viel unruhe beim fc luzern

dass der blick sein sommerloch mit halbulustigen fcl-youtube-videos füllt ist das eine. was beim fc luzern momentan sonst so abgeht, das andere. ein paar punkte:

*murat*yakinsaufstellung
natürlich können testspiele nicht für bare münze genommen werden. was ich da gesehen habe, stimmte trotzdem nicht eben zuversichtlich. am schlimmsten aber finde ich die ankündigung, dass der neue trainer seinen bruder hakan vorne als einzelnen stürmer bringen will. soll er sich da die genialen pässe selbst zuspielen? hakan yakin ist ein brillianter vorbereiter, der auch vollstrecken kann. als solcher gehört er hinter die spitzen mit viel freiraum. im von murat yakin angekündigten 4-1-4-1 system sollte er sicher nicht die rolle des einzigen stürmers übernehmen.

*burim*kukeli
in der heutigen luzerner zeitung vernimmt man unter anderem folgendes:

Im Fussballgeschäft kann es zuweilen hart zu und her gehen. Jedenfalls bekommt man diesen Eindruck, nachdem man gestern im Anschluss ans Nachmittagstraining auf der Allmend mit den beiden FCL-Spielern Cristian Ianu und Burim Kukeli gesprochen hat. Beide geben sich unwissend, was Gespräche mit Lausanne betrifft. Der FC Luzern hatte gestern Mittag eine «Blick»-Meldung bestätigt, wonach der Aufsteiger vom Genfersee Interesse an den beiden Spielern zeigt. Und dabei gleich via Pressesprecher Stefan Bucher offiziell erklärt, dass er den Waadtländern erlaubt, mit Stürmer Ianu und Mittelfeldspieler Kukeli zu sprechen. Der 27-jährige Kosovare Kukeli zeigt sich nach 17 Uhr völlig überrascht von dieser Meldung. «Mit mir hat bis jetzt niemand gesprochen. Auch nicht mit meinem Berater Agron Krasniqi.» Von Abwanderungsgelüsten keine Spur. Der laufstarke Defensivspezialist sagt mit trauriger Stimme: «Ich habe noch einen Einjahresvertrag und fühle mich wohl in Luzern.» Vor vier Jahren ist er via Olten und Schötz zum FCL gekommen. Zuletzt habe er «ganz gute zwei Jahre» hier gehabt. «Ich würde gerne bleiben»» sagt er und fügt gleich hinzu, «niemand hat gesagt, dass ich gehen muss. Das muss jetzt der Verein entscheiden.»

der sympathische kosovare hat sich seinen platz im defensiven mittelfeld hart erarbeitet. immer wieder war er in den vergangenen zwei saisons ein vorbild an einsatz und willen. er und renggli verstanden es vorzüglich, das gegnerische spiel im mittelfeld zu unterbinden und löcher zu stopfen. im offensiven bereich hat er sicher nachholbedarf, wobei das auch nicht seine primäre aufgabe war. traurig hier ist ganz bestimmt auch die kommunikationspolitik, bei der ein spieler aus der presse erfährt, dass er eventuell nicht mehr erwünscht ist. ähnlich liegt der fall mit dem rumänischen stürmer cristian ianu.

*murat*yakinsumgangmitjungenspielern
in der gestrigen luzerner zeitung beantwortete der neue trainer des fcl fragen zu verschiedensten themen. über die jungen spielern beim im team sagte er unter anderem folgendes:

Die Jungen müssen sich in der Mannschaftshierarchie erst mal hocharbeiten. Zum Beispiel ein Nico Siegrist, er hat gute Qualitäten, aber ich spüre, dass er nicht absolut alles für den Fussball gibt. Er weiss, dass er zur Absicherung sein Studium hat und führt ein schönes Leben.

gerade einen jungen spieler derart an den pranger zu stellen, ist unvorsichtig und in der regel kontraproduktiv. selbst wenn es wohl das ziel war, nico siegrist mit der provokativen aussage zu besseren leistungen zu motivieren, ist das signal ein falsches. der druck auf nachwuchsspielern ist ohnehin gross genug. solche anstacheleien kann man intern anbringen, aber ganz bestimmt nicht im wichtigsten medium luzerns. insbesondere die bemerkung mit dem «schönen leben» ist unpassend.

