Eigenständig und frei

Das Schöne an Exponenten der SVP ist ja, dass sie wirklich immer absolut frei äussern, was sie denken. Da gibt es keine Absprachen, keine Planspiele, einfach frei von der Leber weg. Toll.

 

Kommt Jensen zurück?

Es scheint momentan das goldene Zeitalter für die Wiederauferstehung ausgestorbener Automarken zu sein. In Genf wird ein neuer Borgward zu sehen sein. Im Internet geistert derweil ein Tonmodell eines neuen Jensen herum. Der GT erinnert entfernt an den legendären Interceptor, hat aber keine Heckklappe mit grosser Glaskuppel, sondern ein klassisches Coupéheck. Dass dort anscheinend F-Type-Rückleuchten angebracht wurden, hilft nicht unbedingt, das Projekt seriös aussehen zu lassen. 670 PS kommen aus einem GM-V8, der hier anders als im bekannten FF nur die Hinterräder antreibt.

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Aston Martin Vulcan

Es gibt ja Leute, die sagen, seit dem Aston Martin DB7 schauen die Astons alle mehr oder weniger gleich aus. Gut, ja sehr gut sogar, aber gleich. Ich zähle mich selbst zu diesen Leuten. Nun ziehen die Engländer aber eine für sie völlig neue Form aus dem Hut. Der Aston Martin Vulcan ist nur für die Rennstrecke gedacht. Und genau so schaut er auch aus. Über 800 PS soll der 7-Liter V12 entwickeln. Der Benziner wird nur genau 24 Mal gebaut. Also ein Grund mehr, den Vulcan das erste und wahrscheinlich einzige Mal live zu sehen, wenn er nächste Woche in Genf gezeigt wird.

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screen-capture-1838 screen-capture-1837alle Fotos: Aston Martin

Porsche 911 in «neu»

Wie sagten die Jungs von Top Gear einst so treffend: The laziest design department in the world. Tatsächlich sind Unterschiede der einzelnen 911er-Generationen für Laien teilweise echt winzig. Wenn man den Schritt vom 997 zum 991 anschaut, ist der allerdings recht gross. Der Schritt zum 901, wie ihn sich Ege Argüden vorstellt, wäre dann doch noch ein ganz anderer. Der Entwurf des türkischen Designers hat aber durchaus Potential, finde ich. Mehr dazu gibt’s auf der Website des britischen Magazins Evo.

screen-capture-1834 screen-capture-1833 screen-capture-1832Alle Illustrationen von Ege Argüden

Pseudosatire / Don’t shoot the messenger

Nach dem Spiel zwischen St.Gallen und dem FC Luzern hatte ich für einmal überhaupt keine Lust, meine Bilder zu bearbeiten und danach online zu stellen. Das hatte rein gar nichts mit der Performance auf dem Rasen zu tun. Was war geschehen?

Wie ich von einem mir bekannten Luzerner Fan-Fotografen erfuhr, hatte sich vor dem Spiel beim Marsch der Luzerner Fans etwas abgespielt, das mit fasnächtlicher Blödheit nichts mehr zu tun hat. Der blauweissen Fanmasse lief nämlich ein als orthodoxer Jude verkleideter Mann voraus, der einen St.Galler Fanschal trug. Es war offensichtlich, hier wurde auf das vom Luzerner Anhang in St.Gallen gelegentlich gesungene Lied Bezug genommen, das die Einheimischen als Juden bezeichnet.

Das ohnehin schon indiskutabel dämliche Lied wurde nun also um eine optische Komponente ergänzt. Und so sehr sich nun Fankreise und Club davon distanzieren, es ist halt trotzdem passiert. Ich nehme den Fans sogar ab, dass sie selbst gar keine Antisemiten sind. Doch mit dem Singen dieses abscheulichen Liedes und nun auch durch den Auftritt des verkleideten Mannes wird eine ganz andere Message transportiert. Wer sich dessen nicht bewusst ist, ist mindestens sehr naiv. Es ist zwar nicht mehr als logisch, aber vielleicht muss es trotzdem nochmals in gesagt werden: Wer jemanden mit negativer Absicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppierung unterstellt, diskriminiert und beleidigt damit auch die entsprechende Gruppierung. Da kann man noch lange „Satire“ und „nicht ernst gemeint“ schreien, es ändert nichts.

