angekündigte radarfallen führen zu mehr raser-unfällen

wir wussten es ja immer: hardman hat nicht recht. in seinem beitrag zu radar und tempoempfehlungen setzte er sich für die ankündigung von radarfallen ein. nun gibt es news aus der praxis: in der auto bild vom 9-3-2007 steht in einer kleinen randspalte, dass berlin ab sofort wieder geheim blitze.

Berlin blitzt geheim

In Berlin will die Polizei nicht mehr angekündigt blitzen. Die Bekanntgabe einiger Messstellen vorab im Internet und im Rdio, führte nicht zu mehr Verkehrsdisziplin. Im Gegenteil: Die Zahl der Raser-Unfälle stieg in der Hauptstadt um sechs Prozent.

ich persönlich glaube nicht, dass die ankündigung der radarfallen einendirekten einfluss auf die «raser-unfälle» hat. doch es scheint mir schon logisch, dass die ankündigung nichts zur verkehrssicherheit beiträgt.

fc luzern – bsc young boys 1:1

der fc luzern führt in der tabelle die kleinen an, spielt aber seit beginn der rückrunde nur gegen die grossen. nach sion, basel, zürich und st.gallen kam der gegner heute aus der hauptstadt. bis anhin hatte man in noch kein einziges tor kassiert, einmal abgesehen von petrics penalty in basel. die sforza-truppe wurde über den winter so verstärkt, dass sie jedem gegner der super league paroli bieten kann. auch den young boys? auch den young boys! in den ersten zehn spielminuten kickte nur der fcl. schon früh wurde fabian lustenberger von cantaluppi genial freigespielt, versagte aber vor dem herannahenden wölfli. luzern wäre wohl die spielbestimmende mannschaft geblieben, wenn, ja wenn nicht ivan dal santo für ein notbremsefoul bereits in der 18. minute die rote karte gesehen hätte. mehr als zwei drittel eines spiels mit einem mann weniger, das konnte ja gar nicht gut gehen. und tatsächlich: yb riss das spiel an sich und kam zu grossen chancen. die gelbschwarzen angriffsreihen erwiesen sich aber als fast schon erschreckend harmlos. teilweise aus nächster nähe ballerten häberli und co die bälle an zibung und dessen tor vorbei.

der fc luzern konnte sich zunächst in die pause retten. nachdem als erster schritt bereits diethelm für den offensiven paquito gekommen war, konnte sforza nun seinen spielern auch noch einzeln erklären, wie er mit der unterzahl umzugehen gedachte. in hälfte zwei änderte sich das bild ein wenig. vor allem deshalb, weil die berner kaum mehr gefährlich vor das luzerner tor kamen. 15 zu 3 eckbälle sagt die statistik, stumpfer angriff, sagt der zuschauer. nur einer war bei yb nun auffällig, carlos varela und seine unkontrollierten temperamentsausbrüche. doch wie aus dem nichts kreirte gerardo seoane in der 60. minute eine fcl-chance. mit dem aussenrist spielte er den gestarteten tchouga los, der mit leichtigkeit am yb-goalie vorbei zum 1:0 einschoss. nun wechselte sforza den rackerer lustrinelli aus und brachte den jungen fanger für die offensive. wahrlich mirakulös hielt zibung einen yb-kopfball und bewahrte den luzernern vorerst die führung. als jean-michel tchouga in der 88. minute angeschlagen liegen blieb, wechselte sforza für ihn den jungen mittelfeldspieler imholz ein. der grossteil der 10’617 glaubte den sieg bereits sicher und stimmte zum kollektiven freudentaumel an, als ybs chinajoker shi jun (genannt schischueh) den ausgleich erzielte.

doch das luzerner publikum wusste schon, wie es mit der scheinbaren niederlage umzugehen hatte. es war ein gewonnener und nicht zwei verlorene punkte. klar, christophe lambert hatte den matchball auf dem fuss, als er wenig vor dem berner ausgleich in der eigenen hälfte startete, drei yb-spieler wie anfänger aussehen liess und dann knapp an torhüter wölfli scheiterte. doch der fcl hatte gekämpft, wie löwen, wie seoane im interview zu protokoll gab. tatsächlich, wer 79 minuten (nachspielzeiten eingerechnet) mit einem mann weniger gegen eine deutlich stärker einzuschätzende mannschaft so gut mitspielt, der hat nicht nur einen punkt sondern auch sehr viel respekt verdient. der aktuelle fc luzern kann jede mannschaft der super league schlagen und hat sehr gute chancen, nicht in den abstiegsstrudel zu gelangen.

daten

Luzern – Young Boys 1:1 (0:0)

Allmend. – 10 617 Zuschauer. – SR Circhetta. – Tor: 60. Tchouga 1:0. 89. Shi Jun 1:1.