*umgang*mitfanfotografen
wie ich hier geschrieben habe, bin ich nicht mehr in «offizieller mission» für den fcl am fotografieren. noch weit härter trifft es die fan-fotografen von diversen internetseiten wie zum beispiel fcl.fan-fotos.ch. ebenfalls in der lz vernimmt man:

Der FC Luzern nimmt gewisse akkreditierte Fotografen an die kurze Leine. All jene, die nicht für ein reguläres Medium wie etwa für unsere Zeitung, sondern zum Beispiel für eine Fan-Internetseite arbeiten, dürfen nicht ausschliesslich Fotos der Fans und von illegalen Feuerwerkaktionen machen. Sie müssen auch Fotos der Fussballer schiessen und diese veröffentlichen.

Diese Massnahme gilt ab dem ersten Spiel vom 31. Juli in der Swisspor-Arena. Laut FCL-Pressesprecher Stefan Bucher wolle man damit auch gegen das Verherrlichen von Pyro-Aktionen vorgehen – der Club zahlt pro Fackel jeweils Hunderte Franken Busse. Clubs wie der FCB und YB hätten ähnliche Regelungen. Wer trotzdem nur Pyro-Fotos machen wolle, könne dies von einem (bezahlten) Platz aus tun.

nach anderen quellen hörte ich ursprünglich davon, dass das fotografieren von pyro für alle fotografen verboten werden solle. das ist hinsichtlich der pressefreiheit doch einigermassen heikel. und weshalb sollen fanfotografen nicht ausschliesslich bilder der fans machen? es ist doch toll, gibt es in luzern eine derart aktive fangemeinde. da sollte es auch platz für ein paar fotografen haben, die ihre objektive primär in die fankurven richten.

im allgemeinen stelle ich einen bruch beim fc luzern fest, der mit der entlassung von rolf fringer zusammenfällt. seither wird spärlich oder indirekt über die medien kommuniziert. der umgang mit den unerwünschten spielern lässt zu wünschen übrig, wird gerne mit der floskel «reisende soll man nicht aufhalten» ergänzt. ausserdem scheint der ganze club ein derart riesiges vertrauen in den neuen trainer zu haben, dass niemand hinterfragt, dass der einzige etablierte stürmer zu einem direkten konkurrenten abgegeben werden könnte.

hoffentlich geht das gut.

hopp lozärn.

fc luzern – bsc young boys 5:1

das gersag stadion war fest in gelbschwarzen händen, das hörte man schon von weitem. schon vor dem spiel machten die yb-fans klar, dass sie nichts anderes als einen sieg nachhause nehmen wollten. die lautstarken anfeuerungsrufe wurden aber arg gedämpft, als schon nach einer minute und etwa zwanzig sekunden ein ball hinter wölfli zappelte. chiumiento, yakin und ferreira zelebrierten direktspiel bis zum abschluss. ein wunderbares tor, doch schon oft kassierte der fcl nach einer solch frühen führung den ausgleich im gegenzug. dieses mal nicht. dieses mal war jeder bereit. jeder wollte gewinnen. und jeder zeigte ein topleistung. nur so war es zu erklären, dass in der ersten halben stunden praktisch nur die blauweissen spielten. so war das tor von cristian ianu, der einen freistoss von renggli ablenkte natürlich mehr als verdient. und auch als burim kukeli nach einem doppelpass mit yakin noch vor der pause das 3:0 erzielte, war diese führung nicht zu hoch. fantastisch, was die platzherren in dieser halbzeit boten.

