
Wer will meine wunderbare Diva?
Ja das ist das gute Stück. Die graue Ducati Monster 600 hat mir einige Jahre treue Dienste geleistet, doch jetzt fahre ich damit viel zu wenig. Nun soll jemand anders Freude am wunderbar hämmernden V2-Klang haben. Dank Silmotor Auspufftöpfen (mit Beiblatt) macht die Maschine genau so viel Lärm, wie es noch erlaubt ist. Ausserdem schauen die hochgelegten Carbondinger doch einfach klasse aus. Weiter sind kleinere Blinker und ein kurzer Nummernhalter installiert. Natürlich wurde sie stets fachmännisch gewartet und ab MFK ist sie ebenfalls.
Mehr Bilder und Kontaktinformationen gibt es auf der Angebotsseite von Motorradhandel.ch.
Meiden: Onlineticketexpress.com
Wie man hier auch schon hat lesen können, mag ich den FC Barcelona ganz gerne. Weil ich nicht jedes Jahr nach Spanien reisen kann, schaue ich mir jeweils jene Spiele an, die in erträglicher Distanz stattfinden. Das wären dann neben theoretisch möglichen Begegnungen in der Schweiz vor allem jene in München und Mailand. Dieses Jahr war also mal wieder Milano dran, wo Barça auf die AC Milan treffen sollte. Da meine übliche «Ticketquelle» (Freunde einer Verwandten eines Freundes…) versiegt war und ich nicht im weit oben gelegenen Gästesektor landen wollte, machte ich mich auf die Suche nach Onlineticketanbietern.
Der erste Eindruck
Man muss sagen, Onlineticketexpress.com schaut sehr seriös aus. Nicht nur, weil da steht, dass man das seit 1994 mache und grossartige Preise für die besten Tickets garantiere. Nein, die Site bietet neben verschiedensprachigen Telefonhotlines auch einen Onlinechat, der tatsächlich auch funktioniert.
Die Bestellung – Mehr als zwei Wochen vor dem Spiel
Am 4. Februar, also über zwei Wochen vor dem Spiel entschied ich mich für ziemlich gute Tickets von Onlineticketexpress.com. Logisch, dass die auch ziemlich viel kosten. Sitzplatzgenau konnte man die Tickets zwar nicht wählen, aber die Kategorie «VIP Gold» wurde mit den Worten «Very Good Alongside Tickets» beworben. Ok, das war ja genau das, was ich suchte. Also schreckten mich auch die 260 Euro pro Platz nicht ab. Oder sagen wir: nicht genug. Ich bezahlte mit Kreditkarte und erhielt wenig später ein Email. Da war ein Formular dran, womit man die Belastung der Kreditkarte nochmals bestätigen musste. Das Formular musste unterschrieben zurückgefaxt bzw. -mailt werden. So weit, so seriös. Damit ich die Tickets keinesfalls verpassen sollte, bestellte ich sie an meine Geschäftsadresse.
18. Februar – 2 Tage vor dem Spiel
Ich bin ja nun nicht eben der supernervöse Typ. Als zwei Tage vor dem Spiel noch kein Zeichen von den Tickets zu sehen oder lesen war, schrieb ich den Support per Mail an. Ausserdem versuchte ich die deutsche und die englische Telefonnummer, wobei ich jeweils «Traffic» wählte. Das Telefon wurde kein einziges Mal abgenommen. Am Ende erklang jeweils ein Voicemailtext, der dann aber von der Information einer bereits vollen Mailbox gefolgt wurde.
19. Februar – 1 Tag vor dem Spiel
In der Post immer noch keine Tickets. Also ging’s wieder ans Telefon. Dieses Mal entschied ich mich für «Customer Service», worauf tatsächlich jemand am anderen Ende ertönte. Normalerweise würden die Tickets mit einem privaten Logistikunternehmer transportiert, was dieses Mal aber zu knapp würde. Der Herr wollte mich direkt mit der italienischen Abteilung der Firma verbinden, was leider misslang. Als musste ich erneut anrufen und gelangte an einen anderen Mitarbeiter. Übrigens sagt keiner von denen einen Namen. Wieder die Mitteilung, dass die Tickets nicht mehr versendet werden konnten. Ich würde deshalb bis morgen Mittag über die «Pick Up Location» in Milano informiert. Aha.
