pyro, wie ich sie (nicht) mag


die beiden bilder stammen vom spiel gegen sion im tourbillon am vergangenen samstag. nach der pause zündeten die luzerner anhänger ihr freudenfeuer. ich habe hier wiederholt gesagt, dass mir diese pyroaktionen gefallen und dass ich für eine legalisierung bin. an dieser meinung hat sich auch nichts geändert. durch die petarden wurde niemand gefährdet, der dieses risiko nicht absichtlich eingegangen wäre. wie man in verschiedenen internetforen lesen kann, ist die luzerner pyro vom samstag auch bei den sion-fans gut angekommen.

was danach kam, war weniger schön. es war gefährlich und dumm. insgesamt 3 feuerwerksraketen flogen aus dem luzerner sektor auf das spielfeld. auf dem rasen hatten sich inzwischen die 22 akteure wieder eingefunden – es hätte also jeden von ihnen treffen können. unverständlich, dass ein solches risiko in kauf genommen wird. nur etwa 3 meter von mir entfernt explodierte ein knallkörper auf dem rasen. nicht gerade gemütlich.

weil danach auch noch ein gameboy aus dem sion-sektor auf goalie zibung geworfen wurde, werden ganz bestimmt beide vereine bussen bezahlen müssen.


gut zu sehen: eine von drei feuerwerksraketen fliegt aus dem luzerner fansektor auf den platz.

der vorabend der euo-auslosung in luzern

als wir aus sion zurückkamen, wunderten wir uns noch über den wasserwerfer, der in der luzerner neustadt scheinbar einsatz bereit parkiert war. wir gingen davon aus, dass man wohl bereit sein wolle, für allfällige protestaktionen gegen den fussballgrossanlass.

bei immanuel kann man nun lachlesen, weshalb der wasserwerfer dort stationiert war.

ich habe in diesem blog schon wiederholt das vorgehen der luzerner polizei kritisiert. immer wieder trat sie bei fussballspielen in durchaus provozierender weise auf. der vorabend der euro-auslosung passt nahtlos in die geschichte der übermütigen uniformierten.

dazu muss ich aber auch noch sagen, dass ich hier auf keinen fall die unbewilligte demo in schutz nehmen möchte. wenn man an einer unbewilligten demo teilnimmt, muss man mit polizeilichem ärger rechnen. und wenn ich mir den flyer anschaue, schaut die veranstaltung auch ganz klar mehr nach demo als nach party aus, aber das ist nur meine interpretation.

der vollständigkeit halber hier der text von der indymedia-page:

In den letzen Jahren hat sich die Situation in Luzern drastisch verschärft. Fern der Realität schürt die Monopolzeitung NLZ mit einer einseitigen und aggressiven Berichterstattung eine allgemeine Unsicherheit. So lautet z.B. der Titel des Kommentars vom 15.11.07 «Alarmstufe 1 – Die Sicherheitslage der Stadt Luzern ist prekär.» Dankend benutzen die rechtsbürgerlichen Politikerinnen diese Hetzkampagne, um ihre repressive Politik zu legitimieren.

Ein Resultat daraus ist die Schliessung des Kulturzentrums BOA. Seit der Besetzung vor 19 Jahren hat sich die Boa zu einem Freiraum der Alternativkultur mit internationaler Ausstrahlung entwickelt. «Stadtaufwertung» im Dienste von Steuereinnahmen und Standortwettbewerb scheinen den rechtsbürgerlichen Kreisen aber viel wichtiger als ein geschichtsträchtiges Kulturhaus. So wurde die Boa als «Terrorzentrale» verunglimpft und ihre Schliessung in einer jahrelangen Zermürbungspolitik vorangetrieben. Ein würdiger Ersatz wurde nicht geschaffen.

Im gleichen Zuge werden die besetzten Häuser Kiwiana-Squat und Hofstr. 3 demnächst geräumt. Auch die in diesen Häusern geschaffenen Freiräume werden zerstört. Auch hier sind die Häuser vegetieren als Spekulationsobjekte weiter. Was nicht ins kommerzielle Bild des Standorts Luzern zu passen scheint, soll aus der Stadt verschwinden.

In diese Logik der Vertreibungspolitik reiht sich auch die Forderung eines Wegweisungsartikels. Wer für Touristen kein gutes Bild hinterlässt, oder wer nicht aussieht, als ob er sich gerade dem Konsum widmet, soll in Zukunft aus der Stadt Luzern weggewiesen werden können.

Diese repressive Politik zerstört Kultur und privatisiert den öffentlichen Raum: Wer sich nicht dem kommerziellen Lebensstil unterwerfen, sondern anders leben will, hat keinen Platz mehr in der Stadt.

