Und hier wieder mal John Oliver. Dieses Mal zum Thema Doping, das bestimmt in den nächsten Wochen und Monaten wieder sehr hoch im Kurs sein wird…
Entschuldigen sich die SVP-Mitglieder für Glarner?
Nein, natürlich sollen sie sich nicht entschuldigen. Ist ja bloss der Aufhänger für diesen kurzen Artikel. Der Hintergrund dafür ist logischerweise, dass vor allem rechte Politiker nach Anschlägen von Extremisten jeweils Entschuldigungen von Gemässigten fordern. So geschehen bei diversen Anschlägen, die einen islamistischen Hintergrund hatten. Aber nun kurz zum allseits so geschätzten «Asylexperten» Glarner.
Schritt 1 – Glarners Lüge
Der Nationalrat der SVP behauptete, dass in Chiasso älteren Leuten die Wohnung gekündigt wurde, weil der Bund in jenem Gebäude Platz für 500 Asylbewerber schaffen wolle. Das hat sich inzwischen nachweislich als falsch herausgestelt. Weil es offensichtlich war, dass die Aussage nicht stimmte, fragte die Twitter-Userin Susanna Oberli Glarner, ob er ein Lügner sei.
Schritt 2 – Glarners Konter
In parteitypischer Art beantwortete die Frage, deren Antwort er nur zu gut kannte nicht. Stattdessen ging er in einen ad-hominem-Angriffsmodus über. Er ging schliesslich dazu über, die Twittererin abwertend zu bezeichnen: «Oh Gott, Sie scheinen im echten Leben echt zu kurz gekommen zu sein». Als nämlich nachgefragt wurde, weshalb sie denn zu kurz gekommen sei, bezog sich Glarner auf ihr Profilbild.
Schritt 3 – Shitstörmchen
Nun ging es schnell. Glarner wurde von mehr oder weniger vernünftigen Twitterern bestürmt. Beleidigungen ziemen sich für einen Nationalrat noch weniger als für alle anderen Bürger und überhaupt solle er doch mal die Frage beantworten. Das tat er natürlich nicht. Das Shitstörmchen tobte.
Schritt 4 – Beleidigte Leberwurst verlässt Twitter
Obwohl er wiederholt auf die nach ihm ungenügenden optischen Atribute der Twittererin eintrat, war nun er der Arme. Andreas Glarner verliess Twitter und löschte seinen Account. Drüben bei Facebook beklagte er dann den rauen Umgang und dass er «Idioten doch nicht Rechenschaft» schuldig sei. Natürlich berief er sich für seinen eigenen Aussagen auf die Meinungsfreiheit. Dass er jene der Anderen im gleichen Zusammenhang und dazu noch als öffentliche Person nicht zu ertragen scheint, blendete er da natürlich grosszügig aus.
Schritt 5 – Aktiv beleidigen und passiv beleidigen lassen
Glarner wäre nicht der, der er eben ist, wenn er es dabei beruhen hätte lassen können. Er muss sich ja weiter nach oben motzen. Die Basis soll sehen, wie er mit den Linken und Netten umgeht. Nämlich weder nett noch fair. Kleine Klammerbemerkung: Andreas Glarner hat sich gross auf die Fahnen geschrieben die Schweizer Frauen vor den bösen Ausländern, die ja unsere Werte so gar nicht draufhaben, zu schützen. Klammer geschlossen. Es geht nun also drüben auf Facebook weiter.
Die Häme Glarners gegen zwei Privatpersonen geht in der bekanten Form weiter. Das ist an sich schon störend und unwürdig genug. Wenn man die Souveränität derart vermissen lässt, sollte man sich das mit dem politischen Amt vielleicht doch noch einmal ganz genau überlegen. Aber wie wir wissen, ist Selbstkritik alles andere denn Glarners Stärke. Noch schwächer ist er allerdings in der Administration seiner Facebookpage. Dies zeigen die folgenden Kommentare, die er unkommentiert stehen lässt und damit offensichtlich gutheisst. Hier ein kleiner aber ziemlich repräsentativer Ausschnitt:
Interessant ist, dass Glarner offenbar sämtliche Kommentare gegen sich zu löschen scheint, jene gegen die von ihm so gehassten Damen aber stehen lässt. Während man im Sinne der Meinungsäusserungsfreiheit, so wie sie von der SVP nicht selten vertreten wird, sagen könnte, man solle einfach alles stehen lassen, ergibt dieses teilweise Löschen dann defintiv keinen Sinn.
