moderne architektur in barcelona

architektur spielt in barcelona eine wichtige rolle. vor allem der stil von gaudí hat die statt geprägt. der jugendstil ist hier unter dem namen modernisme bekannt. doch vor allem seit den olympischen spielen im sommer 1992 haben immer wieder stararchitekten in barcelona gebaut. jean nouvel, [herzog & de meuron,|http://watashi.amade.ch/gallery/bild/?bild_id=18292] richard meier, santiago calatrava oder frank gehry. und norman foster baut das legendäre stadion camp nou um und aus. doch barcelona hat noch nicht genug.

laut einem spannenden artikel auf nzz online will man in zukunft architektur und kultur noch weit intensiver fördern. dazu gibt es auch richtige grossprojekte: vom edificio forum soll ein neuer, drei kilometer langer boulevard, die stadt mit dem peripherieort sant adrià de besòs verbinden. dort wird im zukünftigen bahnhof sagrera dereinst der hochgeschwindigkeitszug anschluss nach madrid bieten. das momentan leerstehende edificio forum soll ein muesum für die naturgeschichte kataloniens werden. gleich beim nouvel-turm torre agbar entsteht das disseny hub barcelona designmuseum. überhaupt wird der plaça de les glòries im grossen stil neu angelegt.

kultur wird in spanien sowohl von staatlicher als auch von regionaler seite massiv gefördert. der anteil von kultur am budget von barcelona beträgt unter bürgermeister hereu 5%. es beträgt diees jahr 117 millionen euro und ist im vergleich zum letzten jahr um 11% angehoben worden. hereu lässt sich in diesem zusammenhang wie folgt zitieren:

Unsere Strategie lautet: Stadterneuerung durch Kultur. Unsere Wachstumschancen liegen in künstlerischer Erneuerung und Kreativität.

seit dem jahr 2001 gibt es in der stadt mit [22@barcelona|http://www.22barcelona.com/index.php?lang=en] sogar ein ganzes stadtviertel, das der innovation gewidmet ist.

auch wenn nicht alle von der gezielten förderung von kultur und architektur überzeugt sind, auch wenn kritiker die modernen bauten als reine showobjekte abtun, bin ich überzeugt, dass die stadt von diesen massnahmen und plänen nachhaltig profitieren wird.

ein paar tipps für die reise nach barcelona findet man hier.

avis london luton und die congestion charge

als wir vor gut einem monat für das festival of speed 2009 nach england fuhren, flogen wir nach london, um da einen mietwagen zu übernehmen. dafür, dass man zuerst eine halbe ewigkeit auf den shuttlebus zum mietwagenterminal warten muss kann avis natürlich nichts, mühsam ist’s trotzdem. dort angekommen meinte die nicht gerade freundliche mitarbeiterin von avis: «wir haben keine reservation von ihnen.» ok, wir haben hier aber unseren voucher mit reservationsnummer und allem, was da sonst noch dazu gehört. ohne den voucher wirklich zu betrachten meinte die nun schon sichtlich genervte dame, wir müssten den ganzen prozess nochmals durchmachen. ok, wir haben ja zeit. ausserdem hätten wir sowieso glück, dass sie überhaupt noch ein fahrzeug nach unseren anforderungen auf dem platz hätten. super. marc gab ihr dann jedenfalls alle gewünschten daten. nur in einem nebensatz erwähnte die frau, dass uns der wagen auch wesentlich mehr kosten würde, als das was wir unserer ursprünglichen ebookers-bestätigung entnehmen könnten. nice.

da es nicht mehr drauf an kam, sagte ich etwas süffisant zu meinen mitreisenden: «nächstes mal mieten wir bei hertz.» natürlich verstand unsere avis-freundin den markennamen. ziemlich wütend schnaubte sie mir ein «it would be all the same with hertz» entgegen. volltreffer.

