smokin’ aces

nein, das geht nicht. man keinen kult-film planen. ausser vielleicht, man ist stanley kubrick oder quentin tarantino. und da kubrick bereits tot ist, tendiert die wahrscheinlichkeit extremstens gegen null, dass man die fähigkeiten hat, gewollt einen kultfilm zu drehen. nun, joe carnahan probiert’s trotz allem. sein scheitern zieht sich von anfang bis zum ende über jede einzelne der 109 filmminuten. leider. da wird mutig geschnitten, blutig gespritzt, wild geschossen, schön musiziert und auch eine knackige autoszene ist dabei. doch all das reicht halt nicht. denn, seien wir ehrlich, die geschichte ist ziemlich seicht. ein wichtiger mafioso soll umgebracht werden. da es eine art kopfgeld zu gewinnen gibt, haben es gleich mehrere gruppen auf den hals von buddy aces israel (jeremy piven) abgesehen. da gibt es zwei killerfrauen (eine davon gespielt von alicia keys), einen früheren cop (ben affleck), einen trupp von wilden nazis, einen profikiller und einen unbekannten schweden. dazu kommt das fbi, welches den tod von israel irgendwie verhindern will.

was sich dann abspielt ist relativ langweilig und nur selten allenfalls ein bisschen kultverdächtig. als die behämmerten neonazis mit ihrer eigenen kettensäge zerteilt werden ist vielleicht so ein moment. aber auch der ist sehr gewollt. ok, am ende des filmes gibt es eine einigermassen überraschende wende, die allerdings schon ein wenig in moralin getränkt wurde. das wiederum passt natürlich überhaupt nicht zum kultanspruch des filmes. aber weil der zuseher doch recht überrascht wird, sehe ich das mal grosszügig als pluspunkt an.


ebenfalls sehr gewollt cool: smokin’ aces filmplakat

ansonsten bleiben noch ein paar tolle kameraeinstellungen und die kartenmischtricks des casinohelden buddy aces israel in den köpfen der zuschauer hängen. alles andere wird wohl – zurecht – schnell in vergessenheit geraten. auf den nächsten echten kultfilm müssen wir hoffentlich nicht allzu lange warten. tarantino wird ja bei the grindhouse mitmischen…