fc luzern – grasshoppers club zürich 1:6

11:1. das ist die torbilanz von gc gegen den fcl in dieser rückrunde. gc hat als einziger super league club ein rezept gefunden, wie man sicher gegen luzern gewinnt: spielen lassen. die aufsteiger bemühen sich, verstricken sich in umfangreiche offensivaktionen und können bei konter nicht reagieren. denn, das hat jeder zuschauer im stadion gesehen, in der ersten hälfte spielte fast nur der heimclub. doch was bringt’s, wenn gerade mal ein abseitstor und zahlreiche fast-elfmeter dabei herausschauen? richtig: gar nichts. stattdessen kassierte man bereits in den ersten 45 minuten zwei tore. eines davon in form eines absoluten sonntagsschusses von dos santos – ein traumtor. das andere als klassisches kontertor, wozu man ailton nicht zwei mal einladen muss.

das resultat hätte vielleicht noch kippen können, wäre der fcl entschlossener aus der kabine gekommen. doch schon nach fünf minuten traf der ex-luzerner yassin mikari zum 3:0. und es war wieder ailton der nur wenig später zum 4:0 erhöhte. die luzerner fans liessen sich nicht beirren: «cupsiegerjungs» skandierten von den stehplätzen. und tatsächlich: mag gc auch noch zwei tore draufgelegt haben, so ist doch klar, dass die zürcher dieses jahr keinen titel holen werden. der fcl hat dagegen noch chancen auf den cupsieg. tchouga vermied im übrigen die totale blamage, als er den einmal mehr unsicheren coltorti bei einem corner mit einem kopfball bezwang. tchouga war tatsächlich höher gesprungen!

um in der super league wirklich mitzuspielen bleibt also noch viel zu tun. doch im endeffekt darf dieses 1:6 nicht zu sehr schmerzen, ist doch der ligaerhalt auch so praktisch schonfast geschafft. die fantastischen fans sangen volle 90 minuten, zumindest in diesem bereich hat der fcl bereits einen spitzenplatz sicher.

am rande: die wahl des «man of the match» fiel seltsamerweise auf lustrinelli. ob sich da wohl einige abstimmende einen scherz erlaubt haben?

daten

Luzern – Grasshoppers 1:6 (0:2)

Allmend. – 5482 Zuschauer. – SR Studer. – Tor: 10. Dos Santos 0:1. 39. Ailton 0:2. 50. Mikari 0:3. 58. Ailton 0:4. 79. Tchouga 1:4. 92. Blumer 1:5. 93. Ailton 1:6.

Luzern: Zibung; Sam, Mettomo, Dal Santo (46. Imholz), Claudio Lustenberger; Makanaki (46. Lambert), Cantaluppi, Bader, Paquito; Tchouga, Lustrinelli.

Grasshoppers: Coltorti; Schwegler, Galindo, Weligton, Mikari; Renggli, Voser (58. Salatic); Pinto (70. Romero), Leon (64. Blumer), Dos Santos; Ailton.

Bemerkungen: Luzern ohne Seoane, Diethelm und Fabian Lustenberger (alle verletzt) und Mamone (gesperrt), GC ohne Langkamp, Rinaldo, Ristic und Sutter (alle verletzt); Debüt von Romero bei GC. Bader nach der Pause in der Innenverteidigung. 3. Tor von Bader wegen Abseits aberkannt. 54. Zibung lenkt Schuss von Ailton an den Pfosten. Verwarnungen: 23. Voser, 45. Bader, 45. Sam, 56. Pinto (alle Foul).

glory, glory man. united?

ja, das hatten sie sich fein gedacht, die jungs aus manchester. mit einem 3:2 vom hinspiel in der tasche, sollte es ein leichtes sein, die altherrentruppe der ac milan aus dem halbfinal der champions league zu werfen. doch die italiener spielten gross auf! ich bin wahrlich kein fan des italienischen fussballs, aber was die ac milan in der ersten hälfte abgeliefert hat, verdient nur ein prädikat: weltklasse!

die zwei spieler, die mir bei den mailändern ohnehin am besten gefallen, haben die beiden tore in der ersten hälfte erzielt: kaka› und clarence seedorf. und was machten rooney und konsorten? einen ganz jämmerlichen eindruck machten sie, jawohl. ein einziger schuss auf didas tor konnte in der ersten halbzeit notiert werden. ein trauerspiel. sinnbild für den untergang der united war wohl cristiano ronaldo. der arrogante supertechniker wurde von gennaro cattuso dermassen abgemeldet, dass er wohl nach dem spiel noch stunden lang hätte weinen können.

