Deppen am Telefon – 1

Es ist mal wieder Zeit fĂŒr eine neue Blogkategorie. TĂ€glich rufen mich irgendwelche Werbeheinis an, denen ich mehr oder weniger aufmerksam zuhöre. Meist wecken mich dann dumme, falsche oder freche Aussagen aus dem Werbeanrufe-Delirium. Die ganz dĂ€mlichen werde ich kĂŒnftig hier posten. VorlĂ€ufig mal anonym.

Bei uns arbeiten nur echte Web-Crackers!

Das ist natĂŒrlich das Argument. Habe mal zugesagt, in der Hoffnung, irgendwann mal so einen arbeitenden Cracker verspeisen zu können.

Umzug

Heute ist grosser Umzugstag… zum GlĂŒck nur virtuell. amade.ch zieht von nine.ch nach cyon.ch. Wenn alles klappt, bin ich morgen in alter (?) Frische (!) zurĂŒck. 😉

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Ich bin ein 49,7%-Gutmensch

Es muss irgendwann am Ende der 1990er-Jahre gewesen sein, als die politische Rechte der Schweiz mit dem Begriff aufkam: «Linke und Nette» hiess es damals. SpĂ€ter wurde darauf der auch in Deutschland bekannte «Gutmensch». TatsĂ€chlich hat man es irgendwie geschafft, diese positiven Begriffe irgendwie negativ zu konnotieren. Und auch nach der Abstimmung vor zwei Wochen kriegte die Gutmenschen-Gruppe wieder ihr Fett weg. Man habe jetzt mal ein Zeichen gesetzt und man könne schliesslich nicht die ganze Welt aufnehmen. Das ĂŒbliche Blabbla halt.

Gestern hatte ich fĂŒr einen ganz kurzen Moment, mich zwischen den Alternativen Gut- oder Schlechtmensch zu entscheiden.

Ich war unterwegs von der Zentralschweiz in Richtung Winterthur. Der Verkehr floss erstaunlich gut fĂŒr einen Freitagabend. Erst nach dem Gubristtunnel kam der Verkehr plötzlich ins Stocken. Da sich die Kolonnen kaum bewegten, war mir schnell klar, dass es wohl weiter vorne geknallt hatte. Schon als ich das realisierte, hĂ€tte ich die Wahl gehabt: Rege ich mich ĂŒber diese Vollidioten auf, die verhindern, dass ich pĂŒnktlich ankomme? Oder aber frage ich mich, ob es den Beteiligten gut geht, weil es fĂŒr mich auf die paar Minuten ja eigentlich nicht ankommt? Wahrscheinlich auch, weil ich bequem sass und guten Sound hören konnte, entschied ich mich fĂŒr die zweite Variante.

Wie aus dem Nichts tauchte dann vor mir ein dunkel gekleideter Mann auf. Er stand nahe der Mittelleitplanke auf der Fahrbahn. Wieder hatte ich zwei Möglichkeiten: Ich kann mich ĂŒber das fahrlĂ€ssige Verhalten aufregen, nicht einmal ein Pannendreieck hat dieser dumme Mensch aufgestellt. Oder ich denke mir, dass ich so kurz nach einem Unfall wohl auch etwas verwirrt wĂ€re und wohl nicht top-rational funktionieren wĂŒrde. Der Fahrer vor mir entschied sich fĂŒr die erste Variante, brĂŒllte etwas aus dem Fenster und beschleunigte ziemlich dynamisch davon.

Ich hatte mir in der Zwischenzeit eine Warnweste aus der Sitztasche gekrallt, die ich dem Mann zum Fenster hinaus ĂŒberreichen konnte. Er war etwas perplex, bedankte sich aber und zog sie dann auch gleich ĂŒber.

Als ich ein paar Dutzend Meter weiter vorne die Unfallfahrzeuge sah, erblickte ich den mĂ€chtigen Range Rover mit deutschen Kennzeichen, der einen Kleinwagen im Heck stecken hatte. Auch jetzt hĂ€tte ich mich wieder zwischen zwei Varianten entscheiden können: Was macht dieser Idiot mit seinem riesigen GelĂ€ndewagen ĂŒberhaupt in der Schweiz? Bestimmt kam er seine zu Dumpinglöhnen arbeitenden OsteuropĂ€er kontrollieren. Irgendwoher muss ja das Geld fĂŒr diese Luxuskarosse ja herkommen. Oder aber ich frage mich, wie der Mann mit seinem am Heck massiv beschĂ€digten Range nun von hier weg kommt.

