Pyro

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Pyroverbot im Stadion? Die Toten Hosen sehen das wohl ein bisschen anders. 😉

Religion? Fussball!

Ja, ich glaube an den Fussball, jedenfalls eher als an unsere Politiker (lacht). Manche Leute sagen, es sei armselig, dass man sich mit seinem Verein so sehr identifizieren und in etwas hineinsteigern kann. Dass man bei einem Sieg Glücksgefühle empfindet, obwohl man gar nicht auf dem Platz steht. Ich finde das sensationell. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Campino von den Toten Hosen im Interview mit watson.ch.

+1 sag ich da nur.

Zuwanderung beGERNzen – Die SVP kommt zur Vernunft

Es hat etwas länger gedauert, doch nun ist auch die grösste Partei der Schweiz zur Vernunft gekommen. Und wie immer, wenn es um die ganz wichtigen Themen geht, wurde extra ein neues Wort ersonnen. Nein, dieses Mal kommt der beliebte Teil mit «Schein-» gar nicht erst vor. Vielleicht auch deshalb, weil die Rechtsaussenpartei nun offensichtlich einen richtig grossen Kurswechsel vollziehen will. Botschafterin der neuen Generation der SVP-Politik wird offenbar Nadja Pieren, die als Erste die Wortschöpfung präsentieren durfte. Es passt zum Anspruch der Partei, dass man so ein Thema nicht bei einem SRF-Sender, sondern nahe beim Volk bei Tele Bärn präsentiert:

Zuwanderung begernzen

Man will die Zuwanderung also «begernzen». Wie mit der Sprechblase oberhalb des neuen Slogans angedeutet wird, richtet er sich an Menschen aus aller Welt. Die SVP hat begriffen, dass nur mit ausreichender Zuwanderung der heutige Wohlstand gehalten werden oder gar noch vergrössert werden kann. Wirtschaftswachstum gibt es nicht ohne Bevölkerungswachstum. Wollen wir unsere Altervorsorge in Sicherheit wissen, braucht es die Zuwanderung und zwar nicht zu knapp. Doch was bedeutet nun dieses «begernzen» eigentlich genau?

Es bedeutet, dass man Fremdem und Fremden offen gegenübertritt. Es bedeutet, dass man sich darüber freut, dass andere Kulturen die unsere bereichern und weiterentwickeln helfen. Es bedeutet, dass man auch Ausländer vermehrt in demokratische Prozesse einbinden möchte, wenn auch nur auf regionaler Ebene. Es bedeutet, dass wir begriffen haben, dass Gastfreundschaft am Ende nicht nur den Gästen hilft. Es bedeutet auch, dass aus Gästen Bekannte und aus Bekannten irgenwann Freunde werden können. Es bedeutet weiter, dass die hiesige Wirtschaft vom angenehmen Klima gegenüber Fremden profitiert.

Eine tolle Sache, oder? Lasst uns die Zuwanderung begernzen!

Blödsinnige Rekordfahrt

In 96 Stunden von Tarifa bis ans Nordkap. Mit dem Auto. Genau genommen mit dem Tesla Model S. Klingt ja noch lustig, ist in der Praxis aber einfach nur eines: Gefährlich. Die drei Fahrer pro Auto wechseln sich mit Fahren und Schlafen ab. Die Autozeitschrift auto motor und sport begleitet den Rekordversuch und tickert via Facebook. Dort konnte man heute morgen lesen:

Zwei Stunden Schhlaf diese Nacht , aber wir wollen nicht undankbar sein : Immerhin doppelt so viel wie letzte Nacht.

Toll, eine Stunde schlafen und dann mit zwei Menschen im Auto rumfahren? Auch zwei Stunden dürften kaum genug sein. So nahm das Unheil seinen Lauf:

Montag 10:30 Uhr: Crash auf der E6. Nach 75 Stunden ist trotz regelmässiger Fahrerwechsel die Müdigkeit zu stark. In einem kleinen Moment der Unachtsamkeit kommt Fahrer Michael Willberg in einer Linkskurve von der Strasse ab.

Der Tesla rutscht in eine Wiese und streift ein Verkehrsschild. Der rechte Spiegel ist zerplatzt, die Seitenscheibe in Tausende Stücke gesprengt im Innenraum verteilt. Die rechten Türen und der rechte hintere Kotflügel onduliert. Die Besatzung ist OK.

Doch auch nach dem Unfall hören die Rekordjäger nicht auf. Sie lassen an Stelle der geborstenen Seitenscheibe eine Folie installieren. Dass mit der Aktion auf öffentlichen Strassen die Sicherheit der Fahrer, Mitfahrer und vor allem anderer Verkehrsteilnehmer massiv gefährdet wird, kann nicht im Sinne von auto motor und sport sein.

Dagegen halten – Anja Reschke

Einfach so der Vollständigkeit halber zeige ich dieses Video von Anja Reschke auch noch. Sie hat bestimmt recht, wenn sie verlangt, dass wir nicht zu tolerant gegenüber den Intoleranten werden.