mit dem 2:0 im rücken lehnten sich die mailänder in der zweiten hälfte zwar ein bisschen zurück, um ihren triumph mussten sie aber trotzdem nie fürchten. zu schwach war fergusons kollektiv an diesem abend. und vor allem war die ac milan in ihrem eigenen stadion eine absolute macht. getragen von den lautstarken gesängen der fans traf auch noch der eingewechselte alberto gilardino in einem klassischen konter zum 3:0. manchester united hat nie auch nur den hauch einer chance, dieses spiel für sich entscheiden zu können. die engländer liessen nicht nur kreativität, sondern auch kampkraft vermissen. auf der anderen seite rannten sich die schwarzroten krämpfe in die beine.

somit stehen genau die beiden teams im final, die ich mir aus den halbfinals gewünscht habe: der fc liverpool und die ac milan.

daten

Milan – Manchester United 3:0 (2:0)

Giuseppe Meazza. – 67 500 Zuschauer (ausverkauft). – SR De Bleckere (Be). – Tore: 11. Kaka 1:0. 30. Seedorf 2:0. 78. Gilardino 3:0.

Milan: Dida; Oddo, Nesta, Kaladze, Jankulovski; Gattuso (84. Cafu), Pirlo, Ambrosini; Seedorf; Kaka (86. Favalli), Inzaghi (67. Gilardino).

Manchester United: Van der Sar; O’Shea (77. Saha), Brown, Vidic, Heinze; Fletcher, Scholes, Carrick; Ronaldo, Giggs; Rooney.

Bemerkungen: Milan ohne Maldini (verletzt) und Ronaldo (nicht spielberechtigt). Manchester United ohne Neville, Silvestre und Park (alle verletzt) sowie Evra (gesperrt). Verwarnungen 75. Ambrosini (Foul). 83. Gattuso (unsportliches Verhalten). 84. Ronaldo (Foul).

josé mourinho hat versagt


der super-arrogante chelsea-trainer hat versagt. josé mourinhos eindeutiges ziel für diese saison war : champions league sieger werden. der portugiese ist dafür bekannt, ein extrem schlechter verlierer zu sein. deswegen schüttet er jeden trainer, der über eine mannschaft verfügt, die der seinen ebenbürtig sein könnte, mit wilden hasstiraden zu. bewundernswet ist seine karriere aber trotz allem: mourinho war nie professionelle fussballspieler. über assistenzjobs (u.a. unter bobby robson beim fc barcelona!) arbeitete er sich hoch, bis er schliesslich mit fc port die champions league gewann.

soweit so gut. doch dann wechselte der portugiese zum öl-club chelea und legte sich mit allen konkurrenten an. auch vor dem rückspiel im champions league halbfinal spuckte er grosse worte:

«Liverpool sollte erschüttert sein, weil sie Dritter sind und so viele Punkte Rückstand haben.»

inzwischen kennt man seine wortgefechte aber und er kriegt öfters auch aggressive reaktionen als antwort:

Danach fing er sich jedoch gleich eine Retourkutsche von Liverpools Verteidiger Daniel Agger ein: «Was Jose Mourinho sagt, ignorieren wir. Manche lachen sogar darüber.»

genau dieser agger war es denn auch, der zum 1:0 gegen chelsea traf. damit war das hinspiel-resultat egalisiert, man begann sozusagen bei 0:0. allerdings mit der einschränkung, dass ein tor für chelsea wegen der auswärtstorregel ungleich schwerer gewogen hätte. doch dazu kam es nicht. bis zur 120. minute nicht. im elfmeterschiessen zeigte pepe reina die stärkeren nerven als chelsea-superhüter peter cech. er hielt 2 von 3 penalties und trug damit viel zum einzug des fc liverpool in den champions league final bei.

und weil schadenfreude bekanntlich die schönste freude ist, freue ich mich sehr über das ausscheiden von josé mourinho. das hat er wirklich verdient. trotz grosser reden («das ist das spiel wichtigste spiel der clubgeschichte…»), konnte er nicht reüssieren. immer wieder hat er in der vergangenheit trainerkollegen (v.a. frank rijkaard vom fc barcelona) schlecht gemacht. dieses jahr kriegt er wohl einiges zurück: denn nicht nur die champions league, auch die der gewinn der premier league scheint bereits in weite ferne gerückt. josé mourinho versagt auf der ganzen linie.

ein bisschen leid tun mir einzig die coolen chelsea-spieler wie drogba oder robben.

daten

Liverpool – Chelsea 1:0 (1:0, 1:0) n.V. – Liverpool 4:1-Sieger im Penaltyschiessen

Anfield Road. – 42 554 Zuschauer. – SR Mejuto (Sp). – Tor: 22. Agger 1:0. – Penaltyschiessen: Zenden 1:0, Robben 1:0 (Reina hält); Xabi Alonso 2:0, Lampard 2:1; Gerrard 3:1, Geremi 3:1 (Reina hält); Kuyt 4:1.