NatĂŒrlich ist dieser Beitrag reichlich naiv und idealistisch. Und doch: Egal welchem Menschen man begegnet, man hat immer die Optionen, ihm Gutes oder Schlechts zu unterstellen. Schon bevor man ihn ĂŒberhaupt erst kennenlernt. Wahrscheinlich bin ich zu einem StĂŒck zu ersterem erzogen worden. Bis jetzt bin ich mit meinem Gutmenschentum eigentlich sehr gut gefahren. Abgesehen davon, dass man ab und zu dafĂŒr ausgelacht wird. Aber damit kann ich leben. Ich kann mir auch nicht recht vorstellen, welchen Sinn unser Dasein hĂ€tte, wĂŒrden wir uns gar nicht bemĂŒhen, gute Menschen zu sein. Aber vielleicht erklĂ€rt mir das einer der Schlechtmenschen ja mal plausibel? 😉

Irgendwie habe ich das GefĂŒhl, eine Zeile aus Marius MĂŒller-Westernhagens Song Freiheit wĂŒrde hier noch reinpassen:

Der Mensch ist leider nicht naiv.
Der Mensch ist leider primitiv.

Wen soll man treffen?

Ich musste durfte heute ein Interview geben. Abgesehen von GeschĂ€ftlichem wollte die Dame auch ein paar persönliche Dinge und halt die typischen Steckbriefgeschichten hören. Auf die Frage, welche Person ich gerne einmal treffen wĂŒrde, fiel mir spontan niemand ein (, der noch am Leben wĂ€re). Wen wĂŒrdet Ihr treffen wollen?

2013 – My best of

2014. Das bedeutet, dass mein Blog im September 10 Jahre alt wird. In Internetjahren sind das etwa 250. 😉 Und nein, mĂŒde bin ich noch lange nicht. Auf jeden Fall ist es wieder Zeit fĂŒr meinen ganz eigenen JahresrĂŒckblick. Wie immer seit 2005 prĂ€sentiere ich meine ganz persönlichen Topthrees des abgelaufenen Jahres. Wer etwas in der Vergangenheit stöbern möchte, findet sie hier auch fĂŒr die Jahre 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006 und 2005. In diesem Jahr wurde Twitter vermehrt zu einem Informations- und Kommunikationskanal fĂŒr mich. Im Kino war wieder sehr wenig. Mehr zu gehen könnte doch ein guter Vorsatz fĂŒrs 2014 sein. Mit Marseille und Lissabon durfte ich zwei StĂ€dte kennenlernen, die mich sehr positiv ĂŒberrascht haben. Musikalisch war – zumindest aus der Konserve – Einiges los, doch die Hammernummer von Daft Punk ĂŒberstrahlt natĂŒrlich alles. Bei den Autos hat es mit einem Test des BMW i3 bis jetzt noch nicht geklappt, weshalb ich noch nichts Genaueres ĂŒber ihn sagen kann… und er es hier auch nicht in die Top 3 schafft.

Filme

  1. Django Unchained – Tarantinos x-tes Meisterwerk
  2. The Master – Ganz sicher kein einfach Film, aber mit fantastischen schauspielerischen Leistungen.
  3. Filth – Böse, witzig, schrĂ€g

Auch gut: Gangster Squad, Hitchcock, Spring Breakers, Oblivion, L’amour bĂšgue, Rush,
Beste Performance: Rear Window 2.0 – Reeto von Gunten

Lieder

  1. Get Lucky von Daft Punk
  2. Pompeii von Bastille
  3. Bonfire Heart von James Blunt

Auch gut: 1 von SAD feat. Lo &Leduc und BĂŒne Huber, By Surprise von Gemini Club, Analog or Digital von Wildlife Control, Primadonna von Marina and the Diamonds, Wild von Royal Teeth, Free von Graffiti6, Weisch Du no von Knackeboule und Polo Hofer, The Answer von Josh Kumra, Evidently True von David Celia, Safe & Sound von Capital Cities, City of Angels von 30 Seconds to Mars, Wait von M83, Royals von Lorde, Long time gone von Billie Joe Armstrong und Norah Jones, Hero von Family of the Year, Let her go von Passenger, Too many Friends von Placebo.
Beste Idee fĂŒr ein Musikvideo: Like a rolling stone von Bob Dylan

Alben

  1. Random Access Memories von Daft Punk
  2. Bad Blood von Bastillle
  3. Loud like Love von Placebo

Auch gut: Moon Landing von James Blunt, Foreverly von Billie Joe Armstrong & Norah Jones, It’s Time von Imagine Dragons,
Beste Konzerte: Josh Kumra, David Celia

Sportveranstaltungen

  1. Eric Abidal schafft sein zweites Comeback – (nur am TV erlebt) Was fĂŒr ein Moment!
  2. AC Milan – FC Barcelona – Einmal mehr ein Genuss fĂŒr alle Sinne
  3. 11:0 Sieg des FCL im Cup in Murten – danach feiern mit dem Gegner

Auch gut: Abschied von Mike Hauser durch die Fans des FC Luzern,

Autos

  1. Jaguar F-Type Roadster
  2. Lamborghini Gallardo Performante  Spyder
  3. Range Rover Evoque

Auch gut: Honda Gear Concept Car, Corvette C7, Ford B-Max, Kia Provo Concept Car, Alfa Romeo 4C, Renault TwinRun Concept Car, Aston Martin CC100 Speedster, The Sound of Honda, BMW i3,  Camal Studio Tributo Concept Car, Volvo Concept Coupé, Honda S660 Concept Car, BMW M3& M4, Lamborghini Huracan, Opel Astra OPC.