als fcl-fan ist man sich einiges gewohnt. so machte sich auch bei mir zur pause eine gewisse skepis breit, ob denn dieser an sich grosse vorsprung auch zum sieg langen würde. doch schnell wurde deutlich, dass yb dem aggressiven offensivspiel der luzerner nichts entgegenzusetzen hatten. und schossen sie doch einmal aufs tor, stand dort ein glänzend agierender david zibung. cristian ianu sorgte nach einem geschickten lupfer rengglis per kopf für das 4:0. nachdem degen in der ersten hälfte gegen ferreira die nerven verlor, war es nun doumbia, der schwegler attackierte. in beiden fällen verzichtete schiedsrichter kever auf die rote karte. das tat er auch, als david zibung den ex-luzerner mauro lustrinelli im 16er zu fall brachte. der fällige elfmeter wurde natürlich pariert. an diesem abend gelang der yb-offensive wirklich gar nichts. nur doumbia kam wenig später noch zum vollerfolg, als er in der 80. minute mit seinem 30. saisontor für den ehrentreffer sorgte. der meisterschaftsaspirant war zu dieser zeit längst erledigt. es folgte noch davide chiumientos 5:1, das leider nicht zählte, weil paiva anscheinend zu aktiv war, um seine position als passives offside zu werten. der eingewechselte marijan urtic hätte fast noch das tor des abends erzielt, doch der ball flog nicht genau in die torecke, sondern ein wenig zu hoch an die latte. den abpraller verwertete nico siegrist zum hochverdienten 5:1. welch ein spiel!

der fc luzern ist damit für die europa league qualifiziert. erwähenswert ist auch, dass es für roland schwegler das letzte heimspiel für den fcl war. der verteidiger hat sich in den letzten spielen als sehr solide und kampfstark erwiesen. schade, dass dies nicht mit einer vertragsverlängerung belohnt wurde.

meine bilder vom spiel

daten

Luzern – Young Boys 5:1 (3:0)

Gersag, Emmenbrücke. – 8700 Zuschauer (ausverkauft). – SR Kever. – Tore: 2. Ferreira 1:0. 24. Ianu 2:0. 43. Kukeli 3:0. 56. Ianu 4:0. 80. Doumbia 4:1. 85. Siegrist 5:1.

Luzern: Zibung; Veskovac, Wiss, Schwegler; Luqmon, Renggli, Kukeli, Ferreira (83. Urtic); Chiumiento; Ianu (72. Paiva), Yakin (59. Siegrist).

Young Boys: Wölfli; Mardassi, Affolter, Schneider; Degen, Hochstrasser (57. Sutter), Thierry Doubaï (57. Yapi), Raimondi (57. Lustrinelli); Doumbia, Christian Schneuwly, Regazzoni.

Bemerkungen: Luzern ohne Büchli, Frimpong, Imbach, Lambert, Lustenberger, Sorgic (alle verletzt) und Seoane (nicht im Aufgebot), Young Boys ohne Liechti, Marco Schneuwly, Traoré (alle verletzt) und Coly (nicht im Aufgebot). 65. Schneider klärt auf der Torlinie. 78. Zibung wehrt Foulpenalty von Regazzoni ab. 81. Tor von Chiumiento aberkannt. Verwarnungen: 19. Wiss. 24. Hochstrasser (beide wegen Fouls). 39. Yakin (Hands/im letzten Spiel gesperrt). 45. Raimondi (Foul). 67. Doumbia (Unsportlichkeit) und Renggli (Unsportlichkeit/im letzten Spiel gesperrt).

2009 – my best of

und wieder ist ein jahr um. also wird es zeit, meine topthrees von 2009 zu krönen. 2005 und 2006, 2007, und 2008 und deren ranglisten findet man natürlich weiterhin online. im jahr 2009 war ich nur 31 mal im kino, was unter anderem auch mit der miesen sprachpolitik der kitag zu tun hat. andererseits kamen auch dieses jahr ein paar richtig gute streifen in die kinosäle. in sachen musik war sicher milow der grosse abräumer, der nicht nur das cover ayo technology sondern gleich ein ganzes album voll mit gefühlvollem sound abgeliefert hat. sportlich war natürlich das barrage-rückspiel des fc luzern mein highlight, nachdem ich zuvor die schmach im cornaredo miterlebt hatte. bei den autos wartet man immer noch auf die grosse elektrifizierung. bis dahin küre ich mal den kompakten bmw 123d zu meinem lieblingsauto 2009 und freue mich auf zahlreiche neuerscheinungen 2010. mal sehen, was wir für zündung.ch so alles fahren dürfen.