Deshalb: Es längt! Wir wollen in der Stadt Luzern Platz haben, unsere Kultur schaffen können und selber bestimmen, welchen Lebensstil wir führen wollen. Wenn die Stadt uns als einzige Antwort Repression bietet, lassen wir uns dies nicht gefallen und nutzen die Strasse als Freiraum, um unsere Kultur auszuleben!

warum die schweiz an der milizarmee festhalten muss

gesehen bei hardman:

Bei der Abkehr vom Milizprinzip würde die Schweizer Armee massiv an Qualität verlieren.

hm, da würde es mich ja interessieren, wie man die qualität unserer armee noch senken kann.

Die bisherigen Erfahrungen aus Ländern, welche die Wehrpflicht abgeschafft haben, sprechen eine deutliche Sprache: Überalterung, teures Personal, aufwendige Werbung, die Besten kommen nicht, der Ausbildungsaufwand muss massiv erhöht werden, die Sparziele werden verfehlt.

das ist seltsam. sonst sind wir immer der «sonderfall schweiz» und auf einmal kann man unser land mit anderen vergleichen? die sogenannt besten kommen nicht mehr? wer sagt uns denn, dass die im aktuellen system nicht auch die recht grossen schlupflöcher nutzen? was auch lustig ist: den ausbildungsaufwand muss man also erhöhen, weil weniger leute kommen? das sagt auch einiges über den aktuellen ausbildungsstand der armeeangehörigen aus…
die aussagen stammen übrigens von christophe keckeis, dem chef der schweizer armee.

fc sion – fc luzern

allzu viel kann ich zum spiel eigentlich gar nicht sagen. ich befand mich jeweils auf der angriffseite von luzern, und die allermeiste zeit war der ball genau auf der anderen seite des spielfeldes. in der ersten hälfte fiel der fcl nicht ganz so stark ab, konnte sich aber praktisch keine chancen erarbeiten. die unter dem constantin-ultimatum (4 punkte aus zwei spielen sind pflicht, sonst muss trainer bigon gehen) leidende mannschaft, hatte einen lattenschuss und diverse gute tormöglichkeiten zu verbuchen.

noch schlimmer kam es in der zweiten halbzeit. das spiel lief nur noch in richtung zibung. die fcl-stürmer tchouga und felipe waren völlig arbeitslos, was den offensivbereich angeht. irgendwie hielt zibung alles, was auf sein tor kam. und das war eine ganze menge. gegen spielende kam sogar ein gameboy, allerdings nicht aufs tor, sondern direkt auf zibung. dieser ist seit dem yf-juventus-spiel vor zwei jahren im wallis ziemlich unbeliebt.

so oder so: der fc luzern konnte den einen punkt aus dem tourbillon stehlen. die leistung war besser als im cup gegen thun, vor allem das engagement stimmte. nur: wenn man ein spiel gewinnen möchte (was am nächsten samstag gegen thun das ziel sein muss), dann reicht es eben nicht aus, hinten dicht zu halten. in der offensive war man einmal mehr extrem harmlos in der zweiten hälfte sogar inexistent. das muss sich ändern.

daten

Sion – Luzern 0:0

Tourbillon. – 9000 Zuschauer. – SR Busacca.

Sion: Vailati; Kali, Nwaneri (75. Adeshina), Vanczak; Alioui, Ahoueya (86. Obradovic), Paito; Reset, Dominguez, Zaki (75. Bühler); Saborio.

Luzern: Zibung; Schwegler, Cantaluppi, Bader, Lustenberger; Lambert (78. Diethelm), Wiss, Seoane; Chiumiento; Felipe, Tchouga.

Bemerkungen: Sion ohne Beto (gesperrt), Wicky und M’Futi (beide verletzt) und Pinto (nicht im Aufgebot). Luzern ohne Maric (gesperrt), Lustrinelli, Rachane und König (alle verletzt). 34. Lattenschuss von Saborio. Verwarnungen: 36. Felipe, 56. Vanczak, 60. Lustenberger, 65. Tchouga (alle Foul).

luzern – hauptstadt europas

für diesen einen tag ist luzern die hauptstadt europas – zumindest des europäischen fussballs. wo sonst, wenn nicht in luzern, hätte die auslosung für die euro 2008 stattfinden können? richtig. nirgends. besonders das kkl qualifiziert die stadt am vierwaldstättersee für diese ehrenvolle aufgabe. gerade rechtzeitig ist sogar die sonne hinter den wolken hervorgekrochen.

wie geht’s eigentlich watashi (the cat)?

für all jene, die sich fragen, wie es watashi the cat so geht: blendend! der kleine racker frisst wie «eine siebenköpfige raupe» (zitat herrchen). miauend sitzt er vor der türe, bis jemand kommt und ihm entweder futter gibt oder streicheleinheiten verpasst. inzwischen ist er auch schon so rund, dass er den kalten winter bestens überstehen wird.

der kater versteht sich auch mit hündin luna gut und darf ab und zu sogar in die gute stube…

der fall «thun» und dubai

eigentlich vermeide ich es ja, bluewin.ch überhaupt anzuschauen. heute bin ich wieder mal drüber gestolpert. und was ich da las, schockierte mich dann doch irgendwie.

