danke vox

aus der nzz onlineausgabe

Einbürgerungs-Nein nicht gegen Ex-Jugoslawen gerichtet
Vox-Analyse zur Abstimmung von 26.9.

Das zweifache Nein zur erleichterten Einbürgerung junger Ausländer in der Abstimmung von 26. September kann nicht einfach auf ein Votum gegen Einwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien reduziert werden. Laut der neuesten Vox-Analyse war vielmehr die generelle Haltung der Stimmbürger gegenüber Ausländern ausschlaggebend.
Unmittelbar nach dem Abstimmungssonntag Ende September stand für viele Kommentatoren eines fest: Das doppelte Nein zur erleichterten Einbürgerung für Ausländer der zweiten Generation und zum automatischen Bürgerrecht für die dritte Generation habe sich vor allem gegen die Einwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien gerichtet. Die am Freitag publizierte neueste Vox-Analyse korrigiert dieses Bild nun aber in wichtigen Punkten.

Angst vor Masseneinbürgerungen

Laut den Vox-Forschern hat sich in der Nachbefragung nämlich nur eine kleine Minderheit der Nein-Stimmenden ausdrücklich auf «bestimmte Ausländergruppen» bezogen, um ihren ablehnenden Entscheid zu begründen. Und zwar waren es bei den Erleichterungen für die zweite Generation 11 Prozent und bei der zweiten Vorlage sogar nur 4 Prozent, welche das Reizwort der «Ex-Jugoslawen» als Motiv angaben. Bei den Argumenten gegen die Vorlagen schwang mit 72 Prozent vielmehr die Ansicht obenaus, dass die Gesetzesrevision zu einer Masseneinbürgerung führen würde. Betont wird auch, dass bei den Entscheidmotiven für oder gegen die Vorlagen keine wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Einbürgerungsvorlagen zu erkennen seien.

Generelle Haltung gegenüber Ausländern wichtig

Die Forscher ziehen die Schlussfolgerung, dass vor allem ein Motiv für das Stimmverhalten ausschlaggebend war: Die persönliche Haltung gegenüber der ausländischen Wohnbevölkerung insgesamt. Die Nein-Stimmen hätten sich nicht auf das neue Verfahren und ebenso wenig auch auf die Gruppe von Ausländern bezogen, die von der neuen Regelung primär profitiert hätte. Die Nein-Stimmen kamen vielmehr von jenen Stimmbürgern, die den Ausländern in der Schweiz allgemein skeptisch gegenüberstehen. Ebenso treffe auch der Umkehrschluss zu: Wer von den Ausländern in der Schweiz eher ein positives Bild habe und sie im allgemeinen als gut integriert betrachtet, habe ein Ja in die Urne gelegt. Merkmale wie Alter und Geschlecht sowie die soziale Zugehörigkeit wirkten sich dagegen nicht oder nur schwach auf den Stimmentscheid aus.

SVP- und SP-Anhänger stimmte parteikonform

Ausserdem stiessen die Vox-Analytiker auf einen ausgeprägten Links/Rechts-Gegensatz, welcher in der Abstimmung zum Tragen kam. Anhänger der SVP haben sich nämlich zu 90 Prozent an die Nein-Parolen ihrer Partei gehalten. Und die SP-Sympathisanten folgten zu 80 Prozent der Doppel-Ja-Parole der Sozialdemokraten. Den gegenüber der letzten Bürgerrechts-Abstimmung von 1994 gestiegenen Nein-Anteil erklären sich die Politikwissenschaftler in zweifacher Hinsicht mit der Rolle der SVP: Erstens habe diese Partei anders als 1994 eine Nein-Parole ausgegeben und zweitens sei ihr Gewicht auf der politischen Bühne seither kontinuierlich angestiegen.

