manchmal sagt man besser nichts

wenn ich jetzt einen matchbericht zum heutigen fcl-spiel gegen thun schreiben würde, es käme wohl nicht allzu nett heraus. deshalb schreibe ich jetzt besser nichts.

hopp lozärn

hanspeter kriesi zu den bundesratswahlen 2007

professor hanspeter kriesi äusserte sich in einem woz-interview zu den anstehenden bundesratswahlen.

lesenswert

und wer es trotzdem nicht lesen möchte, hier die essenz bzw. kriesis vorhersage für den wahlausgang:

Von mir aus gesehen wird nichts passieren. Blocher wird gewählt, die SVP bleibt in der Regierung, alles bleibt beim Alten.

die blochersche arroganz

noch selten habe ich eine solche arroganz erleben dürfen, wie sie in der sendungreporter von sf zu sehen ist. unglaublich.

gerhard, christoph blochers pfarrerbruder, erklärt die blochersche weltsicht.

sf video

hardman wird zum satiriker

für jene, die es bis jetzt noch nicht wussten: hardmans blog ist eine satirische seite! das ist doch mal eine überraschung, oder etwa nicht?

in meinen augen ist dieser hinweis der erste geglückte witz aus hardmans schaffen… aber vielleicht gibt es da ja auch andere meinungen…

merke: es besteht ein feiner unterschied zwischenlustig und /lächerlich./

gleichschaltung der svp in vollem gange

brigitta gadient sass 12 jahre in der komission für wissenschaft, bildung und kultur (wbk). hansjörg hassler gehörte der kommission für soziale sicherheit und gesundheit (sgk) seit acht jahren an. nun wurden die beiden bündner svp-nationalratsmitglieder von ihrer partei aus diesen komissionen verbannt. grund: sie seien nicht «linientreu» genug.

meiner meinung sind das machenschaften, wie sie auch in totalitären regimes, die sich nach aussen als pseudodemokratie geben, durchaus an der tagesordnung sind. die verarschten sind die bündner wähler, die anscheindend nur noch marionetten der zürcher svp wählen dürfen.

auf dem nzz-online-forum meint daniel bühler:

Wieder einmal zeigt sich die zutiefst antidemokratische und antipluralistische Grundhaltung von Blocher, Mörgeli und Konsorten. Putin lässt grüssen.

nzz-online

landgericht hamburg zu blogkommentaren

Das Landgericht Hamburg sorgt wieder einmal für Unverständnis und Aufregung bei Betreibern von Blogs und Online-Foren. Nach Auffassung des Gerichts müssen die Betreiber alle Kommentare vor der Veröffentlichung gegenlesen und auf mögliche Rechtsverletzungen prüfen.
quelle: pcwelt.de

so eine geschichte hat ja schliesslich auch watashi.ch das genick gebrochen. fragt sich nur, wie sehr das die schweizer internetgemeinde generell tangiert.

killerspiele und gewalttäter

immer wieder wird ein zusammenhang zwischen dem spielen von extrem gewalttätigen spielen und dem verhalten der spieler in der realität vermutet. nachdem an die öffentlichkeit kam, dass auch der «mörder von höngg» gerne solche spiele zockte, flammt die diskussion einmal mehr auf. doch daniel süss, medienpsychologe und professor an der zhaw, sieht die kausalität andersrum:

Hier läuft die Kausalität umgekehrt. Menschen mit ohnehin höherer Gewaltbereitschaft suchen sich eben auch oft Spiele aus, in denen Gewalt vorkommt.