doch damit war die geschichte noch nicht zuende. die avis-dame versäumte es auch, uns zu fragen ob wir einen trip in das nicht einmal 50 kilometer entfernte london planten. möglicherweise geht man davon aus, dass sich niemand vom festland in die innenstadt traut. ehrensache, dass wir das trotzdem taten. natürlich wussten wir, dass es in london die citymaut – hier congestion charge – zu entrichten gilt. wir gingen davon aus, dass wir ein paar kilometer vor der stadtmitte auf eine barriere treffen würden. so kennt man das ja von autobahnen beispielsweise in frankreich. an riesigen auf den asphalt gemalten c’s war erkennbar, dass wir uns in der mautpflichtigen zone befinden. doch von schlagbäumen weit und breit nichts zu sehen. etwas verwirrt fuhren wir weiter, bis wir unseren kia sedona nahe des buckingham palace in ein parkhaus versenkten.

und da in der nähe muss es auch gewesen sein, als uns londons flächendeckendes kamerasystem (230 feste und ein paar mobile) mitsamt nummernschilderkennung erfasst hatte:

wenn man nun bedenkt, dass die tagesmaut für ein fahrzeug bei 8 gbp (britische pfund sterling) liegt, könnte man von einer busse ihn ähnlicher höhe ausgehen. weit gefehlt. london hat da sehr strikte regeln: zahlt man nicht am gleichen tag bis 10 uhr abends, kostet die maut 10 gpb. hat man bis mitternacht nicht bezahlt, werden 60 gbp busse fällig. immerhin hat avis das innerhalb zweier wochen für uns bezahlt (mit marcs kreditkarte notabene), sonst wären nämlich 120 gbp an busse zu bezahlen gewesen. aber es wird auch so noch teuer genug:

unser problem war, dass wir schlicht nicht wussten wo wir die congestion charge wie bezahlen konnten. im ausführlichen wikipedia-beitrag ist die rede davon, dass man via sms, bei sogenannten paypoints in geschäften und per telefon bezahlen könne. das hätte uns die lady bei avis halt sagen müssen…

ferien und ferien

das schöne an social communities wie facebook ist ja bekanntlich, dass man immer über die geschehnisse im leben seiner freunde bescheid weiss. und das ist meist auch gleich das unschöne daran. jedenfalls häufen sich aktuell die ferienbilder. kein wunder, ist ja sommer. andererseits frage ich mich dann auch gleich immer: wieso geht jemand (der weder kinder hat, noch lehrer ist) gerade im sommer in die ferien ins ausland? dann, wenn wir hier 30° und strahlenden sonnenschein haben? ok, nicht immer, ab und zu stürmt’s ja auch. zugegebenermassen regnet’s im sommer in der schweiz ja mehr als im winter. trotzdem. ein lauer sommerabend am fluss, am see oder auch in der stadt hat doch was für sich.

wenn ich die leute jeweils nach ihrer destination frage, bekomme ich mit beängstigender häufigkeit die antwortmallorca zu hören. ganz wichtig: mit ausgesprochenen l, ohne auch nur einen hauch spanischen einflusses. gut, spanisch muss man da ja auch nicht können, wenn das servierpersonal und die anderen touristen allesamt deutsch sprechen. immer wieder hört man ja, dass eben die insel so schön sei. aber wenn ich dann auf facebook über die fotos stolpere, sieht man da nur in ausnahmefällen, vielleicht neben dem camarero und der bikinitragenden kollegin irgendeinen landstrich durchleuchten.

natürlich: jedem das seine. wenn alle welt nach mallorca fährt, hat’s hier mehr platz in den gartenbeizen. was mich aber dann wirklich ein wenig erschreckt hat, ist dieses bild.

ein pool, eine aus künstlich ausschauendem stein gebaute brücke, ein paar andere touristen und dahinter die sich erhebenden fassaden eines hotelkastens der übelsten sorte. mich erinnert das an hühner in batteriehaltung. wenn das die aussicht ist, warum dann in die ferien fahren? kein strand, keine palme, kein mai tai, ja nicht mal die bikinitragende kollegin ist mit drauf. und die sonne geht auch nicht gerade unter. für mich ein horror und gleichzeitig der beweis dafür, dass es wohl eben ferienund ferien gibt. jeder erlebt sie anders, jedem gefällt etwas anderes und jeder stellt davon etwas anderes auf facebook. ich zum beispiel: nichts.