20. Februar – der Tag des Spiels – zuhause
Natürlich erwartete ich nun sehnlichst den Anruf von Onlineticketexpress.com. Und natürlich blieb der aus. Also rief ich zum gefühlt 100. Mal selber an. Das mit dem «Traffic Department» versuchte ich schon gar nicht mehr, aber auch beim «Customer Service» wollte zunächst niemand meinen Anruf entgegennehmen. Als es dann doch jemand tat, wurde ich auf ein Mail verwiesen, das ich bereits vorgestern erhalten haben soll. Es sei bei mir vielleicht im Spamordner gelandet. Tatsächlich, dem war so. Wenig verwunderlich, wenn man einen Betreff wie diesen verwendet: Shipping Address in Milano needed ASAP!!!!!!!!!!! Order ID: 1475. Allerdings stand dort auch noch nix von dem Ort drin, wo ich meine Tickets würde holen können. Also erneut anrufen. Ich müsse die Tickets in der «Bar Vanilla» abholen. So weit, so unseriös.
20. Februar – der Tag des Spiels – in Mailand
Tatsächlich fand sich dann noch ein Mail, das auch die Adresse der Bar und ein paar Angaben zur Übergabe enthielt. Nach gut drei Stunden Fahrt kamen wir bei der Bar an. Anders als der Name vermuten lassen würde, war es tatsächlich «nur» eine Bar. Eine ziemlich kleine Bar. Hinter der schmalen Holztheke stand der Barkeeper, der offenbar auch für die Tickets verantwortlich war. Mein Name, meine Bestellnummer und – interessanterweise – meine ID-Nummer mussten festgehalten werden, damit ich dann den sagenumwobenen Umschlag mit den Tickets in die Hand gedrückt erhielt. Dazu gab es ein angeheftetes Blatt Papier, auf den ein italienischer Text gedruckt war.
20. Februar – der Tag des Spiels – vor dem Stadion
Nach einer kurzen Autofahrt und einem etwas längeren Fussmarsch standen wir vor dem San Siro Stadion. Endlich. Nach einer kurzen Stärkung ging es zum entsprechenden Eingang. Davor hatte sich – typisch italienisch – eine Traube anstelle einer Schlange von Menschen gebildet. Als ich dann mein Ticket zeigte, wurde ich nach der ID gefragt. Doch mein Name war nicht identisch mit dem auf der Eintrittskarte. Das müsse man am Schalter vor Eingang 8 abändern lassen. Noch waren es mehr als 45 Minuten bis zum Beginn des Spiels, also mehr als genug Zeit. Sollte man meinen. Die Dame am Schalter konnte etwa so gut Englisch, wie ich Italienisch. Doch ich verstand, dass man den Namen auf der Karte nicht mehr ändern könne und vor allem nicht hier. Das sei nur bis 12:00 am Spieltag und nur via Internetseite der AC Milan möglich. Ich erklärte ihr, dass wir extra eine dreieinhalbstündige Fahrt für dieses Spiel auf uns genommen hatten. Das half allerdings ebenso wenig, wie der Hinweis, dass ich das Ticket ja erst vor rund einer Stunde bekommen hatte. So war es mir ja gar nie möglich, den Namen rechtzeitig zu ändern.
Da sich die Dame nicht umstimmen liess, versuchte ich es noch bei einem sympathisch aussehenden Herrn an einem anderen Schalter. Doch es gab nur die gleiche Leier zu hören. Nun kam noch das Blatt Papier vom Umschlag dazu. Darauf stand wie man den Namen auf dem Ticket ändern könne. Nur ging das ja zum Zeitpunkt der Übergabe längst nicht mehr. Der Mann am Schalter verstand mein Anliegen, sah sich aber nicht imstande mir weiterzuhelfen. Das sei wirklich Pech.
21. Februar – der Tag nach dem Spiel
Unverrichteter Dinge ging es also wieder zurück in die Schweiz. Klar, dass ich den Leuten von Onlineticketexpress.com etwas zu sagen hatte. Zunächst verlief der ganze Prozess sehr mühsam und schliesslich wurde mir der Einlass trotz teurem Ticket verwehrt. Ich verlangte also mein Geld zurück. Doch dem online Kundenservice fiel nichts Schlaueres ein, als mich nach einem Beweis dafür zu fragen, dass ich nicht ins Stadion gelassen wurde. Wie genau soll man das denn beweisen?
We are sorry for any inconvenience caused. We need proof that you were denied entrance or that the tickets were denied or confiscated before we can proceed. Please email us the letter from the club or any other documents you received.
Das wäre dann noch der genaue Wortlaut aus dem Mail. Natürlich habe ich keinen Brief vom Club erhalten, der bestätigen würde, dass man mich nicht reingelassen hat. Wäre ja auch sehr seltsam. Das Vorgehen des Clubs ist nachvollziehbar: Stimmt der Name auf dem Ticket nicht mit dem auf der ID überein, kommt der Gast nicht ins Stadion. Da braucht es weder Dokument, noch Brief, noch sonst irgendeine schriftliche Bestätigung. Man wird einfach nicht reingelassen. Punkt.