Darum finde ich, Glarner sollte zurücktreten und die SVP sollte sich für ihn entschuldigen. (Mir ist bewusst, dass beides nicht passieren wird, weil die Sachlage natürlich total anders ist. Oder so.)
Bonusschritt – Die Verschwörungstheorie
Glarner wäre kein guter SVP-Politiker, würde er nicht hinter allem und jenem, das ihm nicht passt, eine systematische Verschwörung sehen. So auch hier. Ich zitiere aus dem Artikel des Tagesanzeigers sinngemäss: «Ich weiss, dass da eine gewisse Systematik dahintersteckt. Das habe ich von einer Person erfahren, die sich gut mit Twitter und Facebook auskennt. Das muss eine Gruppierung sein, die sich auf die Fahne geschrieben hat, sie wolle sämtliche Personen, welche die SVP gut finden, diskreditieren.» Yeah, right, genau so läuft das. 🙂
Sting like a Bee
Nie werde ich den Moment vergessen, in welchem er das Feuer in Atlanta entfachte.
Danke für Deinen unbändigen Kampf für die Gleichberechtigung.
Studien haben gezeigt, dass….
… es sinnvoll ist, sich einmal pro Woche John Olivers Last Week Tonight zu geben.
Wie man Putzfrauen sauber behandelt
So richtig einfach ist das vereinfachte Abrechnungsverfahren auch nicht… zumindest erlebe ich das so. Trotzdem, Anmeldung muss sein. Im Video des Beobachters erfährt man noch, was sich sonst noch gehört:
Das letzte Spiel
Ja, nun ist es so weit. Fast 10 Jahre nach dem allerersten Spiel (24. September 2006 in Thun) als Fotograf für den FC Luzern an der Linie steht heute das letzte an. Es war eine geniale Zeit. Immer wieder hatte ich die Gelegenheit, entscheidende Szenen aus unmittelbarer Nähe zu erleben. Mit etwas Glück blieb auch die eine oder andere als spannendes Bild hängen. Nun ist die Zeit gekommen, meinen Platz an der Linie einem anderen «Fanfotografen» zu überlassen. Gut möglich, dass ich sporadisch beim ein oder anderen Match noch dabeisein werde. Die ganze Saison über auf die Allmend und in all die anderen Städte zu pilgern, das wird nicht mehr passieren.
Für heute wünsche ich mir ein schönes Spiel und natürlich einen Sieg gegen den übermächtigen FC Basel. Ich wünsche mir aber auch, dass der FCZ irgendwie noch das Ruder rumreisst und in der Nati A bleiben kann. Und jetzt: Hopp Lozärn!
Eine Stunde mit Hansi Voigt
Ich bin sicher, Hansi Voigt bekommt dieser Tage genug Zuwendung von allen Seiten. Sein Ausscheiden bei watson.ch hat in der Medienwelt doch einige Welllen geworfen. Man denke nur an die Michele Binswanger und Voigts Antwort auf ihren fragwürdigen Text. Immerhin hat er da etwas ganz Neues aufgebaut, das trotz den überkritischen Blicken (andere würden sagen «hämischem Gelächter») der «Konkurrenz» gut auf Kurs zu sein scheint.