die rückkehr des daumenkinos

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ich glaube, ein daumenkino herzustellen gehört zu jeder kindheit irgendwie dazu. schnell stellt sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, mit unbewegten bildern ein bewegtes herzustellen. doch in solchen dingen beweisen kinder ja meist grosse ausdauer. nun kann ich von der rückkehr des daumenkinos berichten. allerdings braucht man dazu nicht mehr endlos notizblöcke zu zerkritzeln. nein, man schickt gleich ein kleines filmfragment ins netz, wo es dann in einzelbilder umgewandelt wird. diese gelangen dann in gebundener form an den besteller. in der schweiz hat die firma bookfactory diesen service ins programm aufgenommen. ich habe mit bookfactory bei fotobüchern vor allem im bezug auf die qualität sehr gute erfahrungen gemacht. das hat möglicherweise damit zu tun, dass sie zur buchbinderei burkardt gehört und somit nicht wie die meisten konkurrenten aus dem fotobereich kommt.

aber zurück zu den daumenkinos: man wählt 6 – 8 sekunden beispielsweise mit imovie aus einem film aus. unterstützt werden die formate .mov, .avi, .mp4 und .mpg. dann lädt man dieses fragment hoch und schliesslich muss nur noch das cover bestimmt werden. das ist echt simpel. da die daumenkinos ab 3 stück nur noch 9.90 chf kosten, eignen sie sich gut als spezielle einladungen. ein einzelnes exemplar kostet inklusive versand 14.90 chf. leser dieses blogs können die geschenkidee noch etwas günstiger umsetzen: mit der eingabe des codes «Popcorn1» gibt es bis ende jahr 20% rabbatt.

im rahmen dieser trigrami-kampagne habe ich mein daumenkino bereits selbst gemacht. wenn es ankommt werde ich hier noch kurz darüber berichten. was ich bereits sagen kann: die grösste herausforderung ist wohl, einen geeigneten film zu finden.

wer schweigt, stimmt zu

zum ersten august brachte der tagesanzeiger in der gestrigen ausgabe folgenden artikel von jean-martin büttner. das sind einige interessante gedanken dabei. unter anderem eine mögliche erklärung für die tiefen beteiligungsraten bei abstimmungen und wahlen.

einen schönen 1. august euch allen!

Wer schweigt, stimmt zu

Selbstverwirklichung ist eine Chance und eine Aufgabe: Überlegungen zum 1. August

Von Jean-Martin Büttner

Die Schweiz funktioniert. Es kommt zu Krisen und Konflikten, es passieren Skandale, es droht sogar eine Seuche. Aber das lässt sich alles bewältigen oder wenigstens abmindern. Selbst die schlimmsten Momente stehen für viele ind er Schweiz in keinem Verhältnis zu dem , was Menschen in anderen Ländern täglich zustösst. Kein Krieg bei uns, kein Hunger oder Durst, keine verheerende Umweltzerstörung. Ein betriebsamer Friede herrscht, die Höhenfeuer flackern, unser letzter Krieg wird zum Thema einer Fernsehserie gemacht. Auf wessen Kosten dieser Friede betrieben wird, braucht uns nicht zu kümmern, weil wir die Folgen ignorieren können. Wir befinden uns nämlich ganz zuoberst; und leben dort, wo alle hinwollen. Unser Land mag manchen satt vorkommen, ereignislos und bieder. Aber es bleibt, im internationalen Vergleich, ein alpines Paradies.

Zuoberst hat es am wenigsten Platz: auf dem Gipfel – und auf der Bedürfnispyramide. Die Metapher stammt vom amerikanischen Psychologen Abraham Maslow, der 1954 eine Hierarchie menschlicher Bedürfnisse formulierte. Je drängender die Bedürfnisse sind, desto wichtiger wird ihre Befriedigung. Je mehr Grundbedürfnisse erfüllt werden, desto eher lasse sich höhere verfolgen.

Zuunterst steht das Überleben: Atmen, Essen, Trinken, Schlafen, Sexualität. Dann kommt die Sicherheit: Frieden, Schutz, Wohnung, Arbeit, Glaube. Es folgen Beziehungen, Familie, Freunde, dann Wohlstand, Macht und Karriere. An der Spitze der Bedürfnispyramide steht die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, das Streben nach Glück. Dazu gehören auch Kunst, Ethik, Wissenschaft und Philosophie. Die Hierarchie mutet schematisch an, verhält sich aber dynamisch: Grosse Kunst zum Beispiel entsteht oft aus grosser Not, Wohlstand garantiert keine Menschlichkeit, Selbstverwirklichung schliesst Gier nicht aus.

