesagt werden. eigentlich habe ich mich ja schon darauf gefreut, dass endlich mal yb meister wird und basel in die röhre guckt, aber so wird es wohl nicht kommen. neben dem spielfeld sieht die rangliste sowieso ganz anders aus. als erstes muss man da wohl den fc st.gallen nennen. obwohl man sich auf dem zweitletzten platz befindet, sind die spiele mal für mal mit 11’300 zuschauern ausverkauft. sensationell. und wie sieht das in den beiden neusten stadien der schweiz aus? in bern finden gerade einmal 18’000 nasen den weg ins stadion, als man gegen den fc luzern an die spitze der tabelle hätte gehen können. immerhin war das stade de suisse gestern einmal ausverkauft. noch schlimmer sind die zustände in zürich. wenn nicht gerade gc oder basel gegen den fcz spielt, finden nicht einmal 10’000 leute den weg ins schöne neue letzigrund stadion. zur erinnerung: im grossraum zürich wohnen weit über eine million menschen. doch die zürcher sind echte feinschmecker, spielt man nicht um die meisterschaft, geht man nicht ins stadion. selbst leute, die sich als fan bezeichnen, gehen nur sporadisch live ein spiel schauen. gegen den fc luzern waren gerade einmal 8600 da, was im weiten rund einfach nur peinlich ausschaut. immerhin war die südkurve gut gefüllt. ungleich grösser ist die begeisterung wie gesagt in st.gallen, aber auch in sion und luzern, wo regelmässig über 10’000 zuschauer anzutreffen sind. aber wie bereits erwähnt: auch bei meisterschaftsanwärter yb in bern ist die euphorie nicht wirklich gross. warum sich die berner so sehr zieren, ist noch viel weniger erklärbar, zumal der bsc yb überaus attraktiven fussball spielt.

ohne wirklich zu wissen weshalb es so ist, bleibt nur der schluss, dass zürich und bern einfach keine fussballstädte sind. mit basel wird wahrscheinlich eine echte fussballstadt die meisterschaft holen, auch wenn selbst am rhein die euphorie stark gelitten hat. war das stadion früher oft ausverkauft, kommen heute noch gut 20’000 zuschauer, womit der st.jakobspark halb leer ist….

fc luzern – fc thun 4:0

der fc thun musste alles versuchen, um mindestens einen punkt auf der luzerner allmend abzuholen. doch schon nach wenigen momenten zeigte sich, dass diese mannschaft einfach nicht mehr das nötige niveau für die höchste schweizer liga hat. zumindest nicht, wenn es noch lange bei diesem mühsamen zehnermodus mit direktem abstieg bleibt. für den fc luzern standen die vorzeichen ungleich günstiger. mit einem sieg würde er sich auch rechnerisch definitiv vom barrageplatz fernhalten können. das team von ciriaco sforza konnte erstmals seit langem im offensiven bereich akzente setzen. gleichzeitig zeigte man sich hinten erstaunlich schwach, was den berner oberländern immer wieder chancen aus dem nichts ermöglichte. david zibung hielt den kasten rein und so fiel das erste tor der partie doch auf thuner seite. goalie stulz hatte zuvor mehrmals gezeigt, dass er nati-a-würdig ist. gegen faycal el idrissis listigen schuss aus spitzestem winkel war aber auch er machtlos. so stand es zur pause 1:0 für die gastgeber, die sich aber speziell in der defensive nicht wirklich mit ruhm bekleckerten.

rené van eck war gefordert, musste er doch auf jeden fall punkten, um zumindest theoretisch noch chancen auf den ligaerhalt zu haben. so brachte er nach zaki (ersetzte schon in der 35. minute rama) auch noch lüthi und iaschwili gleich nach der pause. alles oder nichts. als roli schwegler von einem aussetzer des thun-hüters stulz profitierte und zum 2:0 einschob, war klar: es sollte nichts werden. dass gerade dem verteidiger sein erstes tor für den fc luzern gelang, zeigte deutlich in welch desolatem zustand sich thuns mannschaft befindet. es war mauro lustrinelli, der davide chiumiento zu dessen dritten saisontor verhelfen wollte. doch der technisch beschlagene spieler mit der nummer 8, setzte seinen fallrückzieher neben das tor. auch christoph lambert hatte eine gute torchance. schliesslich war es lustrinelli, der einmal mehr einen ball für die blauweissen in den maschen versenken konnte. danach wurde er ausgewechselt und durch shi jun ersetzt. sollte am ende dem chinesen, der in luzern wenig freunde hat, auch noch ein erfolg vergönnt sein? tatsächlich: überaus souverän versenkte er den ball via latte zum 4:0 endresultat.

somit war alles klar: thun steigt ab, luzern bleibt auf jeden fall oben. über den sieg mochten sich die luzerner erst gar nicht recht freuen. sie gingen zu den geshlagenen thunern und spendeten trost. hoffentlich startet bald eine 12er liga, in der es dann bestimmt wieder platz für den fc thun hat.

daten

Luzern – Thun 4:0 (1:0)

Allmend. – 7117 Zuschauer. – SR Wildhaber. – Tore: 39. El Idrissi 1:0. 55. Roland Schwegler 2:0. 78. Lustrinelli 3:0. 85. Shi Jun 4:0.

Luzern: Zibung; Roland Schwegler, Bader, Diarra (73. Diethelm), Claudio Lustenberger; El Idrissi, Seoane, Bättig, Kukeli (60. Lambert); Chiumiento; Lustrinelli (82. Shi Jun).

Thun: Stulz; Gerber, Nyman, Calapes, Andrist (46. Lüthi); Gavatorta (46. Iaschwili); Dosek, Scarione, Ferreira, Burgmeier; Rama (35. Zaki).

Bemerkungen: Luzern ohne Wiss (gesperrt) sowie Tchouga und Veskovac (beide verletzt), Thun ohne Bettoni (gesperrt) sowie Guldan, Di Fabio, Zahnd (alle verletzt). Verwarnung: 27. Chiumiento (Foul).

[quelle: tagesanzeiger.ch]