– movies
1. inglourious basterds – ein echter tarantino – it’s a bingo!
2. slumdog millionaire – farbig, traurig, fröhlich, verstörend… brilliant!
3. gran torino – clint eastwood als grantiger alter mann mit starkem sinn für gerechtigkeit. weltklasse.
auch gut: the curios case of benjamin button, milk, doubt, [frost / nixon,|http://watashi.amade.ch/history/forum/5566 the international, defiance, district 9, machan, up.
bester comic-verfilmung: the watchmen.
lustigste komödie mit ernster botschaft: bruno.
bester michael-jackson-film: this is it.

– songs
1. ayo technology von milow
2. uprising von muse
3. 21 guns von green day
auch gut: the funeral von der band of horses, hippiekacke von ian constable und save us all von jeff austin black.

– alben
1. the resistance von muse – von rockig bis hymnisch einfach nur grossartig.
2. 21st century breakdown von green day – wenn punk zu pop wird ist das nicht nur schlecht. im gegenteil. phänomenales konzert im hallenstadion.
3. give me fire von mando diao
ebenfalls grossartig: this is war von 30 seconds to mars.
beste best of: up to now von snow patrol mit zwei versionen von run.

-sportveranstaltungen
1. fc luzern vs. fc lugano 5:0 – im barragerückspiel wurde der ligaerhalt auch dank eines phänomenal spielenden davide chiumiento realisiert. es war auch das letzte spiel auf der luzerner allmend.
2. fc luzern vs. fc basel 4:5 – es sind genau solche spiele, für die es sich lohnt fussballfan zu sein.
3.der fc barcelona gewint die champions league – und den cup und die meisterschaft und….
auch gut: fc barcelona vs. olympique lyonnais 5:2 live im stadion, jenson button wird weltmeister, usain bolt verbessert den 100m-weltrekord auf 9,58, roger federer gewinnt endlich das french open.

– cars
1. bmw 123d – ein diesel das beste auto des jahres? yep!
2. ford focus rs – so gut kann frontantrieb sein.
3. lamborghini gallardo lp 560-2 valentino balboni
auch gut: lotus europa 807 hemi, lincoln concept c, abarth 500, [alfa romeo sz & lancia delta integrale 8v im doppeltest,|http://watashi.amade.ch/history/forum/5693 lada 2105 gladkov edition, audi r8 v10, vauxhall vxr8 bathurst, citroën ds3, bmw vision efficitient dynamics concept, lexus lf-ch, vier elektroautos von renault, toyota ft-86 concept, bmw z4 sdrive 23i.
ambivalentestes fahrerlebnis: bmw x6.
bester event: goodwood festival of speed, we’ll be back!

– newcomer
1. burim kukeli – nach langen verletzungspausen kann die sympathische nummer 22 endlich durchspielen. und wie!
2. jenson button – ok, neu ist der nicht, aber als siegfahrer und weltmeister eben schon.
3. faht mit dem hovercraft in portsmouth – ok, selbst gefahren sind wir natürlich nicht. aber schon die mitfahrt war ein wahnsinnserlebnis.
auch neu: [mc laren versucht sich (wieder) als autohersteller,|http://watashi.amade.ch/history/forum/5942 kamui kobayashi überzeugt mit zwei beherzten auftritten in der formel 1 und ergattert sich eine platz beim sauber team, ich am blogcamp.

– enttäuschungen
1. annahme der minarettinitiative – rassismus und unwissenheit siegen.
2. bmw lässt sauber fallen – einfach nur peinlich.
3.religionsfreiheit in gefahr – atheisten dürfen ihre plakate vielerorts nicht aufhängen.
auch schlecht: unsportliches verhalten von ciriaco sforza nach dem «becherwurf», auto-übergabe bei nissan progress, harley davidson schliesst buell, ueli gegenschatz stirbt, immer mehr synchronisierte filme in luzern, rassismus im italienischen fussball, umgang mit schwulen in uganda, miserables spiel der schweizer nati gegen israel zur wm-qualifikation, [die orange/sunrise fusion verunmöglicht echten wettbewerb im schweizer mobilfunkmarkt,|http://watashi.amade.ch/history/forum/6119 samuel eto’o verlässt den fc barcelona.