Newcomer

  1. Coming out von Robbie Rogers
  2. Fuji X100S (Status: Must have)
  3. Blogreihe OnlineredaktionssĂŒnden

Auch neu: Coolest Schuhgestell ever, Wenn Opa fĂŒr Teeny-Kleidung wirbt, , Pajtim Kasami (leihweise) zum FCL, Weltexklusiv: CitroĂ«n C4 Picasso, Marc Marquez als GP-Sieger, NYC Time Lapse, Neuland, , Oliver Bozanic beim FCL, Philipp Schmidlis E.T.-Bild, Skully Helmet, Lambretta LN, Der unsichtbare Velohelm, Marc Marquez als Weltmeister,  LIFX, Iron Maiden haben begriffen, .

EnttÀuschungen

  1. Nelson Mandela stirbt
  2. Angy Burri stirbt
  3. Mike Hauser von den Investoren abgesÀgt

Auch schlecht: Onlineticketexpress.com, Gut kopiert ist halb gewonnen, Radsport – Zynismus vs. RealitĂ€t, FlĂ€chendeckende ID-Kontrolle im Stadion des FC Luzern, Wenn der Blick die Bilder klaut,  Facebook Graph Search, Rennvelos nur noch neben den Radwegen?, Sportcheffrisuren, Bei der Entwicklungshilfe sparen – fĂŒr die Armee, Di Canio Trainer bei Sunderland, Alpine N36 LMP2, Betrugsalarm, Eric Abidal verlĂ€sst den FC Barcelona, Aus fĂŒr Better Place, Sicherheit vs. Vernunft in Jerusalem, Wiesmann meldet Insolvenz an, Duell?,  Die Schweiz hĂ€ngt an ihrer Wehrpflicht, Wenn die Kultur egal ist, Maserati Standbedienung an der Auto ZĂŒrich, Cristiano und Sepp, .

Blog-BeitrÀge

  1. Schweizer vs. Eidgenosse
  2. Datenschutz nur Theater?
  3. Volkswahl des Bundesrates

Auch interessant: Kommt die Dienstpflicht fĂŒr Frauen?, Der langsame Markus Alder, Der #Aufrschei halt durch Twitter, Zum Dschungelcamp und anderen TV-Blödheiten,  Die Polizei, Dein Freund und Helfer, Rat an die Fussballfans: StĂ€ndig alles filmen, Wenn Fans nur noch «Fans» sind, Provokationen und FehlschlĂŒsse, Wahrnehmung vs. RealitĂ€t, Ein Kernproblem der Schweiz, Was ist Kunst?, Social Media gone bad, Es ist halb so warm wie normal, Twitterdiskussion Antisemitismus,  Sekte oder Kirche?, 15 Rappen mehr Mineralölsteuer, Parteiische Autojournalisten, Warum telefoniert ĂŒberhaupt jemand mit Swisscom?, Kopfhörer verbieten, Die Rassismuskarte spielen, Doku-Soaps, Fortschritt ist eine schöne Sache, Fussballzwerg Schweiz, Warum man 1zu12 bedenkenlos annehmen darf, Twitter-Durchdringung in Saudi Arabien, Sympathischer Porsche-Fahrer, Wie Boulevard funktioniert, Die neue Schweizer Hymne, .

Burger in ZĂŒrich

Antizyklisch ist King: Gerade als alle ans Fasten denken, poste ich unsere Burger-Hitliste von ZĂŒrich. Inzwischen hat jedes «junge» Lokal, das in der Limmatstadt fĂŒr Furore sorgen will einen Hausburger auf der Karte. Also haben wir uns an die «Arbeit» gemacht und uns zum Wohle der Fleischvertilger degustiert was das Zeug hielt. Wobei es keine klassische Rangliste geben soll. Den besten kĂŒre ich, danach ein paar Empfehlungen, wo es sich ebenfalls lohnt und wo weniger. That’s it. Ready?