Mitteparteien können Anhänger nicht überzeugen

Bei der CVP- und FDP-Anhängerschaft wird es dafür wesentlich komplizierter: Denn die Ja-Parolen der beiden Parteien fielen bei mehr als 40 Prozent der eigenen Anhängerschaft auf keinen fruchtbaren Boden. Von jenen Befragten, die sich selber der politischen Mitte zurechnen, wurden beide Vorlagen am 26. September mit 64 beziehungsweise 59 Prozent verworfen.

the manchurian candidate

das original habe ich leider nie gesehen, aber gestern hab ich mir die neue version angesehen.

denzel washington spielt einen irak-soldaten, der unter dem golfkriegsyndrom leidet. er beginnt sich zu fragen, weshalb seine träume jedes mal den identischen wortlaut aufweisen. als in ein anderer veteran darauf anspricht, wittert er bereits die grosse verschwörung. die geschichte ist mit einer vizepräsidentschaftskandidatur verknüpft. der held von marcos (washington) truppe, der sie damals alleine aus einem hinterhalt rettete, raymond shaw (liev schreiber) kämpft um dieses amt. doch war er wirklich der held? war nicht er der mörder eines us-soldaten? welche rolle spielt seine mutter (meryl streep)? was weiss marcos freund und wissenschaftler (bruno ganz) über die sache? und was hat die firma manchurian damit zu tun?


ferngesteuert? liev schreiber als raymond shaw

die ausgangslage ist offensichtlich nicht allzu simpel. der zuschauer tappt lange genauso im dunkeln, wie marco. langsam nimmt die verschwörungstheorie gestalt an. es scheint, als seien die soldaten für experimente missbraucht und einer gehirnwäsche unterzogen worden. ausserdem findet benett marco ein implantat in seiner schulter…


genial: meryl streep als eleanor prentiss shaw

der film ist sicher spannend, gerade weil er so unrealistisch scheint. oft kann man sich fragen, was wäre wenn… das wirklich so wäre? wie weit geht jemand, um an die totale macht zu gelangen? sehr gut gelungen ist auch die ganze (vize-)präsidentschaftskampagne, mit den typisch amerikanischen leeren schlagworten («secure tomorrow»). die hauptdarsteller sind allesamt sehr gut, aber meryl streep ist brilliant. eleanor prentiss shaws inzestuöses verhältnis zu ihrem sohn schwingt stets mit und ihre machtgeilheit ist geradezu fühlbar, ja beängstigend.

links:
trailer auf apple
official page

irgendwann im november

juli nervten viele schon mit ihrem ohrwurm die perfekte welle. mir gefiel das lied. und auf der cd findet sich ein song, der so perfekt (wenigstens vom titel her) in diesen monat passt:

… Irgendwann im November … Irgendwann im November … Zu lang … Zu weit … Zu viel passiert

Egal was noch kommt… Egal was Du sagst … Auch wenn Du jetzt schweigst … Ich habe versagt

Denn es is Juli … Denn es is Juli … Denn es ist Juli … Irgendwann im November …

juli sind vielleicht nicht so gut wie wir sind helden, aber ihr album es ist juli kann man sich durchaus mal anhören.

almost famous

dani lüdi wird berühmt. er ist auf dem a-live-poster drauf! nein, sie haben ihn nicht mit photoshop in das poster ‹reingeschmuggelt. der ist da wirklich drauf! (also vielleicht schon mit photoshop, aber halt offiziell)

da der wuschelkopf nicht «nur» mit a-live unterwegs ist, hat er auch noch eine eigene page, die sich durchaus sehen lassen kann. kein wunder, luki hat das für ihn designed.

nicht schön, aber schön laut

kings of leon rockten das rohstofflager. soundmässig bewegen sie sich zwischen den frühen stones und oasis. frisurenmässig sehen sie ccr und jesus ähnlich. dabei hat’s einem fast die ohrstöpsel ‹rausgehauen. dank nokia-tauchertelefon kann ich sogar die genaue lautstärke (ca. 10m von der bühne entfernt) nennen:114dezibel. wahnsinn.

der sound war über weite strecken auf kulturwerk-niveau. also: mies gemischt, gesang kaum hörbar, zu laut.

ich habe bestimmt schon bessere bands gesehen und gehört, aber so schlecht, wie ein music-veteran sie schimpfte («wärid das schwiizer, die müesst mer jo steinige!») fand ich sie dann doch nicht.

fast cars – fast computers

j mays ist den autofreaks sicher bekannt. für die anderen: der 49-jährige ist group vice president bei der ford motor company. sein bekanntestes designerstück ging gar nie in serie: der audi avus, die chromblitzende V16(!!)-studie aus dem jahre 1992 machte weltweit schlagzeilen in den fachzeitschriften.

also jedenfalls dieser j mays ist für sein retrodesign bekannt. schliesslich gehen new beetle, new thunderbird und ford gt auf seine kappe. im automobil revue interview distanziert er sich allerdings vom begriffretro und fügt an, dass es die anspruchsvollste aufgabe sei, ein mainstream auto zu machen.


ein fälschlich als gt40 beklebter ford gt mit mays im hintergrund

doch nun zum aufhänger dieses beitrages:

AR: designer müssen trendsetter sein. wohin geht die reise?