Liverpool: Reina; Finnan, Carragher, Agger, Riise; Pennant (78. Xabi Alonso), Gerrard, Mascherano (118. Fowler), Zenden; Kuyt, Crouch (106. Bellamy).

Chelsea: Cech; Ferreira, Essien, Terry, Ashley Cole; Obi Mikel, Makelele (118. Geremi), Lampard; Joe Cole (98. Robben), Kalou (107. Wright-Phillips); Drogba.

Bemerkungen: Liverpool ohne Kewell und Sissoko, Chelsea ohne Carvalho, Ballack und Schewtschenko (alle verletzt). – 59. Lattenkopfball Kuyt. – 100. Tor von Kuyt aberkannt (Offside) – Verwarnungen: 28. Ashley Cole (Foul), 62. Agger (Foul), 110. Zenden (Foul).

[quelle: tagi]

fc schaffhausen – fc luzern 0:0

zum ersten mal in dieser rückrunde verpasste ich ein spiel des fc luzern. geschadet hat’s nicht. ein 0:0 gibt immerhin einen punkt und hilft dem fcl auf dem weg zum ligarerhalt.

medienrundschau zum cuphalbfinale fc zürich – fc luzern

im bericht des schweizer fernsehens sieht man mich sogar eine halbe sekunde oder so… 🙂
tele tell

der tagesanzeiger:

Bitteres Cup-out für den FC Zürich

In der Nachspielzeit muss der FC Zürich im Cup-Halbfinal gegen den FC Luzern das 2:3 hinnehmen.

Von Ueli Kägi, Zürich

56 Minuten waren im Hardturm gespielt, als das Spielchen um den Einzug in den Cupfinal wieder von vorne begann. Die Luzerner konnten zwar nicht wissen, wie sie sich diesen 1:1-Ausgleich verdient hatten. Aber darum brauchten sie sich nicht zu sorgen. Cantaluppi hatte einen Freistoss in den Strafraum geschlagen, der zu kurz abgewehrte Ball rollte Fabian Lustenberger vor die Füsse, und der noch nicht 19-jährige Mittelfeldspieler traf ins Netz, weil FCZ-Verteidiger Von Bergen den Ball ablenkte. Es war der erste wesentliche Torschuss der Luzerner an diesem Abend gewesen.

Das Pech des FCZ war, dass ihm unmittelbar vor dem Ausgleich ein reguläres Tor Raffaels zu Unrecht nicht anerkannt worden war (Offside). Das Pech des FCZ war auch, dass Inler zwei Minuten nach dem 1:1 mit seinem harten Linksschuss den Pfosten traf. Und das Unvermögen des FCZ war, dass Margairaz den Abpraller nach Inlers Schuss nicht ins leere Tor brachte.

Der Cupsieger von 2005 aber wusste jetzt wenigstens, wie er aufzutreten hatte. Endlich machte er Tempo und zwang Luzern in die Defensive. Verteidiger Schneider spielte den Steilpass auf Raffael, so dass sich FCL-Verteidiger Diethelm nur noch mit einem dümmlichen Foul zu helfen wusste. Cesar verwertete den Penalty zum 2:1 und der FCZ schien wieder auf dem Weg zum Sieg (72.) – fünf Minuten lang ganz genau. Er gab seinen Vorteil mit einem Fehler wieder auf. Tihinen liess Lustrinelli ziehen, und dem Luzerner Stürmer gelang in der 77. Minute und 180 Sekunden nach seiner Einwechslung mit der zweiten guten Luzerner Szene des Abends das 2:2.

Es entwickelte sich danach ein Cupfight, wie er besser nicht hätte sein können, und er entschädigte für einen Match, der lange Zeit enttäuschend verlaufen war. Mit einem lauten Zürcher und Luzerner Publikum, mit Angriffen hier und Kontern da. Doch nur der FCZ hatte Chancen – vorerst. Goalie Zibung lenkte Margairaz Versuch über die Latte, nachdem er von Eudis eigentlich schon ausgespielt worden war. Schneider würgte sich nur bis zum blockenden Diethelm durch. Abdis Schuss flog ein paar Zentimeter am Pfosten vorbei. Der FCZ war dem entscheidenden Schlag näher. Aber dann kam Paquito an den Ball und lief auf das Zürcher Tor zu. Aus rund 25 Metern wagte er den Schuss. Es war ein wunderbarer Abschluss, der genau in die linke obere Ecke passte.