das komplette interview auf tagesanzeiger.ch

der tagesanzeiger zum euro-auslosungs-vorabend

je mehr ich mich mit der geschichte auseinandersetze, desto weniger sinn macht die aktion der polizei. auf der anderen seite war es auch naiv, wenn nicht so gar ziemlich dumm, diese demo an exakt diesem datum durchzuführen. was an der ganzen sache irgendwie amüsant ist: genau dieses vorgehen wurde bei ausschreitungen nach fussballspielen als «nicht machbar» abgetan. immer wieder kam aus verschiedenen richtungen die forderung, krawallmacher sofort festzunehmen und sie mindestens mal eine nacht in haft zu halten. dafür fehle der polizei die manpower hiess es jeweils. man könne nicht einfach so jemanden festnehmen, der ja nichts getan habe. auf frischer tat müsse man die leute ertappen und das sei ja sooo schwierig. soso, liebe polizei, dieses mal war das offensichtlich nicht so schwer. ähnlich einem riesigen fischereiboot, das mit seinem engmaschigen schleppnetz einfach mal alles einfängt und danach die guten in öl einlegt, während die schlechten zurückgeschmissen werden wurde hier vorgegangen. laut dem artikel im tagesanzeiger waren auch die sanitären einrichtungen mit einem fischkutter vergleichbar: sie waren praktisch nicht vorhanden. unschöne szenen, die sich da im sonnenberg abgespielt haben. interessant ist auch, dass die zivilschutzanlage am samstag morgen gereinigt wurde. es scheint sehr offensichtlich, dass die polizei diese aktion geplant hat. nun ich bin sicher, bei jenen die ständig härteres durchgreifen gegen die ach so missratenen jugend fordern, hat die polizei durchaus applaus erhalten. denkende menschen haben aber ihre mühe mit einer aktion, die nichts anderes gewesen zu sein scheint, als eine ernstfallprobe am lebendigen, unschuldigen und unwissenden objekt.

der artikel aus dem gestrigen tagesanzeiger:

Luzerner Polizei ging massiv gegen Kundgebung vor

Wie es an der Euro 08 zu- und hergehen könnte, haben 245 meist jugendliche Personen erlebt, die in Luzern an einer nicht bewilligten Kundgebung teilnehmen wollten.

Von Thomas Bolli, Luzern «Eine völlig unverhältnismässige Aktion», nennen es die Vertreter der Veranstalter des nicht bewilligten Strassenfestes in Lu­zern. «Wir hatten die Situation jederzeit unter Kontrolle, es gelang, Ausschreitun­gen zu verhindern und Blockaden nach kurzer Zeit aufzulösen», sagt hingegen die Luzerner Polizei. Solch gegensätzliche Einschätzungen sind nicht unüblich. Aber eines scheint klar: Wenn in Luzern am Wochenende nicht die Gruppenauslosung für die Euro 08 stattgefunden hätte, wäre der Samstagabend anders verlaufen. Ganz gewiss nicht mit der vorübergehenden Festnahme von 245 Personen, die meisten davon Jugendliche. Ihr Anliegen war ein rein lokales und hatte mit Fussball und der Euro 08 nichts zu tun.

Friedlich für Kultur

Dass die Stadt Luzern am Wochenende keine Kundgebungen dulden würde, war sch0n im Voraus klar. Sie hatte es in Ge­sprächen mit den Initianten abgelehnt, ein friedliches Strassenfest zu Gunsten von mehr kulturellen Freiräumen zu bewilli­gen (siehe Kasten). Zu viele Anlässe stün­den auf dem Programm, lautete die Be­gründung: ein Kurdenfest, Samichlaus­umzüge sowie die von ganz Europa ver­folgte Gruppenauslosung für die Euro 08 im KKL. Die Stadt bot an, die Kundgebung an einem anderen Tag zu bewilligen. Da­rauf stiegen die Leute von der Aktion Frei­raum aber nicht ein. Bis am Samstagmittag war verhandelt worden.

«Im Aufruf hiess es zwar, dass es eine friedlich Kundgebung sein soll, aber wir hatten keine Garantie, dass dies so sein wird», sagt Ernst Röthlisberger, Komman­dant ad interim der Stadtpolizei Luzern. Rund 100 Personen hatten sich am Sams­tagabend im «Vögeligärtli» versammelt, einem belebten Platz mit Wiese und Bäu­men in der Nähe des Bahnhofs. Rund um den Platz hatten sich weiter Demonstran­ten, Sympathisanten und Schaulustige ein­gefunden. Als sich die Kundgebung in Be­wegung setzten wollte, kesselte die Polizei die Leute ein. Sie nahm auf dem Platz 100 und rund um den Platz 145 Personen fest. In einem Fall setzte die Polizei Gummi­schrot ein. Sie wollte laut eigenen Anga­ben auch «mögliche Ausschreitungen im Verlaufe der Nacht» verhindern.