– blog-beiträge
1. rassismus in der schweiz – interviews mit debora amacker, burim kukeli und raphael bachmann.
2. the day after – ein paar gedanken am tag nach der annahme der minarettinitiative.
3. geheimtipps für barcelona – der kleine reiseführer für den barça-neuling.
auch interessant: erlebnisse in israel, mac vs. pc – ein notebookvergleich, anleitung fürs «time-lapsen» mit der canon 50d, ferien und ferien, avis london luton und die congestion charge, die schweiz wird aufgeteilt, kakapo, was ist mit roger köppel los?, raucher und das rauchverbot, diese apps machen mein phone special, [iphone mit über 50% marktanteil.|http://watashi.amade.ch/history/forum/6179

burim kukeli – rassismus in der schweiz

burim kukeli wurde 1984 im kosovo in janosh geboren. mit dreieinhalb jahren kam er in die schweiz. sein vater war vorher schon 13 jahre in der schweiz. mit der mutter, seinen drei schwestern und einem bruder wohnte er zunächst in luzern, danach im kanton solothurn, wo auch seine fussballkarriere begann. heute spielt der fussballprofi beim fc luzern im defensiven mittelfeld mit der nummer 22 auf dem rücken.

in der schweiz gibt es keinen rassismus. was sagst du menschen, die diese ansicht vertreten?
ich denke, das kann man nicht so sagen. rassismus gibt es überall auf der welt, also auch in der schweiz. als ausländer wird man sicher anders angeschaut. ich komme aus der balkanregion, da sagt schnell einer «ah, ein jugo».

wie ist das für Dich, wenn Du als jugo bezeichnet wirst
es nervt. egal ob aus spass oder im ernst. allerdings war das früher für mich schlimmer. heute stehe ich eher über der sache. es gibt nun mal dumme leute, die solche aussagen machen. würde ich darauf hören, wäre ich ja selber schuld. im prinzip habe ich mich damit abgefunden. schliesslich weiss ich, dass es daneben auch viele gute leute gibt.

fühlst Du Dich gleichberechtigt und gleich behandelt? wie äussert sich das?
gleichberechtigt bin ich ganz bestimmt nicht. schon aufgrund dessen, dass ich den schweizer pass nicht habe. das ist auch korrekt so, schliesslich bin ich ausländer. und natürlich passiert das auch im ausgang: es ist mir auch schon passiert, dass ich nicht in einen club durfte, obwohl ich gar nichts gemacht hatte. als der türsteher am eingang den namen auf meinem ausweis las, durfte ich halt einfach nicht rein. ich fragte ihn nach dem grund, bekam aber keine antwort.

wann wurdest Du zum ersten mal mit etwas konfrontiert, das Du als rassismus bezeichnen würdest?
das war sicher als kind. «scheiss jugo» oder «scheiss albaner» habe ich da häufig gehört. heute passiert das sicher weniger. in der schule war ich damit mehr konfrontiert. als ich verletzt war, habe ich häufiger zuschauer über spieler aus dem balkan schimpfen hören «schau mal der jugo». ohne grund. schweizer dagegen werden mit den namen genannt. uns schmeisst man halt dann einfach in diese schublade.


burim kukeli im gestrigen spiel gegen die young boys

wie reagierst Du auf rassistisch motivierte verbale übergriffe?
wenn es jemand ist, den ich kenne, kann ich das locker nehmen. als blöden spruch halt. wenn aber eine mir unbekannte person so etwas sagt, gebe ich durchaus auch mal zurück. jedoch stets in einem anständigen ton.

warum denkst du reagiert man in der schweiz auf ausländer skeptisch oder gar ablehnend?
wenn ein ausländer etwas schlechtes macht, wird das halt sofort gross gemacht. auch von den medien. dass daneben leute wie mein vater 30 jahre anständig sind, sich mühe geben und einfach gut arbeiten, fällt nicht auf. die sind auch eine bereicherung für das land. und gerade seine mitarbeiter sollte so ja auch merken, dass es eben auch «gute» albaner oder einfach ausländer gibt. da kann man nicht einfach pauschal sagen, alle jugos sind scheisse, oder alle türken. natürlich gibt es auch in meinem land schlechte leute. aber es gibt halt auch gute, weshalb man nicht einfach alle in einen topf werfen sollte. das sollte man nie tun.