Interessanter ist ein anderer Widerspruch: dass eine Gesellschaft umso weniger für diese Bedürfnisse tut, je leichter sich der Einzelne verwirklichen kann – und umgekehrt. Abertausende junger Iranerinnen und Iraner verlangen verzweifelt nach Rechten, um die sich in der Schweiz immer weniger kümmern. Das iranische Regime unterdrückt Andersdenkende, Andersgläubige und Frauen, es verbietet Religions- und Meinungsfreiheit, es verhindert die politische Vielfalt. In der Schweiz bleibt über die Hälfte der Bevölkerung den Wahlen fern, bei Abstimmungen sind es oft noch mehr. Sogar in den Gemeinden wollen immer weniger mitentscheiden, was in ihrem Dorf geschieht.

Man kann das beklagen, und das wird oft getan; die Klage selbst ist zum Ritual erstarrt, obwohl sie die Belebung fordert. Dass die Bürger einer Demokratie immer weniger leben, wofür Menschen in anderen Ländern sterben, hat etwas Peinliches. Und es löst regelmässig strenge Apelle aus, Aufrufe gegen die Lethargie.

Aber die Aufrufe verhallen. Vielleicht deshalb, weil man die Weigerung auch anders sehen kann. Wer der Gemeindeversammlung fernbleibt, den stört das neue Einkaufszentrum nicht, dem ist die Umzonung egal, der hat nichts gegen den Schulvorstand einzuwenden. Wer nicht abstimmen geht, ist einverstanden mit der Ausländerpolitik, den Waffenexporten, dem Stadtverkehr, den Gesundheitskosten. Wer nicht wählt, will keine bessere Regierung, keine andere Politik. Er ist im besten Fall glücklich und hat schlimmstenfalls resigniert.

Unabhängig von den Motiven gilt: Wer schweigt, stimmt zu. Ist das schlimm? Die Erfahrung zeigt, dass Bürgerinnen und Bürger schnell aktiv werden, wenn ihnen etwas nicht passt. Dann füllen sich die Gemeindesäle und Urnen. Dennoch bleibt die Frage, ob das genügt. Vieles von dem, was uns einmal bedroht, entwickelt sich lange vorher als Prozess. WAs eine Generation ignoriert – den Umweltschutz zum Beispiel, die sozialen Spannungen, die Verbauung der Landschaft -, mit dem muss die nächste Generation leben. Selbstverwirklichung also, das höchste aller Bedürfnisse: Sie lässt sich nur so lange garantieren, als sie nicht bloss als Chance für den Einzelnen wahrgenommen wird, sondern als Verantwortung für viele.

handyrechnungen in der schweiz zu hoch

endlich schreibt mal jemand darüber. ich habe das im fall von swisscom wiederholt gesagt und wohl auch hier irgendwo geschrieben. ein witz, wie viel man in der schweiz für mobile dienste zahlt. der tagesanzeiger zeigt heute im wirtschaftsteil, wie viel gewinn die provider pro franken auf der rechnung machen.

sunrise 0.25 chf
orange 0.32 chf
swisscom 0.46 chf

therese wenger, sprecherin von orange, meint: Die Tarife und Margen sind in der Schweiz unter anderem höher, weil der grösste Teil der Kunden nicht auf billigere Angebote anspricht. schon spannend, aber der preis scheint tatsächlich ein verkaufsargument zu sein. und zwar nicht der tiefe, sondern der hohe preis. ich jedenfalls interpretiere wengers aussage so, dass kunden höhere preise mit höherer qualität verbinden und deshalb ihr abo oder ihren anbieter nicht wechseln mögen. oder aber sie sind einfach zu faul zum wechseln.

salto über der tower bridge

in filmen hat man das x-mal gesehen: die brückenteile schwenken nach oben, im letzten augenblick fährt der held trotzdem noch darüber und landet souverän auf der anderen seite. robbie maddison wurde zwar nicht von polizeiautos oder bösewichten verfolgt, den sprung über die themse hat er aber dennoch gewagt.

hovercraft

merke: nie hinter einem ins meer hinausfahrenden hovercraft stehen.