Luzern im Final, und deshalb tanzten Mannschaft und Anhang wild. Der FCZ hingegen hat zum dritten Mal in vier Jahren einen Halbfinal verloren. Und er hat gestern den Einzug ins Traumfinale vom Pfingstmontag in Bern gegen den FCB Basel leichtfertig verspielt mit seinen ersten 45 Minuten vor allem, obwohl er in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit in Führung gegangen war. Aus dem Nichts heraus praktisch und nach einer Leistung, die den Ansprüchen des Meisters nicht genügen konnte. Nur das 1:0 war die Folge einer wunderbaren Kombination gewesen. Margairaz spielte Doppelpass mit Raffael und dann Doppelpass mit Eudis, bis er den Ball für Abdi abtropfen liess. Und der 20-jährige Mittelfeldspieler mit dem wuchtigen Schuss traf aus 20 Metern zum 1:0 in die hohe Torecke.

Davor hatte der FC Zürich das Spiel 45 Minuten lang verschleppt und in die Breite gezogen, den Ball quer gespielt und zurück, zurück und quer. Er hatte keine Tempowechsel und keine Einfälle, weil Margairaz und Inler im Zentrum keinen Einfluss nehmen konnten, Eudis schwach war und Raffael sein Potenzial nur andeutete. Die Luzerner, ein Sieg in den vergangenen acht Meisterschaftsspielen, waren defensiv ausgerichtet. Sie taten nichts für einen Fluss, sie warteten auf Konter und blieben bis zur Pause ohne nennenswerte Torchance. Es war ihr gutes Recht, mit einer solchen Strategie anzutreten, solange der FCZ den Ball mit einer derartigen Harmlosigkeit ausführte. Und sie korrigierten ihren Weg und wurden aktiver, nachdem sie erstmals in Rückstand geraten waren. Zusammen mit ihrem Glück genügte das für den Sieg.

die nzz:

Basel – Luzern als Final-Premiere

Der FC Zürich nach einem 2:3 im Cup-Halbfinal gegen Sforzas Team out

Am Pfingstmontag kommt es im Schweizer Cup zum Final zwischen Basel und Luzern. Während Basels Sieg in Wil (3:1) erwartet wurde, kommt das 3:2 des FCL beim Meister Zürich einer Sensation gleich. Das Siegestor schoss Paquito in der 92. Minute. Luzern ist damit die Revanche gelungen für die Final-Niederlage gegen den FCZ vor zwei Jahren.

(si) Zweimal lag das lange ultradefensive Ensemble von Trainer Sforza im Rückstand, zweimal kämpfte sich die junge FC Luzern zurück. Und als alle der knapp 10’000 Zuschauer mit einer Verlängerung des erst im zweiten Teil unterhaltsamen Duells rechneten, liess Paquito alle Supporter des Meisters verstummen: Der Brasilianer überwand Zürichs Keeper Johnny Leoni mit einem placierten Schuss aus grosser Entfernung. Zur Belohnung wartet am 28. Mai nun mit Basel das nächste Schwergewicht der Liga.

Wundersames «Comeback» des FCL

Als César mit einem unumstrittenen Foulpenalty in der 72. die zweite Führung für den FCZ erzwang, wähnte sich der Titelhalter zu früh in Sicherheit; zumal er das Geschehen bis dahin mehr oder minder klar beherrscht hatte. Der Eindruck täuschte. Fünf Minuten später nahm der eben erst eingetretene Mauro Lustrinelli Tihinens ungewollte Einladung zum Ausgleich an. Das wundersame «Comeback» des FCL hätte der FCZ zweifelsfrei vermeiden können. Einerseits fehlte ihm dazu das Glück – Inler traf nur den Pfosten (51.) und Margairaz nur die Latte (82.) – anderseits erreichten die Luzerner eine fast hundertprozentige Effizienz.

So sehr sich die Innerschweizer über den Coup und die gelungene Revanche für das 1:3 im Cup-Final 2005 freuten, so bitter enttäuscht schlichen die FCZ-Cracks vom Feld und aus dem ungeliebten Stadion. Die Luzern Cup-Helden liessen sich hingegen eine halbe Stunde nach dem 3:2 von den Fans bereits als «Cup-Sieger-Jungs» feiern.