Das Verhalten von Onlineticketexpress.com ist äusserst kundenunfreundlich. Auf meine weiteren Emails hat der Kundenservice dann gar nicht mehr reagiert. Ich hoffe, dass mein Erlebnis anderen Kunden erspart bleibt. Deshalb mein Tipp: Onlineticketexpress.com meiden!
Geneva Calling
Wie in den letzten Jahren werden wir von zündung.ch heute und morgen am Autosalon in Genf sein. Yay.
Provokationen und Fehlschlüsse
Schon erstaunlich, was so ein tragisches Ereignis wie der Amoklauf von Menznau für Folgen haben kann. Bei mir äusserte das sich unter anderem so, dass ich auf Twitter explizit angegriffen wurde, weil der mutmassliche Täter ein eingebürgerter Mann aus dem Kosovo gewesen ist. Man müsse eben die Einbürgerungsbedingungen ändern, verschärfen oder, das interpretiere ich jetzt mal so hinein, so gestalten, dass eine Einbürgerung faktisch verunmöglicht würde. Und nein, ich werde die Tweets, die ich als simple und reichlich plumpe Provokation werte, hier nicht zitieren. Auf Facebook hatte ein «Freund» das Übel in der Möglichkeit der Doppelbürgerschaft entdeckt. Diese Praxis müsse beendet werden, «sonst hört das nie auf». Was genau nie aufhören soll, wurde an dieser Stelle nicht ausgeschrieben.
Die Reaktionen in meinen Social-Media-Sphären aber auch in den Kommentarbereichen der Onlinezeitungen zeigen mir vor allem, dass man in der Schweiz noch viel mehr in die Bildung investieren sollte. Da wird munter vom Individuum auf eine Gruppe geschlossen, offensichtlich falsche Kausalitäten werden für bare Münze genommen und differenziert ausgedrückt wird das Ganze schon gar nicht. Sind wir einfach zu faul oder zu dumm? Oder aber erscheckt uns die Tatsache, dass wir nicht genau wissen könnten, weshalb nun Person X etwas völlig unvorhersehbares tut? Schützt uns letztendlich der Gedanke, dass Person X das nur wegen ihrer Herkunft getan hat in irgendeiner Form? Mich jedenfalls nicht.
Ich gebe es gerne zu: Den Gedankengänge dieser Leute, die nun die Schuld an die Einbürgerungsbehörde weiterreichen, kann und mag ich nicht folgen. Bringt die Scapegoat-Sucherei irgendwen in irgendeiner Form weiter? Verhindert sie am Ende sogar ähnliche Vorfälle? Ich wage es zu bezweifeln. Ich denke vielmehr, dass wir im Rahmen der Freiheit, die wir alle sehr geniessen, solche tragischen Ereignisse in Kauf nehmen müssen. Auch die Freiheit ist nicht gratis.
Im weiteren Zusammenhang sehr lesenswert ist übrigens ein Beitrag von Herbert Fischer, der unter anderem die völlig überzogene Gestaltung der Frontseite der Neuen Luzerner Zeitung am Tag nach den Vorfällen in Menznau behandelt.
Die Polizei, Dein Freund und Helfer
Nein, der Titel ist ganz und gar nicht ironisch zu verstehen. Meine persönlichen Erlebnisse mit den Gesetzeshütern sind, soweit ich mich zu erinnern vermag, ausnahmslos positiv. In eine Situation, wie sie der Fan aus Basel erleben musste, war ich bis jetzt zum Glück noch nie versetzt.
Vor kurzem durfte ich in Wil einen fabrikneuen Renault Clio entgegennehmen. Ein sehr hübsches, günstiges Auto by the way. Da es am Abend noch einen Geburtstag in Bern zu feiern galt, führte mich der Weg in die Bundeshauptstadt. Zu später Stunde startete ich die Neuerwerbung dann, um den Heimweg anzutreten. Doch die Fahrt dauerte nicht lange, schon erschien im Rückspiegel ein VW T5 in Polizeilackierung und noch schlimmer: Mit rot leuchtendem Stoppzeichen in der Windschutzscheibe. Ein Blick auf den Armaturenträger brachte Klärung. Nur das Tagfahrlicht, nicht aber das Abblendlicht war eingeschaltet. Als der Beamte an meiner Seitenscheibe auftauchte, hatte ich meinen Fauxpas also schon erkannt.
