Das Handy ist schuld

An argument over texting at the movies ended in a cellphone user’s death, when a retired police officer in the audience shot him at a theater near Tampa, Fla., on Monday afternoon, the authorities said. […]

The killing underscored the increased debate about when to use smartphones in public.

Laut John Gruber vom Blog Daring Fireball stand das so auf der Website der New York Times. Inzwischen wurde der letzte Satz entfernt.

Wenn also ein Mann im Kino erschossen wurde, nur weil er SMS geschrieben hatte, wird danach die Benutzung von Smartphones in der Öffentlichkeit hinterfragt. Wow.

via LKM

Humor

Unser Verständnis davon, was Humor darf und was nicht, wurde in den letzten zwanzig Jahren immer rigider. Die Schweiz verkrampft. Man darf immer weniger sagen, weil Journalisten und Politiker sich als Moralapostel aufspielen. Und die SVP hat mich im Jahre 2002 mit ihrer Schäfchenkampagne dazu angeregt, mich mit dem Thema Rassismus auseinanderzusetzen. In diesem Zusammenhang habe ich dann auch die Stammtischwitze als gezielte Provokation eingesetzt. Und wenn es sein muss, werde ich das auch künftig tun.

Marco Rima in einem Interview mit dem Tagesanzeiger.

Mir persönlich war ja nicht klar, dass er sich selbst fast schon als politischen Komiker sieht. Meistens hat er mich eher ein wenig genervt mit seinen Grimassen und dem künstlichen Gelächter.

Die Evolution und die USA

Demnach halten 60 Prozent der Befragten die Evolution für eine Tatsache, aber ein volles Drittel lehnt sie ab. Diese Gruppe – statistisch gesehen knapp 106 Millionen Personen – glaubt allen Ernstes, Menschen und Tiere seien genau so erschaffen worden, wie sie heute den Planeten bevölkerten. Der Rest hat keine Meinung.

Aus einem Online-Artikel der NZZ von Beat Ammann.

Es steht natürlich jedem frei, was er glaubt. Auch wenn es kompletter Blödsinn ist. 😉

Andere Haltung my ass

Wenn Russland eine andere Haltung zur Homosexualität hat, die mir nicht passt, dann habe ich das zu akzeptieren.

Ueli Maurer im Zusammenhang mit den Olympia-Boykotten anderer Staatsmänner. Also solchen mit Rückgrat.

Alle Jahre wieder – die neue Schweizer Hymne

Ok, alle Jahre wieder ist wohl etwas übertrieben. Aber in den letzten Jahren stand er immer wieder zur Diskussion, jener Psalm, der uns als Hymne dient. Ein Kirchenlied, das nach dem Abschied von «Heil Dir Helvetia» als Schweizerspalm bekannt wurde. Wenigstens die erste Strophe beherrscht so ziemlich jeder, mit der Melodie wird’s dann schon schwieriger. Und dann ist da natürlich noch der Text, der vor Frömmigkeit nur so trieft.

Ich nehme an, es ist vor allem jener Text, der immer wieder dazu führt, dass man sich das Kreieren einer neuen Hymne vornimmt. Bisher sind sämtliche Versuche gescheitert. Simon Koch hat auf der Website des Tagesanzeiger einen Blogbeitrag zu diesem Thema verfasst – er nennt es eine Mission Impossible. In den Kommentaren ergiesst sich der kollektive Frust. Multikulti, die EU und die Linken stehen am Pranger. Hier einige ungeschönte (und unkorrigierte) Auszüge.

wass ist denn nicht gut mit dem alten psalm ? sicherlich aus anderer zeit und wortgebrauch, aber das sind ja unsere wurzeln. eben nicht die der linken eingeschwemmten, welche die eg-melodie erträumen.

 

Dies hat nicht mit einem komplizierten Text zu tun, sondern es zeigt unsere Grenzen auf, die man nicht sehen will, weil sie sehr unangenehme Wahrheiten bestätigen. Was ein Fussballspieler, der dank unserem Land es zu Ruhm und Geld gebracht hat, nicht über seine Lippen bringt, ist das selbe Wort, welches heute ein Lehrer nie von Schülern mit der gleichen Herrkunft, beim singen oder sprechen, verlangen darf. Das Wort GOTT. Zum Glück weiss die grosse Mehrheit im Volk nicht,was in dieser Richtung, um den inneren Frieden zu wahren, still und leise überall noch alles “Angepasst” wurde und wird!

 

Der Schweizerpsalm ist ein Psalm. Die Schweizerflagge trägt ein Kreuz. Der sogenannte Rütli Schwur wurde im Namen Gottes gemacht. Es liegt “noch” ein Segen auf der CH. Zu glauben, dass das Gute nicht von oben kommt ist schlicht arrogant und selbstgerecht. Den wir leben nicht aus uns selbst heraus. Wir können kein Haar auf unserem Kopf weiss oder schwarz machen. Und darum .. was interessiert es mich, ob der Psalm der heutigen Gesellschaft gerecht wird? Ich als Christ werde dem humanistisch-atheistischen Zeitgeist die Stirn bieten, da können sie sich darauf verlassen. Eine Schande ist das.

 

Neue Landeshymme ? Nein danke ! Die gegenwärtige mag vielleicht etwas antiquiert oder auch zu religiös wirken. Aber schön ist sie trotzdem. Was würde denn eine neue besingen ? Sie würde aus purer politischer Korrektheit den Feminismus, Schengen, die PFZ, die spezielle Aufmerksamkeit für fremde Religionen, Nationalitäten, Arme, Alte, Kranke, Drogensüchtige, Homosexuelle usw. usf. lobhudeln und die grosse Mehrheit derer, die dafür arbeitet und Steuern zahlt gar nicht erwähnen. Oder wenn es nach den Linken und Grünen ginge, könnte man doch viel einfacher die EU-Hymme übernehmen ?