Fehlerhafte Darbietung des Champions

Ein smarter Absatztrick und ein herrlicher Weitschuss im richtigen Moment genügte, den FCZ-Anhang für die ersten 45 Minuten ohne Überraschungen und prickelnde Szenen zu entschädigen. Xavier Margairaz, bis zu jener Szene vor der Pause nur einer von (zu) vielen ideenlosen Zürcher Mitläufern, präparierte den Ball und Almen Abdi schloss wunderbar ab. Aus rund 20 Metern düpierte er Luzerns Keeper Zibung.

Abdi wertete einen ersten Teil der Partie auf, in dem man sich eher an einem Meisterschaftsspiel als in einem Knock-out-Wettbewerb wähnte. Luzern riskierte nichts, obschon die Innerschweizer im Vorfeld den Begriff «Bonus» so sehr bemüht hatten. Und dem FCZ kam die offensichtliche Passivität der Gäste verblüffenderweise nicht zupass. Zu fehlerhaft war die Darbietung des Meisters, zu sehr glichen sich die Angriffsschemen.

Klare FCZ-Dominanz und doch gescheitert

Es bedurfte erst eines Glücksschusses und eines vor allem zufälligen Ausgleichstors des Aussenseiters bis der Champion vorübergehend (und bis zum späten Crash) in Fahrt kam. Passfehler unterliefen den Stadtzürchern zwar immer noch in einem für ihre Verhältnisse unüblich hohen Ausmass, den Gegner schnürten sie aber phasenweise regelrecht ein. Das (Penalty-)Foul Diethelms gegen Raffael war die logische Folge davon. Die Pfosten- und Lattenschüsse das wertlose Dokument dieser Dominanz.

Lustrinellis Break ohne Ankündigung war dagegen die Quittung für die Zürcher «Unforced errors» – und der kaum für möglich gehaltene erste Schritt zur grossen Cup-Überraschung, die Paquito mit einem herrlichen Schuss in der Nachspielzeit vollendete; zu einem Zeitpunkt, in dem die Innerschweizer mit dem Remis eigentlich überaus gut bedient waren. Zürichs Coach Lucien Favre, nach vier Cup-Halbfinal-Teilnahmen nicht ohne Grund ein «Mister Coupe», mochte nach dem dritten Gegentor nur noch mit dem Kopf schütteln.

der blick:

Luzern-Coup: FCZ in Nachspielzeit k.o.!

ZÜRICH – Der FC Luzern steht zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren im Swisscom-Cup-Final. Die Innerschweizer versetzten dem FCZ beim 3:2 in der 92. Minute den Knock-out.

Zweimal lag der lange ultradefensive Gast im Rückstand, zweimal kämpfte sich die junge Equipe von Ciri Sforza zurück. Und als alle der gut 10000 Zuschauer mit einer Verlängerung des erst im zweiten Teil unterhaltsamen Duells rechneten, liess Paquito alle Supporter des Meisters verstummen.

Der Brasilianer überwand Zürichs Keeper Johnny Leoni mit einem platzierten Schuss aus grosser Entfernung. Zur Belohnung wartet am 28. Mai nun im Cupfinal mit Basel das nächste Schwergewicht der Liga.

Als César mit einem Foulpenalty in der 72. Minute die zweite Führung für den FCZ erzwang, wähnte sich der Titelhalter zu früh in Sicherheit. Zumal er das Geschehen bis dahin mehr oder minder klar beherrscht hatte. Der Eindruck täuschte. Fünf Minuten später nahm der eben erst eingetretene Mauro Lustrinelli Hannu Tihinens ungewollte Einladung zum Ausgleich an.

Das wundersame «Comeback» des FCL hätte der FCZ zweifelsfrei vermeiden können. Einerseits fehlte ihm dazu das Glück – Inler traf nur den Pfosten (51.) und Margairaz nur die Latte (82.) – andererseits erreichten die Luzerner eine fast hunderprozentige Effizienz.

So sehr sich die Innerschweizer über den Coup und die gelungene Revanche für das 1:3 im Cupfinal 2005 freuten, so bitter enttäuscht schlichen die FCZler vom Feld und aus dem ungeliebten Stadion.