 meidest Du bestimmte orte oder veranstaltungen aus angst vor übergriffen?
ich gehe allgemein nicht so viel in ausgang. das sagt mir nicht so viel. ich gehe gerne fein essen, ins kino oder einfach eins trinken mit freunden. das hat aber mehr mit meinen interessen zu tun. angst habe ich aber sicher nicht. ich kann überall hin gehen, wenn ich mag.

hast Du manchmal das gefühl, in solchen dingen fast schon paranoid zu sein?
vielleicht früher. da blieb ich gewissen orten fern, damit ich nicht angegriffen wurde. oder man ging einfach mit kollegen weg, um besser geschützt zu sein.

kann Deine herkunft auch ein vorteil sein?
für mich ist es ein vorteil. denn ich habe beide seiten in mir, spreche auch beide sprachen. auf der anderen seite ist man in beiden ländern ein ausländer. im kosovo merkt man sofort, dass ich nicht dort aufgewachsen bin. nicht nur der akzent, auch das verhalten der hier aufgewachsenen leuten fällt dort auf.

was kann man tun, um den rassimus in der schweiz zu bekämpfen? was tust Du selbst?
der mensch ist so. es gibt leute, die von Dir so denken, das kannst Du nicht einfach ändern. möglicherweise denken sie schon seit ihrer kindheit so. ich persönlich nehme jeden menschen einfach als menschen, gleich welche hautfarbe oder herkunft. rassismus wird es immer geben. denn es wird immer menschen geben, die so einfach denken.

hat man es im fussball als ausländer schwerer?
als ausländer hat man nicht die gleichen chancen. man hat es deutlich schwerer. solange es gut läuft ist alles ok. sobald es aber nicht mehr läuft, ist an halt dann wieder der «jugo». auch bei grösseren fehlern im spiel, beispielsweise bei einer tätlichkeit, wird das einem schweizer spielern viel schneller verziehen. das ist im fussball so, dass ist bei anderer arbeit so, überall hat man es als ausländer etwas schwieriger.

wie ist der zusammenhalt unter Deinen landsleuten
früher war der sehr gross. sicher sind verbindungen da zu leuten, die man von der arbeit her kennt oder halt aus der nachbarschaft. aber die sind eher lose. ganz sicher ist die integration in die schweiz auch viel stärker geworden, weil es immer mehr leute gibt, die hier geboren oder so wie ich hier aufgewachsen sind. viele kosovaren, die hier aufgewachsen sind sprechen nicht einmal mehr richtig albanisch. obwohl ich die sprache beherrsche und auch ein wenig serbokroatisch spreche, unterhalten wir uns immer auf schweizerdeutsch wenn wir unterwegs sind, damit wir auch von den einheimischen verstanden werden.

__________

besten dank an burim kukeli für das interview und dem fc luzern für die freundliche genehmigung der veröffentlichung desselben.

fc luzern – fc st.gallen 3:1

die saison ist noch jung. und doch liegt es auf der hand, schon jetzt die entdeckung dieser spielzeit zu benennen. burim kukeli überragte auch gegen st.gallen alle anderen fcl-spieler um längen. das fiel vor allem in der ersten hälfte auf, weil dort seine kollegen (abgesehen von renggli und zibung) irgendwie nicht anwesend zu sein schienen. es war der fehlenden effizienz der gäste zu verdanken, dass man bis zur pause nicht mehr als ein tor kassiert hatte. es hätte auch gut und gerne 3:0 stehen können. frick köpfte in der 28. minute seelenruhig ein. sowohl er als auch flankengeber zellweger waren allein auf weiter flur. immerhin zeigten die blauweissen so etwas wie eine reaktion. und kurz vor der pause gelang yakin nach einem eckball der ausgleich.