Sexuell missbrauchte Zwölfjährige in Dubai festgenommen

In dem arabischen Emirat Dubai ist ein sexuell missbrauchtes Mädchen festgenommen worden. Der Zwölfjährigen wird vorgeworfen, sie habe freiwillig «verbotene Affären» mit Männern gehabt.

Die Internetseite der Zeitung «Gulf News» berichtete am Freitag, die Polizei habe einen Tipp erhalten und daraufhin eine Wohnung in dem Viertel Bur Dubai gestürmt. Dort fanden die Beamten das Mädchen und mehr als 15 Männer verschiedener Nationalitäten.

Das Kind habe den Polizisten gesagt, es habe seit seinem zehnten Lebensjahr Sex mit erwachsenen Männern. Ein Psychiater solle nun die «geistige Gesundheit» des Mädchens untersuchen, hiess es.

Nach Angaben der Zeitung wurden auch die Männer und die Mutter des Mädchens, die von den Philippinen stammt, in Untersuchungshaft genommen. Der Vater des Kindes sei unbekannt, hiess es.

In Dubai sorgt seit einigen Wochen ein Prozess für Schlagzeilen, bei dem es um den sexuellen Missbrauch eines minderjährigen Ausländers geht. Der 15-jährigen Franzosen, der im vergangenen Juli nach eigener Aussage in Dubai von drei Männern aus den Emiraten vergewaltigt worden war. Auch in seinem Falle hatten Ärzte, Verteidiger und Behördenvertreter teilweise suggeriert, der Jugendliche habe seine Peiniger ermuntert, Sex mit ihm zu haben.

ich meine, was in thun passierte, wurde sicherlich teilweise etwas gar hochgejubelt. die gesammte mannschaft litt unter dem verdacht und auch der club hat sicher schaden genommen. danach gab es auch leute, die dem mädchen die volle schuld zuwiesen, obwohl die rechtslage wohl eindeutig ist. irgendwie fragte ich mich beim lesen des obigen artikels spontan, ob den menschen, die im «fall thun» der heranwachsenden frau die alleinige schuld geben, eine solche interpretation wie in dubai lieber wäre. scheinbar ist es dort gängige praxis, die opfer bei vergewaltigungen stärker zu bestrafen, als die eigentlichen vergewaltiger. natürlich liegt der fall im berner oberland nicht genau gleich, weil es (soweit dies bekannt ist) keine vergewaltigung war.

hierzu passt auch der artikel von icore

andreas wetter und scheich hamad bin hamdan al-nahyan zum iphone

in autobild erschien letzte woche ein recht witziger bericht über scheich hamad bin hamdan al nahyan. weil es eben nicht gerade gut ankommt, wenn ein scheich autos verkauft, behält er alle. mittlerweile sind es über 400. mir ist aber etwas anderes ins auge gestochen: der mann hat ein apple iphone. er meint:

sehen sie, dieses gerät ist so innovativ, weil es so einfach ist. in den heutigen europäischen autos dagegen stecken zu viel elektronik und knöpfe. das lenkt doch nur ab.

und dann sah ich mir noch einen vortrag von andreas wetter an. der schweizer ist seines zeichens ceo bei orange schweiz. das unternehmen gehört wiederum der französischen france telecom an. den genauen wortlaut weiss ich nicht mehr, aber in etwa sagte wetter:

das apple iphone ist ein sehr interessantes gerät. ich bin überzeugt, dass es in der schweiz von orange angeboten werden wird.

das wäre natürlich ganz toll. dann müsste ich nämlich keinen providerwechsel vornehmen…

baut ein türke das erste echte schweizer auto?

tja ihr lieben svp-menschen, diese woche kommt’s knüppeldick für euch. aber seien wir ehrlich, ihr habt’s auch verdient.

zuerst ein kurzer blick in die vergangenheit. schweizer autos gab es natürlich schon vor langer zeit. zum beispiel dufaux aus genf (1905), martini (1905 – 1920), pic-pic und turicum. tribelhorn aus feldach hatte schon um 1910 elektromobile gebaut. und natürlich war da saurer, jene firma die vor allem mit ihren bussen und lkws bekannt wurde. später ging die personenwagenfabrikation ein, nur ein paar carosserie-spezialisten konnten sich internationales renomée aufbauen. unter ihnen graber und worblaufen, die speziell gezeichnete karossen für grosshersteller bauten. ein solches auto ist der alvis tc mit graber-carosserie.

