«jetzt ist genug», oder was stand da noch auf den svp-plakaten? wenn ich mir das ergebnis nun so anschaue, hatte zumindest ein teil des volkes tatsächlich genug. natürlich ist die rechtsaussen partei noch immer extrem stark, was den wähleranteil angeht, trotzdem ist der verlust einiger prozentpunkte für die erfolgsverwöhnten exponenten eine herbe schlappe.
ich würde ja gerne hineininterpretieren, dass man mit den extremen positionen der svp nicht (mehr?) einverstanden ist, dass man sich wieder sachbezogene und vor allem lösungsorientierte politik wünsche. doch ich glaube, vielmehr hat das breitere angebot an parteien dazu geführt, dass sich einige leute von anderen eben bessen vertreten fühlen. gerade die grünliberalen haben in jenem bereich, der die svp so stark gemacht hat, überhaupt keine positionierung. so kann man diese gut wählen, bei den abstimmungen schwenkt man dann wieder ganz auf die blocherlinie zurück. insofern glaube ich nicht, dass das gestrige wahlergebnis als signifikanter linksrutsch zu lesen ist.
aus meiner sicht sehr schade ist die abwahl von jo lang. die gsoa verliert damit ihre stimme im bundeshaus. in zeiten, in denen wir über kranke dinge wie streumunition tatsächlich diskutieren müssen auf jeden fall ein grosser verlust. immerhin ist die waffenlobby von abwahlen nicht verschont geblieben: christian miesch, ulrich schluer, pius segmüller und sylvie perrinjaquet verpassten allesamt die wahl.
alles in allem wird sich wohl nicht viel ändern. die hoffnung, dass nun wieder mehr zeit für echte sachdebatten bleibt, wird frühestens nach der bundesratswahl realistisch.