Wir (sprich: zündung.ch) hatten vor einiger Zeit ein Treffen mit ihm. Interessant war schon, wie dieses zustande kam. Auf watson.ch versucht sich Herr Baroni im Autojournalismus, aus unserer Sicht mit beschränktem Erfolg. Aufhänger war eine Geschichte zum Alfa Romeo 4C. Wir hatten das Gefühl, dass wir sowas eigentlich doch noch etwas besser könnten. Also schrieb ich in das Input-Feld einen Kürzesttext. «Das geht doch besser. Wir wüssten wie» stand da so in etwa. Ja, eine grosse Fresse haben können wir. 😉
Zu meinem grossen Erstaunen meldete sich prompt jemand von watson.ch bei mir. Der Chef wolle uns gerne treffen und eine halbe Stunde hören, wie unsere Vorstellungen in etwa aussähen. Terminvorschläge kamen auch gleich mit. Ein paar Tage später fanden wir uns beim watson.ch-Headquarter an der Hardbrücke wieder. Etwas nervös traten wir in die gar nicht so heiligen Hallen. Ein Haufen junger Leute, viele watson.ch-farbige Plakate mit News-unfucked-Schriftzügen drauf und natürlich Computer en masse, ist ja schliesslich eine Online-Geschichte.
Hansi Voigt empfing uns in einem kleinen Sitzungszimmer und wollte zunächst mal wissen, was wir denn so machten. Wir erzählten von unseren Jobs und unserem zündung.ch-Projekt. Er schaute sich die Website an und bemerkte schnell, dass sowas eben keine Klicks bringen würde. Das Thema Auto an sich sei kaum spannend genug. Dagegen würden Geschichten über das iPhone als wahre Klick-Magneten funktionieren. Wir philosophierten ein wenig über Online, Autos und wie das ganze zusammenkommen könnte. Natürlich war auch TopGear ein Thema. Für uns war klar, es müsste ein witziger Text sein, der aber vor allem von einem Video begleitet sein müsste. Hansi Voigt schenkte uns reinen Wein ein, ohne dabei irgendwie unfreundlich oder arrogant zu sein. Wir begeistert vom Thema Auto, er im Zweifel, ob man damit einen Blumentopf gewinnen könnte. Er hatte klare Vorstellungen, war andererseits aber auch sehr offen für neue Ideen. Das angeregte Gespräch liess die Zeit wie im Fluge vergehen. Aus der halben Stunde war inzwischen eine ganze geworden. Wir fassten die Aufgabe, irgendwas zu kreiren, was dann das entsprechende Potential für watson.ch haben sollte.
Wir zogen uns in ein romatisches Lokal eine nahe Kebabbude zurück, um die ganze Chose Revue passieren zu lassen. Schnell kam die Idee, den historischen Mini gegen die neueste Generation antreten zu lassen. Ein «Rennen» quer durch Zürich zum watson-Hauptquartier sollte der Aufhänger sein. Nach einem Drehtag und einigen Schnittstunden stand das Video und auch der versprochene Text wurde verfasst. Mit der Begründung, das eingesendete Material sei zu mainstreamig, ging unsere kurzes Abenteuer schliesslich zu Ende. Kein Problem, wir hatten eine Menge Spass. Und wir hatten die Gelegenheit, Visionär Voigt live und persönlich zu erleben. Dafür und für die Chance, die man uns gegeben hatte waren und sind wir dankbar.
Ich wage zu bezweifeln, dass auch nur ein einziges Medium uns auch nur angehört hätte. Vielen Dank und weiterhin alles Gute, Hansi Voigt.
Hier übrigens noch das Video:
«Mir nähmed nur Euro»
Die neue 50er-Note ist da. Ich habe sie noch nicht, aber die Leute von watson.ch offenbar schon. Im Video sieht man gut, dass es eine Infokampagne braucht, um neue Banknoten bekannt zu machen.
Auf dem Weg zur Perfektion
Anke Engelke setzt sich mit dem Trend zur stetigen Selbstoptimierung auseinander. Interessant zu sehen, wie eigentlich niemand wirklich mit sich zufrieden zu sein scheint. Auf jeden Fall ein durchaus sehenswertes Video einer Frau, die man sonst vor allem als nicht immer lustige Komödiantin kennt.
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Wenn das mal kein Feelgoodmovie ist…. 😀