erst 1967 gab es wieder ein echtes schweizer auto, wenn auch mit amerikanischem motor: den monteverdi highspeed 375s. doch auch dieser traum dauerte nicht allzu lange an. die luxusautos wurden nur bis ca. 1980 angeboten. schliesslich kam nicolas hayek. anfang der 1990er jahre träumte er den traum eines swatchmobils, das er mit vw umsetzen wollte. als bereits erste prototypen liefen, kam das projekt zum stehen. hayek realisierte schliesslich zusammen mit mercedes den smart (swatch mercedes art). als klar wird, dass mercedes hayeks grundidee vom sparsamen cityauto verrät, steigt der uhrenspezialist aus.

es bleibt zu erwähnen, das es in den frühen 70er jahren amerikanische autos gab, die in der schweiz produziert wurden.montagesuisse prangte stolz am heck. in biel wurden diverse modelle der gm-familie gebaut.

die situation heute ist etwas anders. abgesehen von tunern und herstellern von hochleistungssportwagen (wyss [leblanc mirabeau], beck [orca, lm800], weber [weber sportscar], hwm bt01) gibt es in der schweiz nur noch eine industrie von zuliefern. diese liefern vom kleber (collano) bis zu kompletten kotfügeln alle möglichen teile an die verschiedensten automobilhersteller weltweit. doch es bleibt dabei: ein echtes schweizer auto gibt es nicht.

bis jetzt.

nun hat der in istanbul geborene murat günak (50) einige revolutionäre ideen im kopf. wer ist dieser günak? nun, er war designer bei mercedes, psa, wieder mercedes und vw. im gegensatz zur automobilindustrie will er einen wirklich neuen weg in die zukunft gehen.

sie wissen, wie schwer sich die autoindustrie mit der zukunft tut. alles wird noch perfekter, noch grösser, noch schwerer, noch komplizierter und noch teurer. es ist kein wandel zu sehen. im grund bekommen gegenstände ihre wertigkeit, indem sie leicht sind, einfach bedient werden können und im design reduziert sind. die autoindustrie läuft gegen diesen trend. ich bin überzeugt, dass nur ein unternehmen mit freidenkern ein solches fahrzeugkonzept auf die beine stellen kann. deshalb sehen wir unser unternehmen nicht als konkurrenz, sondern eher als ergänzung zu den grossen automobilfirmen.

zum auto, welches günak bauen möchte: es soll ein hyridfahrzeug werden, das über 100 km im reinen batteriebetrieb schafft. (aktuell sind die hybridautos bei etwa 3 km…) das revolutionäre fahrzeug hat den projektnamen six50 erhalten. der grund ist simpel: ein gewichtsziel von 650 kg wird angepeilt. die länge wird etwas mehr als vier meter betragen, also etwa in der region von golf, astra oder mégane. ausserdem soll der ökorenner eine coupéhafte silhouette erhalten und platz für zwei personen bieten. zwei weitere sitze soll es optional geben – was allerdings zu lasten der gepäckkapazität gehen wird. schon 2008 sollen erste prototypen fahren. wenn die produktion, die durch einen externen partner übernommen wird, angelaufen ist, sollen pro jahr 10’000 autos gebaut werden. als voraussichtlichen preis nennt günak 30’000 euro.


erste skizze: mindset six50

wir möchten in der schweiz beginnen. es gibt da keine autoproduktion, aber eine hohe kaufkraft und autoleidenschaft. hier soll sich das auto durchsetzen.

die firma hinter dem six50 heisst mindset und ist in st.niklausen unweit luzern beheimatet. wichtig ist für den deutschtürken günak auch, dass das auto nicht primär über den ökoaspekt verkauft werden soll. es sollen leute angesprochen werden, die zukunftsorientiert sind und einfach gerne auto fahren. der fahrspass und das design sind zwei sehr wichtige punkte im projekt six50. auch bequem soll das fahrzeug sein. darum wird es für einen einfacheren einstieg eine erhöhte bodenfreiheit aufweisen.

ok, gebaut wird der six50 nicht sofort und wohl auch nicht in der schweiz. aber die konzeption ist schweizerischer als alle bisherigen versuche, ein schweizer auto zu bauen. perfekt im design, sparsam im umgang mit ressourcen, klein, bequem, schnell, wendig und nicht ganz billig. viel erfolg, murat günak!

[angelehnt an das interview in auto motor und sport 23/07)