Bleibt anzumerken, dass rassistische und diskriminierende Äusserungen aus dem Luzerner Fanblock in den letzten zwanzig Jahren massiv abgenommen haben. Inzwischen sind sie, abgesehen vom erwähnten Lied, praktisch inexistent. Man kann es dem Aufkommen der Ultrà-Bewegung zuschreiben, die sich generell nicht für Politik interessiert und diese im Stadion nicht sehen will. Die Dachorganisation der blauweissen Anhänger, United Supporters Luzern USL hat einen grossen Anteil an dieser positiven Entwicklung. Umso trauriger, dümmer und unverständlicher erscheint der medienwirksame Auftritt vom letzten Sonntag in St.Gallen.

Jedenfalls nahm das Unheil seinen Lauf. Das Foto vom erwähnten Marsch wurde veröffentlicht und fand rasch seinen Weg in diverse Medienkanäle. Es folgten Stellungnahmen verschiedenster betroffener Akteure. Der FC Luzern reagierte mit einem Video, in welchem Captain Claudio Lustenberger sich nachdrücklich für Toleranz und gegen Rassismus stark macht. Der Hashtag dazu: #luzernistbunt. So weit, so gut.

Doch der FC Luzern tätigte noch eine weitere Massnahme: Er entzog dem Fotografen, der das Bild der erwähnten Szene geschossen hatte, temporär die Akkreditierung für die Spiele im Luzerner Stadion und machte ihn gleichzeitig darauf aufmerksam, dass auch die anderen Clubs der obersten Schweizer Liga informiert würden. Mit anderen Worten: Er kann bis auf weiteres keine Fotos mehr schiessen, wird unter Umständen gar nicht mehr ins Innere der Spielstätte gelassen. Die Begründung dafür ist einigermassen abenteuerlich: Er hätte das Bild nicht schiessen oder aber dann nicht veröffentlichen sollen.

Ich weiss, der FC Luzern sorgt jeweils für seine (und auch meine) Akkreditierung, wofür wir sehr dankbar sind. Trotzdem ist es eine eigenwillige Interpretation der Pressefreiheit, wenn man sich wünscht, dass Fotografen gewisse Bilder einfach nicht machen oder dann nicht veröffentlichen. Es ist ja nicht so, dass die Aktion ohne Bildmaterial dann einfach nicht stattgefunden hätte. Es ist auch nicht so, dass ein Fotograf mit dem Abbilden und Veröffentlichen einer Aktion damit automatisch die entsprechende Aktion gutheisst oder gar unterstützt. Ich weiss nicht, was im Hintergrund noch alles abläuft, ob man allenfalls die Verantwortlichen der betreffenden Szene schon hat ausfindig machen können. Aber mit meinem aktuellen Wissensstand sieht der (wenn auch nur temporäre) Entzug der Fotografiererlaubnis doch sehr nach Bauernopfer aus. Und ich wage jetzt einfach mal die Behauptung, dass jeder «normale» Pressefotograf dieses Bild bei Gelegenheit ebenfalls gemacht hätte und es ganz sicher auch veröffentlicht hätte. Wäre der FC Luzern mit einem Agenturfotografen gleich umgegangen?

Ich hoffe sehr, dass jene Personen, die diese extreme Dummheit zu verantworten haben nun auch den Mut aufbringen, sich zu stellen. Sie haben den ohnehin mehr als zweifelhaften Ruf der Fussballfans in der Schweiz weiter verschlechtert. Vor allem aber haben sie jenem Club geschadet, den sie doch eigentlich unterstützen möchten. In einer Zeit, in der es den Abstieg zu vermeiden gilt, sollte man die Kräfte auf jene Aktivitäten lenken, die auch der Mannschaft helfen können. Schliesslich muss das am Ende das Ziel sein.

In diesem Sinne: Hopp Lozärn.

watson.ch Yonni Meyer
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World of watson

Knackeboul ist nach dem Abgang bei joiz nun auf watson.ch zu sehen. Er hat dort seine eigene Videokategorie gekriegt, World of watson nennt sich die Sache. Eben ist die erste Ausgabe erschienen. Am Anfang wirkt es ein bisschen so, als habe man dem Knack einfach mal alles offen gelassen. Vielleicht, weil genau das die Ausgangslage war. Jedenfalls wirkt er zunächst etwas hölzern, um schliesslich immer besser in Fahrt zu kommen. Immerhin mal ein neues Format, das sympathisch rüberkommt. Bin gespannt auf die zweite Ausgabe.