Toll, oder?

Doch die Frage ist doch: Ist der Text tatsächlich dermassen wichtig? Deutschland schmückt sich noch immer mit dem Lied, das mit einer tiefbraunen Vergangenheit verbunden ist. Frankreichs Marseillaise klingt stolz und jeder pfeifft gerne mit, doch ist der Text blutrünstig. Die Hymne der USA ist kriegsverherrlichend, werden im Text doch unter anderem Raketen und Bomben gefeiert. Manch einer mag jetzt denken, dass die Spanier das Problem elegant gelöst haben, da die Iberer ganz auf einen Text verzichten. Es wird also nur ein bisschen Lalala gesungen oder gesummt. Aber weshalb? Weil der Text erst nach den Jahren der Franco-Diktatur weggelassen wurde.

Kurz gesagt: Ein Text-Problem haben viele Hymnen. Offenbar ist der Text aber nicht jenes Element, das die Hymne ausmacht, sonst wären wohl auch die Texte der eben genannten Lieder inzwischen deutlich verändert worden sein. Sind sie aber nicht. Aber wenn es nicht der Text ist, was macht dann die Hymne aus?

Wembley Stadium 2011

Ich erinnere mich, wie 2011 im Rahmen der EM-Qualifikation über 10’000 Schweizer Fussballfans nach London pilgern, um ihr Team zu unterstützen. Ich war einer davon. Als die rotweissen Fanmassen den Schweizerpsalm intonierten lief es mir unweigerlich eiskalt den Rücken runter. Ganz bestimmt nicht, weil ich mit dem Text speziell gut identifizieren könnte. Es ist schlicht das Gefühl des Zusammengehörens, das durch eben jene Hymne angesprochen wird.

Genau das muss eine Hymne doch können. Da bringt es nichts, wenn man ihren Text modernisiert, die Melodie peppiger und besser singbar zu gestalten versucht. Davon abgesehen, dass die Worte wohl sowieso des öfteren angepasst werden müssten, geht es den Singenden sowieso nicht um den sprachlichen Inhalt, sondern um den emotionalen. Das dürfte auch der Grund sein, warum man in Deutschland noch immer jenes Lied singt.

Also: Lasst die Schweizer Hymne doch einfach so wie sie ist. Denn auch wenn sie keiner so richtig schön singen kann, ist sie halt unsere Hymne.

Schnee im Nahen Osten

Unglaublich, was momentan im Nahen Osten für Bilder möglich sind. Zum ersten Mal seit 112 Jahren hat es in Ägypten richtig geschneit. Auch Israel ist teilweise schneebedeckt, was zu grösseren Verkehrsproblemen geführt hat.

Ägypten Israel

Und nein, das ist kein Hinweis darauf, dass es die Klimaerwärmung nicht gibt.

Wie Boulevard funktioniert

Schritt 1 – Man finde ein geeignetes Thema

Ein Schiedsrichter gibt ein Tor für Schalke gegen den FC Basel, wobei der Torschütze eindeutig im Abseits gestanden hatte. Weil es zuvor schon eine rote Karte gegeben hatte, über die man mit viel FCB-Fan-Brillen-Dioptrien allenfalls diskutieren kann, ist die Story geboren.

Schritt 2 – Man gebe dem Kind einen Namen

Tomaten-Schiri

Tomaten-Schiri? Ok, der Blick war nicht sonderlich einfallsreich, zumal nicht er es war, der die Abseitsposition nicht sah, sondern sein Assistent an der Linie. Weiter macht man sich mit dem Wort «rasiert» über den Beruf des Schiedsrichter lustig; er ist Coiffeur.  Im Rahmen dieses Schrittes wird nun möglichst viel auf das Opfer eingehauen. Es muss nicht gross reflektiert werden, denn die hungrige Leserschaft ist, wenn man das Thema richtig angeht, sowieso auf Seiten des Schreibenden.

Schritt 3 – Man gebe sich möglichst entsetzt ob dem Medienecho

Morddrohungen

Ohne einzusehen, dass man selbst massiv dazu beigetragen hat, stellt man erstaunt (bis entsetzt) fest, mit welchen Reaktionen das Opfer umzugehen hat. Im vorliegenden Fall sind das dann Morddrohungen. Wie die SVP in der Politik sieht sich auch der Blick hier nicht als Teil des Systems. Im Gegenteil, das Opfer wird sogar weiter mit Bezeichnungen wie Pfeife und Tomaten-Schri [sic!] eingedeckt. Je nach Fall würde man hier noch einen Exponenten der Gegnerschaft zu Wort kommen lassen. Bei Morddrohungen geht wohl kaum.

Schritt 4 – Man erlaube dem Opfer letzte Worte

Hier fehlt leider noch die Schlagzeile, aber sie wird bestimmt bald zu lesen sein. Ich denke, als Titel wird man den Satz «Jetzt spricht Tagliavento» verwenden. In der Regel ist mit Schritt 4 der Zyklus des Boulevardthemas durch. Allenfalls wird bei künftigen «Vergehen» des Opfers noch mit einem kleinen Text reagiert, wobei dann natürlich wieder die ganze Vorgeschichte hervorgeholt wird.