gone baby gone

ok, ist schon eine ganze weile her, seit ich den film gesehen habe.

zwei detektive sollen das mysteriöse verschwinden eine mädchens aufkären. die zugedröhnte mutter scheint die sache nicht wirklich im griff zu haben, ihr cleaner bruder und dessen frau heuern die detectives an, weil sie sich scheinbar mehr sorgen um das mädchen machen. die hartnäckigkeit zeichnet patrick kenzie (casey affleck) ebenso aus wie die kontakte zu halbseidenen freunden. die polizei bleibt in dem fall weitgehend erfolglos, als kenzie plötzlich die möglichkeit erhält, sich auf einen tausch einzulassen. der kriminelle, der amanda festhält, will ehemaliges beutegeld zurück. nach der übergabe könnte der film zuende sein, doch er beginnt jetzt erst richtig…

regisseur ist ben affleck. ja ben affleck! und er macht seine sache gut. eigentlich so gut, dass man all seine teils mässigen auftritte in mässigen hollywoodfilmen auf einen schlag vergisst. der mann hat talent. tonnenweise talent.

natürlich hat er es auch geschafft, ein illustres schauspielerensemble um sich zu scharen. dass sein bruder ein begnadeter schauspieler ist, wissen wir seit the assassination of jesse james by the coward robert ford. und über morgan freeman und ed harris müssen wir sowieso nicht diskutieren, oder?

aber zurück zum film. der ist in erster linie mal ziemlich spannend. die story packt einen und überrascht mit der fortsetzung nach dem tauschhandel. abseits vom krimiplot stellt der film immer wieder moralische fragen und versucht diese ohne moralisierend zu wirken zu beantworten. ganz am ende bleibt man dann allerdings doch im kinositz und fragt sich, ob der gesetzestreue detektiv nicht doch falsch gehandelt hat. gerade deshalb, weil er alles immer richtig machen will.

auf jeden fall einer der besten filme des jahres!

biecht

*biecht* (mit gesprochenem ie und klassisch schweizerischem ch) – oder wie sagt ihr dem phänomen, das man auf den folgenden drei bildern trotz nebel recht gut erkennt?


[raureif |http://de.wikipedia.org/wiki/Raureif] an sträuchern und bäumen sei das. keine ahnung. naja. für micht ist’s halt biecht und eine kleine wiedergutmachung für den (noch?) fehlenden schnee.

wow: es gibt sogar bücher darüber – resublimation – die faszinierende bildung von raureif von tönjes de vries und antje paschmann

vorläufig doch keine jagd auf buckelwale

der internationale protest hat sich gelohnt: japan will zumindest vorläufig auf die jagd von buckelwalen verzichten. vor einem monat machte die meldung über die jagd auf die meeressäuger weltweit negative schlagzeilen. diesem internationalen druck hat man sich nun gebeugt. vor allem die australier haben sich wiederholt für die bedrohten tierarten stark gemacht.

nzz.ch

merkel als klimaschutzverhindererin

wie reuters meldet, wehrt sich angela merkel gegen den beschluss der eu, den durchschnittlichen co2-ausstoss von autos auf 120g/km zum limitiere. das sei «industriepolitik» und nicht «umweltpolitik». und das gefährde wiederum die deutsche automobilindustrie. das glaube ich nicht. aber: die deutschen haben es in den vergangenen 15 jahren verschlafen, schlaue klein- und kleinstwagen zu entwickeln. die kleinwagenkompetenz haben unsere nördlichen nachbarn völlig verloren, dabei haben sie einst den volkswagen erfunden. mittlerweile haben sowohl die italiener (panda!) und die franzosen (c1, 107, twingo) überholt. der einzige vernünftige hersteller von deutschen kleinwagen ist opel, und das auch nur, weil er von einem ehemaligen zusammenschluss von general motors mit fiat profitiert. traurig, traurig, angela. noch drastischer formulierte übrigens markus ferber (sprecher der csu-gruppe) die ganze sache:

Die Entscheidung der EU-Kommission zur Verminderung des CO2-Ausstoßes von Autos ist eine Kriegserklärung an Deutschland

Markus Ferber in Welt Online

statt rumzujammern würde angela merkel besser mal die autoindustrie kritisieren. aber die heilige kuh der deutschen baut lieber weiter möglichst schnelle, schwere, schlicht tumbe autos. alles wird immer grösser und gleichzeitig soll der ausstoss schrumpfen? richtig, das ist praktisch ein ding der unmöglichkeit.

natürlich mag ich schnelle autos, aber die wahre kunst liegt (wie murat günak trefflich formulierte) im bau leichter und einfach zu bedienender automobile.

swissinfo
welt online

georg kohler über die abwahl des christoph b.

georg kohler ist professor für philosophie an der universität zürich. auf dem gebiet der politischen philosophie ist er auch den politikwissenschaftlern bekannt. im tagesanzeiger wurde seine einschätzung der abwahl von christoph blocher veröffentlicht. natürlich braucht er ein bisschen mehr worte als wir sie von 20min-artikeln kennen, dafür sind auch sehr viel mehr interessante ansätze darin enthalten. ich zitiere hier nur zwei mir sehr wichtig scheinende abschnitte. den gesamten text gibt es online auf tagesanzeiger.ch.