burim kukeli freut sich mit swen könig über den sieg

in der zweiten halbzeit nahm sich der fcsg dann gleich selbst aus dem spiel: zé vitor kassierte nach einer tätlichkeit an lustenberger rot. fast 40 minuten konnte der fcl nun gegen 10 st. galler den sieg suchen. und genau das taten die luzerner: der abpraller eines renggli-freistosses landete über umwege bei ianu, der sich solche gelegenheiten nicht entgehen lässt. jetzt war es der fcl, der chancen en masse vergab. und es war, wie hätte es in diesem spiel anders sein können, kukeli, der die sache klar machte. er kämpfte sich zwischen zwei gegnern durch, schob den ball am dritten und an goalie lopar vorbei und jubelte schliesslich ob seines sehenswerten treffers. keine frage, wessen name nach dem spiel skandiert wurde…

sf bericht

daten

Luzern – St. Gallen 3:1 (1:1)

Gersag, Emmenbrücke. – 7813 Zuschauer. – SR Busacca. – Tore: 28. Frick 0:1. 43. Yakin 1:1. 63. Ianu 2:1. 81. Kukeli 3:1.

Luzern: Zibung; Zverotic, Seoane (36. Wiss), Veskovac, Lustenberger; Renggli (86. Etter), Kukeli, Ferreira; Yakin; Frimpong (64. Paiva), Ianu.

St. Gallen: Lopar; Zellweger (82. Hämmerli), Koubsky, Schenkel, Fernando; Zé Vitor, Ciccone, Costanzo, Nushi (64. Pa Modou); Frick, Merenda (58. Caceres).

Bemerkungen: Luzern ohne Chiumiento, Diarra, Lukmon und Tchouga (alle verletzt); St. Gallen ohne Muntwiler (gesperrt), Frei, Haas, Knöpfel, Kollar und Martic (alle verletzt). 27. Pfostenkopfball Merenda. 42. Tor von Ianu wegen Hands aberkannt. 92. Pfostenkopfball Lustenberger. Platzverweis: 54. Zé Vitor (Tätlichkeit an Lustenberger). Verwarnungen: 36. Seoane (Foul), 42. Ianu (Hands), 55. Lustenberger (Unsportlichkeit), 69. Koubsky (Foul).

fc luzern – xamax neuchâtel 2:1

das letzte spiel der regulären saison war für den fc luzern eher ein auslaufen und nebenbei eine gelegenheit, ein wenig moral zu tanken. deshalb spielten diverse stammspieler nicht. dafür kamen junge (siegrist, fellmann, mehidic, etter) und frisch genesene spieler (kukeli) zum einsatz. ebenfalls spielen durften scarione und chiumiento, die zuletzt etwas ausser form schienen. als nach nur dreieinhalb minuten das leder im netz zappelte, schien fringers dernierentaktik aufzugehen. zverotic, sonst eher grobmotoriker, hatte sehenswert getroffen. danach hatte vor allem siegrist immer wieder gute chancen, die er allesamt vergab. chiumiento war sehr bemüht, wurde aber von der xamaxabwehr immer wieder geschickt abgedrängt. im tor stand swen könig, der den zehn blauen über weite strecken einen sehr sicheren rückhalt bot.


oscar scarione

so war er es auch, der zu beginn der zweiten hälfte eine chance der neuenburger abwehren konnte. gegen den nachschuss nuzzolos war er dann aber machtlos. der ausgleich kam aus heiterem himmel, weil der fcl deutlich mehr für die offensive tat. in der 58. minute hätte der platzclub bei seinem zweitletzten spiel auf der altehrwürdigen allmend wieder in führung gehen können, doch pacar traf nur den pfosten und siegrist setzte den abpraller übers tor (wäre aber sowieso im abseits gestanden). und doch war es der erst 17-jährige nico siegrist, der an diesem abend für ein luzerner happy end sorgte. in der 92. minute traf er dann doch noch zum 2:1-sieg. ein gutes resultat für luzerns junge und die moral der ganzen mannschaft.

daten

Luzern – Neuchâtel Xamax 2:1 (1:0)

Allmend. – 4767 Zuschauer. – SR Bertolini. – Tore: 4. Zverotic 1:0. 49. Nuzzolo 1:1. 92. Siegrist 2:1.

Luzern: König; Zverotic (70. Fellmann), Diarra, Seoane, Schwegler; Kukeli (70. Etter); Pacar (81. Mehidic), Renggli, Scarione, Chiumiento; Siegrist.