Untaugliche Haftstelle

Polizeikommandant Röthlisberger sagt, bis am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr seien alle Festgenommenen wieder entlassen worden, zwei Personen habe man wegen Ermittlungen in anderer Sache länger zu­rückgehalten. Die Initianten der Aktion Freiraum bestreiten dies. Um 8 Uhr seien noch 40 Leute inhaftiert gewesen. Bei den Ausschreitungen vor gut einem Monat nach einem Match des FC Luzern waren 20 Personen festgenommen worden. Da­mals war es zu Sachbeschädigungen ge­kommen. Jetzt, bei der unbewilligten Demo, wurden keine Schäden angerichtet. Festgehalten wurden die Jugendlichen in der grossen, ausgedienten Zivilschutz­anlage im Sonnenberg. Diese wurde am Samstagmorgen gereinigt, man schien vor­bereitet auf eine mögliche Aktion. Nach Angaben von Jugendlichen waren auch am Abend Zivilschützer im Einsatz. Ernst Röthlisberger konnte dazu nichts Genaue­res sagen. Viele Festgenommene berich­ten von unhaltbaren Zuständen. Urin auf Zellenböden, schlechter Luft, anmassen­der Behandlung, langem Warten. Das Erste sowie Letzteres bestätigt die Polizei. Und Röthlisberger gibt unumwunden zu: «Der Sonnenberg taugt als improvisierter Haftort nicht.» Der Unmut unter den Ju­gendlichen, die friedlich demonstrieren wollten, und Leuten, die zufällig beim «Vögeligärtli» waren und festgenommen wurden, ist gross. Sie werfen der Polizei vor, sie habe lediglich einen Hooligan-Ein­satz üben wollen – was Ernst Röthlisber­ger aber als absurd zurückweist

rendition

tja, manchmal ist man einfach zur falschen zeit am falschen ort. so wie anwar el-ibrahimi (omar metwally). als der ägypter mit amerikanischer ehefrau von einem kongress in südafrika in die vereinigten staaten zurückkommt, wird er sofort abgeführt und ausser landes gebracht.rendition wird diese praxis genannt, mit der man potentiell verdächtigte menschen ausserhalb des rechtsstaates durch foltern zu aussagen zwingen will. anwars frau isabella (reese witherspoon) merkt schnell, dass da irgenwas faul ist. sie fährt nach washington d.c., wo sie durch einen mitarbeiter eines senators erfährt, dass wohl die cia hinter dem plötzlichen verschwinden ihres mannes steckt. die antiterror-chefin corinne withman (meryl streep) hat möglicherweise das verschleppen angeordnet. als isabella sie damit konfrontiert, weiss diese natürlich von nichts.

die parallel dazu laufende geschichte eines mädchens und ihres freundes spielt sich in exakt jenem land ab, wo anwar «befragt» wird. der vater von fatima wird ziel eines attentates, bei welchem im endeffekt auch ein cia-mitarbeiter stirbt. der cia-ökonome douglas (jake gyllenhal) übernimmt dessen rolle widerwillig. er weiss genau, bei welcher art befragung er wohl mithelfen werden muss…

schaut man sich in den onlineforen herum, wird da gerne kritisiert, dassrendition keine handfesten argumente liefert, dass am ende keine message klar identifiziert werden kann. ich sehe genau das als stärke des films. ich brauche keinen imaginären zeigefinger, der mir sagt, was genau denn so schlimm ist. im gegenteil: mir gefällt die weitgehend deskriptive art der darbietung sehr gut. das land, in welchem anwar gefoltert wird, ist offensichtlich arabisch. es könnte aber genauso gut in europa sein. schliesslicht nimmt man stark an, dass es auch hier solche cia-gefängnisse gibt. zurück zum film: meryl streep alleine wäre schon das eintrittsgeld wert. doch auch jake gyllenhal brilliert, indem er den unsteten cia-agenten douglas eine schwer einzuschätzende persönlichkeit verleiht. zum ersten mal richtig gut war reese witherspoon, auch wenn ihre rolle nicht so viel hergab.

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