Die Tage des GfS sind gezählt

Einmal mehr hat das GfS mit seiner Prognose versagt. Wie man bei watson.ch zeigt, war selbst Politnetz.ch mit gerade einmal 126 Umfrageteilnehmern deutlich näher am Resultat. Ich denke, es gibt verschiedene Gründe, weshalb die GfS-Daten nichts mehr wert sind:

  1. Festnetztelefonie ist out. Wer von «den Jungen» hat schon ein Festnetztelefon?
  2. Es gibt zu viele Anfragen aufs Festnetz. Wer tatsächlich ein Festnetztelefon hat, der weiss, wie oft man für irgendwelchen Mist angerufen wird. Da sind die Krankenkassenerklärer, die mit dem wahnsinnig tollen Angebot von irgendeiner Kellerei, die von der Klassenlotterie und dann auch noch die von Forschungsinstituten. Alle trotz Stern im Telefonbuch. Wer mag da noch mitmachen? Eben.
  3. Es gibt halt auch erwünschte Antworten. Bei Ecopop wäre die erwünschte Antwort wohl eher ein Nein gewesen, weshalb dieser Punkt dieses Mal definitiv nicht zieht.
  4. Internetumfragen machen mehr Spass. «Auf einer Skala von 1 – 10, wie gut finden sie…» man kann’s nicht mehr hören, oder? Online kurz ein Kreuzchen setzen geht schneller und macht je nach Umfrage sogar noch Spass. Offenbar wird das Sample durch den Zugang zum Internet nicht mehr verfälscht, als wenn man auf die Festnetztelefone anruft.
  5. Claude Longchamp ist in Ungnade gefallen. Der persönliche Einfluss des Mannes an der Front könnte auch einen Effekt haben. Longchamp hat mit seiner Art viele Sympathien verspielt. Ich könnte mir vorstellen, dass es Leute gibt, die bei «seinen» Umfragen absichtlich falsche Daten angeben.
  6. Die Medien mobilisieren. Ich glaube, das Mobilisierungspotential der Medien durch die Veröffentlichung und Interpretation der Umfragen vor der Abstimmung hat einen grossen Anteil am schlussendlichen Outcome. So gesehen hat GfS das Resultat sogar noch selbst «verfälscht», indem es mit der Veröffentlichung der Umfrageergebnisse den Initiativ-Gegnern indirekt in die Karten spielte. Dieser Faktor wäre aber bei allen veröffentlichten Umfragen gleich. Weil das GfS aber quasi eine gewisse Monopolstellung inne hat, ist sein Einfluss besonders gross.

Aus diesen (und bestimmt noch weiteren) Gründen kann in Zukunft auf die Dienste des GfS vor den Abstimmungen getrost verzichten. Wer so weit daneben liegt, sollte sich vielleicht besser bei Meteo Schweiz melden…

3 Antworten auf „Die Tage des GfS sind gezählt“

  1. Witzig dass Du Meteo ins Spiel bringst. Ich neulich so: «Würde der Bucheli so weit daneben liegen, er würde wohl grad vom Studiodach runterspringen…»

  2. Naja, irgendwo hört’s dann einfach auf, oder? Inzwischen könnte man genau so gut die Wetterschmöcker ins Studio stellen und die irgendwas schätzen lassen. Beim Wetter habe ich das Gefühl, die Prognosen würden immer genauer, bei den Abstimmungen ist das Gegenteil der Fall.

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