Neuchâtel Xamax: Faivre; Gomes, Besle, Hodzic, Edjenguele; Vuille, Garcia (60. Niasse), Chihab, Wüthrich (78. Brown); Steuble (70. Facchinetti); Nuzzolo.

Bemerkungen: Luzern ohne Paiva, Ferreira (beide gesperrt), Lukmon, Lambert, Tchouga, Wiss (alle verletzt), Xamax ohne Sulaimani, Taljevic (beide gesperrt), Rossi, Rodrigo, Geiger, Rak, Bah (alle verletzt). 58. Pfostenschuss von Pacar. Verwarnung: 54. Schwegler (Foul).

[quelle: tagesanzeiger.ch]

fc luzern – fc basel 1:0

der millionenschweren söldnertruppe aus basel stand der schrecken ins gesicht geschrieben. der fc luzern hatte dem meisteraspiranten keine einzige grosse torchance erlaubt und ihn zeitweise an die wand gespielt. peinlich, peinlich, wie die offensiv so stark besetzte mannschaft christian gross› auf der allmend auftrat. bei einem abstiegskandidaten wie luzern könnte man vom vizemeister erwarten, dass er versucht das spiel zu machen. doch basel wählte eine abwartende taktik, was sich als fatal erwies.

es war ein spiel, welches über den kampf enschieden wurde. und der fcl kämpfte mit einem gewaltigen siegeswillen. man spürte, dass dieses team noch eine rechnung mit dem gast aus basel offen hat. schliesslich wurde man vor einer woche (mindestens) eines punktes beraubt. in der ersten hälfte hatte davide chiumiento zwei gute weitschussmöglichkeiten. daneben tauchte burim kukeli mehrmals in guter abschlussposition auf. dann traute sich der youngster jeweils aber nicht, selbst aufs tor zu schiessen. der von schötz geholte offensivspieler muss in zukunft mutiger agieren, will er weiterhin von anfang an spielen. und was ist mit basel? der fcb hatte sich in der ersten hälfte gar keine zwingende torchance erabeiten können.

auch nach der pause schien der gast vom rheinknie auf seine möglichkeit zu warten. irgendwann würden die blauweissen einen fehler machen, den man dann eiskalt zur führung ausnutzen könnte. doch soweit kam es eben nicht. es war claudio lustenberger, der zuletzt mehrere schwache partien zu verdauen gehabt hatte, der mit einem beherzten antritt und einer phänomenalen flanke mauro lustrinelli im zentrum fand. mauro lustrigoal lustrinelli zögerte keinen augenblick, stand endlich mal nicht im abseits, profitierte von marques fehlerhaftem stellungsspiel und schoss aus vollem lauf einen wahren hammer in die maschen. costanzo hatte nicht den hauch einer chance. nun versuchten die basler doch noch so etwas wie druck zu erzeugen, scheiterten aber im abschluss kläglichst, wenn sie dann überhaupt dazu kamen. der fc luzern verwaltete den vorsprung nicht nur souverän, nein, er suchte gar die entscheidung zum 2:0. das gelang zwar nicht, trotzdem kam man zu einem ungefährdeten sieg vor über 11’500 zuschauern. auch diese zahl erstaunlich, für den zweitletzten der tabelle.

daten

Luzern – Basel 1:0 (0:0)

Allmend. – 11 623 Zuschauer. – SR Grossen. – Tor: 62. Lustrinelli 1:0.

Luzern: Zibung; Schwegler, Veskovac, Diarra, Claudio Lustenberger; El Idrissi (78. Bader), Seoane, Bättig (67. Wiss), Kukeli (78. Shi Jun); Chiumiento; Lustrinelli.

Basel: Costanzo; Zanni, Majstorovic, Marque (76. Frei), Nakata; Ba; Carlitos, Huggel, Eduardo (84. Lokvenc), Stocker (76. Perovic); Derdiyok.

Bemerkungen: Luzern ohne Tchouga (verletzt), Basel ohne Chipperfield, David Degen, Streller und Cabral (alle verletzt) sowie Ergic (krank). Verwarnungen: 24. Stocker (Foul). 79. Zanni (Foul).