Luzern: Zibung; Lambert, Bader, Dal Santo, Claudio Lustenberger; Seoane, Fabian Lustenberger, Cantaluppi; Paquito (29. Diethelm), Tchouga (88. Imholz), Lustrinelli (63. Fanger).

Young Boys: Wölfli; Zayatte, Tiago, Kallio, Hodel; Yapi; Schwegler, Chiumiento (57. Shi Jun), Yakin, Raimondi (46. Varela); Häberli (72. Marcos).

Bemerkungen: Luzern ohne Makanaki, Righetti (verletzt) und Mettomo (gesperrt), Young Boys ohne Frimpong (verletzt). 18. Rote Karte gegen Dal Santo (Notbremse-Foul). Verwarnungen: 30. Yapi, 36. Cantaluppi, 84. Seoane (alle wegen Fouls), 89. Varela (Unsportlichkeit).

neue atomkraftwerke

die aktuelle debatte zum bau von neuen atomkraftwerken ist in aller munde. ich selbst kann mir nicht wirklich erklären, wie es die lobby geschafft hat, dass scheinbar immer mehr schweizer ein neues atomkraftwerk befürworten. roger de weck macht sich offensichtlich ähnliche (wenn auch intellektuell logischerweise ungleich elaboriertere) gedanken. in der heutigen sonntagszeitung stellt er fünfkernfragen zum thema. ich bin der überzeugung, dass wir kein neues akw brauchen, und dass es aufgrund der ungelösten lagerung der abfälle auch schlicht nicht verantwortbar ist, weiterhin in diese richtung zu gehen.

Der Publizist Roger de Weck ­über die Atom-Kampagne:

Bis 1986 gingen jedes Jahr weltweit zwanzig Atomkraftwerke ans Netz. Dann explodierte Tschernobyl. Deswegen und wegen fallender ­Ölpreise wurden danach bloss vier AKW pro Jahr errichtet. Die Pause ist vorbei, rund um den Globus sind 22 Reaktoren im Bau, allein China plant 40. Mit dem Energy Policy Act leitete George W. Bush die Rückkehr der USA zum Atom ein. In der Schweiz wie in ganz Europa sind neue AKW angekündigt.

Die Erde erwärmt sich, Ö­l wird teurer, wir verbrauchen immer mehr Energie. Dringlich seien also Atomkraftwerke, die kein CO2 ausstossen: ­Seit zwei Jahren bereiten wir die Kampagne vor, sagt der CEO eines Schweizer Stromkonzerns. Das Parlament ist gefügig; seine Priorität ist nicht das vom Bundesrat angesagte Energiesparen, sondern ein AKW. Dazu ein paar Kernfragen.

Erstens: Selbst wenn im Jahr 2030 weltweit hundert neue AKW am Netz sind, sinkt der CO2-Ausstoss bloss von 38 auf 33,6 Mrd. Tonnen. Warum wird Kernkraft als entscheidender Beitrag zum Klimaschutz beworben?

Zweitens: Der Unfall auf Three Mile Island hat die US-Atomwirtschaft whrend 30 Jahren lahm gelegt; der letzte AKW-Bau begann 1978. Tschernobyl hatte in weiten Teilen der Welt eine ä­hnliche Nachwirkung. Warum kreist die Energiepolitik um eine unberechenbare Branche, die solche Aussetzer haben kann?

Drittens: Unsere Verwundbarkeit gegenüber dem Terror ist ein Hauptthema der Politik. Und ­selbst bei einem Anschlag auf ein AKW, der nicht zur Freisetzung von Radioaktivität führen würde, wären die Auswirkungen in der Bevölkerung riesig, schreibt das Bundesamt fr Bevölkerungsschutz. Warum wird pltzlich die Terrorfrage ausgeblendet?

Viertens: Seit 1972 – als die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) gegründet wurde – gilt das Versprechen einer sicheren Entsorgung. Branche und Staat konnten es ein Vierteljahrhundert lang nicht einlösen. Warum soll 2007 das Volk leere Worte von 1972 ernst nehmen?

Fünftens: Die Atomwirtschaft fordert faktisch eine Staatsgarantie für die Maximalrisiken, die sie nicht versichern kann. Warum sehen bürgerliche Politiker hier davon ab, viel mehr Eigenverantwortung statt Etatismus zu verlangen?

Die Kampagne der Atomwirtschaft ist so grobschlächtig, dass sie mehr Sorgen weckt als zerstreut.