Die Luzerner Cup-Helden liessen sich hingegen eine halbe Stunde nach dem 3:2 von den Fans bereits als «Cupsieger-Jungs» feiern.

fc zürich – fc luzern (cuphalbfinal) 2:3

zuerst noch ein paar worte zu den zuschauern: lieber zürcher, das ist ein cuphalbfinale. da könnt ihr euch auch mal aus dem sofa schwingen und euch ein spiel live ansehen. 10’600 zuschauer sind für eine stadt von zürichs grösse einfach nur lächerlich. immerhin waren jene, die gekommen waren, schön laut. sowohl die züri- wie auch die luzern-fans (über 3000!!!) zeigten sich als äusserst stimmgewaltig. so macht es spass, ein spiel im stadion zu sehen.

nun zum spiel: klarer konnten die rollen vor dem spiel fast nicht verteilt sein: der meister spielt zuhause und abgesehen von dzemaili in absoluter topbesetzung. der aufsteiger dagegen muss noch lange auf seinen in wenigen spielen zum teamleader gereiften seoane verzichten. ausserdem konnten die letzten spiele den fc luzern im hinblick auf das spiel gegen den fcz nicht gerade zuversichtlich stimmen. die devise war klar: erst mal kein tor kriegen. also spielte der fcl mit einer 8-0-2 aufstellung. abgesehen von bader und tchouga mühten sich alle luzerner mit defensiven aufgaben ab. die zürcher rannten an, kamen aber im dickicht der luzerner beine nur zu wenigen chancen. die gesamte erste hälfte über konnte man keinen gefährlichen schuss der luzerner angreifer notieren. doch als schiri circhetta noch 2 minuten nachspielen liess, war es um die luzerner unbeflecktheit geschehen. abdi traf zum 1:0 pausenschock.

ich dachte schon, dass dies wohl der anfang einer hohen niederlage sein dürfte, doch ich sollte mich täuschen. nach der pause trauten sich auch die blauen mal in den angriff. und siehe da: in der 56. minute zögerte fabian lustenberger nicht und nutzte die gunst der stunde. aus dem nichts hatte der fc luzern ausgeglichen. dazu muss man sagen, dass kurz vor dem ausgleich ein tor für den heimclub wegen offside nicht gegeben wurde. die tv-bilder zeigen aber, dass der treffer regulär war. nun war also wieder der fcz in zugzwang. tatsächlich schaltete der meister sofort wieder auf angriff um, kam jedoch erst durch diethelms harsches einsteigen zu einer hundertprozentigen gelegenheit: penalty. césar muss man bei solchen dingen nicht zweimal bitten, eiskalt versenkte er perfekt in die linke untere ecke. luzerns trainer sforza wollte aber noch nicht aufgeben und brachte in der 74. minute für bader und lambert die beiden offensivkräfte makanaki und lustrinelli. erst drei minuten später kommt der im winter zu luzern gestossene lustrinelli zum ersten mal an den ball. aber wie! in seiner typischen art überläuft er tihinen und lässt leoni im zürigoal uralt aussehen. wieder gleicht luzern also aus.

spätestens ab diesem zeitpunkt verdiente die partie den titel /cupfight./ ein offener schlagabtausch, wie man ihn als zuschauer liebt war nun zu beobachten. ok, zuvor wurden 75 minuten magerkost serviert, doch das ist vergessen. beide mannschaften suchten nun den entscheidenden treffer. zweifellos war der fcz näher dran, traf mit margairaz sogar einmal die latte. doch als sich die zweite von 2 nachspielminuten dem ende entegen neigte, hatten sich beide teams wohl bereits mit einer verlängerung abgefunden. auch ich. doch in diesem moment fasste sich paquito ein herz, trat aus 22 meter gegen den ball und schoss den fcl ins cupfinale. sensationell!!!

daten

FC Zürich – Luzern 2:3 (1:0)

Hardturm. – 10 600 Zuschauer. – SR Circhetta. – Tore: 45. Abdi 1:0. 56. Fabian Lustenberger 1:1. 72. César (Foulpenalty) 2:1. 77. Lustrinelli 2:2. 92. Paquito 2:3.

Zürich: Leoni; Stahel, Tihinen, Von Bergen, Schneider; Abdi, Margairaz, Inler, César; Eudis, Raffael.

Luzern: Zibung; Diethelm, Mettomo, Dal Santo, Claudio Lustenberger; Lambert (74. Makanaki), Cantaluppi, Fabian Lustenberger, Paquito; Bader (74. Lustrinelli), Tchouga.

Bemerkungen: FCZ ohne Dzemaili (verletzt/gesperrt), Alphonse, Stanic (beide verletzt), Rochat (Trainingsrückstand), Luzern ohne Seoane, Righetti (beide verletzt). 58. Pfostenschuss von Inler. 82. Zibung lenkt Schuss von Margairaz an die Lattte. Verwarnungen: 33. Fabian Lustenberger, 40. Margairaz, 60. Mettomo (alle Foul).

