Oskar Freysinger wird ja nicht müde, zu betonen, dass er ja nun wirklich kein Rassist sei. Sein bester Freund sei sogar Serbe. Das sagte er in einer Dokumentation über sich selbst. Wow, ein Serbe, … so als Freund? Ja, so ein Mensch muss ein echter Menschenfreund sein.
Im heutigen Interview mit dem Blick sagt der Walliser SVP-Politiker dann auch:
Für mich zählt nicht die Herkunft eines Menschen, sondern was er tut. Wenn einer ein Trottel ist, dann ist er ein Trottel – egal ob Schweizer oder Ausländer.
Das klingt doch vollkommen vernünftig. Es ist eine Aussage, hinter der auch ich jederzeit stehen könnte. Könnte, weil ich auch weiss, welches Spiel der gute alte Oski nur zu gerne spielt. Wie zum Beispiel damals, als in einer SRF-Doku die Reichskriegsflagge in seinem Haus gezeigt wurde. Die hange dort nur aus dekorativen Gründen. Sure.
Vielleicht stimmt es tatsächlich. Vielleicht treiben es Linke mit der Political Correctness und ständiger Empörtheit zu weit. Wenn sich aber jemand mit so einer Flagge «schmückt», finde ich, ist es auch 2014 durchaus noch angebracht, sich zu empören. Hinter Freysingers fadenscheinigen Argumenten steckt eiskaltes Kalkül. Er kommt als aalglatter und rhetorisch gewandter Rampenlichtliebhaber auch mit solchen Auftritten durch. Das Signal, dass er an seine teilweise am äussersten rechten Rand einzuordnenden Wähler ist klar. Sie verstehen die «versteckte Botschat» klar und deutlich. Die pseudogemässigten Wähler dagegen werden sich an seinen Aussagen festhalten. Sie fühlen sich in ihren Ansichten gestärkt und gehen dem Lehrer auf den Leim, der ihnen vorgaukelt, kein Rassist zu sein. Schliesslich hängt die Fahne ja nur aus dekorativen Gründen.
Ähnlich verhält es sich mit der Aussage, die er heute gemacht hat:
Auf Twitter erntete ich nach meiner Kritik sofort die Antwort, dass dieser Spruch auch von Linken verwendet wird. Das mag sogar sein. Das macht ihn weder weniger dumm, noch weniger abwertend. Wenn Freysinger im Interview behauptet, die SVP werde von Bussat (die zur BDP gewechselt hat) beleidigt, müsste morgen jemand mit dunkler Hautfarbe interviewt werden, der selbiges dem Oski vorwerfern darf.