JMays: vom technologischen standpunkt aus wird es immer eine langsame evolution geben, eine schrittweise verbesserung beispielsweise auf der motorenseite. ich selbst bin natürlich stärker am kulturellen aspekt interessiert, an der verbesserung der lebensqualität, an der frage, was und warum wir fahren.

meine meinung ist: es gibt bisher keine einizige automarke der welt, die eine so klare, intensive und eindeutige aussage hat wie beispielsweise ein apple-computer. mein ziel ist es, bevor ich mich in den ruhestand zurückziehe, mindesetens einer der von mir verantworteten ford-marken zu einem vergleichbar klaren image zu verhelfen.

automobil revue, s.3, no.46, 10. november 2004


mein schönes powerbook g3 🙂

j mays dürfte für sein lebensziel noch ein bisschen zeit haben. ausserdem hat er ja genügend marken zur auswahl: ford, mazda, volvo, land rover, jaguar, aston martin.

this is how it’s got to be

an der auto zürich (bilder folgen) fragten marc und ich freundlich, ob wir denn den lamborghinistand betreten dürften. der sehr freundliche händler stimmte zu und liess uns gewähren.

sieht doch irgendwie so aus, als müsste das so sein, oder? der gallardo riecht zwar nach audi (unser ehemalige rs4 roch genau gleich!) ist aber bestimmt der beste lamborghini aller zeiten. obejektiv betrachtet jedenfalls.

nun, ich würde einen miura, einen countach, einen diablo oder einen murcièlago bestimmt vorziehen. aber würde man mir den gallardo schenken, nein sagen würde ich auch nicht.

p.s. danka an marc für das foto!

der stolz hat gesiegt

dem coolsten fussballclub europas, dem fcbarcelona lag eine mehr als verlockende offerte vor. für 50 mio euro hätten sich die katalanen das betandwin.com-logo des österreichischen wettanbieters auf das trikot kleben können. diese summe wurde für die dauer von 3 jahren festgelegt, macht knapp 17 mio euro pro jahr.


früher: maradona, der beste spieler aller zeiten

noch nie hat der fcbarcelona werbung auf seinem trikot gehabt. und die shirts sehen ja mittlerweile seit 105 jahren fast gleich aus. das charakteristische rot-blaue streifenmuster sowie das logo des clubs seihen zu stolz, um mit werbung zusammen existieren zu können. wer den club kennt, weiss auch, dass der stolz der katalanen auf ihr «eigenes land» riesig ist und sie jede gelegenheit nützen, sich von den hauptstädtern abzugrenzen. dies war in der vergangenheit so, und dies wird auch für die nähere zukunft so sein.


heute: ronaldinho, der beste spieler der gegenwart?

der club hat der verlockung widerstanden und auf die trikotwerbung verzichtet. ich meine: gut so! genau solche kleinigkeiten machen einen weltklasseclub aus. fussballerisch spielt barça momentan sowieso in einer fast schon überirdischen liga.

links:
erste meldung vom geplatzten deal auf orf.at
nzz-online
auf der offiziellen homepage ist noch nichts bestätigt

yassir arafat tot

er war eine zweifelhafte figur. gegen ende seiner politischen karriere (also vor dem hausarrest) konnte er jene macht, anschläge von palästinensern zu verhindern nicht mehr durchsetzen. den wandel vom terroristen zum freiheits- und auch «friedenskämpfer» nahmen ihm viele nicht wirklich ab.

ein begräbnis mitten in jerusalem hätte unter anderen umständen ein grosses zeichen für einen neuen frieden sein können. in der aktuellen situation wäre es aber einer reinen provokation gleichgekommen. da ist ramallah sicher eine angenehme lösung, auch wenn die al-aksa-brigaden schon «vergeltungsschläge» für den tod arafats planen.

r.i.p.

links:
nachruf in der nzz-online
al-jazeera-artikel
palästinensische delegation deutschland