[quelle: tagesanzeiger]

fc luzern – fc aarau 1:0

während basel die lage an der tabellenspitze und somit das meisterrennen wieder interessant macht, spitzt sich die situation am ende der super league tabelle von spiel zu spiel zu. während der letzte am ende der saison direkt absteigen wird, hat der zweitletzte die möglichkeit, in zwei spielen gegen den zweiten der challenge league den ligaerhalt zu erringen. dass der fc luzern nicht zu diesen abstiegskandidaten gezählt wurde, ist vor allem den überraschungssiegen am anfang der rückrunde gegen sion und den fcz zu verdanken. inzwischen ist man gerade gegen die direkten konkurrenten vermehrt gestrauchelt und hat gegen die drei anderen abstiegskandidaten in 4 spielen nur gerade einen punkt geholt. die ansage war somit klar: ein seige musste her, um den abstand auf die abstiegsplätze wieder auszubauen.

anders als in vergangenen spielen merkte man den spielern die nötige bereitschaft an, das letzte aus sich herauszuholen. doch weil der fc aarau am tabellenende um den ligaerhalt bangen muss, konnte sich nie ein attraktives spiel entwickeln. nach einigem abtasten kam bader in der 16. minute zu seiner ersten gelegenheit und nutzte sie eiskalt. 1:0! oder auch nicht: der treffer wurde wegen einer abseitsstellung aberkannt. im gegensatz zum hinspiel in aarau zeigten sich die rüebliländer überraschend ungefährlich in der offensive. wer diesen match gesehen hat, muss sich schon fragen, wie der fcl in aarau vier tore hat kassieren können.

zur pause herrschten gemischte gefühle. in der ersten hälfte hatte man zwar besser gespielt, nur konnte die luzerner leistung nicht in einen torerfolg umgemünzt werden. diese unsicherheit schien der fca nutzen zu wollen und kam deutlich entschlossener aus der kabine. es brauchte eine grosstat von david zibung, damit nicht plötzlich der fc aarau vorne lag. als die aarauer offensivenergie verpufft war, ging es im abstiegsfightstil der ersten hälfte weiter. bis in die 69. minute. so lange dauerte es, bis man auf der luzerner allmend endlich einer anständigen angriff bewundern konnte: paquito dribbelte sich frei, spielte tchouga an, dieser lief auf der linken seite fast an die grundlinie und flankte perfekt zur mitte. pascal bader warf sich in den ball und erzielte ein sehenswertes flugkopfballtor. nur eine minute nach dem jubel hätte es bereits wieder unentschieden stehen können, gegen carrenos schuss wäre zibung machtlos gewesen… doch der ball flog an die latte. und so reichte im endeffekt ein einziger schöner angriff des fcl, um die drei punkte ins trockene zu fahren. 10 punkte vorsprung auf die abstiegsplätze… das sollte doch reichen.

zunächst noch ein wort zu einem ex-luzerner: gürkan sermeter spielte einen super-match. und wenn er nicht so aufbrausend wäre, ich bin mir sicher, er hätte einige nati-spiele auf dem buckel…

zurück zum fc luzern: der gelb-rot-gesperrte mario cantaluppi wurde nicht vermisst. und wenn pascal bader bei jedem auftritt ein tor schiesst, wird seine ansonsten nicht gerade glamouröse leistung nicht kritisiert werden. so könnte er es lustrinelli in zukunft schwer machen. bei paquito ist scheinbar endlich der knoten geplatzt: selten spielte er mit so viel übersicht. mamone kam für andreoli und lieferte eine sehr kampfstarke leistung ab. wer so motiviert für den fcl kämpft hat es verdient, wieder mitzutun. wie immer mit vorbildlichem einsatz: die beiden lustenberger, lambert und diethelm. allerdings muss man anmerken, dass fabian lustenbergers platz ganz sicher nicht im defensiven mittelfeld sein kann. als sinnbild für die lage des fcl konnte das gesicht des ehemaligen captains dienen: jean-michel tchouga konnte endlich wieder lachen.

daten

Luzern – Aarau 1:0 (0:0)

Allmend. – 6275 Zuschauer. – SR Bertolini. – Tor: 69. Bader 1:0.

Luzern: Zibung; Diethelm, Mettomo, Dal Santo, Claudio Lustenberger; Fabian Lustenberger; Lambert, Bader, Paquito (78. Sam), Andreoli (64. Mamone); Tchouga.