[…]

Das alles wird noch klarer, wenn man sich vor Augen führt, dass am 12. Dezember die Ausgangsposition der entscheidenden Wahlschlacht 29 zu 71, also für die SVP berechenbar nachteilig war. Was ich damit sagen will: Der überwiegende Teil derer, die zur Mitte (CVP und FDP) gehören, und zwar sowohl die Wählenden wie die Gewählten der Mitte, hatten mit ihrer Positionsnahme im Oktober auch gegen Blocher und die SVP gestimmt. Und bekanntlich eint nichts so sehr eine Gruppe von Menschen wie der gemeinsame Gegner (der es sich vor allem selbst zuzuschreiben hat, wenn er inzwischen fast zum «Feind» geworden ist).

[…]

Die schweizerische Demokratie liebt starke Männer und Frauen, aber sie hasst caesaristische Ansprüche und Attitüden.

[quelle: tagesanzeiger.ch]
gesehen bei lkm

danke, cvp!

nun ist schon eine woche vergangen. es passiert mir immer noch, dass ich mich beim spontangrinsen ertappe. war schon ziemlich cool und für die schweiz ein sehr wichtiger, politisch wegweisender schritt. gegen die polarisierung, für eine wirkungsvolle politische arbeit. ob all den vorschusslorbeeren für eveline widmer-schlumpf und der ab- bzw. oppositionsgesänge der svp ging die initiantin der ganzen sache fast vergessen. die cvp.

wer hätte dieser mitte-partei einen solchen geheimplan zugetraut? wer hätte gedacht, dass sie es fertig bringt, nicht nur die eigene partei und die gesamte sp, sondern auch etliche parlamentarier aus der fdp hinter sich zu scharen? selbst der professor für politikwissenschaft hanspeter kriesi lag mit seiner einschätzung, es werde sich bei der bundesratswahl gar nichts ändern, total daneben.

ohne sich einer stillosen attacke und der (ungerechtfertigten) forderung eines zweiten cvp-sitzes zu bedienen, hat die cvp die regierungslandschaft völlig verändert. nie hätte ich mir vorstellen können, dass sie diesen mut aufbringt und noch viel weniger, dass so ein geheimplan funktionieren kann. nun sind wir alle schlauer und wissen: sie haben es getan und der plan hat bestens funktioniert. merci, cvp!

im video zeigt 10 vor 10, wie der raffinierte geheimplan funktionierte. via hardman.

mein wunsch: château de corbère

nun, ich nehme an, einige von euch sind sich noch nicht ganz sicher, was sie mir zu weihnachten schenken möchten. na, habe ich recht? wusst› ich’s doch. nun, dann will ich euch mal auf die sprünge helfen. im englischen gq (ausgabe 09. 2007) hätte ich was nettes gesehen. château de corbère nennt sich dieses kleine, bescheidene häuschen in den ostpyrenäen.

leider findet sich unter der angegebenen internetadresse erst nach endlosem warten (und nicht mit firefox) etwas brauchbares. deshalb hier kurz der anzeigetext:

a completely comfortable and renovated 11 century château-for on a hilltop surrounded by forest with a view of the mediterranean in the sunniest part of france – the eastern pyrénées. its history involves royal family events of the kingdom of aragon, feudal marriages, celebrations and passionate chronicles of past centuries.

this domain of twenty-five acres as 360 degree protected panoramas- north an east over the river valley’s farms and villages, medieval ruins with a charlemagne chapel to the south, and snow capped peaks to the west. it is 12 kilometres from the mediterranean coast and 75 kilometres from pyrénées ski resorts.

grand though not overwhelming, this château with its romanesque arched windows, leaded glass, wrought iron gates, heraldic carvings, and 14th c. well and other 14th c. additions – would suit a couple, family, relais or conference center.

also ich finde, das klingt doch gar nicht mal so übel. aber das beste kommt erst noch:

ownership permits the use of a crest with the motto ‹passen els segles, em quedo› – the centuries pass, i remain – and the title, baron of corbère.

na? was sagt ihr? ach so, den preis möchtet ihr wissen. das ist es ja, das château de corbère wird geradezu verscherbelt. für lächerliche 12’000’000 euro wird es zum idealen weihnachtsgeschenk für mich! 🙂

land rover lrx

der begriffsuv ist ja heutzutage schon fast ein fluchwort. die dinger sind gross, brauchen zuviel fossile brennstoffe und sind nicht sicherer als normale fahrzeuge. mit dem bmw x6 gibt es nach dem ssangyong actyon jetzt schon zwei suv-coupés, die aber beide vier türen haben. also keine echten coupés. durch die im heckbereich eingezogene dachpartie ergibt sich ein kleinerer nutzwert. das u im kürzel suv wird also arg strapaziert. ausserdem kann ich mir gut vorstellen, dass sie optisch bei einer mehrheit nicht besonders gut ankommten. ein bisschen seltsam sieht nicht nur der koreanische actyon, sondern auch der bayer durchaus aus.

doch es geht nun um etwas ganz anderes. um ein concept car. eines, wie wir es noch nie zuvor gesehen haben. unglaublich sexy, unglaublich stylish, unglaublich dynamisch, ein designmässiger oberhammer. und das unter dem seltsamen label eines suv-coupés. doch im gegensatz zu seinen viertürigen serienpendants kommt der land rover lrx als zweitürer.



… und dann dieses interieur. eine feurige mischung aus seventies und dem besten aus der zeit der led-displays. ich hätte ja nie gedacht, dass ein auto dieser konzeption so sensationell aussehen kann. es bleibt mir nur der wunsch an land rover: bitte, bitte, bitte baut den lrx. vielleicht mit hybrid oder e-antrieb oder sonst einem antrieb, der das gewissen und vor allem die umwelt beruhigt.