[quelle: sonntagszeitung vom 11-3-2007]

bilder vom autosalon online


lexus lfa, im hintergrund der schwülstige lexus is-f

ein bisschen arbeit war’s schon, aber zum grössten teil ein vergnügen. nun sind die bilder der autos vom genfer autosalon online auf zündung.ch. ich denke, für die fotos war es in der tat ein grosser vorteil, dass wir am zweiten pressetag reindurften. viel vergnügen beim durchblättern.

spamade

ich kriege trotz filter immer noch recht viel spam. meistens landet das zeug natürlich direkt im papierkorb. doch ab und zu ist da was interessantes dabei. zum beispiel diese /kursrakete:/

amatech, klingt doch gut, oder? doch, wenn jemand mit 1000% irgendwas kommt, dann hat er bestimmt keine ahnung von aktien. 😉 schade, ich wäre ja gerne mit einer aktie, die fast meinen namen trägt berühmt geworden.

das zweite beispiel kommt von amazon. also wohl nicht offiziell, aber immerhin steht das im mail.

aber come on, amazon, sowas billige würd› ich mir doch nie kaufen! 😉 wenn ihr mir schon was einfach so senden wollt, dann bitte was cooles. ok? ich habe dann natürlich die hotline angerufen…. 😉

1001 beitrag

mein beitrag zu walter de ’silvas augenkrankheit war der 1000. seit ich blogbetreiber bin. ich würde gerne einen link zum allerersten schalten, aber ich weiss nicht, wie ich am einfachsten zu diesem beitrag komme…

so oder so: herzlichen dank an all die leser, die sich meine schreibe fast täglich antun. besondere freude bereiten mir natürlich jene user, die sich auch ab und zu dazu hinreissen lassen, ihren kommentar abzugeben.

all jene, die sich hier genüsslich die debatten mit icore, lkm, mbl, hardman, marc, jackbrown, rogerrabbit, retinho und co reinziehen und stumm darüber grinsen möchte ich auffordern, auch mal selbst in die tasten zu hauen. ich freue mich auf eure meinungen.

was war das denn, barça?

das hinspiel habe ich (zum glück??) nicht im tv gesehen. doch von diesem spiel gegen den fc liverpool versprach ich mir schon ganz grosses kino. und dann das: der fc barcelona spielt einen an arroganz kaum zu überbietenden möchtegernoffensivfussball, der sich zumeist in der eigenen platzhälfte abspielt. peinlich: in der ersten hälfte schoss liverpool 10 mal aufs tor, barça nur ein einziges mal. in der zweiten hälfte keimte erst ganz spät ein spürchen hoffnung auf, als der eingewechselte gudjohnsen zum 1:0 traf. doch die katalanen hätten ja zwei tore benötigt. das gelang in der heute äusserst steifen spielweise natürlich nicht. immerhin gelang es in der zweiten spielhälfte, ein wenig druck aufzubauen. dennoch verliefen die meisten angriffe im sand, weil die herren ronaldinho, eto’o und auch deco nicht besonders arbeitswillig waren. lieber auf den ball warten und dann ein lustiges kunststückchen zeigen.

wenn das in der meisterschaft auch so ausschaut (sehe ja jeweils nur die zusammenfassungen…), dann sehe ich auch dort schwarz für die titelverteidigung. schade, denn von den spielern her ist meine lieblingsmannschaft immer noch die beste mannschaft der welt. aber ohne motivation, ohne kampfgeist, ohne willen besiegt man keinen fc liverpool.

herzlichen glückwunsch nach liverpool und viel glück auf dem weg zu ersehenten trophäe. you’ll never walk alone!

daten

Liverpool – Barcelona 0:1 (0:0)

Anfield Road. – 42 000 Zuschauer. – SR Fandel (De). – Tor: 75. Gudjohnsen 0:1.

Liverpool: Reina; Finnan, Carragher, Agger, Arbeloa; Gerrard, Sissoko, Xabi Alonso, Riise (77. Fabio Aurelio); Bellamy (68. Pennant), Kuyt 89. (Crouch)

Barcelona: Valdes; Oleguer, Thuram (71. Gudjohnsen), Puyol; Xavi, Marquez, Iniesta, Deco; Messi, Eto’o (61. Giuly), Ronaldinho.

Bemerkungen: Liverpool ohne Luis Garcia und Kewell, Barcelona ohne Belletti (alle verletzt). 11. Lattenschuss von Riise. 32. Lattenschuss von Sissoko. 53. Pfostenschuss von Ronaldinho. Verwarnungen: 17. Arbeloa, 20. Sissoko (im nächsten Spiel gesperrt), 29. Thuram, 80. Pennant (alle wegen Fouls), 81. Reina (Unsportlichkeit).