Aarau: Benito; Nagy, Carreño, Christ, Preisig (77. Mesbah); Hima; Sermeter, Antic (67. Burki), Achiou, Menezes; Tadevosjan (72. Pouga).

Bemerkungen: Luzern ohne Cantaluppi (gesperrt), Lustrinelli, Seoane, Makanaki und Righetti (alle verletzt). Aarau ohne Bilibani, Brabec (beide gesperrt), Greco und Colomba (beide verletzt). 16. Tor von Bader wegen Abseits nicht anerkannt. 70. Lattenschuss Carreño. Verwarnungen: 38. Nagy (Foul), 50. Sermeter (Unsportlichkeit), 63. Dal Santo (Foul), 67. Fabian Lustenberger (Foul), 81. Menezes (Foul).

[quelle: tagesanzeiger]

ligaerhalt gesichert?

mit den heutigen drei punkten gegen aarau hat sich der fc luzern endlich wieder in eine komfortable lage manövriert. alle anderen abstiegskandidaten haben verloren. der vorsprung der aufsteigerjungs auf einen abstiegsplatz beträgt nun 10 punkte…

einen ausführlicheren matchbericht gibt’s morgen. jetzt geniess› ich den abend noch ein bisschen auf zwei rädern… 🙂

lionel messis tor im internet

ich bin offensichtlich nicht ganz der einzige, der sich enorm über lionel messis 2:0 gegen getafe gefreut hat. wie der tagesspiegel online berichtet, grassiert im netz schon fast ein messi-virus. natürlich kann man sich wieder mal die frage nach den copyrights stellen. aber die masse an publizierenden youtube.com-nutzern ist inzwischen bereits zu gross. im endeffekt halte ich die videomitschnitte eigentlich für beste werbung für die ursprünglich sendenden tv-stationen.

Das Messi-Virus

Unzählige Videos vom Jahrhunderttor im Internet

Von Kurt Sagatz

Berlin – «Messi = Maradona, «Der ist wie Maradona, nur besser oder «madre de dios (Mutter Gottes) – die Kommentare der Internet-Nutzer unter den unzähligen Youtube-Videos zum 2:0 von Lionel Messi im Halbfinalhinspiel des spanischen Pokals Barcelona gegen Getafe ( 5:2) kennen nur den Superlativ des Jahrhunderttors. So wird der Treffer des Argentiniers gefeiert. Und so wie Messi am Mittwochabend an den gegnerischen Spielern vorbeistürmte, so gelangen auch zwei Tage nach dem Spiel immer neue Videoversionen dieses Traumtors auf die Server der weltweit größten Online-Video-Community. Am Freitagmittag konnte man den Sturmlauf des Argentiniers in mehreren hundert verschiedenen Videos ansehen. Bei den meisten handelte es sich um Mitschnitte der TV-Übertragung des spanischen Fernsehens. Auch von einer argentinischen Station und einem Sender mit arabischen Schriftzeichen im Logo waren Fassungen zu finden. Auf Messis eigener Internetseite steht das Video unter der bescheidenen Überschrift «Un gol memorable – ein Tor, an das man sich erinnern wird.

Auf Youtube erfreut sich unter anderem das Video «Lionel Messi Vs Getafe GOAL mit 23 000 Abrufen großer Beliebtheit. Für den Ausschnitt aus dem englischen Pay-TV-Sender Sky Sports wiederum spricht der englische Kommentar. Im Netz ist Englisch die Weltsprache.

Die Verbreitung des Videos im Web ist dabei inzwischen fast ebenso einmalig wie der Lauf des Fußballers selbst. Die Frage nach den Ausstrahlungsrechten scheint kaum eine Rolle zu spielen. Während Vereine, Verbände und Sender die Live-Ausstrahlung noch unter Kontrolle haben, können sie gegen die nachträgliche Freude der Fans wenig tun. «Dieses Video steht wegen einer Copyright-Forderung nicht mehr zur Verfügung, ist zwar zu lesen, wenn man das von «adnago294 eingestellte Messi-Video aufruft. Doch bevor Youtube den Ausschnitt vom Server schmiss, hatten ihn bereits 70 000 Nutzer gesehen – die dann wiederum viele weitere Videos des Traumtors in Umlauf gebracht haben. Fußball und Internet sind sich mitunter eben ähnlich. Sie verbreiten sich wie ein Virus – durch gegenseitige Ansteckung.

[quelle: tagesspiegel online]