Der Polizist stellte unmittelbar nach der Begrüssung fest, dass es sich ja um einen ganz neuen Clio handle. Von denen habe er noch nicht viele gesehen. Aha, ein Autofan. Ich fragte, ob er mich wegen der fehlenden Beleuchtung angehalten habe. Angesichts der Uhrzeit eine blöde Frage. Er bejahte, worauf ich ihn bat, den Kilometerstand zu beachten. Noch keine 300 km hatte der Clio auf der Uhr. Gerade heute hätte ich das Auto erhalten. Er fragte, wo ich denn losgefahren sei. Der Start lag ja noch keinen Kilometer hinter uns, die Fahrbahn war wie überall in der Stadt gut ausgeleuchtet, weshalb mir das fehlende Fahrtlicht noch nicht aufgefallen war. Nun kam der Kollege hinzu. Die beiden Herren in Dunkelblau schwiegen sich vielsagend an, um mich schliesslich mit einem «schönen Abend noch» ohne Busse weiterfahren zu lassen. Eigentlich hätte ich für das Vergehen 60.- CHF bezahlen müssen. Danke, liebe Berner Polizisten, dass Ihr angesichts der Situation Milde habt walten lassen. So stelle ich mir das mit dem «Freund und Helfer» vor.
Return to sender – Elvis still knows best

Und wieder ein bisschen was der Post gespendet.
Im Blog von Martin Steiger gibt es noch genauere Informationen, wer wann bezahlen muss.
Zum Dschungelcamp und anderen TV-Blödheiten
Der Beitrag entstand als Kommentar zu einem Blog-Eintrag von Monsieur Fischer, der sich für seine Kolumne in den Aarauer Nachrichten mit dem Thema auseinandersetzte.
Mich stört eigentlich nicht, dass solcher Schrott gesendet und geschaut wird. Jeder soll schauen, was ihm gefällt. Was mich eher stört, ist der Effekt, dass durch die grosse Masse die dem Zeugs zugetan ist, der Anreiz für die TV-Stationen sinkt, etwas «schlaueres» zu senden.
Ich für meinen Teil halte es so, dass ich die neuen Formate (hat wohl damals mit Big Brother angefangen) jeweils einmal schaue, um zu sehen wie sie funktionieren. Das finde ich aus medienwisschenschaftlicher Sicht sehr spannend. Natürlich kann es aber auch mir passieren, dass es einen reinzieht. Ist mir damals mit Big Brother auch passiert. Und Musicstar war allsonntägliche Partystimmung bei Freunden zuhause. Aber in aller Regel habe ich schnell genug von diesem Stumpfsinn. Ich wünsche mir auf diesen prominenten Sendeplätzen (genaugenommen sind die Sendeplätze das einzige, was die Bezeichunung «prominent» verdient hat) gute Serien oder Spielfilme. Von mir aus auch ein richtig gutes Quiz, das vielleicht nicht die x-te von Endemol vorgefertigte Variante ist.
Noch schlimmer als am Abend zur sogenannten Primetime ist es natürlich nachmittags und am Vorabend. Da werden tonnenweise Pseudo-Dokus über Leute gesendet, die sich das Prädikat «grenzdebil» fast ausnahmslos redlich verdienen. Wer’s schaut, taumelt wohl meist zwischen Fremdscham und amüsiertem Voyeurismus. Nicht ganz verstehen kann ich jene Zuschauer, die sich das Ganze regelmässig antun und sich dann darüber aufregen, dass es ausgestrahlt wird. Wären die Quoten für solche Sendungen nicht so gut, würden sie bestimmt nicht in dieser Menge ausgestrahlt.
Momentan finde ich mich jedenfalls immer häufiger auf Arte oder BBC wieder. Alternativ gibt es natürlich tonnenweise Live-Sport oder aufgenommene Serien, damit man die lästigen Werbepausen überspulen kann. Ein erstaunlicher Lichtblick im TV-Dickicht ist «Der Bestatter» auf SRF, der mir bis jetzt wirklich gut gefällt – vielleicht auch nur deshalb, weil der schweizer Krimi etwas «selbstgemachtes» ist.
Coolest Schuhgestell ever – Bilder
Hier wie versprochen noch ein paar Bilder vom coolsten Schuhgestell ever:
Zürich vs. Luzern
Wir sind vielleicht bünzlig, dafür aber ungemein sympathisch. 🙂 In der Studie wurden 7000 Schweizerinnen und Schweizer befragt. Mehr Vergleiche gibt’s auf der Seite Kantonsimage.ch. Grosse Überraschungen gibt es natürlich nicht, es werden eher bestehende Vorurteile zementiert. Die NZZ widmet den Auswertungen einen eigenen Beitrag.