Nein, zuerst natĂŒrlich noch die Kriterien: Zentral ist natĂŒrlich das Fleisch. Es soll nicht nur 100% Rind sein, sondern vor allem auch von Hand inhouse zusammengepappt. CC-Burger kennt man zur GenĂŒge. Dann muss die Garstufe passen – idealerweise medium-rare. Schmecken sollte es dann natĂŒrlich auch noch. In den Nebenrollen sollen auch Brot, Sauce und auch KĂ€se wie Speck ĂŒberzeugen. Wenn das alles passt und es dazu noch leckere Fries gibt, dann kommen wir gerne wieder.

Also…. the winner is… eine ziemliche offensichtliche Wahl. Leider. Aber es ist so. Die besten, wenn auch richtig teuren Burger gibt es im Helvti Diner.

Helvti Diner

Die Bedienung ist zwar statt unfreundlich-zĂŒrcherisch eher noch-etwas-unfreundlicher-deutsch, aber was soll’s, das Essen ist grossartig. FĂŒr die Gourmets unter den Burgermampfern gibt es sogar eine Version mit Wagyu-Beef.

Einen richtig guten Burger gibt es im St.Joseph-Pub. So gut, dass wir selbst auch schon ein paar Mal nach der ersten Verkostung wieder da waren.

Lecker war der Burger im Goodman Steakhouse, wobei das Fleisch etwas zu lange auf dem Grill war. Speziell sind die gebratenen Pilze.

Das Vior bei der Sihlporte sagt von sich selbst, den besten Burger der Stadt anzubieten. Er ist tatsĂ€chlich richtig gut. Der beste in ZĂŒrich ist er aber nicht. Aber er schaut dafĂŒr auch gut aus:

Vior

Einen Burger der etwas anderen Art gibt es an einem etwas anderen Ort: Am Flughafen. Der upperdeck-Burger kommt mit geschmorten Tomaten, karamelisierten Zwiebeln, Rucola und als SchmelzkÀse-Ersatz mit einem Parmesan-Chip. Das Resultat im zur Autogrill-Gruppe gehörendem Restaurant schmeckt richtig gut. Dazu gibt es eine grossartige optische Darstellung von Flugbewegungen ab und nach ZRH.

Im Restaurant Elements nahe dem Escher-Wyss-Platz gibt es einen guten Burger, der aber leider nicht medium gebraten kommt. DafĂŒr ist das Fleisch schmackhaft und locker. Überzeugen konnte zudem die sehr freundliche Bedienung und die italienische Vorspeisenplatte.

Einen guten Grillgeschmack, aber leider deutlich zu lange gebratenen Burger gab’s im Iroquois im Seefeld. Immerhin ist der Big Mama der grösste Burger ZĂŒrichs und kann von 4 Personen geteilt werden.

Iroquois

Auch im Sihlcity gibt es Burger. Wir haben den bei Imagine probiert. Und waren begeistert – Von der Optik. Unter geschmolzenen Raclette-KĂ€se versteckte sich dann aber ein FleischstĂŒck, das zu sehr durch und dazu zu kompakt war. Schade.

Nicht so toll fanden wir die angeblichen Gourmetburger bei Korner. Das Fleisch wirkt gepresst und war zudem bei all unsern Testessern well done. Das praktisch gleiche Verdikt mĂŒssen wir ĂŒber die Burger von Studer’s am Escher Wyss fĂ€llen.

Ebenfalls nicht ĂŒberzeugen konnte der Burger im 4. Akt. Das Lokal mag eines der ersten an der heutigen Ausgangsmeile gewesen sein. Das viel zu kompakte und durchgebratene Fleisch kommt mit 19,50 immerhin ziemlich gĂŒnstig auf den Teller.

Man sieht: Es gibt eine ansprechende Auswahl an Burger-Produzenten in Downtown Switzerland. Und wahrscheinlich wĂ€chst sie sogar weiter, schliesslich sind die ZĂŒrcher trendige Menschen und hausgemachte Burger liegen noch immer im Trend. Die richtig guten sind noch recht dĂŒnn gesĂ€t, aber wir suchen weiter. (Tipps gerne als Kommentare)

Mein Jahr auf Twitter

Tja, mangels embed-Funktion auf Vizify gibt’s hier halt nur einen Link auf das Video. Immerhin lĂ€sst sich die Top 10 meiner Tweets von 2013 einbetten. VoilĂ :


In diesem Jahr habe ich Twitter vermehrt als Informations- und Kommunikationskanal kennengelernt. Ich bin gespannt, wie sich das Medium weiterentwickelt.

Farewell Angy Burri

Angy BurriDer grosse Stadtindianer ist tot.

Nie werde ich die lustigen Diskussionen an den Donnerstagen nach den Kinopremieren vergessen. Allen voran natĂŒrlich jene nach Planet Terror.

Farewell, Angy.